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Kulturnachrichten

Mittwoch, 18. Oktober 2017

Gord Downie von The Tragically Hip gestorben

Kanadische Musik-Ikone erliegt Hirntumor

Der kanadische Musiker und Mitglied der Band The Tragically Hip, Gord Downie, ist im Alter von 53 Jahren an einem Hirntumor gestorben. 2015 wurde bei Downie Krebs diagnostiziert. Die Diagnose hielt er bis zum Mai 2016 vor der Öffentlichkeit unter Verschluss. The Tragically Hip veröffentlichten in ihrer dreißigjährigen Karriere 14 Studioalben, die meisten davon landeten in Kanada an der Spitze der Charts. Außerdem wurde die Band mit zahlreichen "Juno Awards" ausgezeichnet. 2005 wurden sie in die kanadische Music Hall Of Fame aufgenommen. Außerdem veröffentlichte Downie fünf Solo-Alben und engagierte sich für die Umwelt und die indigene Community in Kanada.

"Wer die Nachtigall stört" von Lehrplan gestrichen

Bezirk Biloxi in Mississippi verbannt mit Pulitzerpreis ausgezeichneten Roman

Ein Schulbezirk im US-Bundesstaat Mississippi hat den mit einem Pulitzerpreis ausgezeichneten Roman "Wer die Nachtigall stört" vom Lehrplan gestrichen. Der 1960 veröffentlichte Klassiker der verstorbenen Schriftstellerin Harper Lee habe zu Beschwerden geführt, teilte der Schulvorstand im Bezirk Biloxi im Süden von Mississippi der Zeitung "Sun Herald" mit. Das Buch befasst sich mit Rassismus gegenüber Afroamerikanern sowie deren Bürgerrechten. Nach Angaben der US-Büchereivereinigung ALA gehört der Roman zu den Büchern, die Schulen am häufigsten anfechten oder aus ihren Lehrplänen streichen. Vergangenes Jahr wurde das Werk bereits zusammen mit Mark Twains "Die Abenteuer des Huckleberry Finn" aus den Büchereien eines Schulbezirks in Virginia verbannt. Seinerzeit hatten sich Eltern eines Schülers über den ihrer Ansicht nach "spalterischen" Inhalt beschwert, hieß es in einem Bericht der New York Times.

Römische Höhlen in Galiläa geplündert

Laut "Jerusalem Post" wurden zwei Verdächtige festgenommen

Antikenräuber haben offenbar ein 2000 Jahre altes Höhlensystem in Galiläa geplündert. Entdeckt wurde der Raub bei einer Routineinspektion am Wochenende, wie die Zeitung "Jerusalem Post" unter Berufung auf eine Mitteilung der Israelischen Antikenbehörde berichtete. Das verzweigte Höhlennetz aus der Römerzeit war unter einem Privathaus in dem Dorf Illabun entdeckt worden. In ihm fanden sich laut Bericht Futtertröge sowie Reste von Wasserbecken, Kochgeschirr und Vorratsbehältnissen. Die Diebe erbeuteten demnach mehrere Funde und richteten großen Schaden in den Höhlen an. Laut Bericht wurden zwei Verdächtige festgenommen.

Neue Sammlung für TU-Antisemitismusforschung

Zudem wurde eine zweijährige Gastprofessur bewilligt

Der belgische Holocaust-Überlebende Arthur Langerman stellt seine einzigartige Sammlung judenfeindlicher Plakate, Postkarten und Bilder der TU Berlin zur exklusiven wissenschaftlichen Erforschung zur Verfügung. Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, vor allem junge Menschen über Antisemitismus zu informieren und gegen Vorurteile und Fremdenhass zu wappnen, wie der 75-Jährige in Berlin sagte. Das Zentrum für Antisemitismusforschung der TU bekommt dafür zwei neue Professuren. Wissenschaftsstaatssekretär Steffen Krach sagte, Berlin habe wegen seiner Geschichte eine besondere Verantwortung für das Thema. "Wenn auf den Schulhöfen unserer Stadt das Wort Jude wieder als Schimpfwort verwendet wird, macht uns das Sorge", sagte er.

Twitter will stärker gegen sexuelle Belästigung vorgehen

Benutzerkonten von Tätern sollen künftig gesperrt werden

Twitter will seine Nutzungsbedingungen verschärfen, um gegen die Verbreitung von Nacktfotos und gegen sexuelle Belästigung in dem sozialen Netzwerk vorzugehen. Künftig werde Twitter "mit sofortiger und endgültiger Wirkung Konten sperren, die es als die Quelle oder den Ursprung von Mitteilungen identifiziert, die nicht genehmigte Nacktheit zeigen", erklärte das Unternehmen. Der Begriff der "nicht genehmigten Nacktheit" wird laut Twitter erweitert und umfasst künftig voyeuristische Fotos sowie Bilder, bei denen Frauen unter den Rock fotografiert wird ("upskirt imagery"). "In Anbetracht der Tatsache, dass die abgebildeten Menschen im Allgemeinen nicht von der Existenz der Bilder wissen, werden wir nicht verlangen, dass sich die Zielperson meldet, um die Beiträge zu löschen", erklärte der Konzern. Allerdings sei es fast unmöglich, in jedem Fall zu bestimmen, ob die Inhalte mit der Zustimmung der gezeigten Menschen verbreitet würden. Das soziale Netzwerk habe sich daher dazu entschieden, die entsprechenden Beiträge zu löschen, "um die Opfer zu schützen".

Briefwechsel zwischen Künstlerpaar als Buch

Korrespondenz von Otto Modersohn und Paula Modersohn-Becker erscheint

Das Künstlerpaar Otto Modersohn und Paula Modersohn-Becker pflegte einen regen Schriftwechsel. Die Korrespondenz zwischen den beiden Malern aus dem Künstlerdorf Worpswede bei Bremen erscheint nun erstmals vollständig. Das Buch «Wir gehören uns ja - Der Briefwechsel» vereint 92 Schreiben Paulas und 70 Otto Modersohns. Flankiert werden die Briefe und Postkarten von Tagebuchauszügen. Bislang lagen nur Paulas Briefe und Tagebucheinträge in Buchform vor. "Für die Rezeptionsgeschichte ist es schon wichtig, dass man den Gegenpart hat", sagt die Herausgeberin Antje Modersohn. "Wir haben eine Primärliteratur geschaffen. Das wird der Wissenschaft neue Fenster öffnen." Die Veröffentlichung ist ein Gemeinschaftsprojekt der Otto-Modersohn-Stiftung Fischerhude und der Paula-Modersohn-Becker-Stiftung Bremen.

Neue Leiterin für NS-Dokumentationszentrum

Mirjam Zadoff wird Nachfolgerin von Gründungsdirektor Winfried Nerdinger

Die Historikerin Mirjam Zadoff wird neue Direktorin des NS-Dokumentationszentrums in München. Das beschloss der Stadtrat in nichtöffentlicher Sitzung. Die 43-Jährige wird Nachfolgerin von Gründungsdirektor Winfried Nerdinger, der im April 2018 in den Ruhestand geht. Derzeit hat sie noch den Alvin H. Rosenfeld-Lehrstuhl für Jüdische Studien an der Indiana University in Bloomington in den USA inne. Sie beschäftigt sich vorwiegend mit jüdischer Geschichte und Kultur sowie Holocauststudien.

Bellut gegen Vorschlag für nur einen nationalen Sender

ZDF-Intendant spricht sich für Vielfalt und Konkurrenz aus

ZDF-Intendant Thomas Bellut hat sich gegen den Vorschlag ausgesprochen, es solle künftig nur noch einen nationalen Sender geben. "Ich halte das nicht für den richtigen Weg", sagte Bellut bei einer Diskussionsveranstaltung zur "Strukturreform des öffentlich-rechtlichen Rundfunks". Angesichts der Bedeutung in der politischen Berichterstattung der öffentlich-rechtlichen Anstalten, halte er es für falsch, nur auf einen Sender zu setzen. Sachsen-Anhalts Medienminister Rainer Robra hatte zuvor gefordert, die ARD solle sich auf die Berichterstattung aus den Bundesländern konzentrieren. Als nationaler Sender reiche das ZDF aus. Die ARD-"Tagesschau" wäre nach seiner Überzeugung in der bisherigen Form dann überflüssig. Auch Patricia Schlesinger, Intendantin des Rundfunks Berlin- Brandenburg, erteilte diesen Ideen eine Absage. Gerade in Zeiten, in denen es ein erhöhtes Informationsbedürfnis gebe, sei ein funktionierendes öffentlich-rechtliches System umso wichtiger.

Bürgerbewegung Pulse of Europe ausgezeichnet

Ehrung erfolgt für Engagement für die Europäische Idee

Der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) verleiht der Bürgerbewegung Pulse of Europe die "Goldene Victoria 2017 für die Europäische Idee". Das Bündnis erhalte die Auszeichnung für sein couragiertes Engagement für das europäische Projekt in einer Zeit zunehmender politischer Polarisierung, teilte der VDZ mit. Auf die Initiative der Bürgerbewegung gehen seit November 2016 pro-europäische Kundgebungen in über 100 Städten in 21 Ländern zurück. "Pulse of Europe ist ein Paradebeispiel für überparteiliches Engagement aus der Mitte der Gesellschaft", so VDZ-Hauptgeschäftsführer Stephan Scherzer. Die Auszeichnung nimmt Pulse-of-Europe-Gründer Daniel Röder am 6. November in Berlin entgegen.

Konzeptkünstler Pawlenski in Psychiatrie verlegt

Der Russe hatte Feuer an der Banque de France in Paris gelegt

Der russische Konzept- und Performancekünstler Pjotr Pawlenski ist nach Angaben seines Verlegers in die Psychatrie verlegt worden. In der Nacht zu Montag hatte er Feuer an der Banque de France in Paris gelegt und in einem Kommuniqué auf Twitter seine Aktion erklärt: Die Bank habe, alles andere als zufälligerweise an der Place de la Bastille errichtet, auch deren Platz als Symbol der Macht und Unterdrückung eingenommen und die Banker den Platz der Monarchen in einem System der Versklavung. Die Wiederbelebung eines revolutionären Frankreich soll laut Pawlenski das globale Revolutionsfeuer auslösen. Er wurde nach der Aktion von der Polizei verhaftet. Seit Januar genießt Pawlenski politisches Asyl in Frankreich, nachdem er aus Russland geflohen ist.

Wildlife-Fotografie des Jahres gekürt

Die Wahl fiel auf das Bild eines gewilderten Nashorns mit abgehackten Hörnern

Das Bild eines gewilderten Spitzmaulnashorns mit abgehackten Hörnern ist zur Wildlife-Fotografie des Jahres 2017 gekürt worden. Fotograf Brent Stirton erhielt dafür im Londoner Natural History Museum den "Wildlife Photographer of the Year Award". Der Preis gilt als eine der renommiertesten Auszeichnungen für Naturfotografie. In der Begründung der Jury hieß es, Stirton habe die tragische Szene "beinahe majestätisch" dargestellt. Das Foto sei "symbolhaft für eines der verschwenderischsten, grausamsten und unnötigsten Verbrechen an der Natur". Die Aufnahme stammt aus einem Wildreservat in Südafrika.Das Bild des Nashorns wird von Freitag an zusammen mit 99 weiteren Fotografien in einer Ausstellung in dem Museum in London zu sehen sein. Der Jugendpreis "Wildlife Photographer of the Year 2017" ging an Daniel Nelson für sein Porträt eines Flachlandgorillas aus der Republik Kongo.

Pro Quote Bühne fordert Frauenquote von 50 Prozent

"Die herrschenden Geschlechterverhältnisse sind ein Trauerspiel"

Der Verein Pro Quote Bühne fordert mehr Frauen in künstlerischen Führungspositionen an deutschen Theatern. "Die seit Jahrzehnten herrschenden Geschlechterverhältnisse sind ein Trauerspiel", sagte Angelika Zacek, die gerade am Staatstheater Cottbus inszeniert und eine der Vereinsgründerinnen ist, laut Mitteilung. Zwei aktuellen Studien zufolge - unter anderem in Auftrag gegeben von Kulturstaatsministerin Monika Grütters - werden demnach 78 Prozent der Theater von Direktoren und Intendanten geleitet. Mit über 70 Prozent aller Inszenierungen dominierten Regisseure die großen Bühnen, während das Abonnement-Publikum zu zwei Dritteln aus Frauen bestehe.Der Niedriglohnjob des Soufflierens an deutschen Stadt- und Staatstheatern sei dagegen zu 80 Prozent weiblich besetzt. Regisseurinnen seien zum Großteil auf Nebenspielstätten zu finden und zudem für die Kinder- und Jugendstücke zuständig. Pro Quote Bühne fordert eine Frauenquote von 50 Prozent in allen künstlerischen Theater-Ressorts.

George Saunders erhält Man-Booker-Preis

Wichtigster britischer Literaturpreis geht zum zweiten Mal an US-Amerikaner

In seinem ersten Roman "Lincoln in the Bardo" erzählt der 58-jährige Autor George Saunders von der Nacht, in der der damalige US-Präsident Abraham Lincoln seinen 11-jährigen Sohn zu Grabe tragen musste. Die Jury lobte die Innovation des Romans, der auf paradoxe Weise die eigentlich toten Charaktere zum Leben erwecke. Saunders lässt mehrere Verstorbene zu Wort kommen und reiht geistreiche, zotige, poetische und aufregende Episoden aus dem Leben Lincolns und dem US-Bürgerkrieg, Passagen von Historikern und fiktionalen Charakteren aneinander. Nach der Verleihung der Auszeichnung sagte Saunders, er habe 20 Jahre lang mit sich gehadert, die Geschichte von Lincoln zu erzählen. Der Roman, an dem er vier Jahre lang geschrieben habe, passe nun jedoch punktgenau in die gesellschaftlich gespaltenen USA.

Hausarrest für Serebrennikow verlängert

Premiere in Stuttgart wird ohne russischen Regisseur stattfinden

Der Hausarrest gegen den russischen Regisseur Kirill Serebrennikow ist um drei weitere Monate verlängert worden. Das entschied ein Moskauer Gericht am späten gestrigen Abend. Serebrennikow wird Veruntreuung öffentlicher Fördergelder vorgeworfen. Damit wird er nicht an der Premiere der Oper „Hänsel und Gretel in Stuttgart teilnehmen können. Sie läuft nun am Sonntag ohne ihn, mit einem geänderten Regiekonzept. "Die Oper Stuttgart ist bestürzt über die Verlängerung des Hausarrests", sagte Kommunikationschef Thomas Koch gegenüber SWR2. "Schockiert" sei die Oper auch darüber, dass der Hausarrest ohne Nennung von Gründen verlängert wurde. "Wir alle können das nicht verstehen, sind traurig und wütend", sagte Intendant Jossi Wieler in Stuttgart. Der Intendant kritisierte, dass das russische Vorgehen einem Arbeitsverbot gleichkomme. Bei der Inszenierung am Sonntag spielt nun auch eine Rohfassung einer SWR-Dokumentation über das "Hänsel und Gretel"-Projekt eine zentrale Rolle.

Weitere Konsequenzen aus Weinstein-Affäre

Belästigungsvorwürfe führen zu Rücktritten in US-Filmbranche

Der wegen sexueller Belästigungen in Ungnade gefallene US-Filmproduzent Harvey Weinstein hat seinen letzten Posten in seiner früheren Firma aufgegeben. Der 65-Jährige trat gestern aus dem Verwaltungsrat der von ihm mitgegründeten Produktionsfirma zurück, wie aus seinem Umfeld verlautete. Demnach erfolgte der Rücktritt bei einem Treffen von Weinsteins Anwälten mit dem Verwaltungsrat der Weinstein Company in New York. - Der ebenfalls mit Vorwürfen sexueller Belästigung konfrontierte Chef der Amazon-Unterhaltungssparte, Roy Price, zog ebenfalls Konsequenzen: Price sei zurückgetreten, sagte eine Amazon-Sprecherin gestern. Der 51-Jährige war vergangene Woche bereits beurlaubt worden. Gegen ihn erhebt eine Filmproduzentin Belästigungsvorwürfe.
Die US-Schauspielerin Rose McGowan hatte auch Amazon-Chef Jeff Bezos öffentlich angegriffen: Sie habe Price "wieder und wieder" gesagt, dass "HW" sie vergewaltigt habe, ohne dass dieser reagiert habe. "Ich rufe Sie dazu auf, Vergewaltiger, mutmaßliche Pädophile und sexuelle Belästiger nicht weiter zu finanzieren", schrieb die 44-Jährige an Bezos.

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