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Kulturnachrichten

Freitag, 22. November 2013

Documenta wird 2017 von Adam Szymczyk geleitet

Die documenta in Kassel hat Adam Szymczyk als neuen künstlerischen Leiter vorgestellt.

Der polnische Kunsthistoriker ist zur Zeit Direktor der Kunsthalle Basel. Der Aufsichtsrat der documenta folgte dem einstimmigen Votum der Findungskommission. Die nächste documenta heißt documenta 14 - sie findet im Jahr 2017 statt. Die vergangene Ausgabe wurde von der US-Amerikanerin Carolyn Christov-Bakargiev verantwortet.

Ihr Nachfolger Adam Szymczyk ist Jahrgang 1970. Das Feuilleton der New York Times nannte ihn vor zwei Jahren den "Rock-Star unter den Kuratoren".

WDR-Gremien wählen umstrittene Hörfunk-Direktorin Weber

Der neue WDR-Intendant Tom Buhrow bekommt die Führungsmannschaft, die er sich ausgesucht hat.

Der Rundfunkrat folgte seinem Vorschlag und wählte mit großer Mehrheit Jörg Schönenborn zum neuen Fernseh-Direktor und Valerie Weber zur Hörfunk-Direktorin. Schönenborn war bisher WDR-Chefredakteur, viele Zuschauer kennen ihn auch als Wahl-Experten. Valerie Weber als neue Hörfunk-Direktorin kommt von außen und wird sicher einen schwierigeren Start haben. Sie leitet bisher den Privatsender Antenne Bayern. WDR-Mitarbeiter hatten den Personalvorschlag massiv kritisiert und erklärt, sie stehe mit ihrem bisherigen Sender für "seichten Pop, reißerische Eigenwerbung und ständige Gewinnspiele".

Internet-Freiheit in Schweden am größten

Was kann das Internet beitragen zur weltweiten Entwicklung und zur Wahrung der Menschenrechte?

Diese Frage versucht im zweiten Jahr in Folge der "Web Index" zu beantworten. Die World Wide Web Foundation stellte in London ihre neue Länder-Rangliste vor. Wie im letzten Jahr steht Schweden auf Platz 1. Dort gelingt es demnach am besten, den Menschen Zugang zum Internet und zu relevanten Informationen zu ermöglichen. Es folgt Norwegen. Großbritannien und die USA liegen auf den Plätzen 3 und 4, beide werden in dem Bericht allerdings wegen ihrer Abhör-Aktivitäten kritisiert. Deutschland belegt Platz 16 von den insgesamt 81 untersuchten Staaten.

In den Schlussfolgerungen heißt es, für die Demokratisierung des Internets sei weltweit noch viel zu tun. Andernfalls würden das Web und die Sozialen Medien doch nur dazu beitragen, die Stimmen der Mächtigen zu verstärken und ihre Interessen zu festigen.

Homo-feindliche Angriffe gegen Berliner Inszenierung in Russland

Ein Schweinekopf vor dem Theater.

Dieser und anderer Provokationen sah sich Thomas Ostermeier in Sankt Petersburg ausgesetzt. Er hält sich mit der Berliner Schaubühne zu einem Gastspiel dort auf. Seine Aufführung widmete er den Homosexuellen, die in Russland in jüngster Zeit immer wieder verfolgt werden. Die Folge waren dann der Schweinekopf und schwulenfeindliche Parolen, die ans Theater geschmiert wurden. Ostermeier erklärte, er habe in Russland Flagge zeigen wollen. Beim Sankt Petersburger Winter-Theaterfestival zeigte er seine Inszenierung "Der Tod in Venedig / Kindertotenlieder".

Diakonie Potsdam ist pleite

Schulden von über hunderttausend Euro bedeuten für die Diakonie in Potsdam die Pleite.

Das Diakonische Werk hat beim Amtsgericht Insolvenzantrag gestellt. Das bestätigte ein Justizsprecher. Hintergrund seien systematische Abrechnungsfehler. Schulden hat die Diakonie vor allem bei der Stadt. Die Potsdamer Verwaltung fordert zu viel gezahlte Gelder zurück, die für Kindertagesstätten der Diakonie bestimmt waren. Das Diakonische Werk Potsdam beschäftigt gut 200 Mitarbeiter. Was die Insolvenz für sie bedeutet, ist noch nicht klar.

Bauhaus-Direktor Oswalt muss gehen

Das Bauhaus Dessau braucht einen neuen Direktor.

Der Stiftungsrat beschloss am Mittag einstimmig, die Stelle neu auszuschreiben. Der bisherige Direktor, der Architekt Philipp Oswalt, ist damit abgesetzt. Sein Vertrag wird nicht verlängert. Zur Begründung hieß es, das Vertrauen sei zerbrochen. Worin die Streitpunkte im Einzelnen bestehen, ist nicht bekannt. Die weltberühmte Design- und Architektur-Hochschule Bauhaus entstand 1919 in Weimar und zog 1925 nach Dessau. Beide Stätten gehören zum Weltkulturerbe.

Katholiken wollen aus Limburger Skandal lernen

"Aus Limburg muss man lernen."

Das sagte der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Alois Glück, im ARD-Fernsehen. Die Affäre um den Bischof Tebartz-van Elst weise auf eine Vertrauenskrise hin, die man aufarbeiten müsse. Der Skandal um den Bischof wirke sogar tiefer als die Missbrauchs-Problematik, befürchtet Glück. Der katholischen Kirche insgesamt bescheinigte er einen "Mangel an Transparenz und nachvollziehbaren Entscheidungen".

Alois Glück wurde heute auf der Herbstvollversammlung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken als Präsident wiedergewählt. Der 73-Jährige will die Aufgabe noch zwei Jahre ausfüllen und dann an einen Nachfolger übergeben.

Nana Dix: Deutschland hat sich nie um enteignete Kunst gekümmert

Die Enkelin von Otto Dix empört sich über das Verdrängen.

Nana Dix, selbst Künstlerin, sagte der Agentur AFP, Deutschland habe sich nach dem Krieg nie damit auseinandergesetzt, dass die Nazis Kunstwerke konfisziert hatten. Es habe sich einfach niemand darum gekümmert - und jetzt sei der Skandal da. Mehrere Werke von Otto Dix sind Teil des Münchener Kunstfundes. Nana Dix schloss sich der Forderung an, Fotos von allen gut 1.400 Bildern zu veröffentlichen. Dies würde den Erben die Recherche erleichtern und helfen, "das Puzzle zu lösen".

Rapper Bushido muss vorerst nicht vor Gericht

Der Bambi-Preisträger Bushido muss erst mal doch nicht vor Gericht.

Das Amtsgericht Berlin-Tiergarten lehnte es ab, ein Hauptverfahren gegen den Rapper zu eröffnen. Wegen seines Liedes "Stress ohne Grund" gab es mehrere Anzeigen. Der Text ist als jugendgefährdend eingestuft, weil er zur Gewalt aufruft. Mehrere Politiker werden namentlich darin genannt. Das Gericht fand nun, dies sei von der Freiheit der Kunst gedeckt. Die Staatsanwaltschaft will Beschwerde einlegen.

Kulturminister Estlands tritt nach Kritik von Intellektuellen zurück

Er genieße kein Vertrauen mehr und habe deshalb nichts mehr im Kabinett verloren.

Mit dieser Begründung hat Estlands Kulturminister Rein Lang seinen Rücktritt angekündigt. Führende Intellektuelle hatten dem Politiker vorgeworfen, er und die konservative Reformpartei hätten Einfluss auf die Neubesetzung der Redaktion der Kulturwochenzeitung "Sirp" nehmen wollen. Das Blatt wird mit staatlichen Mitteln gefördert. Bei einer Protestaktion hatten sich rund 40 Persönlichkeiten aus dem Kulturleben mit zugeklebtem Mund fotografieren lassen. Staatspräsident Toomas Hendrik Ilves sagte, die Pressefreiheit in Estland sei nicht bedroht. Der Posten des "Sirp"-Chefredakteurs soll nun neu ausgeschrieben werden.

Performancekünstlerin Tsomou: Proteste zeigen Wirkung in den Köpfen der Menschen

Hat das eigentlich etwas gebracht oder ist das alles Abfall?

Diese Frage stellt sich die Künstlerin Margarita Tsomou mit Blick auf die Proteste auf dem Athener Syntagma-Platz im Sommer 2011 gegen die Sparpakete der griechischen Regierung. Die Berlinerin sagte im "Deutschlandradio Kultur" zwar habe der Protest selbst nur wenige Monate gedauert, er habe aber in den Köpfen der Menschen etwas geändert. Deshalb sei es wichtig, ihn in einer Performance festzuhalten. In ihren Stücken verarbeitet die Künstlerin unter anderem die Slogans der Protestler. Sie habe sich bewusst gegen eine journalistische Aufarbeitung entschieden, denn die Kunst biete Spielräume, die kein anderes Feld habe, erklärte Tsomou. Im Journalismus gebe es dagegen berechtigterweise Regeln und Grenzen.

Das Projekt der Künstlerin mit dem Namen "Abfall der Geschichte. Projekte aus der Zukunft" wird heute im Rahmen des Festivals "Wake up! Versammlung für ein anderes Europa" in München aufgeführt.

Somalia: Menschenrechtler kritisieren Festnahme von Journalisten

Diese Festnahme zeigt, dass die somalische Regierung jede Form von Kritik unterdrückt.

Mit diesen Worten verurteilt die Organisation "Reporter ohne Grenzen" die Verhaftung eines Reporters des regierungskritischen privaten Radiosenders "Shabelle". Dieser war war im vergangenen Monat geschlossen worden. Der Journalist hatte nach einer Vergewaltigungsanzeige das mutmaßliche Opfer zu der Tat befragt. Auch die Frau war festgenommen worden. Beiden wird Diffamierung vorgeworfen. Die 19-Jährige beschuldigt einen Journalisten des staatlichen Senders "Radio Mogadischu", die Tat begangen zu haben. "Reporter ohne Grenzen" forderte die internationale Gemeinschaft auf, sich stärker zu engagieren.

Stephen King: "Ich will meine Angst ein meine Leser weiter geben"

"Ich habe das Böse nicht erfunden. Ich bin nur der Bote und berichte davon wie ein Journalist die Nachrichten bringt."

So ordnet der Bestseller-Autor Stephen King seine Arbeit ein. Der US-Amerikaner sagte der "Süddeutschen Zeitung", er halte die Fähigkeit zu schreiben für ein Geschenk, das er gar nicht unbedingt verdient habe. Schreiben sei für ihn wie eine Entdeckungsreise, von der er nicht wisse, wo sie am Ende hinführe. King betonte, Furcht und Schrecken halte er dabei für zweitrangig. Er wolle einfach nur gute und spannende Geschichten erzählen. Dabei mache es ihm Freude, die Angst, die er beim schreiben empfinde, an seine Leser weiterzugeben.

Keks oder Koks? Forscher vergleichen Suchtmittel

Wenn die Kekspackung einmal geöffnet ist, ist sie auch bald leer.

Wer dieses Phänomen kennt, hat Erfahrung mit einem bisher vielleicht unterschätzten Suchtmittel. Im Tierversuch haben Neurologen festgestellt, dass Schoko-Kekse stärker süchtig machen können als Kokain. Dies beobachteten sie jedenfalls bei Ratten. Das geringste Suchtverhalten zeigte die Kontrollgruppe, die weder Koks noch Keks bekam - sondern Reiswaffeln.

Brender: Steinbrücks Medienkritik teilweise "ein bißchen billig"

"Diese Klage eines Verlierers der Bundestagswahl ist an sich nichts Neues."

So ordnet der Journalist Nikolaus Brender die Medienschelte des SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück ein. Auch Gerhard Schröder und Edmund Stoiber hätten sich nach einer verlorenen Wahl als Opfer der Medien dargestellt, sagte Brender im "Deutschlandfunk". Mit seiner Kritik liege der SPD-Politiker teilweise richtig, zu Teilen habe er aber auch unrecht. Steinbrück selbst sei daran schuld, dass man im Wahlkampf mehr über Stilfragen diskutiert habe, als über Inhaltliches, sagte Brender. Dieses Problem den Medien in die Schuhe zu schieben, sei "ein bißchen billig". Den Medien wirft der frühere ZDF-Chefredakteur vor, Banalitäten neben die wichtigen Punkte des Wahlkampfs gestellt und damit Grenzen verwischt zu haben. So habe sich der Bürger kein gutes Bild über die Kandidaten machen können. - Steinbrück hatte in der Wochenzeitung "Die Zeit" die Rolle der Medien im Wahlkampf kritisiert.

Das komplette Interview mit Nikolaus Brender finden Sie hier

Fall Gurlitt: Wir ermitteln verantwortungsvoll und sorgfältig

"Wir wissen, dass uns die Weltöffentlichkeit auf die Finger schaut."

Das sagt der zuständige Augsburger Oberstaatsanwalt Reinhard Nemetz über die Ermittlungen im Fall des beschlagnahmten Münchner Kunstschatzes. In der "Süddeutschen Zeitung" weist Nemetz den Vorwurf zurück, man habe sich viel Zeit gelassen. Die Staatsanwaltschaft habe sorgfältig und verantwortungsvoll gearbeitet. Er betonte, eine Rückgabe von Bildern an den Kunstsammler Cornelius Gurlitt komme nur bei Werken in Betracht, bei denen es keinen Zweifel gebe, dass er der rechtmäßige Eigentümer sei. Natürlich werde man keine Raubkunst zurückgeben. Die Staatsanwaltschaft prüfe außerdem, ob Gurlitts Vater Bilder weit unter Wert erworben habe, in dem Wissen, der Verkauf finde nur wegen des Verfolgungsdrucks durch die Nationalsozialisten statt.

Gestern wurden weitere Werke aus dem Münchner Kunstfund ins Internet gestellt. Das Büro von Kulturstaatsminister Bernd Neumann teilte mit, es handele sich um Grafiken von Edvard Munch, Max Liebermann und Henri de Toulouse-Lautrec.

Kulturrat verteidigt Bischofsresidenz

"Das ist kein Protz-Bau, sondern eine spannende architektonische Lösung für die Altstadt."

Mit diesen Worten hat der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann, die Bischofsresidenz in Limburg verteidigt. Bei einer Anhörung im nordrhein-westfälischen Landtag zur gesellschaftlichen Rolle der Kirchen sagte Zimmermann, er hoffe, dass die Debatte über die Kosten des Baus nicht dazu führe, dass die Kirchen ihr Engagement in architektonischen Vorhaben zurückschraubten. Es dürfe auch künftig nicht allein bei der Restaurierung historischer Gebäude bleiben. Der Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz van-Elst hatte wegen der neuen Residenz heftige Kritik auf sich gezogen. Er wird für die stark gestiegenen Kosten verantwortlich gemacht.

Dresden kostet künftig Kurtaxe

Kurtaxe kennt der Urlauber vor allem vom Strand oder aus den Bergen.

Als erste deutsche Großstadt hat jetzt Dresden eine solche Abgabe eingeführt. Der Stadtrat beschloss, dass Touristen ab dem kommenden Februar pro Übernachtung 1 Euro 30 zusätzlich bezahlen müssen. Die Stadt hofft, fünf Millionen Euro im Jahr einzunehmen. Dienstreisende und Kinder müssen nichts bezahlen.

Andere Großstädte erheben ebenfalls besondere Abgaben, nennen diese aber nicht Kurtaxe. So gibt es in Köln oder Dortmund so genannte Bettensteuern. Diese sind aber rechtlich umstritten und werden deshalb vorläufig nicht kassiert.

US-Medien protestieren gegen Einschränkungen des Weißen Hauses

Das Weiße Haus verhindert, dass Medien den Bürgern einen unabhängigen Blick auf die Regierung vermitteln können.

Das werfen dutzende US-Medienorganisationen der Verwaltung des Weißen Hauses vor. In einem Brief kritisieren sie, Journalisten werde regelmäßig verboten, den Präsidenten bei offiziellen Aufgaben zu fotografieren oder zu filmen. Stattdessen verbreite das Weiße Haus eigene Aufnahmen und Handouts. Diese seien jedoch nicht mehr als "Regierungspropaganda". Das Weiße Haus wies die Vorwürfe zurück. Es sei bei manchen Treffen des Präsidenten nicht umsetzbar, unabhängige Journalisten mit im Raum zu haben. Um trotzdem einen Blick "hinter die Kulissen" zu ermöglichen, gebe man Videos und Bilder direkt weiter.

"SZ": Steigern Serien wie "Homeland" die Akzeptanz von Geheimdiensten?

Können Serien wie "Homeland" die öffentliche Meinung beeinflussen?

Eine Studie der amerikanischen Expertin für Sicherheitspolitik, Amy Zegart, deutet das zumindest an. Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, untersuchte sie, ob die Fans von Spionagefilmen und -serien aggressive Methoden der Geheimdienste eher tolerieren als der Rest der Bevölkerung. Tatsächlich fanden es 38 Prozent der befragten regelmäßigen Zuschauer richtig, Terroristen mit Waterboarding zu foltern - bei den Befragten, die solche Serien nicht schauen, waren es nur 28 Prozent. Auch zur NSA hatten 58 Prozent der Serien-Fans eine positive Haltung, in der Kontrollgruppe dagegen nur 34 Prozent. Die Stanford-Professorin gibt jedoch auch zu bedenken, dass die Serienzuschauer vielleicht von vornherein diese Haltung vertreten haben und sich gerade deshalb von Serien und Filmen über Geheimdienste angezogen fühlen.

Venezolanische Journalisten kritisieren Entlassung ihres Kollegen

Wenigstens die Kollegen stehen zu ihm.

Der wichtigste Journalistenverband in Venezuela hat die Entlassung des Herausgebers einer führenden Wirtschaftszeitung kritisiert. Der plötzliche Rauswurf eines langgedienten Journalisten sei eine Form der Zensur, die den zunehmenden Druck der venezolanischen Regierung auf die Presse deutlich mache, teilte die Organisation mit.

Die Eigentümer der Zeitung "El Mundo" hatten Omar Lugo entlassen, weil er in einer Titelgeschichte die Wirtschaftspolitik von Präsident Nicolas Maduro kritisierte. Maduro warf der Zeitung daraufhin vor, Lügen zu verbreiten.

Flaggen auf Halbmast: USA gedenken John F. Kennedys

US-Präsident Barack Obama würdigte ihn als Mann mit großem Weitblick und hochfliegendem, aber nüchternem Idealismus.

Zum Gedenken an die Ermordung von Präsident John F. Kennedy vor 50 Jahren wehen die Flaggen an allen öffentlichen Gebäuden der USA heute auf Halbmast. Obama rief alle Amerikaner außerdem auf, Trauerbeflaggung auf ihren Häusern und Geschäften zu hissen. Gedenkfeiern sind unter anderem in Washington und in Kennedys Heimatstaat Massachusetts geplant. Am Ort des Attentats im texanischen Dallas soll zum Zeitpunkt der damaligen Schüsse eine Schweigeminute abgehalten werden. Kennedy war am 22. November 1963 bei einer Fahrt im offenen Wagen erschossen worden.

US-Senat: Demokraten ändern "Filibuster"-Regeln

"Genug ist genug."

Mit diesen Worten kommentierte US-Präsident Barack Obama die geänderten Regelungen zu Dauerreden im Senat. Damit erschwert die demokratische Mehrheit den oppositionellen Republikanern, personalpolitische Entscheidungen zu blockieren. Das heutige Muster der Blockade sei nicht das, was sich unsere Gründungsväter vorgestellt hätten, sagte Obama. Die Republikaner hatten in den vergangenen Monaten mehrfach die Möglichkeit genutzt, Abstimmungen über hohe Beamte durch stundenlange Reden - sogenannte "Filibuster" - zu verzögern. Künftig reicht eine einfache Mehrheit der Abgeordneten, um die Debatte zu beenden. Bisher war dafür die Zustimmung von 60 der 100 Senatoren nötig.

Ausgenommen von den neuen Regeln sind Abstimmungen über die Nominierungen von Richtern des Obersten Gerichtshofs und über Gesetze.

Niederlande: Uno besorgt über Eskalation im Nikolaus-Streit

Über den "Zwarten Piet" muss respektvoll und offen diskutiert werden.

Dazu haben die Vereinten Nationen die Niederländer aufgerufen. Hintergrund ist eine Debatte um den Begleiter des niederländischen Nikolaus. Kritiker sehen in dem sogenannten "Schwarzen Peter" eine Verkörperung von rassistischen Stereotypen, Befürworter verteidigen ihn als traditionellen Brauch. In diesem Jahr ist der Konflikt offenbar eskaliert. So berichtet das Hohe Kommissariat für Menschenrechte bei der Uno nach einem kritischen Bericht über den Brauch von Drohungen und Beleidigungen gegen die Autoren. Auch Übergriffe auf Schwarze in den Niederlanden hätten zugenommen. Die Uno forderte nun alle Beteiligten zu einem Dialog auf, der die Interessen und Gefühle beider Seiten ernst nehme.

Biophysiker kritisiert wissenschaftliche Verlage

Er fordert einen offenen Zugang zu wissenschaftlicher Literatur.

Der Biophysiker Daniel Mietchen kritisierte in der "Technology Review", Bibliotheken müssten nicht selten tausende Euro pro Jahr für Abonnements zahlen. Außerdem könnten sie die Zeitschriften oft nicht einzeln bestellen, sondern nur im Paket mit anderen, die sie vielleicht gar nicht haben wollten. Den Einwand, unbezahlte, sogenannte "Open Access"-Zeitschriften ließen die Qualität sinken, lässt Mietchen nicht gelten. Wenn Forschung tagesaktuell öffentlich dokumentiert würde, erschwere das nicht nur den Betrug, sondern bringe die ehrliche Wissenschaft schneller voran.

Das vollständige Interview finden Sie hier

Oliver Stone: Nach Kennedy kamen armselige Figuren

"Kennedy hatte mehr Eier als Obama!"

Das betont der US-Regisseur Oliver Stone mit Blick auf den 50. Todestag des ehemaligen US-Präsidenten. Im Interview der Zeitung "Die Welt" lässt Stone kein gutes Haar an Kennedys Nachfolgern. Die meisten Präsidenten, die danach kamen, seien schwache und armselige Figuren gewesen, Kennedy dagegen ein praktisch denkender und flexibler Kopf. Seinen berühmten Film "JFK - Tatort Dallas" von 1991 würde Oliver Stone wieder genauso drehen. Mit der These, dass Kennedy einer Verschwörung des militärisch-industriellen Komplexes zum Opfer gefallen sei, habe der Film den Punkt getroffen.

Brasilien: Freikirche zu Geldstrafe verurteilt

Weil sie unerlaubt Häuser abgerissen hat, ist eine der größten brasilianischen Freikirchen verurteilt worden.

Insgesamt muss die "Universalkirche des Königreichs Gottes" umgerechnet zehn Millionen Euro an den Staat überweisen. Sie hatte 2005 in der Stadt Belo Horizonte den Auftrag erteilt, drei Gebäude aus den 40er Jahren abzutragen. Damit wurde Platz für den Bau einer Kirche geschaffen. Die Häuser gehörten dem Gerichtsurteil zufolge zu einem historisch, architektonisch und kulturell bedeutsamen Ensemble.

Wikipedia-Autoren treffen sich auf Konferenz

In Karlsruhe treffen sich heute die deutschsprachigen Autoren des weltweit größten Lexikons.

Auf der "WikiCon2013" wollen die Schreiber der Online-Enzyklopädie Wikipedia unter anderem über die Qualität ihrer Artikel und die bessere Unterstützung der ehrenamtlichen Helfer diskutieren. Ein weiteres Thema sind Manipulationsversuche von Unternehmen und Lobby-Gruppen, die sich von bezahlten Schreibern in ein besseres Licht rücken lassen. Wikipedia hatte erst vor kurzem 250 Nutzerprofile wegen des Verdachtes auf Manipulation gesperrt. In Deutschland, der Schweiz und Österreich schreiben rund 6.000 Autoren regelmäßig für das Gratis-Lexikon. Weltweit sind es rund 70.000.

New Yorker Stadtbibliothek kauft Archiv von Autor Tom Wolfe

Für den Bestseller-Autor Tom Wolfe ist es, als würde sein Archiv nach Hause kommen.

Die New Yorker Stadtbibliothek kauft für umgrechnet rund 1,4 Millionen Euro das Material des 83-Jährigen. Wolfe sagte, er habe in der Bibliothek so viel Zeit verbracht, dass es sich gar nicht so anfühle, als würde sein Archiv umziehen. Die rund 190 Kisten sollen künftig Forschern zur Verfügung stehen. Sie gäben Einblicke in Schriften des Autors aber auch in Themen wie Journalismus, Politik oder Kultur, teilte die Bibliothek mit. Unter den Papieren sind Manuskripte für Wolfs Romane wie "Fegefeuer der Eitelkeiten" und "Ich bin Chalotte Simmons", außerdem hunderte journalistische Artikel und Reportagen sowie mehr als 10.000 Briefe an den Autor.

Grass widmet verstorbenem Dieter Hildebrandt eine Lesung

Er habe viel mit Dieter Hildebrandt gemeinsam.

Mit dieser Begründung hat Literatur-Nobelpreisträger Günter Grass dem verstorbenen Kabarettisten am Abend eine Lesung gewidmet. Bei der Veranstaltung in Lübeck sagte Grass, er und Hildebrandt seien beide Jahrgang 1927, hätten ähnliche Lebensläufe und - auf unterschiedliche Weise - den Grundsatz verfolgt, "den Mund aufzumachen und Ross und Reiter zu nennen".

Grass trug Passagen aus seinem Roman "Hundejahre" vor, der vor 50 Jahren erschien. Mit der Lesung wurde eine Sonderausstellung zum Jubiläum im Lübecker Günter-Grass-Haus eröffnet.

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Fazit

Margaret Atwood wird 80Humanistin und hellsichtige Mahnerin
Die kanadische Schriftstellerin Margaret Atwood (picture alliance / AP / Invision / Arthur Mola)

Weltberühmt wurde sie mit ihrer Dystopie "Der Report der Magd". Heute feiert die kanadische Schriftstellerin Margaret Atwood ihren 80. Geburtstag. Über ihre teilweise düsteren Visionen sagt sie: "Ich beschreibe nur, was wir schon tun oder tun könnten."Mehr

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