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Kulturnachrichten

Donnerstag, 14. November 2013

Richter lehnt Sammelklage amerikanischer Autoren gegen "Google Books" ab

Im Rechtsstreit mit der amerikanischen Autorenvereinigung Authors Guild kann Google einen Erfolg für sich verbuchen.

Ein Bezirksrichter in New York hat eine Sammelklage der Autoren gegen das Angebot "Google Books" für unzulässig erklärt. Er verwies zur Begründung auf den sogenannten Fair-Use-Paragrafen: Danach ist es erlaubt, urheberrechtlich geschütztes Material einzuscannen und in Auszügen zu veröffentlichen, wenn das zum Wohl der Allgemeinheit geschieht. Derselbe Richter hatte die Klage zunächst zugelassen - ein Berufungsgericht hatte seine Entscheidung aber wieder aufgehoben. Der Grund: Der Fair-Use-Paragraf sei nicht ausreichend berücksichtigt worden.

Filmförderung: EU erlaubt breitere staatliche Unterstützung

Wer in der EU einen Film dreht, kann künftig auf eine umfassendere Unterstützung hoffen als bisher.

Die neuen Regeln der EU-Kommission zur Filmförderung sehen vor, dass nicht nur die Produktion, sondern alle anderen Bereiche der Filmherstellung unterstützt werden können. Außerdem dürfen bei europäischen Ko-Produktionen künftig bis zu 60 Prozent des Budgets aus Subventionen finanziert werden - bislang lag diese Quote bei 50 Prozent. Für Erstlingswerke, Dokumentationen und Kurzfilme entfallen die Obergrenzen komplett.

Die EU-Staaten geben jährlich rund drei Milliarden Euro für die Filmförderug aus. Die Richtlinien der EU sollen verhindern, dass es dabei zu Wettbewerbsverzerrungen kommt.

Musiker demonstrieren gegen Fusion der SWR-Orchester

Drinnen diskutieren die Politiker, draußen demonstrieren die Musiker.

In Stuttgart haben etwa 200 Menschen gegen die geplante Fusion der beiden Sinfonieorchester des Südwestrundfunks demonstriert. Nach dem Willen des Rundfunkrats soll das Sinfoniorchester in Baden-Baden und Freiburg mit dem Radio-Sinfonieorchester Stuttgart zusammengelegt werden. Heute befasst sich der zuständige Ausschuss des baden-württembergischen Landtags mit den Plänen.

In einem Offenen Brief hatten sich zuvor auch 160 Dirigenten gegen die Fusion ausgesprochen. SWR-Indendant Peter Boudgoust sagte im Deutschlandradio Kultur, er habe Verständnis für den Protest - doch der Sender müsse sparen.

Salzburger Mozarteum bekommt Violine des Komponisten geschenkt

Dieses Instrument soll der Meister in seinen letzten Lebensjahren gespielt haben.

Das Salzburger Mozarteum hat eine Geige von Wolfang Amadeus Mozart geschenkt bekommen - und zwar von der Chefin der Maschinenbaufirma Trumpf, Nicola Leibinger-Kammüller. Die Violine wurde laut dem eingeklebten Etikett 1764 gebaut. Das Mozarteum besitzt nach eigenen Angaben die weltweit größte Sammlung an Instrumenten, Porträts und Briefen aus dem Besitz der Familie Mozart.

Germanist Ewers: Grundschullehrer haben von Kinder- und Jugendbüchern keine Ahnung

Viele Grundschullehrer beenden ihre Ausbildung, ohne sich jemals mit Kinder- oder Jugendbüchern beschäftigt zu haben.

So sieht es Hans-Heino Ewers, Direktor des Instituts für Jugendbuchforschung in Frankfurt am Main. Er kritisierte, die Lehrer könnten ihren Schülern deshalb kaum wertvolle Literatur nahebringen. Die Literaturgattung schlechthin sind laut Ewers zurzeit Fantasy-Romane. Dieser Boom, befeuert unter anderem durch "Harry Potter" und "Twilight", habe aber auch eine negative Seite: Der Erfolg solcher englischsprachigen Titel walze regionale Bücher nieder, meinte Ewers. Die Vielfalt der Kulturen leide im Bereich der Kinder- und Jugendliteratur besonders.

Studie kritisiert Sprachtests für Kindergartenkinder als mangelhaft

Seit einigen Jahren muss jedes Kindergartenkind einen Sprachtest machen.

Doch viele dieser Tests sind offenbar mangelhaft. Zu diesem Schluss kommt eine Studie des Mercator-Instituts. Demnach fallen oft Kinder durch das Raster, die eigentlich gefördert werden müssten. Manche Tests messen den Angaben zufolge gar nicht die Sprachfähigkeit der Kinder, sondern die soziale Kompetenz. Andere wiederum verunsichern sie von vornherein. Ein weiteres Problem: Bundesweit gibt es im Moment 21 verschiedene Tests. Der in Mecklenburg-Vorpommern angewandte erfüllt 25 der 32 Qualitätskriterien, der in Bayern dagegen nur sechs. Ob der Sprachtest den Kindern auch was bringt, hängt also derzeit auch vom jeweiligen Bundesland ab.

Forscher: "Rotkäppchen" und "Der Wolf und die sieben Geißlein" sind eng verwandt

Es war einmal ein Forscher, der fragte sich:

Woher kommt eigentlich "Rotkäppchen"? Mithilfe eines mathematischen Modells haben britische Wissenschaftler untersucht, wie sich das Märchen im Laufe der Zeit verbreitet hat. In der Fachzeitschrift PLOS One schreibt der Anthropologe Jamie Tehrani, "Rotkäppchen" und das Märchen vom Wolf und den sieben Geißlein seien eng verwandt. Varianten der Geschichte vom Wolf und den Geißlein seien allerdings 1.000 Jahre älter und schon im ersten Jahrhundert nach Christus in Europa und im Nahen Osten erzählt worden. Abwandlungen der Geschichte gebe es auch in Afrika und Asien.

Mit dem Modell, das sonst vor allem von Biologen genutzt wird, untersuchten die Anthropologen 58 Versionen der Geschichte. Sie verglichen zum Beispiel, ob die Hauptfigur männlich oder weiblich ist und am Ende gerettet wird oder nicht.

Alexander Kudascheff wird neuer Chefredakteur der Deutschen Welle

Der neue Chefredakteur der Deutschen Welle kommt aus dem eigenen Haus.

Wie der Auslandssender in Bonn mitteilte, wird Alexander Kudascheff das Amt Anfang 2014 übernehmen. Kudascheff leitet seit 2007 das multimediale Hauptstadtstudio des Senders in Berlin. Er folgt auf die bisherigen Chefredakteurinnen Dagmar Engel und Ute Schaeffer, die neue Aufgaben bei der Deutschen Welle übernehmen sollen.

Regisseur Oppenheimer über den moralischen Anspruch von "The Act of Killing"

Er hat den moralischen Anspruch, ein Regime bloßzustellen, dessen monströse Taten nach wie vor nicht bestraft wurden.

Das sagt der Regisseur Joshua Oppenheimer über seinen Film "The Act of Killing". Darin spielen indonesische Paramilitärs die Massenmorde an Kommunisten in den 60er-Jahren nach. Oppenheimer sagte dem Deutschlandradio Kultur, er wolle mit dem Film zeigen, wie scheinheilig ein Regime sei, das die damaligen Verbrechen heute noch ungestraft als notwendige Heldentaten darstelle.

In Indonesien wird der Film laut Oppenheimer nicht über offiziell vertrieben, wird aber im Internet verbreitet und ist bereits hundertfach gezeigt worden.

Zentralrat und Gewerkschaften fordern Bundesprogramm gegen Rechts

Deutschland braucht ein neues Programm gegen Rechts auf Bundesebene.

Dieser Ansicht sind der Deutsche Gewerkschaftsbund und der Zentralrat der Juden in Deutschland. In einer gemeinsamen Erklärung fordern sie die Bundesregierung auf, die zivilgesellschaftliche Arbeit stärker zu fördern und auf eine gesetzliche Grundlage zu stellen. Die Verbände schlagen vor, die bisherigen Projekte in einem einheitlichen Programm zu bündeln. Der Kampf gegen Rechtsextremismus, Rassismus, Antisemitismus und andere Formen der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit müsse dauerhaft gefördert werden.

2016 soll es erstmals einen Muslimtag geben - Förderverein gegründet

Von 2016 an soll es in Deutschland nicht nur einen Katholikentag und einen Evangelischen Kirchentag geben -

sondern auch einen Muslimtag. Wie der Interkulturelle Rat in Frankfurt am Main mitteilte, wurde zu diesem Zweck ein Förderverein gegründet. Zum Vorsitzenden wurde der Journalist Abdu-Ahmad Rashid gewählt. Auf dem Muslimtag soll der Dialog über gesellschaftspolitische Themen im Mittelpunkt stehen.

Zwei Regierungskritiker in Aserbaidschan zu langen Haftstrafen verurteilt

"Diese schändlichen Schuldsprüche setzen Aserbaidschans schamlose Kampagne gegen Abweichler in den Medien fort."

Mit diesen Worten hat Amnesty International die Verurteilung zweier Regierungsgegner zu langen Haftstraften kritisiert. Der Schriftsteller Raschad Ramasanow soll wegen Drogenbesitzes neun Jahre ins Gefängnis. Ramasanow hatte zuvor Staatschef Ilham Alijew im Internet kritisiert. Die gegen ihn erhobenen Vorwürfe hält er für einen Vorwand. Der Journalist Sardar Alibeili, der für das oppositionsnahe Blatt "PS.Nota" arbeitet, wurde wegen Rowdytums zu vier Jahren Gefängnis verurteilt. - Der autoritär regierende Alijew wurde im Oktober nach offiziellen Angaben mit 85 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt. Opposition und Menschenrechtler bemängeln jedoch Unregelmäßigkeiten bei der Wahl.

100 Jahre nach Erscheinen: Übersetzer zu Marcel Prousts "In Swanns Welt"

Marcel Proust nimmt keine Rücksicht auf den Leser.

Genau das vermisste Bernd-Jürgen Fischer in der deutschen Übersetzung von Prousts "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit". Die bisher einzige Gesamtübersetzung stammt von Eva Rechel-Mertens aus den 50er Jahren. Fischer hat mit einer Neuübersetzung begonnen. Im Deutschlandradio Kultur sagte er, der Leser sei heute durch Film und Fotografie an härtere Schnitte und klarere Konturen gewöhnt. Rechel-Mertens Version klinge für ihn weichgezeichnet. Proust dagegen sei für ihn wie Fotografien von Helmut Newton, mit starkem Kontrast und porentiefer Schärfe. - Vor genau 100 Jahren erschien "In Swanns Welt", der erste Band des Werks.

Hier können Sie das Interview mit Bernd-Jürgen Fischer nachhören.

Schweden übergab Raubkunst freiwillig an Nazis

Auch das neutrale Schweden hat während des Zweiten Weltkriegs im Umgang mit beschlagnahmten Kunstwerken nicht immer eine rühmliche Rolle gespielt.

Wie Recherchen des Journalisten Anders Rydell

Lenin-Geburtsstadt plant riesiges "Museum der Sowjetunion"

Die russische Stadt Uljanowsk an der Wolga hat einen berühmten Sohn vorzuweisen - und den will sie jetzt so richtig vermarkten.

Die Geburtsstadt des russischen Revolutionsführers Lenin hat sich vorgenommen, so etwas wie die zentrale nationale Gedenkstätte der Sowjetunion zu werden. Nach Angaben des Projektleiters ist auf einem Areal von 120 Hektar ein Ensemble aus Dutzenden Museen und Läden mit kommunistischen "Markenartikeln" geplant. Die russische Regierung und Investoren sollen sich nach dem Willen der Stadt je zur Hälfte an den veranschlagten Kosten von umgerechnet rund 1,4 Milliarden Euro beteiligen. Das Konzept des "Museums der Sowjetunion" ist jedoch umstritten. Gegner bemängeln das Fehlen einer kritischen Auseinandersetzung mit der sowjetischen Geschichte.

Bei Katastrophen verhalten sich Menschen eher sozial als asozial, sagt Wissenschaftler

Bei Katastrophen rücken Menschen näher zusammen.

Das betont Dr. Martin Voss, der Leiter der Katastrophenforschungsstelle der Freien Universität Berlin. Im Deutschlandradio Kultur sagte er, wenn das Ordnungssystem zusammenbreche, würden sich Menschen eher sozial als asozial verhalten. Natürlich gebe es auch letzteres, sagte Voss in Bezug auf die Überfälle auf Reislager nach dem Taifun auf den Philippinen. Das sei allerdings kein Phänomen, das durch die Katastrophe selber ausgelöst würde. Dem Forscher zufolge ist Kriminalität in jeder Gesellschaft auf unterschiedliche Art und Weise vorhanden und trete in solchen Ausnahmesituationen nur besonders stark zu Tage. Auch Zivilisation oder Reichtum schützten davor nicht.

Bob Dylan erhält höchsten französischen Verdienstorden

Bob Dylan verkörpere mehr als jeder andere "die subversive Kraft der Kultur, die die Menschen und die Welt verändern kann".

Mit diesen Worten würdigte die französische Kulturministerin Aurélie Filipetti den Musiker und ehrte Bob Dylan mit dem französischen Verdienstorden Légion d'honneur. Bei der Zeremonie in Paris wurden dem 72-Jährigen die Insignien der Ehrenlegion angeheftet. Die Auszeichnung für Bob Dylan war von Filipetti angestoßen worden.

Sie hatte in Frankreich auch für Diskussionen gesorgt: So berichtete zum Beispiel die Zeitung "Le Canard Enchainé", dass der Großkanzler des Ordens, Jean-Louis Georgelin, gegen eine Ehrung Dylans gewesen sei. Georgelin argumentierte, der Sänger habe im Vietnamkrieg pazifistische Positionen bezogen und Marihuana geraucht.

"Pink Star": Rosafarbener Diamant zum Rekordpreis versteigert

Er heißt "Pink Star" und glitzert auch genauso.

Gestern wurde bei Sotheby's ein rosafarbener Diamant zum Rekordpreis von umgerechnet 62 Millionen Euro versteigert. Die Auktion dauerte nur rund fünf Minuten, dann ging der Zuschlag an einen nicht weiter bekannten Mann. Der "Pink Star" hat 59,6 Karat. Er wurde 1999 vom Minenbetreiber De Beers in Südafrika gefördert. Über einen Zeitraum von zwei Jahren wurde er zu einem ovalen Schmuckstück geschliffen und poliert.

Staatsgemäldesammlungen weisen Flechtheim-Vorwürfe zurück

Die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen streiten mit den jüdischen Flechtheim-Erben.

Das Haus wies Vorwürfe der Familie zurück, es halte sich nicht an die Prinzipien zur Rückgabe von NS-Raubkunst. Konkret geht es um sechs Gemälde von Max Beckmann. Generaldirektor Klaus Schrenk erklärte, die Sammlungen hätten nachgewiesen, dass der jüdische Kunsthändler die Bilder schon 1932 verkauft habe. Die Flechtheim-Erben meinen dagegen, dass die Bilder erst nach Beginn der Nazi-Zeit verkauft wurden - und deshalb als NS-Raubgut erstattet werden müssten.

Medienwissenschaftler: Wulff ist kein Opfer der Medien

"Christian Wulff ist kein Opfer der Medien."

Davon ist der Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen überzeugt. Im Deutschlandradio Kultur sagte er, der frühere Bundespräsident sei an sich selbst und seinem fatalen Krisenmanagment gescheitert. Hätte Wulff von Anfang an die Karten auf den Tisch gelegt, wäre die Affäre wohl anders verlaufen. Pörksen räumte allerdings ein, dass die Medien auch Grenzen überschritten und Banalitäten aufgebauscht hätten. - Wulff steht seit heute wegen Korruptionsvorwürfen vor Gericht.

Das Interview mit Bernhard Pörksen können Sie hier nachhören.

Weltkulturerbe: Buddhistischer Tempel wird mit 300kg Gold verkleidet

In diesem Fall wäre dann wirklich alles Gold, was glänzt.

Die Kuppel eines buddhistischen Tempels in Nordindien soll mit fast 300 Kilogramm Gold verkleidet werden. Der Mahabodhi-Tempel gehört zum Weltkulturerbe und markiert die Stelle, an der Buddha seine Erleuchtung erlangt haben soll. Die Vergoldung war ein Wunsch des thailändischen Königs. Laut der indischen Zeitung "Dekkan Herald" wurde das Edelmetall von thailändischen Buddhisten gespendet. Es hat einen aktuellen Marktwert von 8,8 Millionen Euro. - Die Arbeiten an der Kuppel sollen rund 50 Tage dauern und von Soldaten und Videokameras überwacht werden.

Ballerina wirft Bolschoi-Theater Korruption vor

Wenn Joy Womack ans Bolschoi-Theater denkt, fällt ihr das Wort "Albtraum" ein.

Es geht um den Vorwurf der Korruption: Die US-amerikanische Ballerina sagte der russischen Tageszeitung "Iswestija", sie sei aufgefordert worden, für die Chance auf einen Solo-Auftritt 10.000 Dollar zu zahlen - obwohl ihr dieser zuvor bereits vertraglich zugesichert worden sei. Ihr sei erklärt worden, dass ihr ein einflussreicher Sponsor fehle, der ihre Interessen in dem Theater vertrete. Außerdem seien ihr mehrere Gagen für Gastauftritte noch nicht gezahlt worden. - In diesem Jahr gab es bereits mehrfach Berichte über Intrigen am Bolschoi-Theater. Sein künstlerischer Leiter, Sergej Filin, war im Januar bei einem Säure-Anschlag schwer verletzt worden.

Denkmalpflege soll Ländersache bleiben, sagt Präsidentin des Nationalkomitees für Denkmalschutz

Denkmalschutz ist Ländersache - und das ist auch gut so.

Dieser Ansicht ist die neue Präsidentin des Deutschen Nationalkomitess für Denkmalschutz, Sabine Kunst. Der Deutschen Presse-Agentur sagte Kunst, sie bezweifle, dass eine zentrale Bundesbehörde effektiver wäre als die Behörden der Länder. Diese könnten die kulturelle Vielfalt der Denkmale zielgerichtet betreuen. Kunst sorgt sich vor allem um die Zukunft von Objekten in ländlichen Gebieten, die aus Geldmangel zunehmend verfallen würden.

Intendant Boudgoust zum Protest gegen Fusion der SWR-Sinfonieorchester

Auch Dirigenten wollen bezahlt werden – man kann die finanziellen Rahmenbedingungen nicht ignorieren.

So reagierte SWR-Intendant Peter Boudgoust auf den Offenen Brief von 160 Dirigenten, mit dem sie gestern gegen die geplante Fusion der beiden SWR-Sinfonieorchester protestiert hatten. Im Deutschlandradio Kultur sagte Boudgoust, er habe Verständnis für den Protest, aber der SWR müsse sparen. Als Intendant sei er gegenüber den Beitragzahlern verpflichtet - es sei nicht seine Aufgabe, die deutsche Orchesterlandschaft zu bewahren. Heute befasst sich in Stuttgart der zuständige Ausschuss des Landtags mit dem Thema. – Der SWR will sein Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg mit dem Radio-Sinfonieorchester Stuttgart zusammenlegen.

Das Interview mit Peter Boudgoust können Sie auf unserer Internetseite nachhören.

Kunstfund: Bayerische Justizministerin wurde offenbar nicht informiert

Vor allem die bayerischen Behörden stehen in der Kritik, weil sie den Münchner Kunstfund so lange geheim gehalten haben.

Die damalige bayerische Justizministerin, Beate Merk, war aber offenbar gar nicht über die Entdeckung informiert. Sie habe zu keiner Zeit Kenntnis von dem Vorgang gehabt, sagte ein Sprecher der Staatskanzlei. Merks Nachfolger Winfried Bausback hatte erklärt, das Justizministerium und die Staatsanwaltschaft hätten unmittelbar nach Auffinden der Bilder die betroffenen Stellen in Berlin und Bayern verständigt.

Ackermann und Hollein wechseln nicht ans Centre Pompidou

Da waren's nur noch zwei.

Französische Medien hatten vier Kandidaten als Anwärter für die Leitung des Centre Pompidou in Paris genannt: zwei Deutsche und zwei Franzosen. Marion Ackermann und Max Hollein erklärten nun jedoch, sie stünden beide nicht für das Amt zur Verfügung. Ackermann bleibt Direktorin der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen. Sie empfinde die Nominierung für das Centre Pompidou als große Ehre, aber ihre Arbeit in Düsseldorf sei noch nicht beendet, sagte sie. Hollein leitet zur Zeit das Städel in Frankfurt. Auch er werde nicht nach Paris wechseln, teilte ein Sprecher des Museums mit.

Neue Emmy-Kategorie für fremdsprachige Programme

Bisher konnte man den Emmy nur für Programme in englischer Sprache gewinnen.

Jetzt gibt es auch für fremdsprachige Produktionen eine eigene Kategorie bei dem Fernsehpreis. Bislang gab es für diese nur die etwas weniger glamourösen International Emmys. Der Akademieleiter sagte, die jüngsten demografischen Trends und Wahlergebnisse machten deutlich, dass die Vereinigten Staaten ein mehrsprachiges Land geworden seien. Diese Entwicklung spiegele sich auch in den Fernsehprogrammen wieder.

Essen wirkt bei Frauen nach Diäten aphrodisierend

Bei Frauen, die eine Diät hinter sich haben, bringt Essen romantische Gefühle in Schwung.

Das fanden Hirnforscher der Universität von Philadelphia heraus. Sie zeigten zwei Gruppen von Frauen romantische Bilder, nachdem die Probandinnen ein 500-Kalorien-Getränk zu sich genommen hatten. Die eine Gruppe hatte in der Vergangenheit diätet, die andere nicht. Bei der ersten waren bestimmte Teile des Gehirns aktiver als bei den anderen Testpersonen, während sie die Bilder sah. Diesen Unterschied gab es nicht, wenn vorher kein Kalorien-Drink verabreicht wurde.

Sammler der "Bibliothek der verbrannten Bücher" Georg Salzmann gestorben

Der Sammler der "Bibliothek der verbrannten Bücher" ist tot.

Wie heute bekannt wurde, starb Georg Salzmann im Alter von 84 Jahren in Lochham bei München. Er hatte seit den 70er Jahren eine umfangreiche Sammlung den Nationalsozialisten geächteter Bücher zusammengetragen. Die rund 12.000 Werke wurden vom Freistaat Bayern angekauft und in die Universitätsbibliothek Augsburg integriert. Bayerns Wissenschaftsminister Ludwig Spaenle würdigte Salzmann als Ausnahmepersönlichkeit, deren Sammlung Lebenswerk und Vermächtnis zugleich sei.

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