Freitag, 23.08.2019
 

Kulturnachrichten

Sonntag, 9. Oktober 2016

Echo für Klavier-Festival Ruhr

Festival will junge Menschen für klassische Musik begeistern

Das Klavier-Festival Ruhr hat für seine kulturellen Bildungsprogramme den Musikpreis Echo Klassik erhalten. Intendant Franz Xaver Ohnesorg nahm den Preis bei einer festlichen Gala der Deutschen Phono-Akademie im Konzerthaus Berlin entgegen. "Wir werden uns auch künftig anstrengen, sozial oft benachteiligten Kindern hier im Ruhrgebiet durch unsere Education-Arbeit eine bessere Zukunft zu ermöglichen", kündigte Ohnesorg an. Mit seinem Education-Programm unterstützt das Klavier-Festival Ruhr vor allem junge Menschen unterschiedlicher sozialer und kultureller Herkunft bei der Entwicklung ihrer musikalischen und kreativen Fähigkeiten. Sie sollen auch für die Welt des Klaviers und der klassischen Musik begeistert werden. Unterstützt wird das Programm von bedeutenden Pianisten. Mit seinem Jahresprojekt "Begegnungen" erreichte das Festival in diesem Jahr rund 400 Kinder und Jugendliche.

Musikstück "Aghet": Türkei zieht Konsequenzen

Das Land sagt Teilnahme an EU-Kulturporgramm ab

Wegen einer deutschen Musikproduktion über den Völkermord an den Armeniern hat die Türkei ihre Teilnahme an einem EU-Kulturprogramm aufgekündigt. Das Land habe "einseitig beschlossen, das Programm 'Kreatives Europa' zu verlassen", sagte ein Sprecher der EU-Kommission "Bild am Sonntag". Das Kulturprogramm, das die Türkei 2014 unterzeichnet hatte, fördert mit 1,46 Milliarden Euro Künstler. Auslöser der Aufkündigung ist nach Informationen der Zeitung das von der EU unterstützte Musikprojekt "Aghet". In dem Stück der Dresdner Sinfoniker wird der Völkermord an den Armeniern durch das Osmanische Reich vor gut 100 Jahren thematisiert. Es spielen deutsche, türkische und armenische Musiker zusammen. Im November soll das Stück in Istanbul aufgeführt werden.

Wanka will WLAN für alle Schulen

Bildungsministerin will "Digital-Pakt" zwischen Bund und Ländern

Bundesbildungsministerin Johanna Wanka will alle 40.000 Schulen in Deutschland in den nächsten fünf Jahren mit Computern und WLAN ausstatten. Der Bund solle dafür bis 2021 fünf Milliarden Euro zur Verfügung stellen, sagte Wanka der "Bild am Sonntag": Schülerinnen und Schüler müssten heute "auch digital lernen und arbeiten können, statt nur zu daddeln". Dafür brauche man einen Digital-Pakt zwischen Bund und Ländern. Gemeinsam könnten Bund und Länder so den Schulen "das richtige Werkzeug für gute Bildung im 21. Jahrhundert geben", so die Ministerin. "DigitalPakt#D" heißt der Plan, den Wanka am Mittwoch vorstellen will. Im Gegenzug für die finanzielle Unterstützung müssten sich dabei die Länder verpflichten, "digitale Bildung zu realisieren". Das heiße: Sie bilden die Lehrer dafür aus, entwickeln Konzepte für den Unterricht, einigen sich auf gemeinsame technische Standards und kümmern sich um Wartung und Betrieb der digitalen Infrastruktur.

Berliner Schloss: Förderverein knapp bei Kasse

naMehr Rechnungen als Spenden

Der Förderverein für das Berliner Schloss bekommt eigenen Angaben zufolge erstmals mehr Rechnungen als Spenden. Grund sei der rasche Fortschritt der Bauarbeiten, sagte Vereinschef Wilhelm von Boddien der Nachrichtenagentur dpa. Der Verein habe seinen Spendenbeitrag von insgesamt 105 Millionen Euro bis Ende 2019 zugesagt. Weil die historische Fassade aber schon jetzt täglich wachse, müsse der Staat die Beträge zwischenfinanzieren. "Das war schon immer so angekündigt, das ist überhaupt keine Aufregung", versicherte Boddien. Bisher hat der Verein seinen Angaben zufolge 63 Millionen Euro Spenden gesammelt - damit fehlen noch 42 Millionen Euro. Der Vereinschef zeigte sich zuversichtlich, dass dies gelingt. Auch bei der Dresdner Frauenkirche sei der Großteil der Zuwendungen erst in den letzten Baujahren eingegangen. Die zu DDR-Zeiten gesprengte Preußenresidenz soll bis 2019 unter dem Namen Humboldt Forum ein Kultur- und Museumszentrum werden.

SPD: Kooperationsverbot abschaffen

Nationalen Bildungsallianz gefordert

Damit Schulen saniert werden können, fordern der Städte- und Gemeindebund sowie die SPD eine Grundgesetzänderung und die Abschaffung des Kooperationsverbots. "Der Bund sollte sich an den Aufwendungen der Kommunen für Bildung beteiligen können.
Investitionen in die Bildung reduzieren nicht zuletzt spätere Aufwendungen für Sozialleistungen", sagte der Hauptgeschäftsführer des deutschen Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg, der "Welt am Sonntag". "Bund, Länder und Kommunen müssen in einer nationalen Bildungsallianz gemeinsam in moderne Schulen investieren können", ergänzte SPD-Vize-Fraktionschef Hubertus Heil. Dafür müsse das Kooperationsverbot abgeschafft werden. Schulpolitik bleibe aber Ländersache. Das seit 2006 im Artikel 91 des Grundgesetzes verankerte Kooperationsverbot untersagt eine Zusammenarbeit von Bund und Ländern in den Bereichen Schule und Bildung. Auch Bildungspolitiker der Grünen unterstützen den Vorstoß für eine Grundgesetzänderung.

Autor Murakami mag keine Hochachtung

Er gibt nichts auf Spekulationen um den Nobelpreis

Der japanische Bestsellerautor Haruki Murakami sieht einen möglichen Gewinn des Literaturnobelpreises kritisch. "Ich freue mich ehrlich, wenn Leser meine Bücher schätzen, aber jede Form von Hochachtung ist eine Bürde für mich", sagte Murakami dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". "Ich möchte kein Standbild sein." Murakami ("Gefährliche Geliebte", "Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki") gilt seit Jahren als einer der Top-Favoriten auf die weltweit wichtigste Literaturauszeichnung. Der neue Preisträger wird voraussichtlich am 13. Oktober verkündet. Murakami sagte, er versuche, auf die Spekulationen nichts zu geben. "Der Nobelpreis und ich sind sehr weit voneinander entfernt. Selbst wenn alle Menschen auf der Welt mir versichern würden, ich sei nah dran, würde ich es nicht glauben."

José Carreras startet Abschiedstour

Sie beginnt am Mittwoch in Berlin

Der spanische Startenor José Carreras startet seine Abschiedstour in Deutschland mit einem Konzert in Berlin. Am Mittwoch tritt der Mitbegründer der legendären "Drei Tenöre" in der Philharmonie in Begleitung des Bohemia Sinfonieorchesters Prag auf. Unter dem Motto "Danke, Deutschland!" folgen weitere Konzerte in Leipzig, Stuttgart, Hamburg, München, Mannheim und Frankfurt. Das Programm gehört zu Carreras "finaler Welttournee", die er mit Blick auf seinen 70. Geburtstag (5. Dezember) angekündigt hatte. In den 80er Jahren hatte der Sänger eine Leukämie-Erkrankung überwunden und unterstützt seither mit einer Stiftung den Kampf gegen Blutkrebs.

Ungarische Oppositionszeitung eingestellt

Mitarbeiter sprechen von einem "Putsch"

Die ungarische Oppositionszeitung "Nepszabadsag" hat überraschend ihr Erscheinen eingestellt. Während die Samstag-Ausgabe noch ausgeliefert wurde, erschien auf der Webseite der Tageszeitung nur noch eine Mitteilung des Eigentümers, der Mediaworks AG: "Die Herausgabe der "Nepszabadsag" in allen ihren Versionen - Print und Online - wird mit dem heutigen Tag, bis zur Ausarbeitung beziehungsweise Umsetzung einer neuen Konzeption ausgesetzt". Mediaworks berief sich vor allem auf die Verluste, die die Tageszeitung erwirtschafte. Redakteure und Mitarbeiter erhielten Briefe, in denen ihnen mitgeteilt wurde, dass sie unter fortlaufenden Bezügen vom Dienst suspendiert sind. Die Facebook-Seite des Blattes, die bislang unter Kontrolle der Mitarbeiter blieb, schrieb am Samstag von einem "Putsch". Die liberale "Nepszabadsag" fiel in den letzten Monaten durch ausführlich recherchierte Geschichten über die Skandale und Affären von Mitgliedern und Günstlingen der rechts-nationalen Regierung von Ministerpräsident Viktor Orban auf. Mediaworks wird von der österreichischen Investmentfirma Vienna Capital Partners (VCP) kontrolliert. Die VCP-Tochter besitzt in Ungarn weitere Printmedien, darunter zwölf Regionalzeitungen.

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