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Kulturnachrichten

Donnerstag, 28. November 2013

Viadrina bekommt gesamten Übersetzer-Nachlass

Nun ist das gesamte Werk in einer Hand:

Mit der Umwandlung des "Karl-Dedecius-Literaturarchivs" in eine Stiftung hat die Europa-Universität Viadrina in Frankfurt Oder alle Rechte an dem Werk des Namensgebers bekommen. Bei dem Festakt wurde auch der zweite Teil der Aufzeichnungen und Schriften des 92-jährigen Übersetzers und Polen-Experten an das Archiv übergeben. Dedecius hat mehr als 60 Jahre lang Klassiker der polnischen und russischen Literatur ins Deutsche übertragen. 1990 wurde er mit dem Friedenspreis des deutschen Buchhandels ausgezeichnet.

Anglikanische Kirche will Segnung homosexueller Paare erlauben

Die anglikanische Kirche sollte ihre Einstellung zu gleichgeschlechtlichen Partnerschaften lockern.

Das fordern ihre Bischöfe in England. In einem Empfehlungsschreiben der Geistlichen heißt es, die Kirche sollte nicht länger verbieten, homosexuelle Paare zu segnen. Das bedeute nicht, so die Bischöfe, dass die kirchliche Lehre zu Sexualität sich ändere. Aber die Gesellschaft habe sich verändert und dem müsse man Rechnung tragen. Während der Entwurf bei liberalen Geistlichen und Gläubigen vermutlich auf Zustimmung stößt, wird er bei konservativen Kirchenmitgliedern wohl erneut Empörung auslösen. Schon die Zulassung von Frauen zum Priesteramt hatte unter im vergangenen Jahr für Aufregung gesorgt.

Staatsanwaltschaft: Gurlitt nicht zu erreichen

Eigentlich möchte die Staatsanwaltschaft Augsburg ihm Teile seiner Sammlung zurückgeben.

Doch der bisherige Besitzer des Münchner Kunstfundes, Cornelius Gurlitt, ist für die Behörden schon seit Mai nicht zu erreichen. Es habe in der Zwischenzeit zehn Kontaktversuche gegeben, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Doch weder auf Telefonanrufe noch auf Briefe habe Gurlitt reagiert. Dabei wolle man ihm rund 300 Werke zurückgeben, die im vergangenen Jahr bei einer Razzia in seiner Wohnung beschlagnahmt wurden. Bei einem Großteil der rund 1.400 Bilder vermuten die Ermittler, dass es sich um Nazi-Raubkunst handelt. Davon wurden heute 101 weitere im Internet veröffentlicht, darunter neben Werken von Cézanne, Picasso und Degas auch Bilder, die noch keinem Künstler zugeordnet wurden.

Joachim Gauck lobt islamische Theologie an deutschen Unis

"Wir geben der Religion Raum, so wie es echte Religionsfreiheit erfordert."

Mit diesen Worten hat Bundespräsident Joachim Gauck die islamische Theologie an deutschen Hochschulen gewürdigt. Bei einem Besuch an der Universität Münster betonte Gauck, es sei gut, wenn sich die pluralistische Tradition des Islam in wissenschaftlicher Freiheit ohne politischen oder fundamentalistischen Druck weiter enwickeln könne. Diese Formulierung könnte auch als Unterstützung für den Leiter des Münsteraner Islamzentrums, Mouhanad Khorchide, verstanden werden. Er steht unter Druck, weil muslimische Verbände ihm zu liberale Ansichten vorwerfen.

Nolde-Museum in Berlin wird Forschungszentrum

Berlin wird um ein Museum ärmer.

Nach gut sechs Jahren soll das Emil-Nolde-Museum in der Bundeshauptstadt Ende März 2014 schließen. Der neue Leiter der Nolde Stiftung, Christian Ring, will das Haus zu einem Forschungszentrum ausbauen. Dafür werden die bisherigen Ausstellungsflächen anders genutzt. 2007 hatte die Nolde Stiftung sich für die Einrichtung eines Museums in Berlin entschlossen, weil der Maler viele Winter in der Stadt verbracht hatte.

Russisch-orthodoxe Kirche glaubt an ein mögliches Treffen mit Papst

Seit dem Jahr 1054 hat es kein Treffen mehr zwischen einem Papst und dem Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche mehr gegeben.

Jetzt aber stehen die Chancen dafür gut. Das hat der Außenamtschef des Moskauer Patriarchen Kyrill erklärt. Ein Treffen könne wichtige Impulse für die Verteidigung christlicher Werte geben und beide Kirchen wirkungsvoller machen. Die Möglichkeiten dafür seien sehr groß. Als Hindernis gilt allerdings noch eine Auseinandersetzung zwischen den russisch-orthodoxen und den griechisch-katholischen Christen in der Ukraine. Die Orthodoxe Kirche sieht in ihnen Abweichler, weil sie sich im 16. Jahrhundert Rom unterordneten.

Derzeit streiten beide Seiten um historische Kirchengebäude.

Vietnam verschärft Strafen für kritische Kommentare im Internet

Kritik an der kommunistischen Regierung kann in Vietnam ernste Folgen haben.

Mit einem neuen Gesetz hat die Führung des Landes nun auch kritische Einträge auf Facebook und in anderen sozialen Netzwerken unter Strafe gestellt. Sie sollen vor allem mit Geldbußen geahndet werden. Bereits im Oktober war ein vietnamesischer Aktivist wegen kritischer Kommentare zu 15 Monaten Haft verurteilt worden. Er habe seine "demokratischen Freiheiten missbraucht", hieß es in dem Urteil. Vietnam wird von der Organisation "Reporter ohne Grenzen" als "Feind des Internets" eingeordnet.

Bundesverfassungsgericht erlaubt Klagen von Autoren auf angemessenes Honorar

Verlage dürfen mit Übersetzern und Autoren über Honorare zwar frei verhandeln.

Stellt sich aber heraus, dass diese Honorare für die geleistete Arbeit zu niedrig waren, können die Urheber auf eine angemessene Bezahlung klagen. Das hat das Bundesverfassungsgericht heute entschieden und damit ein Gesetz aus dem Jahr 2002 bestätigt. Geklagt hatte ein Verlag, der sich gegen die Nachforderungen von zwei Übersetzern wehren wollte.

Türkei testet Religionsunterricht für Vorschulkinder

Obwohl die Türkei ein laizistischer Staat ist, könnten bald schon Vorschulkinder Islamunterricht bekommen.

Das staatliche Religionsamt testet dazu in zehn Provinzen Pilotprojekte. Dabei sollen Vier- bis Sechsjährige beispielsweise Koran-Unterricht bekommen. Grund ist nach Angaben der Behörde eine starke Nachfrage aus der Bevölkerung. Kritiker sehen darin jedoch den Versuch der Regierungspartei AKP, ihren islamistisch-konservativen Kurs auf Kosten einer freiheitlichen Gesellschaft durchzusetzen.

Bild lehnt Preis für beste Schlagzeile ab

Selbst für die "Bild"-Zeitung ist das zuviel der Ehre.

Die Boulevardzeitung hat den Preis für die beste Schlagzeile des Jahres 2013 abgelehnt. Sie hatte im Zusammenhang mit der NSA-Spitzelaffäre "Yes we scan!" über einen Artikel geschrieben. Die Idee dafür stamme aber nicht aus der Redaktion, sondern von einem unbekannten Internetnutzer, hieß es von Seiten der Zeitung. Deshalb müsse man "dankend ablehnen". Der Preis für die beste Schlagzeile wird jedes Jahr vom Verein Deutsche Sprache verliehen.

Gratiszeitung für Menschen mit Migrationshintergrund in Wiesbaden

"Es ist keine Zeitung für Migranten, sondern für einen Stadtteil mit vielen Migranten."

So beschreibt Chefredakteur Erdal Aslan die Idee hinter der Gratiszeitung "Mensch! Westend!", die seit Mitte des Monats in Wiesbaden verteilt wird. Aslan sagte der "Süddeutschen Zeitung", die Menschen im Wiesbadener Westend sollten durch das Blatt mehr über sich und ihr Viertel erfahren. Es gehe vor allem um das Miteinander. In einem Stadtteil mit 45 Prozent Migrantenanteil wolle man diese Realität spiegeln.

Die Texte sind laut Aslan auf Deutsch. Man habe sich aber um eine einfache Wortwahl und kurze Sätze bemüht, um manche Leser nicht zu überfordern.

Chefredakteur des indischen Investigativ-Magazins "Tehelka" wegen Vergewaltigung angeklagt

Mit Geschichten über staatliche Korruption, Frauenfeindlichkeit oder Politiker, die zu Unruhen aufstacheln, hat sich "Tehelka" in Indien einen Namen gemacht.

Doch jetzt befindet sich das Investigativ-Magazin in einer Krise: Der Gründer und Chefredakteur Tarun Tejpal ist wegen Vergewaltigung angeklagt. Er soll sich an einer Kollegin vergangen haben. Nun gab auch noch Redaktionsleiterin Shoma Chaudhury ihren Posten auf. In einer E-Mail schreibt die bekannte Feministin zur Begründung, im Zuge der Affäre sei ihre Rechtschaffenheit in Frage gestellt und ihr vorgeworfen worden, die Angelegenheit zu vertuschen. Sie sei deshalb nicht sicher, ob ihre Anwesenheit dem Magazin helfe oder schade.

"Washington Post" verkauft Hauptgebäude in der Nähe des Weißen Hauses

In diesen Räumen wurde der Watergate-Skandal aufgedeckt.

Nach der Übernahme durch Amazon-Gründer Jeff Bezos verkauft die "Washington Post" nun ihr historisches Hauptquartier. Wie die Zeitung mitteilte, geht das Bürogebäude in der Nachbarschaft des Weißen Hauses für 159 Millionen US-Dollar an eine Immobiliengesellschaft. Der Verkauf sei für den kommenden März vorgesehen. Allerdings werde die "Post" weiter Büros in dem Gebäude anmieten, bis ein neuer Sitz gefunden sei. - Bezos hatte die Zeitung von der Verlegerfamilie Graham übernommen. Die Suche nach neuen Räumen hatte schon vorher begonnen.

350.000 noch nicht katalogisierte Bücher in der türkischen Nationalbibliothek entdeckt

In den Depots der türkischen Nationalbibliothek in Ankara herrschen offenbar schlimme Zustände.

Das berichten Experten, die den Bestand im Auftrag von Kulturminister Ömer Celik gesichtet haben. Zeitungsberichten zufolge fanden sie fünf Depots, die seit Jahrzehnten nicht mehr geöffnet wurden, sowie etwa 350.000 Bücher, die noch nie katalogisiert wurden. Handschriften aus dem 16. Jahrhundert und Zeitungen aus dem Osmanischen Reich würden in den Depots zum Teil zu Ballen zusammengebunden gelagert, hieß es weiter. Wegen offener Stromleitungen bestehe zudem akute Brandgefahr.

Minister Celik zeigte sich entsetzt - und will jetzt für Ordnung sorgen: Die Depots sollen modernisiert und alle Exemplare katalogisiert werden, so dass sie demnächst den Nutzern der Nationalbibliothek zur Verfügung stehen.

Hier finden Sie Bilder von den entdeckten Büchern.

BGH entscheidet über Weitergabe von Lernmaterialien beim E-Learning

Darf die Fernuni Hagen ihren Studenten mehrere Kapitel eines Lehrbuchs als PDF zur Verfügung stellen?

Mit dieser Frage beschäftigt sich heute der Bundesgerichtshof in Karlsruhe. Wie die "Frankfurter Rundschau" berichtet, hat der Kröner-Verlag die Hochschule verklagt. Er argumentiert, die Studenten müssten sich das Buch "Meilensteine der Psychologie" ja gar nicht mehr kaufen, weil alle prüfungsrelevanten Inhalte schon in dem PDF zu finden seien. Das Stuttgarter Oberlandesgericht hatte zugunsten des Verlags entschieden und verfügt, dass die Fernuni nur drei Seiten an die Studenten weitergeben darf. Das Urteil wollte die Hochschule aber nicht akzeptieren.

Im Urheberrecht ist festgelegt, dass Hochschulen "kleine Teile" veröffentlichen dürfen. Unklar ist aber, wie viel ein kleiner Teil ist. Der Bundesgerichtshof soll jetzt für Rechtssicherheit sorgen.

Intendant Oberender fordert neue, dezentrale Kulturförderung des Bundes

"Wir leben in einer ,Kulturstaatsdämmerung'."

So sieht es Thomas Oberender, Intendant der Berliner Festspiele. Er fordert deshalb in der "Zeit" einen radikalen Umbau der Kulturfinanzierung des Bundes. Dieser sollte sich seiner Ansicht nach landesweit am Erhalt der dezentralen Kulturlandschaft beteiligen - das heißt: nicht mehr nur Institutionen, sondern auch einzelne Projekte fördern. Längst arbeiteten nicht mehr alle Künstler in den klassischen Strukturen, betont Oberender. Die freie Szene sei selbst zur Institution geworden. Künstler und Projektarbeiter stünden aber am Ende der Verwertungskette; ihr Lebensstandard sinke. Auch deshalb ist Oberender überzeugt: "Weniger Geld ist keine Lösung mehr".

Genossenschaftsidee soll Weltkulturerbe werden

Der Karneval, die Schützen und jetzt auch die Genossenschaften:

Sie alle sollen nach dem Willen deutscher Vereine immaterielles Weltkulturerbe werden. Den neuesten Antrag, auch die Genossenschaftsidee in die Liste der Unesco aufzunehmen, stellte die Deutsche Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Gesellschaft. Nun muss zunächst das Kulturministerium in Mainz entscheiden. Die ersten Genossenschaften wurden im deutschsprachigen Raum Mitte des 19. Jahrhunderts gegründet. Ziel ist die Förderung der Mitglieder durch einen gemeinsamen Geschäftsbetrieb. Beispiele sind die Raiffeisenbanken oder genossenschaftliche Bauprojekte.

Suche nach angeblichem Nazi-Schatz im Stolpsee abgebrochen

Der angebliche Nazi-Schatz bleibt verschwunden.

Die Suche nach Kisten voller Gold und Platin, die 1945 im brandenburgischen Stolpsee versenkt worden sein sollen, ist ohne Ergebnis abgebrochen worden. Ein Sprecher des Landesamts für Denkmalpflege teilte mit, bis auf eine Weltkriegs-Mine habe man während der mehrmonatigen Tauchexpedition nichts gefunden. Zu DDR-Zeiten suchte schon die Stasi nach dem Raubgut, das angeblich auf Anweisung von Reichsmarschall Hermann Göring in dem See versteckt wurde. Ob der jetzige Expeditionsleiter Yaron Svoray einen neuen Anlauf unternehmen will, ist noch nicht bekannt.

Assange-Film laut "Forbes" der größte Kino-Flop des Jahres

Bei Julian Assange wird diese Meldung vielleicht für Genugtuung sorgen.

Das amerikanische Wirtschaftsmagazin "Forbes" hat den Film "Inside Wikileaks" zum größten Kino-Flop des Jahres gekürt. Wikileaks-Gründer Assange hatte das Projekt mehrfach scharf kritisiert. Der Film von Regisseur Bill Condon spielte laut "Forbes" weltweit umgerechnet rund viereinhalb Millionen Euro ein - das ist nur rund ein Fünftel der Produktionskosten von gut 20 Millionen Euro. Auf Platz zwei der Negativliste landete der Actionfilm "Shootout" mit Sylvester Stallone in der Hauptrolle, gefolgt vom Thriller "Paranoia - Riskantes Spiel", in dem unter anderem Harrison Ford und Gary Oldman zu sehen sind.

Hier der ausführliche "Forbes"-Bericht.

Nigerianische Religionspolizei lässt 240.000 Flaschen Bier zerstören

In einer eigens dafür angesetzten Zeremonie hat die Religionspolizei im Norden Nigerias 240.000 Flaschen Bier zerstören lassen.

Wie die Agentur AFP berichtet, wurden die Flaschen von einer Planierraupe überfahren. Außerdem seien weitere 8.000 Liter Alkohol aus lokaler Produktion und mehr als 300.000 Zigaretten vernichtet worden. Die Religionspolizei geht seit einigen Monaten zunehmend strenger gegen ihrer Ansicht nach unislamisches Verhalten vor. 2001 war im muslimischen Norden des Landes das Recht der Scharia eingeführt worden; es wird aber unterschiedlich streng ausgelegt.

Hält er die Hitze aus? Komet Ison unterwegs Richtung Sonne

Für Astronomen ist in gewisser Weise heute schon Weihnachten.

Aktuell ist nämlich ein spektakuläres Himmelsphänomen im Gange. Der Komet Ison rast mit rund 440.000 Kilometern in der Stunde Richtung Sonne. Heute Abend um 20 Uhr unserer Zeit wird er den sonnennächsten Punkt erreichen. Dann wird sich seine Oberfläche auf etwa 2.000 Grad Celsius aufheizen.

Alle fragen sich, ob Ison den Vorbeiflug übersteht, oder aber zerbricht oder verdampft. Bisher war der Komet überraschend widerstandsfähig. Falls er die Sonnenumrundung übersteht, könnte er auf seinem Weiterflug im Dezember ein prächtiges Himmelsschauspiel bieten.

Wie andere Kometen auch besteht Ison größtenteils aus gefrorenem Wasser und tiefgekühlten Gasen. Er ist 4,6 Milliarden Jahre alt, stammt vom Randbezirk unseres Sonnensystems und wurde vor einem Jahr entdeckt.

Die neuesten Bilder und Daten, die die NASA live sammelt, finden Sie hier.

Seit 14 Jahren inhaftierter usbekischer Redakteur ist "Journalist des Jahres"

Für "Reporter ohne Grenzen" ist Muhammad Begschanow der Journalist des Jahres.

Die Auszeichnung wurde gestern Abend in Straßburg verliehen - allerdings in Abwesenheit des usbekischen Redakteurs, der seit mehr als 14 Jahren im Gefängnis sitzt. Als Chefredakteur der Oppositionszeitung "Erk" habe Begschanow unter anderem auf Umweltprobleme, Zwangsarbeit und wirtschaftliche Missstände aufmerksam gemacht, hieß es. 2012 war der Journalist zu weiteren vier Jahren und acht Monaten Haft verurteilt worden. Usbekistan belegt auf der Rangliste der Pressefreiheit von "Reporter ohne Grenzen" Platz 164 von 179 Staaten.

Zum Medium des Jahres wurde in Straßburg die Zeitung "Uthayan" aus Sri Lanka gekürt. Das auf Tamilisch erscheinende Blatt greife häufig kontroverse Themen der gespaltenen srilankischen Gesellschaft auf, hieß es zur Begründung.

Für die Coen-Brüder braucht ein Film nicht unbedingt eine Handlung

Wer braucht schon eine Handlung, wenn man den richtigen Charakter hat?

Die Regisseure Ethan und Joel Coen sind der Ansicht, ein Film könne auch ohne großen Plot funktionieren. Stattdessen könne auch eine einzelne Figur die Geschichte tragen, erklärten die Brüder jetzt bei einem Interview in London. So handele ihr neuer Film "Inside Llewyn Davis" von einem Musiker, dem nichts Bedeutsames passiere und der auch nichts Bedeutsames tue, sagten die Coens. Ganz falsch scheinen sie mit ihrem Ansatz nicht zu liegen: "Inside Llewyn Davis" wurde im Frühjahr beim Filmfestival in Cannes mit dem Großen Preis der Jury bedacht.

New Yorker Fotograf Saul Leiter gestorben

Der Fotograf Saul Leiter ist tot.

Wie seine Antwerpener Galerie mitteilte, starb er am Dienstag in New York City. Leiter wurde 90 Jahre alt. Eigentlich hatte er Rabbi werden wollen - wandte sich dann aber der Fotografie zu. Als junger Mann war Leiter Mitglied der "New Yorker Schule", einer Gruppe von Künstlern um die Schriftsteller Allen Ginsberg und Jack Kerouac und die Musiker John Cage und Miles Davis. Seit Mitte der 40er-Jahre machte er Bilder in Farbe - und galt bald als Meister der Farbfotografie. Leiter arbeitete als Modefotograf für zahlreiche Magazine; sein wichtigstes Motiv war aber seine Heimatstadt New York.

Verleger Wolf Jobst Siedler gestorben

Der Verleger und Autor Wolf Jobst Siedler ist tot.

Der 87-Jährige sei nach langer Krankheit im Kreis seiner Familie gestorben, teilte sein Sohn der Deutschen Presseagentur mit. Siedler gehörte zu den prägendsten Verlegerpersönlichkeiten der Nachkriegszeit in Deutschland. Er leitete fast 20 Jahre die Verlage Ullstein und Propyläen, später seinen eigenen Verlag. Unter anderem hatte er die Werke von Willy Brandt, Helmut Schmidt sowie die Gesamtausgabe des Nachlasses von Konrad Adenauer herausgebracht. Zu den erfolgreichsten von ihm verlegten Büchern zählt die "Möwe Jonathan" von Richard Bach.

Chinesischer Investigativjournalist offenbar versetzt

Investigativjournalisten haben es in China schwer.

Einer der bekanntesten Enthüllungsreporter des Landes, Luo Changping, ist womöglich strafversetzt worden, wie die in Hongkong erscheinende "South China Morning Post" berichtet. Das Blatt beruft sich auf Redakteure seines Wirtschaftsmagazins "Caijing". Luo, bisher stellvertretender Chefredakteur, solle künftig für ein Forschungsinstitut arbeiten, das zu dem Blatt gehört, heißt es. Der 32-Jährige hatte mehrfach Fälle von Korruption in den Reihen der Kommunistischen Partei aufgedeckt. Ein Spitzenpolitiker trat deshalb im Sommer zurück.

Dubai wird Gastgeber der Expo 2020

Die Weltausstellung 2020 wird in Dubai stattfinden.

Diese Entscheidung wurde gestern Abend in Paris verkündet. Erstmals in der mehr als 150-jährigen Geschichte der Expo findet die Schau damit im Nahen Osten statt. Dubai ist die größte Stadt der Vereinigten Arabischen Emirate. Sie setzte sich zuletzt gegen die Mitbewerber Izmir und Sao Paolo durch.

Die Kosten für die Weltausstellung 2020 werden auf 8,4 Milliarden Dollar geschätzt.

Günther Beckstein über seine gescheiterte Wahl zum EKD-Präses

"Ich glaube, die Synode wollte schlicht eine Wahl haben."

So begründet Günther Beckstein im Magazin "Christ und Welt" seine gescheiterte Wahl zum Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland vor gut zwei Wochen. Der CSU-Politiker betonte auch: "Konservative haben es im Protestantismus schwer". Er selbst komme vom Pietismus, so Beckstein, und habe sich einen eher kindlichen Glauben bewahrt. In der EKD dominiere hingegen eine andere, historisch-kritische Form des Glaubens. Beckstein kritisierte außerdem, dass in der Kirche zu viel über Politisches debattiert wird. Er sagte wörtlich: "Mich wundert, dass unsere Kirche bei vielen politischen Fragen eine eindeutige Meinung hat und bei vielen religiösen schrecklich ungewiss ist. Es müsste umgekehrt sein."

405 Millionen Bibeln wurden 2012 weltweit verteilt

405 Millionen Bibeln und biblische Schriften sind 2012 auf der ganzen Welt verteilt worden.

Wie die Deutsche Bibelgesellschaft mitteilte, sind das sechs Prozent mehr als im Vorjahr. Auffallend sei der besonders hohe Zuwachs in Ländern, in denen Christen großem Druck ausgesetzt seien, etwa in Syrien, dem Irak, Ägypten, Laos und Nigeria. Die Deutsche Bibelgesellschaft beruft sich auf Zahlen des Weltverbands, dem 146 nationale Bibelgesellschaften angehören.

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