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Kulturnachrichten

Sonntag, 27. Oktober 2019

Cimabue-Bild für mehr als 24 Millionen versteigert

Das Werk "Der verspottete Christus" des italienischen Vorrenaissance-Malers Cimabue ist in Frankreich für mehr als 24 Millionen Euro versteigert worden. Das berichtete die französische Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf das Auktionshaus Actéon. Der Schätzpreis von vier bis sechs Millionen Euro wurde damit um ein Mehrfaches übertroffen. Das Bild stammt laut französischen Medien aus dem Haus einer älteren Frau in der Nähe der nordfranzösischen Stadt Compiègne - die frühere Besitzerin war sich demnach des Millionenwerts nicht im Klaren. Das kleine Gemälde zeigt auf einem Goldgrund Christus inmitten einer Menschenmenge. Die Werke von Cenni di Pepo (circa 1240 bis 1302), wie Cimabue eigentlich hieß, sind sehr selten. Der Florentiner Maler und Mosaikkünstler gilt als eine der größten Figuren der italienischen Vorrenaissance.

NS-Zwangsarbeiterin und Autorin Vera Friedländer tot

Die Schriftstellerin Vera Friedländer, die sich als Mädchen an einer erfolgreichen Protestaktion gegen die Nazis beteiligte und später als Zwangsarbeiterin in einer Schuhfabrik versklavt wurde, ist tot. Die Autorin starb im Alter von 91 Jahren, wie der Verlag "Das Neue Berlin" unter Berufung auf ihren Sohn bestätigte. Die Mitbegründerin des Jüdischen Kulturvereins Berlin hatte in ihrem 2016 erschienenen autobiografischen Werk "Ich war Zwangsarbeiterin bei Salamander" über ihr Schicksal berichtet. Als 15-Jährige forderte sie im März 1943 zusammen mit ihrem Vater und anderen Beteiligten bei den Protesten in der Berliner Rosenstraße die Freilassung ihrer Mutter und anderer jüdischer Frauen. Zahlreiche Mitglieder der Familie wurden in Konzentrationslagern ermordet.

Spielemesse in Essen endet mit Besucherrekord

Die internationale Spielemesse "Spiel" ist in Essen mit einem Besucherrekord zu Ende gegangen. Rund 209 000 Menschen besuchten in den vergangenen Tagen die Messe für nicht-elektronische Spiele, wie die Veranstalter mitteilten. Im Vorjahr hatte man 190 000 Besucher gezählt. Die seit Jahren wachsende Branche präsentierte in diesem Jahr 1500 Neuheiten - darunter auffallend viele "Kennerspiele", wie die Messeveranstalter betonten. Diese Spiele richten sich an erfahrene Spieler, die im komplexen Aufbau und in kniffligen Ideen neue Herausforderungen sehen.

Amazonas-Synode endet mit neuen Initiativen

Mit einem Votum für verheiratete Priester in entlegenen Regionen ist am Wochenende die Amazonas-Synode im Vatikan zu Ende gegangen. Weiter spricht sich das Schlussdokument für weibliche Gemeindeleiterinnen aus. In dem 120 Artikel umfassenden Schlussdokument bekennen die Synodalen Rückhalt für die indigenen Völker und deren Lebensweise. Unter ökologischer Perspektive warb die Synode für einen ganzheitlichen Ansatz. Auch die Verteidigung der Menschenrechte wurde als verpflichtend bezeichnet. Insgesamt nahmen rund 280 Bischöfe, Ordensleute, Experten und Gäste an der Synode teil. Das auf spanisch abgefasste Schlussdokument ist nicht bindend; Papst Franziskus kündigte nach der Veröffentlichung an, voraussichtlich bis Jahresende ein eigenes Schreiben mit Folgerungen vorzulegen.

Steinmeier würdigt Deutsche Umweltpreis-Träger

Die Münchner Bodenwissenschaftlerin Ingrid Kögel-Knabner und der Mainzer Unternehmer Reinhard Schneider haben den Deutschen Umweltpreis 2019 erhalten. "Es braucht Vorreiter, Helden und Heldinnen, für die Bewahrung der Natur", sagte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in Mannheim. Der Umweltpreis ist mit insgesamt 500.000 Euro der höchstdotierte Umweltpreis Europas. Kögel-Knabner gilt als eine der renommiertesten und einflussreichsten Bodenwissenschaftlerinnen der Welt. Ihr sei es gelungen, die zentrale Rolle Bodens in den Fokus zu rücken, der in seiner Bedeutung "fatal unterschätzt" werde. Unternehmer Schneider habe konsequent ökologische Produkte in einem Massenmarkt mehrheitsfähig gemacht, mit seinen Produkten der Marke "Frosch" gilt er als Pionier der Kreislaufwirtschaft.

Roswitha-Preis 2019 für Monika Rinck

Monika Rinck hat den Roswitha-Literaturpreis 2019 der Stadt Bad Gandersheim erhalten. Die Berliner Lyrikerin nahm die Auszeichnung während eines Festakts im Kloster Brunshausen bei Bad Gandersheim entgegen. "Monika Rinck verfügt über ein breites Spektrum literarischer Mittel und Verfahrensweisen, über einen skurrilen Humor und einen anarchischen Witz", hieß es zur Begründung. Rinck hat seit 1998 viele Bücher mit Gedichten, Texten und Essays veröffentlicht. Der seit 1973 alljährlich vergebene und mit 5500 Euro dotierte Roswitha-Preis ist der älteste nur an Frauen verliehene deutsche Literaturpreis. Er erinnert an die nach Angaben der Stadt erste deutsche Schriftstellerin, die Kanonisse Roswitha von Gandersheim, die im 10. Jahrhundert Legenden, Dramen und historische Gedichte schrieb.

Poetry Slam: Friedrich Herrmann ist deutscher Meister

Der Thüringer Friedrich Herrmann (30) ist neuer deutscher Meister im Poetry Slam. Herrmann, der aus Jena kommt, setzte sich in der Endrunde des literarischen Bühnenwettbewerbs in Berlin gegen zwei weitere Finalisten durch. Die neunköpfige Jury habe Herrmanns "emanzipatorisch-persönlichen Text" gelobt. Insgesamt waren 110 Poeten aus Deutschland, Österreich, Italien und der Schweiz nach Berlin gekommen. Auf dem Programm standen 14 sogenannte Battles, bei denen die Teilnehmer eigene Texte vortragen. 25 Jahre nach dem ersten organisierten Poetry Slam in Deutschland ist die Vortragsform von lyrischen oder poetischen Texten auf Live-Bühnen vor wertendem Publikum inzwischen auch im bundesweiten Unesco-Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes verzeichnet.

Meldepflicht für strafbare Inhalte im Internet

Die Betreiber großer Social-Media-Plattformen sollen "Welt am Sonntag" zufolge künftig strafbare Inhalte dem Bundeskriminalamt melden müssen. Zudem sollen sie zur Auskunft über die nötigen Daten verpflichtet werden, berichtet die Zeitung. Dies sei Teil eines "Maßnahmenpakets gegen Rechtsextremismus und Hasskriminalität", das die Regierung am Mittwoch als Folge des Anschlags von Halle beschließen wolle. Bei Beleidigungen im Internet ist demnach vorgesehen, dass Staatsanwaltschaften künftig direkt tätig werden müssen.

Strickjacke von Kurt Cobain versteigert

Eine Strickjacke des früheren Nirvana-Frontmanns Kurt Cobain (1967-1994) ist in New York für 334 000 Dollar versteigert worden. Das sei der höchste Preis, der je bei einer Versteigerung für ein solches Kleidungsstück bezahlt worden sei, teilte das Auktionshaus Julien's Auctions mit. Die olivgrüne, verwaschene Strickjacke trug der Sänger 1993 fünf Monate vor seinem Tod bei einer «Unplugged»-Session des Musiksenders MTV. Eine Gitarre von Cobain brachte 340 000 Dollar. Die türkisfarbene Fender Mustang war 1993 eigens für den linkshändigen Musiker angefertigt wurde. Dazu gehört ein handgeschriebener Brief von Cobains Witwe Courtney Love, in dem es heißt, dass dieses Instrument eine Lieblingsgitarre des Grunge-Musikers gewesen sei. Die Versteigerung umfasste insgesamt mehr als 700 Memorabilien von Künstlern wie Elvis Presley, Janis Joplin, den Beatles, Michael Jackson, Madonna, Queen, Bob Dylan und Elton John.

Jüdische Kulturtage in Halle

Zweieinhalb Wochen nach dem Terroranschlag auf die Synagoge in Halle beginnen am Sonntag die Jüdischen Kulturtage in der Saalestadt. "Wir denken, dass das gemeinsame Feiern der Vielfältigkeit die beste Antwort auf Engstirnigkeit und Hass auf den eigenen Nachbarn ist", sagte Anton Hieke vom Freundeskreis Leopold Zunz Zentrum, der die Veranstaltungen koordiniert. Deshalb seien auch keine Abstriche am Programm mit rund 40 Veranstaltungen gemacht worden. Musik und Tanz gehören ebenso zum Angebot wie Führungen durch das jüdische Halle.

Auseinandersetzung mit Heimatbegriff

Die Intendantin des Berliner Maxim Gorki Theaters, Shermin Langhoff, fordert eine kritische Auseinandersetzung mit dem Begriff "Heimat". "Insbesondere im politischen Raum hat er meiner Ansicht nach nichts zu suchen", teilte Langhoff der Deutschen Presse-Agentur mit. "Die Tatsache, dass wir nach dem rechtsextremistischen Terror des NSU und dessen Umfeld im 'Thüringer Heimatschutz', Heimat zum ministerialen Ressort machen, nicht aber ein Antidiskriminierungsressort zur Bekämpfung von Rassismus und Antisemitismus schaffen, ist mehr als ambivalent", erklärte Langhoff. Das Theater will sich in den kommenden drei Wochen mit der Frage beschäftigen, wie sich Zugehörigkeiten anders denken lassen. Geplant sind Premieren, Performances und eine Konferenz.

Baselitz ist Mitglied der Académie des beaux-arts

Georg Baselitz ist in die französische Akademie der bildenden Künste gewählt worden. Der deutsche Maler und Bildhauer besetzt als ausländisches Mitglied den Stuhl des 2016 gestorbenen polnischen Filmemachers Andrzej Wajda. Er sei über die Wahl unglaublich glücklich, kommentierte Baselitz die Entscheidung der Akademie, die dem Institut de France untersteht. Er sei aber auch irritiert, dass ihm als deutscher Künstler solch eine Ehre zuteil werde, sagte er laut einer Mitteilung der Galerie Thaddaeus Ropac in Paris. Die Académie des beaux-arts ist eine der fünf Akademien des Institut de France. Sie wurde 1816 gegründet und besteht aus 63 Mitgliedern und neun Fachbereichen. Sechszehn Stühle werden mit ausländischen Kunstschaffenden besetzt, unter ihnen derzeit der britische Architekt Norman Foster und der japanische Dirigent Seiji Ozawa.

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