Seit 13:05 Uhr Breitband

Samstag, 14.12.2019
 
Seit 13:05 Uhr Breitband

Kulturnachrichten

Sonntag, 13. Oktober 2019

Kulturrat gegen Generalverdacht für Gaming-Szene

Der Deutsche Kulturrat wendet sich im Zusammenhang mit dem Anschlag in Halle gegen einen Generalverdacht gegenüber der Gaming-Szene. Computerspiele würden von Rechtsextremisten ebenso wie andere Kunstformen dazu genutzt, menschenverachtendes Gedankengut zu verbreiten, heißt es in einer Mitteilung des Spitzenverbands der Bundeskulturverbände. Hieraus aber eine besondere Gefährdung durch Games abzuleiten, verkenne die wahren Gefahren. Stattdessen müsse der Rechtsextremismus endlich energisch bekämpft werden. Jüdisches Leben müsse in Deutschland in seiner ganzen Vielfalt jeden Tag gelebt werden können, hieß es weiter. Bundesinnenminister Horst Seehofer hatte in einem ARD-Interview gesagt, viele Täter oder potenzielle Täter kämen aus der Gamerszene. Man müsse genau hinschauen, ob es noch um ein Computerspiel gehe oder aber um eine verdeckte Planung für einen Anschlag.

Hans-Ehrenberg-Preis an Norbert Lammert verliehen

Der frühere Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) ist in Bochum mit dem diesjährigen Hans-Ehrenberg-Preis ausgezeichnet worden. Die von der Evangelischen Kirche Bochum verliehene Auszeichnung gehe an den 70-jährigen Politiker, weil er mit Leidenschaft, Esprit und Stil die demokratische Kultur Deutschlands geprägt habe, erklärte der Bochumer Superintendent und Vorsitzende der Findungskommission, Gerald Hagmann. Der Preis erinnert an den Theologen und Philosophen Hans Ehrenberg (1883-1958). Er wirkte als Pfarrer in Bochum, gehörte zu den herausragenden Persönlichkeiten des kirchlichen Widerstands gegen den Nationalsozialismus und wandte sich vehement gegen Antisemitismus.

Heinrich-Schütz-Preis für Dirigent Roger Norrington

Der britische Dirigent Sir Roger Norrington ist mit dem Heinrich-Schütz-Preis geehrt worden. Der 85-Jährige Brite wird damit für seine Verdienste um die Pflege und Verbreitung der Musik des deutschen Frühbarock-Komponisten ausgezeichnet. Norrington sei "einer der wichtigsten Pioniere der historisch-informierten Aufführungspraxis", hieß es zur Begründung. Die Verleihung fand im Rahmen des diesjährigen Heinrich Schütz Musikfestes in Dresden statt.

Dresden gibt über 12.700 Ausstellungsstücke zurück

Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden haben im Zuge der Provenienzforschung bisher mehr als 12.700 Stücke aus ihren Museen an die rechtmäßigen Eigentümer zurückgegeben. Darunter waren fast 660 Objekte der sogenannten NS-Raubkunst. Wie der Leiter des Forschungsprojekts "Daphne", Gilbert Lupfer, der Deutschen Presse-Agentur erläuterte, sind darunter auch über 8.100 Werke, die im Zuge von DDR-Unrecht in die Sammlungen kamen. Sie gingen nach genauer Prüfung an die früheren Besitzer zurück. In dem Projekt klären die Kunstsammlungen seit 2008 die Herkunft der seit 1933 erworbenen Ausstellungsstücke und erfassen ihre Bestände elektronisch.

Europäischer Kinderfilmpreis geht nach Estland

Beim internationalen Kinder- und Jugendfilmfestival "Schlingel" in Chemnitz ist der mit 12.500 dotierte Europäische Kinderfilmpreis nach Estland vergeben worden. Der Streifen "Zaubereulenwald" in der Regie von Anu Aun überzeugte laut Jury durch einzigartige Aufnahmen von bedrohten Tierarten, wie die Jury mitteilte. Ausgezeichnet wurde auch die französisch-belgische Produktion "Lügen haben kurze Beine" in der Regie von Julien Rappeneau. Nach Angaben der Veranstalter kamen 25.000 Besucher zu dem Festival, das seit 1996 stattfindet.

Ahmad Mansour mit Menschenrechtspreis geehrt

Der Psychologe und Publizist Ahmad Mansour ist in Köln mit dem Menschenrechtspreis der Gerhart und Renate Baum-Stiftung geehrt worden. Mansour sei ein Mensch, "der sich unermüdlich als visionärer Brückenbauer für die Demokratie in unserer Integrationsgesellschaft" engagiere, begründete die Stiftung die mit 10.000 Euro dotierte Ehrung. Der Publizist setze sich mit verschiedenen Initiativen und Projekten für den Kampf gegen Extremismus ein. Mansour plädiert für eine innere Reform des Islam und ist Mitbegründer der "Initiative Säkularer Islam". 2017 gründete der 1976 in einem arabischen Dorf in Israel geborene und seit 2004 in Deutschland lebende Autor mit seiner Frau Beatrice Mansour die Gesellschaft "Mind Prevention", eine Initiative für Demokratieförderung und Extremismusprävention.

Jane Fonda bei Klima-Protest festgenommen

Die US-Schauspielerin Jane Fonda ist bei einem Klima-Protest am Freitag in Washington kurzzeitig festgenommen worden, weil die Demonstration nicht genehmigt war. In einer Videobotschaft erklärte sie: "Ich habe entschieden, mein Leben auf den Kopf zu stellen und für vier Monate nach Washington DC zu ziehen, um mich auf den Klimawandel zu konzentrieren." Wie die schwedische Fridays-for-Future-Initiatorin Greta Thunberg gesagt habe, handele es sich um eine Krise. "Wir müssen uns verhalten, als ob unser Haus brennt - denn so ist es." Fonda hatte den Protest mit einer Gruppe von Klimaschutz-Aktivisten unter dem Motto "Fire Drill Fridays" organisiert. "Fire Drill" bedeutet Brandschutzübung. Diese Brandschutzübungen sollen nun jeden Freitag vor dem Kapitol stattfinden.

Schwedische Akademie: Frühere Vorsitzende gestorben

Die Literaturwissenschaftlerin Sara Danius, frühere Vorsitzende der Schwedischen Akademie, ist im Alter von 57 Jahren gestorben. Sie war die erste Frau, die den Träger des Literaturnobelpreises verkündete. Danius war 2015 an die Spitze der Akademie gerückt, die den Literaturnobelpreis vergibt. Im Zuge des Akademie-Skandals um sexuelle Belästigung legte sie im April 2018 den Posten nieder, im Februar 2019 verließ sie die Akademie. Im Jahr 2014 machte sie eine Brustkrebserkrankung öffentlich.

Eike Schmidt kann als Uffizien-Direktor weitermachen

Nach seiner umstrittenen Absage als Chef des Kunsthistorischen Museums in Wien darf der Deutsche Eike Schmidt als Direktor der Uffizien in Florenz weitermachen. Schmidt könne zusammen mit anderen ausländischen Direktoren weitere vier Jahre in Italien bleiben, erklärte der italienische Kulturminister Dario Franceschini am Samstag auf Twitter. Schmidt hatte dem Museum in Wien überraschend wenige Wochen vor dem geplanten Amtsantritt abgesagt, obwohl der Wechsel von Florenz nach Wien seit zwei Jahren feststand. In Österreich hatte das Irritationen ausgelöst. Die Absage begründete er mit persönlichen Motiven und einer neuen Konstellation in der italienischen Kulturpolitik, die ihm das Bleiben aussichtsreich erscheinen lasse. Der in Freiburg geborene Schmidt hatte vor vier Jahren bei der Gemäldegalerie in Florenz begonnen.

Der Schauspieler Robert Forster ist tot

Der Schauspieler Robert Forster ist tot. Er ist am Freitag im Alter von 78 Jahren an den Folgen eines Hirntumors gestorben. Für seine Rolle in Quentin Tarantinos "Jackie Brown" wurde er für einen Oscar nominiert. Viele dürften ihn aus der Serie "Breaking Bad" kennen. Am Freitag feierte sein letzter Film "El Camino: Ein 'Breaking Bad'-Film" auf Netflix Premiere.

Kulturnachrichten hören

Oktober 2019
MO DI MI DO FR SA SO
30 1 2 3 4 5 6
7 8 9 10 11 12 13
14 15 16 17 18 19 20
21 22 23 24 25 26 27
28 29 30 31 1 2 3

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur