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Kulturnachrichten

Montag, 18. November 2013

Fall Gurlitt: Bundesregierung bekräftigt ihren Willen nach rascher Aufklärung

Die Bundesregierung sei sich absolut bewusst, dass der Fall Gurlitt große internationale Aufmerksamkeit habe.

Das sagte Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin. Die Regierung bemühe sich, dieser Verantwortung gerecht zu werden. Ziel sei es, die Herkunft der Werke so schnell wie möglich aufzukären und so transparent wie möglich vorzugehen. Seibert erläuterte, die Behörden arbeiteten mit internationalen Stellen wie etwa der Jewish Claims Conference zusammen. Es sei nach wie vor geplant, die etwa 590 Kunstwerke, bei denen es sich möglicherweise um NS-Raubkunst handele, im Internet zu veröffentlichen. Damit werde in dieser Woche über die bisher gezeigten 25 Werke hinaus begonnen.

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer betonte heute, er wolle sich in den Bilder-Fund nicht einmischen. Er habe den Eindruck, dass Justizminister Winfried Bausback sich gut und intensiv mit der Sache beschäftige. Seehofer kritisierte aber, dass die zuständigen Minister über eineinhalb Jahre hinweg von ihren Beamten nicht über den Fall informiert wurden. Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger hatte in der "Süddeutschen Zeitung auf ein Einlenken des Kunstsammlers Cornelius Gurlitt gehofft. Dieser hatte angekündigt, keines der bei ihm beschlagnahmten Bilder des Münchner Kunstschatzes freiwillig zurückgeben zu wollen. Die FDP-Politikerin sagte, sie hoffe, das sei nicht sein letztes Wort. Es sei klar, dass es in dem Verfahren Versäumnisse gebe. Die richtigen Stellen seien viel zu spät eingeschaltet worden, betonte Leutheusser-Schnarrenberger.

Simons will Annäherung der Ruhrtriennale an alle Schichten

Er will die Ruhrtriennale für alle Gesellschaftsschichten öffnen.

Der künftige Intendant des Festivals, Johan Simons, erklärte bei seiner Vorstellung, er wolle die Annäherung an die Bewohner des Ruhrgebiets suchen - auch an Arbeiter und Arbeitslose. Dabei werde er sich nicht auf Theater beschränken, sondern parteiübergreifende Produktionen in Musik, Kunst, Tanz und Theater machen. Der Niederländer sagte, die Intendanz sei für ihn, "wie nach Hause zu kommen". Er hatte in den vergangenen zehn Jahren mehrfach Stücke für die Ruhrtriennale inszeniert. Simons übernimmt die künstlerische Leitung des Festivals von 2015 bis 2017. Er wird damit Nachfolger des Musikers und Komponisten Heiner Goebbels.

Paris: Erneut bewaffneter Überfall auf französisches Medium

"In einem demokratischen Land muss die Presse arbeiten können, ohne sich einzubunkern."

Das sagte Frankreichs Kommunikationsministerin Aurélie Filipetti mit Blick auf die Überfälle auf zwei Redaktionsgebäude in Paris. Ein mit einer Schrotflinte bewaffneter Mann hatte heute früh die Redaktion der linksliberalen Zeitung "Libération" gestürmt und einen Fotoassistenten schwer verletzt. Anschließend konnte der mutmaßliche Täter flüchten. Die Polizei geht davon aus, dass er auch für einen Überfall auf den privaten Nachrichtensenders "BFMTV" am vergangenen Freitag verantwortlich ist. Die Behörden stationierten vor größeren Redaktionen und Nachrichtenredaktionen Sicherheitskräfte. Frankreichs Präsident Francois Hollande sprach von einer Kriegsszenerie und von einer echten Gefahr, die vom Attentäter ausgehe.

Beethovenfries: Wiener Secession lehnt Rückgabe ab

Der Beethovenfries von Gustav Klimt muss nicht an die Erben der jüdischen Sammlerfamilie Lederer zurückgegeben werden.

Dieser Meinung ist die Künstlervereinigung Wiener Secession. Dort wird das Kunstwerk zur Zeit ausgestellt. Die Vereinigung erklärte, der damalige Bundeskanzler Bruno Kreisky habe in den 1970er Jahren den Beethovenfries zur "Chefsache" gemacht und eine Einigung mit dem Sammler Erich Lederer erzielt. Die Erben des Kunstsammlers sehen hingegen alle Voraussetzungen für eine Rückgabe erfüllt. - Der Beethovenfries gehört zu den wichtigsten Kunstwerken des Jugendstils. Er ist heute im Besitz des österreichischen Staates. Eine Kommission will über den Fall bis zum Sommer 2014 entscheiden.

Bischofskonferenz begrüßt Verfahrenseinstellung gegen Limburger Bischof

"Das ist ein guter Schritt zur Klärung der Lage."

Mit diesen Worten begrüßte die Deutsche Bischofskonferenz die Einstellung des Strafverfahrens gegen den Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst. Das Amtsgericht Hamburg hatte das Verfahren gegen die Zahlung einer Geldbuße von 20.000 Euro eingestellt. Der Beschluss sei mit der Staatsanwaltschaft abgestimmt worden und nicht mehr anfechtbar, hieß es vom Gericht. - In dem Prozess ging es um eine Falschaussage des Bischofs. Er hatte unter Eid einen Erste-Klasse-Flug nach Indien bestritten. Wegen des Flugs und wegen hoher Kosten für seinen Bischofssitz im Limburg ist Tebartz-van Elst in die Kritik geraten. Der Papst hat ihm vorerst die Führung der Amtsgeschäfte entzogen.

Transparency fordert: Menschenrechtsfragen wichtig bei Vergabe von Großereignissen

Die Vergabekriterien bei sportlichen Großereignissen müssen verbessert werden.

Das fordert Transparency International mit Blick auf die Menschenrechtsverletzungen auf den WM-Baustellen in Katar. Die Sportbeauftragte der Antikorruptions-Organisation, Sylvia Schenk, sagte der Deutschen Presse-Agentur, auch Menschenrechtsverletzungen und der Einsatz gegen Korruption müssten künftig bei der Vergabe eine Rolle spielen. Dabei müsse auch bewertet werden, ob ein Großereignis im Gastgeberland etwas Positives in Gang setzen könne. - In einer Studie der Menschenrechtsorganisation Amnesty International ist von miserablen Zuständen auf den WM-Baustellen in Katar die Rede. Gastarbeiter bekämen monatelang keinen Lohn und würden trotzdem zur Arbeit gezwungen. Außerdem kritisiert Amnesty die schlechten Wohnbedingungen.

Würzburger Museum stößt auf Gurlitt-Schenkung

"Sie waren nicht verschütt, sie standen nur lange nicht im Blickpunkt."

So erklärt die Leiterin des Würzburger Museums im Kulturspeicher, Marlene Lauter, die Funde von Grafiken in ihrem Depot. Nach dem Münchner Kunstfund und der Diskussion um die Sammlung Gurlitt hatte das Museum einen Hinweis der "Main-Post" erhalten. Die Zeitung war bei Recherchen auf einen Bericht gestoßen, in dem von einer Schenkung des Kunsthändlers Wolfgang Gurlitt aus dem Jahr 1957 die Rede war. Museumsmitarbeiter hatten daraufhin unter anderem Grafiken von Oskar Kokoschka, Alfred Kubin und Edvard Munch gefunden. Museumsleiterin Lauter erklärte, bei einem Bestand von 30.000 Werken könne man nicht alle auf dem Schirm haben.

Kroation: National gesonnen Kreise stören Erinnerungsmarsch

Seit Monaten schwelt in in der serbischen Stadt Vukovar eine Auseinandersetzung um die Symbole serbischer Kultur.

Beim heutigen Erinnerungsmarsch zum 22. Jahrestag der serbischen Eroberung eskalierte der Streit erneut. Laut Medienberichten nahmen an dem Marsch rund 100.000 Menschen teil. National gesonnene Kreise um den sogenannten "Stab der Verteidiger des kroatischen Vukovar" verhinderten jedoch zwischenzeitlich, dass die Regierungsdelegation an der Erinnerungsfeier auf dem Friedhof teilnahm. Seit Monaten wird die Bevölkerung vom "Stab der Verteidiger des kroatischen Vukovar" gegen die Regierung in Zagreb aufgewiegelt. Diese will in Übereinstimmung mit EU-Recht die serbische Minderheit schützen, etwa indem Straßen auch in ihrer Sprache ausgewiesen werden.

Schriftsteller Edwards: Geordneter Machtwechsel in Chile ist wichtig

Für den chilenischen Schriftsteller Jorge Edwards ist sein Heimatland ein Matriarchat.

Früher hätten Frauen durch die Männer regiert, nun seien sie selbst an der Macht, sagte Edwards der Deutschen Presse-Agentur. Die sozialistische Ex-Präsidentin Michelle Bachelet nannte der Autor "Chiles Übermutter". Von einem Regierungswechsel erwarte er keine großen Veränderungen. Ihm sei wichtig, dass ein geordneter Machtwechsel zwischen links und rechts stattfinde, sagte Edwards. Wenn es zwei Gruppen gebe, die regieren könnten, sei das Land nach 30 Jahren frei vom Geist des Diktators Augusto Pinochet. - Die Sozialistin Bachelet verfehlte in der ersten Wahlrunde die absolute Mehrheit und muss deshalb Mitte Dezember in einer Stichwahl gegen die konservative Kandidatin Evelyn Matthei antreten.

Uni Greifswald will Fotos über Palästina von 1900 erforschen

Die Fotos zeigen ein eindringliches Bild Palästinas um 1900.

Gemeint sind rund 15.000 Fotografien, die im Gustaf-Dalman-Institut der Theologischen Fakultät Greifswald aufbewahrt werden. Besonders interessant seien darunter etwas mehr als 1.000 Kunstdrucke, teilweise handkoloriert, sagte die Kustodin der Sammlung, Katrin Berkemann. Damit habe der Fotograf das Heilige Land nicht streng wissenschaftlich dokumentieren, sondern mit der Kamera kunstvolle Bilder erschaffen wollen. Die Theologische Fakultät will die Fotos in den kommenden zwei Jahren digitalisieren und ihre Entstehung erforschen. Unklar sei noch, wer mit welchem Zweck fotografiert habe, sagte Berkemann.

Anglokatholische Kirche berät über Frauen als Bischöfinnen

Dürfen Frauen Bischöfinnen werden?

Mit dieser Frage beschäftigt sich die anglokatholische Kirche von England. Die Generalsynode berät bis Mittwoch über einen Vorschlag, nach dem Frauen im Bischofsamt zugelassen werden sollen. Geplant ist die Einrichtung eines unabhängigen Vermittlers, der eingreifen soll, wenn Gemeinden weibliche Bischöfe ablehnen. In Irland wurde letzten Monat die erste Frau zur Bischöfin geweiht. Auch in Schottland und Wales ist das erlaubt.

Linguist weist Sprachverfall des Deutschen zurück

Wer kennt die Vorwürfe nicht: die deutsche Sprache verarmt, verfällt und wird durchsetzt von Anglizismen.

Das weist der Direktor des Max-Planck-Instituts für Psycholinguistik Nijmwegen in den Niederlanden, Wolfgang Klein, zurück. Er sagte im Deutschlandradio Kultur, es gebe lediglich einen schlechten Gebrauch der Sprache. Das Deutsche könne nicht verfallen. Wenn Moderatoren im Fernsehen die Zuschauer zum Voten aufforderten, würde dies nicht bedeuten, dass es das deutsche Verb wählen nicht mehr gebe. Klein hob im Gegensatz dazu vielmehr den Reichtum der deutschen Sprache vor. So seien in den vergangenen 100 Jahren rund eine Millionen Worte entstanden, vor allem neue Zusammensetzungen. Als Beispiel nannte er die Begriffe Teilzeit, Auszeit oder Babypause.

Klein ist Mitautor des Ersten Berichtes zur Lage der deutschen Sprache, der heute veröffentlicht wird.

Regenbogen aus 16.000 Papierblumen entfacht Streit in Polen

Solche Denkmäler müssen mit allen Mitteln bekämpft werden, auch illegal, denn sie sind Gotteslästerung.

Mit diesen Worten verteidigt der bekannte polnische Moderator Wojciech Cejrowski die Zerstörung eines Kunstwerkes in Warschau. Es geht um den sogenannte "Regenbogen", eine Installation aus 16.000 bunten Papierblumen, der neben einer Kirche steht. Die Künstlerin Julita Wójcik sah darin ursprünglich gar keine politische Botschaft. Viele Polen verstehen den Regenbogen allerdings als ein Symbol der Homosexuellenbewegung. Er wurde in den vergangenen Wochen mehrfach angezündet. Jetzt ist ein Streit darüber entbrannt, wie man mit dem Kunstwerk weiter umgehen soll. Die Stadtverwaltung will ihn zwar wieder aufbauen. Konservative plädieren hingegen dafür, ihn zu entfernen, um Provokationen zu vermeiden. Nach dem jüngsten Anschlag setzen sich Anhänger des Kunstwerkes jetzt dafür ein, es in seinem verkohltem Zustand als Mahnmal an seinem Platz stehen zu lassen. Der Regenbogen steht neben einer Kirche.

Drittgrößtes Buch der Welt wird in Rostock ausgestellt

Der "Rostocker Große Atlas" ist das drittgrößte Buch der Welt.

Der Atlas ist 120 Kilogramm schwer, 1 Meter 66 mal ein Meter groß und bald zu besichtigen: Von kommender Woche an zeigt ihn das Kulturhistorische Museum in Rostock. Das Buch enthält 31 gedruckte Landkarten und eine handgezeichnete Karte Mecklenburgs. Der Einband ist aus zwei Zentimeter starken Eichenholz-Brettern gefertigt, die mit Rinderfellen bezogen sind. Der Atlas entstand 1664 als Auftragswerk für einen mecklenburgischen Herzog in Amsterdam. Die niederländische Stadt war im 17. Jahrhundert ein europäisches Zentrum für Kartenherstellung.

Kempowski Literaturpreis für Kurzgeschichten vergeben

Ein Vater sieht im Krankenhaus zum letzten Mal seine klinisch tote Tochter - kurz bevor ihr die Organe zum Spenden herausgenommen werden.

Für seine Kurzgeschichte "Hiob 2013" ist der Mediziner Jürgen Helms aus Halle mit dem Walter Kempowski Literaturpreis ausgezeichnet worden. Den zweiten Platz belegte Florian Gmeiner mit seiner Kurzgeschichte "Der Concierge". Die dritte Auszeichnung erhielt die Hamburgerin Heike Hartmann-Heesch mit einer Geschichte über eine Patientin, die auf eine Lungentransplantation wartet.

Der Walter Kempowski Literaturpreis wird seit 2005 vergeben. In diesem Jahr wählte die Jury die Preisträger aus etwa 750 eingesendeten Beiträgen aus dem In- und Ausland aus.

Kolumba Museum in Köln zum Museum des Jahres gekürt

Die Kritiker lobten die "hervorragende Architektur" und die "Qualität der Sammlung".

Das Kolumba Museum des Erzbistums Köln ist zum Museum des Jahres 2013 gekürt worden. Die deutsche Sektion des Internationalen Kunstkritikerverbandes erklärte, die Ausstellungsmacher gäben auch Künstlern eine Öffentlichkeit, die ansonsten nicht im Interesse der Medien stünden. Außerdem widmeten sie sich sowohl alter als auch zeitgenössischer Kunst. - Der Schweizer Architekt Peter Zumthor verband in seinem Entwurf einen puristischen Neubau aus grauen Ziegeln mit der romanischen Kirche Sankt Kolumba, die im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde. Das Museum besitzt Kunstwerke von der Spätantike bis zur Gegenwart.

Musikproduzent McGee spricht Musik eine heilende Wirkung zu

Aus der Arbeiterklasse kommt einfach mehr Musik mit einer Seele als aus der Mittelklasse.

Dieser Meinung ist der Musikproduzent und Entdecker der Band Oasis, Alan McGee. Er sagte der "tageszeitung", die Menschen der Arbeiterklasse würden viel mehr aus dem Bauch heraus leben - das gelte nicht nur für die Musik, sondern auch für Fußball und Politik. Von Protestsongs hält der Musikproduzent allerdings nicht sehr viel. Zwar gebe es fantastische Protestlieder. Viel wichtiger sei für McGee aber die magische Seite der Klänge. Musik gehe weit über die Sprache hinaus und könne die Menschen heilen. Sie habe etwas Besänftigendes. Das Leben, gerade der kleinen Leute, sei schon schwer genug.

Goldsuche in Rumänien: Archäologen wollten heimlich graben

In Rumänien wollten Archäologen offenbar heimlich einen Goldschatz suchen.

Das vermutet zumindest die rumänisch-orthodoxe Kirche in der Stadt Baia de Arama. Dort hatte der walachische Fürst und Kunstförderer Constantin Brancoveanu vor über 300 Jahren ein Kloster errichten lassen. Die Sage erzählt, dass darunter mehrere Kilogramm Gold begraben sein sollen. Seit langem versuchen Goldgräber an den Schatz zu gelangen. Ein ähnliches Interesse verfolgte jetzt wohl auch ein Historikerteam des siebenbürgischen Geschichtsmuseums Cluj-Napoca. Es hatte die Erlaubnis des Kulturministeriums, im Kirchgarten archäologische Ausgrabungen zu betreiben. Stattdessen buddelten die Wissenschaftler unmittelbar neben der Kirche die Erde metertief aus. Der Priester ließ die Arbeiten daraufhin von der Polizei abbrechen. Er befürchtete, dass der Schatz heimlich verhökert werden könnte.

Fachhochschul-Doktor in Schleswig-Holstein geplant

Wenn es nach dem Willen der Landesregierung in Schleswig-Holstein geht, dann sollen Wissenschaftler ihren Doktor schon bald an einer Fachhochschule ablegen können.

Die parteilose Landesbildungsministerin Waltraud Wende begründet ihr Vorhaben in der "Süddeutschen Zeitung": An Fachhochschulen werde genauso geforscht wie an Universitäten. Also sollten sie auch die gleichen Rechte haben.
Anfang des Jahres will die Ministerin ihren Gesetzentwurf ins Kabinett einbringen. Bisher können nur Universitäten Doktortitel vergeben. Schleswig-Holstein will sein Hochschulgesetz bis Ende 2014 reformiert haben.

Geraubte Bücher: Familie gibt Bände an Russland zurück

Nicht nur Bilder, auch Bücher wurden im Zweiten Weltkrieg von den Nazis geraubt.

So hatten deutsche Sonderkommandos zum Beispiel Tausende Bände aus Schloss Pawlowsk bei Sankt Petersburg gestohlen. Einige davon bekam der damalige Botschafter Friedrich Werner Graf von der Schulenburg geschenkt. Nach Recherchen der "Süddeutschen Zeitung" haben seine Nachfahren bis 2013 nichts darüber gewusst, woher die Bücher ursprünglich stammten. Als die Familie von der Schulenberg allerdings davon erfahren habe, habe sie sich umgehend entschlossen, die 125 Bücher zurückzugeben. Sie sollen heute dem Hauptkustos des Petersburger Schlossmuseums in Leipzig überreicht werden.

Neuer Leiter für Landeskunstmuseum in Halle gefunden

Bau- und Brandschutzmängel sowie Missmanagement - mit dieser Kritik war das Landeskunstmuseum Moritzburg in Halle zuletzt in die Kritik geraten.

Jetzt steht wohl ein Führungswechsel im Haus bevor. Nach einem Bericht der "Mitteldeutschen Zeitung" soll Thomas Bauer-Friedrich die Leitung übernehmen. Er ist derzeit noch Kurator und Leiter des Museums Gunzenhauser in Chemnitz. Die bisherige Leiterin der Moritzburg, Katja Schneider, hatte Anfang des Jahres ihren Rücktritt erklärt.

Argentinisches Filmfest "Mar del Plata" eröffnet

Mit einem Film über Analphabetismus hat am Wochenende das 28. Internationale Filmfestival von Mar de Plata in Argentinien begonnen.

Die Hauptdarstellerin in "Las analfabetas", Paulina García, ist in diesem Jahr bereits mit dem Silbernen Bären als beste Schauspielerin ausgezeichnet worden. Auf dem Filmfestival konkurrieren 14 Streifen im internationalen Wettbewerb. Darunter ist auch der in Berlin spielende Film "Das merkwürdige Kätzchen" des Schweizer Regisseurs Ramon Zürcher. Die Preisträger des argentinischen Filmfestes werden am kommenden Sonntag geehrt.

Feuilletons würdigen verstorbene Literaturnobelpreisträgerin Doris Lessing

"Sie war eine hellwache Zeitgenossin, der noch in der Distanz die Leidenschaft gelang."

Mit diesen Worten würdigt die "Neue Zürcher Zeitung" die verstorbene britische Schriftstellerin Doris Lessing. Die Literaturnobelpreisträgerin habe ohne Pathos und Gefälligkeit geschrieben. Sie sei vielmehr durch ihren Hunger nach Erkenntnis angetrieben worden, schreibt das Blatt. Die "Süddeutsche Zeitung" lobt die scharfe emotionale Intelligenz der Autorin. Ihre Werke seien auf Tuchfühlung mit der Zeitgeschichte entstanden. Als blitzgescheit, pragmatisch und selbstbewusst bezeichnet sie der "Tagesspiegel". Einerseits sei sie eine Grande Dame der Literatur gewesen, andererseits aber auch eine wütende Greisin. So habe sich die Schriftstellerin etwa in ihrer Nobelpreisrede über die Belanglosigkeiten des Internets empört. - Lessing war gestern im Alter von 94 Jahren in London gestorben.

Walt Disneys Mickey Mouse wird 85 Jahre alt

Die berühmteste Maus der Welt feiert Geburtstag: Walt Disneys Mickey Mouse.

Sie wird heute 85 Jahre alt. Am 18. November 1928 erblickte Mickey im Film "Steamboat Wilie" das Licht der Comic-Welt. Schon wenig später gab es mehr als zwölf Kurzfilme über den berühmten Mäuserich, der als aufmüpfiger Schiffsjunge seinen Kapitän ärgert und an seine Freundin Minnie sein Herz verliert. Mickey wurde von Walt Disney und dem Zeichner Ub Iwerks erfunden. Die Idee für die Figur soll Walt Disney auf einer Zugfahrt von New York nach Los Angeles gekommen sein. Der Zeichentrick-Visionär sagte später über Mickey, eine Maus habe einen sympathischen Charakter, auch wenn sich die meisten Leute etwas vor ihr fürchteten.

Ursprünglich sollte der Mäuserich Mortimer heißen. Disneys Frau Lilian konnte sich dann aber mit dem Namen Mickey durchsetzen.

BBC: Kunstraub in Großbritannien an zweiter Stelle der Kriminalstatistik

Wenn sich die Mafia für Kunst interessiert, hat das meist mehr mit Geld als mit Liebhaberei zu tun.

Nach Recherchen der britischen BBC werden mit dem Verkauf von gestohlenen Kunstgegenständen pro Jahr geschätzte 360 Millionen Euro verdient. Nur im Drogenhandel werde diese Summe noch übertroffen. In der britischen Kriminalstatistik stehe der Raub von Kunstgegenständen deshalb an zweiter Stelle. Ein Sprecher der Vereinigung hochrangiger Polizeioffiziere erklärte, ein einziges Stück könne viele Millionen Pfund wert sein. Durch einen Verkauf würden meist weitere kriminelle Handlungen finanziert.

Dekan der Philosophischen Fakultät Rostock verteidigt geplanten Ehrendoktor für Snowden

Ziviler Ungehorsam gehöre zu einer Demokratie.

Mit diesen Worten verteidigt der Dekan der Philosophischen Fakultät, Hans Jürgen von Wensierski, sein Anliegen, dem US-Informanten Edward Snowden die Ehrendoktorwürde zu verleihen. Wensierski sagte der "Berliner Zeitung", man sei es Snowden schuldig, denn er habe seine ganze soziale Existenz für die Aufdeckung der Wahrheit aufgegeben. Der Dekan erinnerte in diesem Zusammenhang auch an Rosa Parks in den 1950er-Jahren, Martin Luther King, Nelson Mandela oder Mahatma Gandhi - alles Bürger, die im Dienst einer höheren Sache gegen die Gesetze des Staates verstoßen hätten.

Polanskis Traum geht in Erfüllung: Film mit nur zwei Schauspielern gedreht

Der Regisseur Roman Polanski hat schon immer davon geträumt, einen Film mit nur zwei Schauspielern zu machen.

Polanski sagte der Zeitung "Die Welt", er habe einen Stoff gebraucht, der komplizierter sei als ein gewöhnlicher Film. In seinem neuen Streifen "Venus im Pelz" habe er genau so eine Herausforderung gefunden. Auch sei der Film nicht einfach, denn er spiele dazu noch in einem leeren Theater und dürfe das Publikum nicht langweilen. Aber auch das Thema des Geschlechterkampfes habe Polanski sehr gereizt. Die Buchvorlage "Venus im Pelz" von Leopold von Sacher Masochs markiert den Anfang der offenen Debatte über Sadomasochismus.

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