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Kulturnachrichten

Samstag, 8. Oktober 2016

Ungarische Oppositionszeitung "Nepszabadsag" eingestellt

Mitarbeiter schrieben auf der Facebook-Seite des Blattes von einem "Putsch"

Die ungarische Oppositionszeitung "Nepszabadsag" hat überraschend ihr Erscheinen eingestellt. Während die Samstag-Ausgabe noch ausgeliefert wurde, erschien auf der Webseite der Tageszeitung nur noch eine Mitteilung des Eigentümers, der Mediaworks AG: "Die Herausgabe der "Nepszabadsag" in allen ihren Versionen - Print und Online - wird mit dem heutigen Tag, bis zur Ausarbeitung beziehungsweise Umsetzung einer neuen Konzeption ausgesetzt". Mediaworks berief sich vor allem auf die Verluste, die die Tageszeitung erwirtschafte. Redakteure und Mitarbeiter erhielten Briefe, in denen ihnen mitgeteilt wurde, dass sie unter fortlaufenden Bezügen vom Dienst suspendiert sind. Die liberale "Nepszabadsag" fiel in den letzten Monaten durch ausführlich recherchierte Geschichten über die Skandale und Affären von Mitgliedern und Günstlingen der rechts-nationalen Regierung von Ministerpräsident Viktor Orban auf. Mediaworks wird von der österreichischen Investmentfirma Vienna Capital Partners (VCP) kontrolliert. Die VCP-Tochter besitzt in Ungarn weitere Printmedien, darunter zwölf Regionalzeitungen.

Katharina Thalbach mit Jacob-Grimm-Preis ausgezeichnet

Preis würdigt Verdienste um "Anerkennung und Weiterentwicklung des Deutschen als Kultursprache"

Die Berliner Theaterregisseurin und Schauspielerin Katharina Thalbach ist in Kassel mit dem Jacob-Grimm-Preis Deutsche Sprache ausgezeichnet worden. Sie habe durch ihr Wirken auf der Bühne deutlich gemacht, dass die Kraft der Sprache Gefühle und Stimmungen erzeugen kann, lautete die Begründung der Jury. Der Preis ist mit 30.000 Euro dotiert. Sie sei von der Auszeichnung überrascht gewesen, sagte Katharina Thalbach bei der Preisverleihung. Sie habe mit der deutschen Sprache sozusagen nur "mit zweiter Hand" zu tun, da sie Texte anderer vortrage. "Ich bin ein Transporteur der Sprache", sagte sie. Der dreiteilige Kulturpreis Deutsche Sprache wird seit 2001 von der Eberhard-Schöck-Stiftung (Baden-Baden) und vom Verein Deutsche Sprache (Dortmund) für besondere Verdienste um die deutsche Sprache vergeben. Zu den bisherigen Jacob-Grimm-Preisträgern gehören unter anderem Udo Lindenberg und Ulrich Tukur.

Porzellan-Kirche in Thüringen geweiht

Die alte Burgkapelle wurde nach Plänen von US-Architekt Michael J.Brown umgestaltet

Mit einem ökumenischen Gottesdienst ist eine Porzellan-Kirche auf der Leuchtenburg bei Kahla in Thüringen geweiht worden. Die alte Burgkapelle wurde für rund 150 000 Euro nach den Plänen des US-Architekten und Designers Michael J. Brown umgestaltet. In dem modernen Kirchenraum mit hölzernen Sitzbänken reichen 30 Lamellen einem Vorhang gleich vom Fußboden bis zur Decke. Die Lamellen sind aus technischem Porzellan gefertigt. Künftig sollen auf sie 5200 Sterne projiziert werden, die zusammen ein Bild der Leuchtenburg ergeben.

Jimmie Durham erhält Kaiserring der Stadt Goslar

Auszeichnung gehört zu wichtigsten Preisen für zeitgenössische Kunst

Der Künstler und Menschenrechtler Jimmie Durham hat den Kaiserring 2016 der Stadt Goslar erhalten. Das vielschichtige Werk des 75-jährigen US-Amerikaners besteht aus Skulpturen, Installationen, Malerei, Zeichnungen, Performances, Videos und Fotografien. Es könne keiner künstlerischen Bewegung zugeordnet werden, schreibt die Jury in ihrer Begründung. Sein Oeuvre sei vielgestaltig und resultiere oft aus dem Prozess der Zusammen- und Gegenüberstellung von Werkstoffen oder gefundenen Objekten. Der Kaiserring - ein schlichter Goldring mit dem Bildnis des im Jahr 1050 in Goslar geborenen Kaisers Heinrich IV. - gilt als einer der weltweit wichtigsten Preise für zeitgenössische Kunst. Frühere Träger der undotierten Auszeichnung sind unter anderem Christo, Joseph Beuys, Max Ernst und Georg Baselitz.

Philipp Winkler erhält Literaturpreis von ZDF-"aspekte"

Der Preis für deutschsprachige Erstlingsprosa würdigt seinen Roman "Hool"

Der Autor Philipp Winkler bekommt den Literaturpreis der ZDF-Kultursendung "aspekte" für seinen Roman "Hool", wie das ZDF mitteilte. Die Jury lobte den 1986 geborenen Autor für ein "leises und vorsichtiges Buch" über Lärm, Gewalt und Hooligans. Man habe hier einen "neuen Schriftsteller entdeckt", teilte der Sender mit. Der Preis gilt als bedeutende Auszeichnung für deutschsprachige Erstlingsprosa und ist mit 10 000 Euro dotiert. Er wird am 20. Oktober im Rahmen der Frankfurter Buchmesse zum 38. Mal verliehen. Mit "Hool" steht Winkler auch auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises, der am 17. Oktober vergeben wird - dem Vorabend der Buchmesse.

Raubkunst-Kommission um jüdische Vertreter erweitert

Beratungsgremium empfiehlt faire Lösungen

Die Kommission für die Rückgabe von NS-Raubkunst soll um Vertreter jüdischer Organisationen erweitert werden. Darauf haben sich Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) und die Kultusminister der Länder zum Abschluss einer zweitägigen Kultusministerkonferenz in Bremen verständigt. "Damit stellen wir sicher, dass die Beratende Kommission auch in Zukunft erfolgreich und von allen Seiten anerkannt arbeiten kann", sagte Grütters. Die Verständigung sei "im Interesse auch und vor allem der Opfer des NS-Kunstraubs und ihrer Nachkommen". Die Kommission, die beratend Empfehlungen im Streitfall zwischen Raubkunst-Eigentümern und Opfervertretern ausspricht, arbeitet seit 2003. Das Gremium kann in Fällen, bei denen der Verdacht auf Raubkunst in Museumsbesitz besteht, angerufen werden. Die jetzt beschlossene Ergänzung um Vertreter jüdischer Organisationen war in der Vergangeheit mehrfach gefordert worden, u.a. 2015 von Hermann Parzinger, dem Präsidenten der Berliner Stiftung Preußischer Kulturbesitz.

Kanada ist 2020 Ehrengast auf Frankfurter Buchmesse

Übersetzungsprojekt fördert Literatur des Gastlandes

2020 ist Kanada Ehrengast auf der Frankfurter Buchmesse. Eine entsprechende Vereinbarung hätten Direktor Juergen Boos und die Ministerin für das Kulturerbe Kanadas, Mélanie Joly in der Hauptstadt Ottawa unterzeichnet, teilte die Buchmesse in Frankfurt am Main mit. Die Gastlandpräsentation werde gemeinsam von englisch- und französischsprachigen Verlegern und Autoren getragen. Kanadische Autoren wie Margaret Atwood, Douglas Coupland und Alice Munro überzeugten durch ihren außerordentlichen Einfallsreichtum und ihre visionäre Literatur, sagte Boos. Als Einwanderungsland stehe Kanada beispielhaft für eine erfolgreiche multikulturelle Gesellschaft. Auch deswegen erwarte er eine "hochspannende" Präsentation. Nach Angaben der Buchmesse produzieren 1.500 kanadische Verlage jährlich 10.000 Titel von heimischen Autoren. 80 Prozent des Gesamtumsatzes wird mit englischsprachigen Büchern erwirtschaftet, 20 Prozent mit Publikationen in französischer Sprache. Seit 1976 begrüßt die Fankfurter Buchmesse ein Ehrengastland. Dabei wird die Literatur des Gastlandes u.a. durch ein Übersetzungsförderungsprogramm unterstützt. Ziel ist die Verlagsbranche und Kulturinstitutionen des jeweiligen Landes international stärker zu vernetzen und damit seine Literatur international bekannter zu machen.

Deutschland-Ausstellung des British Museum in Berlin

Intendant des Humboldtforums zeigt deutsche Geschichte aus britischer Sicht

In Großbritannien sorgte die Schau für Furore. Jetzt zeigt der britische Kunsthistoriker Neil MacGregor seine Ausstellung "Deutschland - Erinnerungen einer Nation" auch im Berliner Martin-Gropius-Bau. Bis zum 9. Januar dokumentieren rund 200 Objekte aus den vergangenen 600 Jahren die zerrissene und zuletzt so dunkle deutsche Geschichte. MacGregor sagte heute vor der Eröffnung, die Ausstellung des British Museum in London sei nicht für ein ausländisches Publikum gedacht gewesen. Dennoch hoffe er, dass auch die deutschen Besucher das Positive an der Einzigartigkeit ihrer Geschichte erkennen könnten. Zu den bewegendsten Stücken gehören das Lagertor des Konzentrationslagers Buchenwald mit der infamen Aufschrift "Jedem das Seine" und die Bronzeskulptur "Schwebender" von Ernst Barlach. MacGregor (70) ist inzwischen Chef der Gründungsintendanz für das Humboldt Forum im Berliner Schloss.

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