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Kulturnachrichten

Freitag, 20. Oktober 2017

Preis der Nationalgalerie an Agnieszka Polska

Polnische Künstlerin gewinnt eine Einzelausstellung in Berlin

Die in Berlin lebende polnische Künstlerin Agnieszka Polska ist mit dem Preis der Nationalgalerie ausgezeichnet worden. "In ihrem scharfsinnigen Werk behandelt Polska einige der dringendsten Fragen unserer Zeit", erklärte die Jury bei der Preisverleihung im Hamburger Bahnhof. Statt eines Geldpreises erhält die Gewinnerin eine Einzelausstellung in einem der Häuser der Nationalgalerie und eine begleitende Publikation. Dieses Jahr waren alle vier Nominierten Frauen.
Kulturstaatsministerin Monika Grütters erklärte, das mache einmal mehr deutlich, welcher Gewinn an künstlerischer Vielfalt mit der Gleichberechtigung von Künstlerinnen und Künstlern verbunden sei. Der mit 10000 Euro dotierte Förderpreis für Filmkunst ging an die Österreicherin Sandra Wollner für ihren Film "Das unmögliche Bild".

Prix Europa vergibt 14 europäische Medienpreise

Can Dündar ist Europäischer Journalist des Jahres.

Der ehemalige Cumhuriyet-Chefredakteur nahm heute den Outstanding Achievement Award des PRIX EUROPA entgegen. Neben Can Dündar durften sich 13 weitere Gewinner aus sieben Ländern über Auszeichnungen freuen. Christian Lerch wurde für sein Radiofeature „Papa wir sind in Syrien geehrt. Die Geschichte eines Vaters, der versucht seine beide Söhne, vom Islamischen Staat zu lösen. Die Auszeichnung als beste Fernsehinvestigation ging an die
französische Produktion „Church: Code of Silence. Diese zeigt, wie pädophile Priester von der katholischen Kirche durch die Versetzung über Kontinente hinweg
vor Strafverfolgung geschützt werden. Der PRIX EUROPA wurde 1987 gegründet
und zeichnet jedes Jahr die besten TV-, Radio- und Onlineproduktionen des Kontinents aus.

Erster Auschwitz-Prozess für Weltdokumentenerbe nominiert

Das teilte die deutsche Unesco-Kommission mit

Zwischen dem 24. und 27. Oktober fällt die Entscheidung, ob die Unterlagen des ersten Frankfurter Auschwitz-Prozesses, den Fritz Bauer maßgeblich vorantrieb, zukünftig zum Weltkulturerbe gehören wird. Die 454 Aktenbände und Tonbänder über die erste umfassende Auseinandersetzung mit dem millionenfachen Mord der Nationalsozialisten von 1963 bis 1965 seien von hohem kulturhistorischen Wert, hieß es in Bonn. Sie werden im Hessischen Landesarchiv in Wiesbaden aufbewahrt. Die zweite deutsche Nominierung ist die Constitutio Antoniniana, mit der der römische Kaiser Marcus Aurelius Severus Antoninus Schätzungen zufolge zwischen 212 und 213 nach Christus allen freien Bewohnern des Imperium Romanums das römische Bürgerrecht verlieh. Die Constitutio Antoniniana sei das erste bekannte Dokument, das ein weitgefasstes Bürgerrecht dieser Art festhalte, erklärte die Unesco-Kommission. Der Papyrus Gissensis I 40, der das einzige noch erhaltene Exemplar der Constitutio enthält, wird in der Universitätsbibliothek Gießen aufbewahrt. Das Weltdokumentenregister umfasst zurzeit 348 Dokumente, 22 der Eintragungen stammen aus Deutschland.

Dogan Akhanli erhält Polizeischutz

Er war bei seiner Rückkehr nach Deutschland bedroht worden

Der nach zweimonatigem Zwangsaufenthalt aus Spanien zurückgekehrte Autor Dogan Akhanli erhält Schutz vom nordrhein-westfälischen Innenministerium. Ressort-Chef Herbert Reul (CDU) versprach, man werde "für seine Sicherheit sorgen". Akhanli war bei seiner Rückkehr am Donnerstagabend auf dem Düsseldorfer Flughafen von einem Mann auf Türkisch als "Vaterlandsverräter" beschimpft worden. "Auch wenn es sich offenbar nur um einen Einzelnen handelte: Dass Herr Akhanli bei seiner Rückkehr gedroht wurde, ist ungeheuerlich", kritisierte Reul. "Die Polizei ermittelt deshalb bereits." Akhanlis Anwalt Ilias Uyar warf den deutschen Behörden heute vor, den Autor nicht rechtzeitig über die Auslieferungsbemühungen der Türkei informiert zu haben. Es sei verwunderlich, dass EU-Staaten noch immer juristisch mit der Türkei zusammenarbeiteten. "Die Türkei ist kein Rechtsstaat." Akhanli war am 19. August in Spanien festgenommen worden - nachdem die Türkei bei Interpol einen entsprechenden Antrag eingereicht hatte. Am Freitag vergangener Woche hatte die spanische Regierung mitgeteilt, ihn nicht an die Türkei auszuliefern.

Festnahme von Osman Kavalu sorgt für Empörung

Auch EU-Parlament entsetzt über Vorgehen gegen Kulturmäzen und Unternehmer

Die Berichterstatterin des Europaparlaments zur Türkei, Kati Piri, nannte die Festnahme von Osman Kavalu "sehr beunruhigend" und kündigte an, mit EU-Abgeordneten sich für seine sofortige Freilassung einzusetzen. Auch das französische Außenministerium äußerte sich "besorgt" über die Festnahme des in Paris geborenen Kavalu, der nach der Rückkehr von einer Inlandsreise mit Mitarbeitern des deutschen Goethe-Instituts am Mittwoch am Flughafen von Istanbul noch im Flugzeug abgeführt worden war. Der 60-jährige sei einer der "wichtigsten und angesehensten Vertreter der türkischen Kulturszene und Zivilgesellschaft" und arbeite regelmäßig mit der französischen Botschaft zusammen, heißt es in Paris. Ankara solle die Menschenrechte respektieren. Für Amnesty International handelt es sich um den "jüngsten Angriff auf die Zivilgesellschaft in der Türkei". Kavalu ist der Vorsitzende der Nichtregierungsorganisation Anadolu Kültür. Der Gründer des Iletisim-Verlags setzt sich seit Jahren für eine Verständigung mit Armenien ein. Sein Anwalt Ferat Cagil sagte der Nachrichtenagentur AFP, Kavala sei unmittelbar nach der Landung für sieben Tage in Polizeigewahrsam genommen worden. Der Fall sei als "vertraulich" eingestuft, so dass bisher unklar sei, was Kavala vorgeworfen werde.

Kosslick: offen über Machtmissbrauch reden

Berlinale-Chef äußert sich zu den Weinstein Enthüllungen

Der Berlinale-Chef Dieter Kosslick setzt sich dafür ein, dass im Zuge des Weinstein-Skandals offen über Machtmissbrauch in der Filmbranche geredet wird. "Ich finde, dass das erst der Zipfel einer Geschichte ist, die hoffentlich die Bettdecke endlich mal wegzieht und diese Abhängigkeiten auch mal klarmacht", sagte Kosslick dem Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB). Er habe mit Harvey Weinstein einige Desaster erlebt und sei geschäftlich unter Druck gesetzt worden, sagte Kosslick. Er habe dann den Kontakt zu dem Filmproduzenten abgebrochen. "Dann war man eigentlich am Ende als Festivalleiter, wenn man sich mit Harvey Weinstein angelegt hat." Dutzende Frauen haben Vorwürfe gegen Weinstein von Belästigungen bis zu Vergewaltigung öffentlich gemacht, mittlerweile ermittelt die Polizei. Der Hollywood-Produzent weist nach den Worten seines Anwalts Vorwürfe von "nicht-einvernehmlichem Sex" zurück.

Tarantino wusste schon lange von Weinstein-Übergriffen

Der Regisseur hat nun ein schlechtes Gewissen

Seine damalige Freundin, die Schauspielerin Mira Sorvino, habe ihm schon 1995 von Belästigungen des Hollywood-Produzenten Harvey Weinstein erzählt, sagte Quentin Tarantino der "New York Times". Danach hörte er von weiteren Fällen, erkannte aber nie das ganze Ausmaß. Stattdessen habe er die Anschuldigungen verdrängt und als Missverhalten des Produzenten abgetan. „Ich wusste genug, um mehr zu tun, als ich getan habe“, bekannte Tarantino, der für "Pulp Fiction", "Kill Bill", "Inglourious Basterds" und "Django Unchained" eng mit Weinstein zusammengearbeitet hatte. Alles was ich jetzt sage, wird wie eine beschissene Entschuldigung klingen.“ Er hätte viel früher „Verantwortung“übernehmen und seine Zusammenarbeit mit Weinstein beenden müssen. Unterdessen hat die Polizei in Los Angeles Ermittlungen wegen einer mutmaßlichen Vergewaltigung im Jahr 2013 eingeleitet.

EU-Millionen für Bühnen in der Uckermark und Vorpommern

Damit sollen Gastspiele und Koproduktionen ermöglicht werden

Die Uckermärkischen Bühnen Schwedt, das Theater Vorpommern in Greifswald und Stralsund sowie die Oper im polnischen Szczecin erhalten bis 2020 3,3 Millionen Euro Fördergeld. Das vermeldet nachtkritik.de. Gedacht sei das Geld für die Vernetzung der Häuser, beispielsweise die Angleichung der technischen Ausstattung. In der Folge könnten Spielpläne und Personaleinsatz miteinander abgestimmt werden, um gemeinsame Produktionen und Gastspiele "mit grenzüberschreitenden Themen" zu verwirklichen. Das Theater Vorpommern ist ein klassisches Drei-Sparten-Haus. Szczecin bietet Oper samt Ballett, Orchester und Chor, die Uckermärkischen Bühnen setzen besonders auf Musicals.

Belgrad: Museum für zeitgenössische Kunst neu eröffnet

Zehn Jahre Zwangspause wegen Renovierung und Korruptionsskandalen

Das frühere jugoslawische und heutige serbische Museum für zeitgenössische Kunst in Belgrad ist nach zehn Jahren Zwangspause wieder eröffnet worden. Das 1958 gegründete Museum war wegen jahrelanger Renovierung, die von zahlreichen Korruptionsskandalen begleitet war, für Besucher geschlossen. Zu seinem internationalen Bestand zählen 400.000 Kunstobjekte, beispielsweise Gemälde von Picasso und Gauguin. Über 8000 davon werden im Tresor der Zentralbank gelagert. Belgrad musste als einzige europäische Metropole ohne seine wichtigsten Museen auskommen. So wird das seit über einem Jahrzehnt ebenfalls geschlossene Nationalmuseum immer noch renoviert. Es soll im kommenden Jahr wieder seine Tore öffnen. Auch andere wichtige Ausstellung waren jahrelang ohne Besucher geblieben.

Bessere Arbeitsbedingungen an deutschen Theatern

Künstlergewerkschaften und der Deutsche Bühnenverband einigen sich

An deutschen Theatern gelten ab 1. April 2018 verbesserte Arbeitsbedingungen. Es wird der Schutz für schwangere Künstlerinnen gestärkt und die Mindestgage auf 2.000 Euro erhöht. Darauf einigten sich die Künstlergewerkschaften Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (GDBA) und Vereinigung deutscher Opernchöre und Bühnentänzer e. V. (VdO) mit dem Deutschen Bühnenverein als Arbeitgeberverband. GDBA-Präsident Jörg Löwer erklärte: „Die weitere Erhöhung der Mindestgage und der Nichtverlängerungsschutz für Schwangere bedeuten die Verwirklichung wichtiger tarifpolitischer Ziele der GDBA auf dem Weg zu angemessenen Arbeitsbedingungen für BühnenkünstlerInnen." Die tariflichen Neuregelungen gelten nicht für Privattheater.

Biennale Beitrag „Making Heimat" auf Weltreise

Bauministerium und Goethe Institut erhoffen sich Diskussionen zum Thema Integration

Der deutsche Beitrag auf der Architektur-Biennale in Venedig 2016 „Making Heimat. Germany, Arrival Country wird im Frühjahr 2018 auf Reisen gehen. Als Stationen sind bislang Mumbai, Kalkutta, Karachi, Lima, Santiago, Prag und London vorgesehen. Dort sollen anhand von „Making Heimat die Themen Ankunftsstadt und Integration diskutiert werden. Baustaatssekretär Gunther Adler begrüßte den Plan des Goethe Instituts: „Nachhaltiger kann ein Biennale-Beitrag kaum sein. Auf diese Weise erreichen wir für dieses wichtige Thema eine noch größere internationale Öffentlichkeit. Für den deutschen Beitrag hatte der Schriftsteller Doug Saunders acht Thesen unter dem Titel ANKUNFTSSTADT // ARRIVAL CITY entwickelt. Der Beitrag war vom Deutschen Architektur Museum (DAM) im Auftrag des Bundesbauministeriums erstellt worden.

Gesamt-Intendanz für Humboldtforum weiter umstritten

Paul Spies gegen Plan von Monika Grütters

Der Direktor des Berliner Stadtmuseums sieht Diskussionsbedarf für die Leitung des Humboldtforums nach dem Ende der Intendanz von Neil MacGregor Ende 2019. In der "Morgenpost" fragt der Niederländer, wer "welche Rolle spielen" solle, wenn das Humboldt Forum eröffnet ist und welche "Gestaltungsfreiheit der einzelnen Player" bekommen wird. Kulturstaatsministerin Grütters hat sich nach dem Modell dreier Gründungsdirektoren für eine Generalintendanz ausgesprochen. Paul Spies fordert, dessen Kompetenzen vertraglich zu regeln. Gleichzeitig schlägt er ein Kooperationsmodell zwischen den Einrichtungen des Landes Berlin und des Bundes vor. Wenn man im Humboldt Forum "Vielstimmigkeit" zeigen wolle, müsse man auch "Vielstimmigkeit in der eigenen Organisation leben", so Spies. "Dass man als Stadtmuseum in so einem großen Haus nicht die erste Geige spielt, ist logisch. Aber insgesamt ist es ein Orchester. Wir haben natürlich einen Dirigenten nötig. Aber dann hat man doch sein eigenes Instrument. Das zu bespielen kann der Dirigent nicht abnehmen."

Eidinger reist nicht zur Premiere von "Matilda" nach Russland

Der Historienfilm wird am Montag in St. Petersburg uraufgeführt

"Matilda", die verbürgte Geschichte über die Liason des letzten russischen Zaren Nikolaus II. mit der polnischen Ballerina Matilda Kschessinskaja, wird ohne Hauptdarsteller gefeiert werden. Nach einem Jahr Hetzkampagne orthodoxer Kreise gegen den Film, Regisseur Alexej Utschitel und den Hauptdarsteller, sagte Lars Eidinger mit Bedauern die Premiere im Mariinski-Theater ab. "Glaube mir, es bricht mir das Herz", schrieb an Utschitel. Im Herbst 2016 protestierten Duma-Abgeordnete gegen die Geschichte, weil sie in der Interpretation der Liebesaffäre eine Verunglimpfung des ermordeten (und heiliggesprochenen) Zaren sahen. Nachdem Kinobesitzern mit Brandstiftung gedroht wurde und Autos gingen in Flammen aufgingen, sprach sich Kulturminister Wladimir Medinski im September für den Film aus. In Deutschland läuft der Film am 2. November an.

In Donaueschingen dreht sich alles um digitale Musik

Musiktage im Schwarzwald präsentieren 20 Uraufführungen

In Donaueschingen sind am Abend die diesjährigen Musiktage eröffnet worden. Im Mittelpunkt des Festivals für Neue Musik werden diesmal digitale Musikformen stehen. Neben den großen Orchesterkonzerten mit dem SWR-Symphonieorchester werden auch außergewöhnliche Konzertformate präsentiert und inszeniert, so zum Beispiel Musik in Containern, japanische Geistergeschichten oder eine aktuelle Nachrichtensendung. Festivalleiter Björn Gottstein will zudem die Diversität fördern und hat dazu Komponisten und Komponistinnen aus 19 Ländern eingeladen. Bis zum Sonntag stehen insgesamt 20 Uraufführungen und vier Klanginstallationen auf dem Programm, unter anderem von Chaja Czernowin, Marina Rosenfeld und Bernhard Lang. Nach Angaben des Veranstalters sind die Donaueschinger Musiktage das älteste Festival ihrer Art. Bereits seit 1921 widmen sie sich der Neuen Musik.

Frank Haubitz wird neuer Kultusminister in Sachsen

Dresdner Gymnasiallehrer als Nachfolger von Kurth

Der Dresdener Gymnasiallehrer und Chef des sächsischen Philologenverbands, Frank Haubitz, soll neuer Kultusminister des Freistaats werden. Der scheidende Ministerpräsident Stanislaw Tillich stellte ihn in Dresden vor. Er bringe hohe Glaubwürdigkeit und langjährigen Praxisbezug als Lehrer und Schulleiter mit. Haubitz folgt auf Brunhild Kurth, die das Amt aus privaten Gründen abgegeben hatte. Amtsübergabe ist am Montag. Tillich hatte gestern angekündigt, seine Regierungs- und Parteiämter im Dezember abzugeben. Er zog damit die Konsequenz aus dem Bundestagswahldebakel, bei dem die AfD am 24. September in Sachsen mit 27,0 Prozent vor der seit der Wende regierenden CDU stärkste politische Kraft geworden war.

Italienischer Filmregisseur Umberto Lenzi gestorben

Er prägte das Genre italienischer Polizeifilme

Der italienische Regisseur Umberto Lenzi ist im Alter von 86 Jahren gestorben. Das berichtete die Nachrichtenagentur Ansa unter Berufung auf das Krankenhaus Grassi di Ostia, in dem Lenzi seit längerer Zeit in Behandlung war. Umberto Lenzi prägte das Genre italienischer Polizeifilme in den 1970er Jahren, die sogenannten Poliziotteschi. Bekannt sind seine Filme "Camorra - Ein Bulle räumt auf" (1976) und "Die Rache der Kannibalen" (1981). Lenzis Werk inspirierte auch Regisseure wie Quentin Tarantino. Der Italiener lebte zuletzt in einem Seniorenheim in Rom an der Küste bei Ostia.

Geschichte von Berlins Riesen-Dino erforscht

Überführung des Saurierskeletts war rechtskonform, aber dennoch zwiespältig

Nach mehrjähriger Forschungsarbeit besteht jetzt mehr Klarheit darüber, wie der berühmte Riesen-Dinosaurier im Berliner Museum für Naturkunde zu Kolonialzeiten in deutschen Besitz kam. Wie Holger Stoecker, Historiker und Afrika-Experte, sagt, war die Überführung des Saurierskeletts aus dem damaligen Deutsch-Ostafrika nach Berlin zwar rechtskonform; dennoch erfolgte sie zu Lasten der afrikanischen Befölkerung, da indigene Vorstellungen von Recht, Eigentum und Landbesitz nicht berücksichtigt wurden. Stoecker ist Mitglied eines vom Bundesbildungsministerium geförderten Forschungsverbundes, der seit 2015 der Herkunftsgeschichte des Dinosauriers nachgeht. Einem Zwischenbericht zufolge drängten Vertreter aus der Grabungsregion in der Vergangenheit auf Rückgabe. Die Regierung in Tansania lehnte dies aber ab, weil das Land nicht genügend Kapazitäten habe, um die Fossilien sachgerecht aufzubewahren und selbst ausstellen zu können.

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