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Kulturnachrichten

Sonntag, 8. Oktober 2017

Frühere Moderatorin Ulrike von Möllendorff gestorben

Sie wurde 78 Jahre alt

Die frühere Fernsehmoderatorin Ulrike von Möllendorff ist tot. Das bestätigte ihre Familie am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. Die gebürtige Berlinerin wurde Anfang der 70er Jahre in Westdeutschland einem breiten Fernsehpublikum bekannt, als sie beim ZDF die Moderation der Sendung "Drehscheibe" übernahm. Später präsentierte sie die Hauptausgabe der ZDF-Nachrichten "heute". Im Jahr 1991 wechselte Möllendorff für mehrere Jahre zur "Abendschau" des Senders Freies Berlin, wo sie schon in den 60er Jahren gearbeitet hatte. Sie starb bereits am 24. September dieses Jahres. Ulrike von Möllendorff wurde "in aller Stille" beigesetzt, wie aus einer Traueranzeige von Freunden und Familie hervorgeht.

Mario Vargas Llosa gegen Unabhängigkeit Kataloniens

Literaturnobelpreisträger spricht auf Demonstration

An der Demonstration gegen eine Unabhängigkeit Katalonien mit mehreren hunderttausend Teilnehmern hat auch der Literaturnobelpreisträger Mario Vargas Llosa teilgenommen. Der Peruaner mit spanischer Staatsangehörigkeit sagte in einer Rede, die spanische Demokratie werde jeder "Unabhängigkeitsverschwörung" standhalten. Die städtische Polizei schätzte die Zahl der Kundgebungsteilnehmer auf 350.000. Die Veranstalter sprachen sogar von bis zu 950.000 Teilnehmern. Zu der Kundgebung unter dem Motto "Es reicht! Lasst uns zur Vernunft zurückkehren" hatte die Organisation Katalanische Zivilgesellschaft aufgerufen, das die Unabhängigkeitsbestrebungen ablehnt. Auf dem zentralen Urquinaona-Platz in der katalanischen Regionalhauptstadt sangen die Menschen "Viva España" und schwenkten rot-gelbe Fahnen. Das katalanische Regionalparlament könnte am Dienstag die Unabhängigkeit von Spanien ausrufen.

CDU will Literaturhauptstadt Berlin stärken

Für Berliner Kultur gibt es im kommenden Jahr über 50 Millionen Euro mehr

Die CDU will bei den anstehenden Haushaltsberatungen das Profil Berlins als Literaturhauptstadt schärfen. "Fast alle Autoren wollen nach Berlin, leben in Berlin oder schreiben über Berlin. Dieses Pfund sollten wir stärker nutzen.", sagte der kulturpolitische Sprecher der CDU-Fraktion im Abgeordnetenhaus, Robbin Juhnke. Für die zweite Lesung des Kulturetats 2018/19 im Fachausschuss des Abgeordnetenhauses am Montag fordert die oppositionelle CDU deshalb insgesamt fast 1,3 Millionen Euro mehr für die Literaturförderung. Das Geld soll den Vereinen Lettrétage und Märchenland zugute kommen.

Nach Brandbrief: Intendant erntet Hassmails

Friedrichstadt-Palast grenzt sich von AfD ab

Mit seinem Brandbrief gegen AfD-Wähler hat der Intendant des Berliner Friedrichstadt-Palastes, Berndt Schmidt, heftigen Protest ausgelöst. Er habe in den vergangenen Tagen etwa 250 Hassmails - teils mit Morddrohungen - erhalten, sagte Schmidt der Deutschen Presse-Agentur. Vor der Vorstellung am Nachmittag richtete der Intendant sich an das Publikum. Unter lautem Applaus der Zuschauer sagte Schmidt, dass er sich in Zukunft noch mehr als zuvor von der AfD abgrenzen wolle. Abgrenzen heiße aber nicht ausgrenzen. Er hieß auch AfD-Wähler ausdrücklich willkommen. "Doch hoffentlich fühlen Sie sich komisch, wenn Sie gleich sehen, was entstehen kann, wenn ein Ensemble aus 25 verschiedenen Nationen, mit allen Hautfarben, aus Atheisten, Christen, Muslimen und Juden, aus Hetero- und Homosexuellen, von Menschen mit und ohne Behinderungen friedlich zusammenarbeitet." Schmidt hatte in einem Brief an die Mitarbeiter geschrieben, das Theater werde sich künftig noch deutlicher als bisher von 20 oder 25 Prozent der potenziellen Kunden im Osten abgrenzen.

Berliner Staatsoper gibt kostenloses Konzert

Ein Dankeschön an die Steuerzahler

Hunderte Menschen sind zu einem kostenlosen Konzert der Staatsoper Unter den Linden gekommen. Das "Konzert für Berlin" wurde auch live auf dem Bebelplatz übertragen, wo sich trotz des ungemütlichen Wetters etwa 300 Besucher versammelt hatten. Die Staatskapelle und Generalmusikdirektor Daniel Barenboim wollten sich mit dem Konzert beim Steuerzahler für die Sanierung des mehr als 250 Jahre alten Hauses bedanken. In der Oper blieben einige der verlosten Plätze frei. Zu hören waren unter anderem Werke von Edward Elgar und Giuseppe Verdi. Die Staatsoper war am Dienstag nach siebenjähriger Renovierung wiedereröffnet worden. Die Kosten in Höhe von rund 400 Millionen Euro trägt zum Teil der Bund mit 200 Millionen, der Rest kommt aus dem Berliner Haushalt. Nach dem Eröffnungsreigen wird das Opernhaus für zwei Monate wieder schließen, um die neue Technik den Erfordernissen des regulären Opernbetriebs anzupassen.

Hindunationalisten streichen Mittel für Taj Mahal

Das Mausoleum spiegele nicht die indische Kultur wider

Die hindunationalistische Regierung im indischen Bundesstaat Uttar Pradesh hat die Mittel zur Instandhaltung des weltberühmten islamischen Mausoleums Taj Mahal im Haushalt 2018 gestrichen. Außerdem entfernte sie das Bauwerk, das zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, aus den Broschüren zur Tourismuswerbung. Zur Begründung hieß es, das Taj Mahal spiegle nicht die indische Kultur wider. Die hindunationalistische BJP hatten im März dieses Jahres die Wahl in Uttar Pradesh mit einem Erdrutschsieg gewonnen. Das Taj Mahal in Agra war 1631 vom islamischen Großmogul Shah Jahan zum Gedenken an seine große Liebe Mumtaz Mahal errichtet worden. Die BJP ist der politische Arm der radikal-nationalistische Bewegung Hindutva, die aus Indien einen hinduistischen Gottesstaat machen will.

Letzter Gedichtband von Leonard Cohen angekündigt

Kanadischer Sänger arbeitete noch wenige Tage vor seinem Tod daran

Die letzten Gedichte, an denen Leonard Cohen noch wenige Tage vor seinem Tod gearbeitet hat, sollen im Oktober kommenden Jahres veröffentlicht werden. Der Band "The Flame" ("Die Flamme") werde neben den bislang unveröffentlichten Gedichten auch einige Prosatexte, Illustrationen und die Liedtexte seiner letzten drei Musikalben vereinen, erklärte Cohens früherer Manager Robert Kory. Der kanadische Singer-Songwriter war am 7. November 2016 im Alter von 82 Jahren gestorben. Er wurde in den 60er Jahren mit seinem Album "Songs Of Leonard Cohen" bekannt; zu seinen berühmtesten Liedern zählen "Suzanne", "Bird on a Wire" und "Hallelujah". Vor seinem Durchbruch als Musiker war Cohen vor allem Autor. Er schrieb insbesondere Gedichte, veröffentlichte aber auch zwei Romane.

Merkel: Buchpreisbindung steht nicht zur Disposition

Bücher seien ein Grundbedürfnis

Bundeskanzlerin Angela Merkel hält Bücher auch in Zeiten des Internets für unverzichtbar. Sie messe dem Lesen eine sehr große Bedeutung bei, sagte die Kanzlerin aus Anlass der bevorstehenden Frankfurter Buchmesse in ihrem wöchentlich Video-Podcast. "Es bereichert, es erweitert den Horizont." Sie lese seit Kindheitstagen sehr gerne, betonte Merkel: "Und deshalb möchte ich, dass das Buch eine Zukunft hat, auch in Zeiten, in denen man viel Kurzes und Schnelles im Internet lesen kann." Die CDU-Politikerin betonte, dass die Buchpreisbindung und der ermäßigte Mehrwertsteuersatz für Bücher in Deutschland nicht zur Disposition stünden. Ähnlich wie Lebensmittel seien Bücher ein Grundbedürfnis. Auch über weitere Erleichterungen für den Büchermarkt "müsste man dann noch mal reden", ergänzte die Kanzlerin. Konkrete Zusagen könne sie aber derzeit nicht machen. Gemeinsam mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron eröffnet Merkel am Dienstag die Buchmesse.

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