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Kulturnachrichten

Sonntag, 1. Oktober 2017

Europäischer Kinderfilmpreis geht nach Spanien

Internationales Kinder- und Jugendfilmfestival "Schlingel" in Chemnitz beendet

Die Europäische Kinderjury kürte am Wochenende den spanischen Film "Zip & Zap und die Kapitänsinsel" unter der Regie von Oskar Santos zum Sieger des Wettbewerbs im Bereich Kinderfilm. Der Europäische Kinderfilmpreis ist mit 12.500 Euro dotiert. Der mit 10.000 Euro dotierte Hauptpreis der Sächsischen Landesmedienanstalt ging an "Einfach Charlie" aus Großbritannien von Regisseurin Rebekah Fortune. Der französische Film "Kleiner Schlingel Spirou" von Nicolas Bary bekam den mit 5.000 Euro dotierten Preis der Stadt Chemnitz. Im Jugendfilmwettbewerb gewann der südkoreanische Streifen "Ein Meer aus Salz und Blüten" (Regie: Chang) den mit 1.000 Euro dotierten Filmpreis der Jugendjury. Zu sehen waren 159 Produktionen aus 51 Ländern. Der "Schlingel" fand bereits zum 22. Mal in Chemnitz statt.

Heiliger Initiationsritus zum Witz gemacht

Stammesführer Südafrikas kritisieren Film "Die Wunde"

Stammesführer in Südafrika haben das weltweit gelobte Filmdrama "Die Wunde" kritisiert. "Wir haben grundsätzliche Vorbehalte gegen den Film", äußerte sich Nkosi Mwelo Nonkonyana, Sprecher der Stammesführer, in der südafrikanischen Wochenzeitung "City Press". Der Film stellt die traditionelle Beschneidung, den Initiationsritus, der den Übergang der Jugendlichen zur Gruppe der Erwachsenen ermöglicht, in den öffentlichen Fokus. "Dass dieser Übergang jetzt von jedem in einem Film gesehen werden kann, ist ein Problem", klagte Nonkonyana. Er beschuldigte die Produzenten, aus dem heiligen Ritus einen "Witz" gemacht zu haben. Nonkonyana sei enttäuscht darüber, dass die Regierung die Ausstrahlung des Films ohne eine vorherige Beratung erlaube: "Man sollte gerichtlich gegen den Film vorgehen." Die Nationale Film- und Videostiftung Südafrikas hat den Film "Die Wunde" offiziell für einen Oscar in der Kategorie Bester fremdsprachiger Film vorgeschlagen.

Kritik an fehlender Mitmenschlichkeit

Regisseur Haneke: "Wir sind bloß mitmenschlich mit uns selbst"

Anlässlich seines neuen Films "Happy End" hat der österreichische Filmregisseur Michael Haneke die fehlende Mitmenschlichkeit in den westlichen Gesellschaften kritisiert: "Wir haben hier die bestmöglichen Voraussetzungen, mitmenschlich zu sein, weil wir im vollen Luxus leben. Wir sind es aber nicht, wir sind bloß mitmenschlich mit uns selbst", sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Des Weiteren hätten "wir als Gesellschaft, wir alle hier, die wir verwöhnt im Mittelpunkt des Wohlstands sitzen, kein Recht auf ein Drama", so Haneke weiter. Die "Nöte in unseren Breiten" seien "läppisch" im Verhältnis zu dem, was andere Menschen erleben müssten, "nicht zuletzt als Folge des Kolonialismus unserer Vorfahren", so der Regisseur. Den Vorwurf, seine Filme seien kalt und grausam, finde Haneke nicht zutreffend: "Nicht ich schau grausam auf die Welt, die Welt ist halt so, wie sie ist: widersprüchlich und schwierig."

Weiterer Handlungsbedarf nach "Ehe für alle" nötig

LSVD: Es gibt "rechtliche Unsicherheiten für Regenbogenfamilien"

Anlässlich des Inkrafttretens der "Ehe für alle" sieht der Geschäftsführer des Lesben- und Schwulenverbands Berlin-Brandenburg, Jörg Steinert, weiteren Handlungsbedarf als nötig. Es gebe Fragestellungen im Abstammungsgesetz: "Wenn ein Kind in einer lesbischen Beziehung geboren wird, kann dieses leider nicht per Mutterschaftsanerkennung angenommen werden, wie in heterosexuellen Beziehungen", klagte Steinert im Deutschlandfunk Kultur. Das bringe rechtliche Unsicherheiten für Regenbogenfamilien: "Wir hoffen, dass auch die Ko-Mutter von Anfang an rechtlich gesehen Mutter sein kann und das Kind auch abgesichert ist", so Steiner weiter. Außerdem kenne die Software keine Personen des gleichen Geschlechts: "Laut Eheregister ist jetzt einer der Männer, die heute geheiratet haben (...), eine Frau. Das soll bis zum 1. November 2018 oder vielleicht sogar ein Leben lang so bleiben. Das ist absurd. Das sollte korrigiert werden", forderte Steinert. Dass jemand gegen das Gesetz erfolgreich vorgehen würde, fürchtet Steinert dagegen nicht: "Wir waren beim Verfassungsgericht immer erfolgreich", betonte er.

"Ruhiger Blick für das Wesentliche der Menschengeschicke"

Theo Koll erhält den Hildegard-von-Bingen-Preis

Theo Koll (59), Leiter des ZDF-Auslandsstudios Paris, hat den Hildegard-von-Bingen-Preis für Publizistik 2017 erhalten. Koll schätze einen vorurteilsfreien, gewissenhaften und investigativen Journalismus. Er schildere mit ruhigem Blick für das Wesentliche die Geschicke der Menschen. Er betone das Verbindende und nicht das Trennende, ohne dabei das Ungewöhnliche und das Besondere zu übersehen, hieß es in der Begründung des Preis-Kuratoriums. Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung wurde ihm am heutigen Sonntag in Mainz verliehen.

"Ehe für alle" tritt in Kraft

Erste homosexuelle Paare heiraten

In Berlin, Hamburg und Hannover heiraten heute erstmals in Deutschland homosexuelle Paare wie Mann und Frau. Obwohl Sonntag ist, öffnen in diesen Städten die Standesämter, um die ab 1. Oktober geltende "Ehe für alle" möglich zu machen. In Hannover geben sich ein schwules und ein lesbisches Paar das Ja-Wort, die bereits 2001 die damals eingeführte eingetragene Lebenspartnerschaft eingegangen waren. Mit der neuen Regelung haben homosexuelle Paare nun auch das Recht, gemeinsam Kinder zu adoptieren. Der Bundestag hatte Ende Juni beschlossen, homosexuelle Partnerschaften der Ehe zwischen Mann und Frau gleichzustellen.

Verbot der Gesichtsverhüllung in Österreich

Polizei kündigt Vorgehen mit "Fingerspitzengefühl" an

Mit Schwerpunktkontrollen auf dem Flughafen Wien wollen die Behörden in Österreich das von heute an geltende Verbot von Burka und Nikab durchsetzen. Die Polizei werde im Ankunftsbereich zusätzliche Beamte im Einsatz haben, sagte ein Polizeisprecher. Beim Vorgehen sei Fingerspitzengefühl gefragt. "Wir werden natürlich mit dementsprechender Verhältnismäßigkeit an diese Sache herangehen, aber wir haben das Gesetz als Polizei ganz einfach zu vollziehen", so der Sprecher weiter. In Österreich dürfen ab 1. Oktober generell Gesichter nicht mehr verhüllt werden. Das betrifft alle Trägerinnen von Burkas oder Nikabs sowie Menschen, die ohne medizinische Notwendigkeit Atemschutzmasken tragen. Das Innenministerium hat Broschüren vorbereitet, die auf Deutsch, Englisch, Türkisch und Arabisch informieren. Wer sich weigert, sein Gesicht zu zeigen, riskiert 150 Euro Strafe.

Letzter Tag der Skulptur Projekte 2017

Mehr als 600.000 Besucher in dreieinhalb Monaten

Dreieinhalb Monate nach der Eröffnung der Skulptur Projekte 2017 haben Besucher an diesem Sonntag zum letzten Mal die Möglichkeit, in Münster und Marl 35 Kunstwerke im öffentlichen Raum zu besuchen. Bereits vor dem Abschluss der Schau, die als wichtigste Skulptur-Ausstellung weltweit gilt, hatten die Veranstalter einen Publikumsrekord vermeldet. Demnach haben sich mehr als 600.000 Besucher die Ausstellung angeschaut und sind dabei über Wasser gewandelt wie Jesus, haben eine Schrebergartenkolonie erforscht, ihr Handy am Lagerfeuer aufgeladen oder sich ein Tattoo stechen lassen. Die fünfte Auflage der alle zehn Jahre stattfindenden Freiluft-Großausstellung wurde letztmals von Kasper König als künstlerischem Leiter begleitet. Ende September hatte der 73-Jährige ankündigt, dass er 2027 nicht mehr aktiv dabei sein wird.

San Sebastián: Goldene Muschel für James Franco

65. Ausgabe des Festival de Cine

Hollywoodstar James Franco hat mit seiner Tragikomödie "The Disaster Artist" den Hauptpreis beim diesjährigen Internationalen Filmfestival in San Sebastián gewonnen. Für den Streifen über die Entstehungsgeschichte zum Kultfilm "The Room" von Tommy Wiseau (2003) erhielt der 39 Jahre alte US-amerikanische Schauspieler, Regissseur und Drehbuchautor in der nordspanischen Küstenstadt die Goldene Muschel für den besten Film. Franco ("127 Hours", "Spider-Man") führte Regie und stand auch als Tommy Wiseau vor der Kamera. "The Room" ging wegen schlimmer Drehbuchfehler und der miesen Dialoge als schlechtester Film aller Zeiten in die Filmgeschichte ein. Der Streifen wurde dann allerdings zum Kultfilm und lief jahrelang in vielen US-Kinos. Bei der 65. Ausgabe des Festival de Cine bekam die argentinische Filmemacherin Anahí Berneri mit dem Drama "Alanis" als erste Frau überhaupt die Silberne Muschel für die beste Regie. Ihre Hauptdarstellerin Sofia Gala Castiglione, die die Prostituierte Alanis spielt, wurde als beste Schauspielerin ausgezeichnet. Der Preis für den besten Hauptdasteller vergab die von John Malkovich angeführte Jury an den Rumänen Bogdan Dumitrache ("Pororoca").

Marilyn Manson durch herabstürzende Bühnendekoration verletzt

Unfall bei Konzert in New York

Schock-Rocker Marilyn Manson ist bei einem Konzert durch eine herabstürzende Bühnendekoration verletzt und ins Krankenhaus eingeliefert worden. Von Fans ins Internet gestellte Videoaufnahmen zeigen, wie der Musiker im Konzertsaal Hammerstein Ballroom in Manhattan singt, als plötzlich eine hinter ihm stehende Skulptur in Form zweier riesiger Pistolen auf ihn stürzt. Ein Sprecher erklärte, Manson sei in ein Krankenhaus gebracht worden. Nähere Angaben zum Gesundheitszustand des 48-Jährigen machte er nicht. Der Sänger - mit bürgerlichem Namen Brian Warner - ist für seine mit okkulten Bildern spielenden Bühnenshows bekannt.

Lisa Marei Schmidt leitet Brücke-Museum

Sie folgt auf Magdalena Moeller, die in den Ruhestand geht

Die Kunsthistorikerin Lisa Marei Schmidt (39) tritt zum 1. Oktober die Nachfolge von Magdalena Moeller an, die nach fast 30 Jahren an der Spitze des Hauses stand. Schmidt war zuletzt Kuratorin am Berliner Gegenwartsmuseum Hamburger Bahnhof. Sie realisierte dort zahlreiche Sammlungspräsentationen wie etwa die Ausstellung "A-Z. Die Sammlung Marzona". Die Politik erhofft sich von ihr, neue Publikumsschichten für das Haus zu gewinnen. Das Brücke-Museum im Berliner Stadtteil Dahlem ist das Landesmuseum für Werke der Künstlergruppe Brücke. Es feierte am 15. September sein 50-jähriges Bestehen.

Paris eröffnet neuen Museumskomplex

Alte Münzprägeanstalt zu Museumskomplex umgebaut

Nach sechsjährigen Umbauarbeiten ist die historische Münzprägeanstalt mitten in der französischen Metropole wiedereröffnet worden. Die "Monnaie de Paris" wurde von dem französischen Architekten Philippe Prost für 76 Millionen Euro umgebaut. Der 35 000 Quadratmeter große Komplex liegt am linken Seineufer gegenüber dem Louvre. In dem neoklassizistischen Ensemble befinden sich Ausstellungsräume für zeitgenössische Kunst, ein Münzmuseum, ein Drei-Sterne-Restaurant und verschiedene Ateliers, in denen Sondermünzen geprägt werden. Im Jahr 2014 wurde bereits ein Teil des Gebäudes im neoklassizistischen Stil für zeitgenössische Kunst geöffnet. Die "Monnaie de Paris" wurde 864 gegründet und ist die älteste staatliche Einrichtung Frankreichs.

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