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Kulturnachrichten

Montag, 3. Oktober 2016

20 Jahre Tag der offenen Moschee

Veranstalter ziehen positive Bilanz

Der bundesweite Tag der offenen Moschee hat im 20. Jahr seines Bestehens nach Veranstalterangaben zahlreiche Menschen in muslimische Gebetshäuser gezogen. Rund 1.000 Moscheen hätten sich an der Aktion beteiligt, sagte Zekeriya Altug von den Veranstaltern. Der Tag sei friedlich verlaufen, in Leipzig habe er allerdings von Pöbeleien gehört, so Altug. Etwa 100.000 Bürger kommen am Tag der offenen Moschee nach Angaben der Veranstalter alljährlich in islamische Gebetshäuser. Der Tag der offenen Moschee wird seit 1997 am 3. Oktober veranstaltet, dem Tag der Deutschen Einheit. Die teilnehmenden Islamverbände haben bewusst den Tag der deutschen Einheit gewählt, um zu signalisieren: Der Islam ist ein Teil Deutschlands. Rund 120 repräsentative Bauten mit Kuppel und Minarett gibt es derzeit in Deutschland.

Mehr als 6000 Menschen besuchen Gedenkstätte Marienborn

Trotz Kälte Andrang am "Tag der Deutschen Einheit"

Am Tag der Deutschen Einheit haben mehr als 6000 Menschen die Gedenkstätte am ehemals größten deutsch-deutschen Grenzübergang in Marienborn besucht. Für die kalten Temperaturen seien erstaunlich viele Leute da, heißt es von der Gedenkstättenleitung. Einen ökumenischen Bittgottesdienst am Vormittag hätten rund 400 Besucher mitgefeiert, viele seien familiär mit der deutschen Teilungsgeschichte verbunden und der Gedenkveranstaltung seit vielen Jahren treu. Gut angenommen worden seien auch die Informationsangebote der Außenstelle Magdeburg des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen. Es wurde über die Arbeit der DDR-Staatssicherheit im Westen informiert, zudem konnten Interessierte mehr die Möglichkeiten zur Akteneinsicht erfahren.

Lammert mahnt am Tag der Einheit zu Respekt und Toleranz

Bundestagspräsident sieht Grund zum Feiern

Begleitet von Schmährufen rechter Gruppierungen haben die Spitzen des Staates in Dresden den 26. Jahrestag der Deutschen Einheit gewürdigt. Bundestagspräsident Lammert rief die Deutschen in einer Rede zur zentralen Gedenkfeier dazu auf wahrzunehmen, wie gut es den meisten Menschen in Deutschland heute gehe. "Wir leben in Verhältnissen, um die uns fast die ganze Welt beneidet." Bundeskanzlerin Merkel rief zu mehr Respekt in der politischen Auseinandersetzung auf. Merkel und auch Bundespräsident Gauck wurden bei ihrer Ankunft von Demonstranten beschimpft. Am Wochenende war Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert mit "Volksverräter"-Rufen bedacht worden, weil er Vertreter islamischer Gruppen ins Rathaus geladen hatte. Am Nachmittag fanden in Dresden mehrere Demonstrationen sowohl rechts- wie auch linksgerichteter Gruppen statt. Zu dem Bürgerfest zum Tag der deutschen Einheit wurden Zehntausende Menschen erwartet.

Tracey Emins "My Bed" in der Tate Liverpool

Gemeinschaftsschau mit William Blake

Tracy Emins Installation "My Bed" ist in der Tate Liverpool in einer Schau zu sehen. Gezeigt wird es zusammen mit Werken von William Blake. Für 2,5 Millionen Pfund hatte der deutsche Kunstsammler Graf Christian Dürckheim 2014 eines der bekanntesten zeitgenössischen Kunstwerke ersteigert: "My Bed" der Britin Tracey Emin, geschaffen im Jahr 1998. Diese Installation war ursprünglich eine Art Hilfeschrei der Künstlerin. Das Chaos rund um ihr Bed, schmutzige Unterwäsche, ein Aschenbecher voller Zigaretten, spiegelt das Chaos in ihrem damaligen Leben. 18 Jahre dannach ist Emin nach Liverpool gekommen, um ihr "Kunstwerk" neu zu arrangieren und hier zu zeigen. Die für den Turner-Prize nominierte Installation hatte 1999 für einen Skandal gesorgt - heute gehört es zum anerkannten Kunstkanon der Geschichte. Dürckheim hat es nach der Auktion den Tate-Galerien für zehn Jahre als Leihgabe überlassen. Jetzt ist das wohl berühmteste ungemachte Bett der Welt erstmals im Norden Englands ausgestellt, in der Tate Liverpool. Die Schau läuft noch bis September 2017.

Weimar-Preis für Musiker Alan Bern

Ehrung für Gründer von "Yiddish Summer Weimar"

Der US-amerikanische Musiker Alan Bern ist mit dem diesjährigen Weimar-Preis ausgezeichnet worden. Der 1955 in Bloomington (Indiana/USA) geborene und seit 1999 in Weimar lebende Künstler habe sich durch sein engagiertes Wirken in besonderem Maße um die Förderung der Weltmusik verdient gemacht, hieß es zur Begründung. Der Musiker habe sich weit über die Grenzen der Klassikstadt hinaus Anerkennung erworben. Bern ist Gründer und Leiter des Festivals Yiddish Summer Weimar. Bern widmet sich der Musik nicht nur als Komponist, Pianist und Akkordeonist, sondern er ist auch Dozent, Kulturaktivist und Philosoph. Der Weimar-Preis wird seit 1990 von der Stadt vergeben. Er wird an Einzelpersonen verliehen, die sich um das geistig-kulturelle Ansehen der Stadt Weimar verdient machen. Die mit 5000 Euro dotierte Auszeichnung wurde im Deutschen Nationaltheater Weimar überreicht.

Medizin-Nobelpreis für den Zellforscher Yoshinori Ohsumi

Ehrung für Entdeckung des Autophagie-Mechanismus

Der Autophagie-Mechanismus spielt bei der Zersetzung von Zellbestandteilen eine Rolle. Das teilte das Karolinska-Institut in Stockholm mit. Die höchste Auszeichnung für Mediziner ist mit umgerechnet 830 000 Euro (8 Millionen Schwedischen Kronen) dotiert. Ohsumi, geboren 1945, "entdeckte und erforschte Mechanismen, die der Autophagie zugrunde liegen", heißt es. "Dabei handelt es sich um einen grundsätzlichen Prozess, um Zellkomponenten abzubauen und zu recyceln." Das dient der Gesunderhaltung des Körpers. Ohsumi arbeitet am Institute of Technology in Tokio. Seit 1901 haben 210 Menschen den Medizinnobelpreis erhalten, darunter zwölf Frauen. Der erste ging an den deutschen Bakteriologen Emil Adolf von Behring für die Entdeckung einer Therapie gegen Diphtherie. Der jüngste Preisträger war bislang mit 32 Jahren Frederick G.Banting, der älteste war mit 87 Jahren Peyton Rous. Mit dem Medizin-Preis startete der Nobelpreisreigen: Morgen und am Mittwoch werden die Träger des Physik- und des Chemie-Nobelpreises benannt.

Oktoberfest hat so wenig Besucher wie seit Jahren nicht

Festbilanz

Das Münchner Oktoberfest hat so wenige Besucher angelockt wie seit Jahren nicht mehr. Nach einer ersten Schätzung der Festleitung kamen 5,6 Millionen Gäste - rund 300 000 weniger als Vorjahr. Noch weniger waren zuletzt nach Angaben der Stadt im Jahr 2001 mit 5,5 Millionen Besuchern registriert worden. Schon im vergangenen Jahr hatte das größte Volksfest der Welt einen Rückgang verzeichnet, die Zahl sank damals um 400 000 auf 5,9 Millionen. Seltener als sonst mussten diesmal Festzelte wegen Überfüllung geschlossen werden. Miserables Wetter zum Auftakt, aber wahrscheinlich auch Sorgen um die Sicherheit haben in diesem Jahr die Besucherzahlen beeinträchtigt. Nach dem Amoklauf in München sowie islamistisch motivierten Anschlägen hatte die Stadt die Sicherheitsvorkehrungen erhöht. Erstmals war das Gelände vollständig von einem Zaun umschlossen. Große Taschen mit mehr als drei Litern Fassungsvermögen waren verboten.

Burtons Fantasyfilm führt US-Kinocharts an

Trotz Kino-Spitze enttäuschender Start

Der Fantasyfilm "Die Insel der besonderen Kinder" von Tim Burton ("Edward mit den Scherenhänden") hat an diesem Wochenende die US-Kinocharts angeführt. Die Buchverfilmung erzählt die Geschichte eines Kinderheims, deren Bewohner geheime Superkräfte haben. Sie spielte zum Start laut vorläufigen Zahlen des Branchenmagazins "Variety" rund 28,5 Millionen Dollar (25,3 Millionen Euro) ein. Damit dürfte es der geschätzt 110 Millionen Dollar teure Film schwer haben, einen Profit zu erzielen. Auch der zweite große Neustart verlief eher enttäuschend: Der Thriller "Deepwater Horizon" mit Mark Wahlberg erzählt die wahren Begebenheiten auf der Bohrinsel im Golf von Mexiko und kam auf 20,6 Millionen Dollar. Auch dieser Film wird in den USA alleine kaum seine 120 Millionen Dollar Produktionskosten einspielen. Er startet Ende November in Deutschland. Auf Platz 3 folgt die Western-Neuverfilmung "Die glorreichen Sieben". Sie gab laut "Box Office Mojo" in der zweiten Woche fast 55 Prozent nach und landete bei etwa 15,7 Millionen Dollar.

Dirigent Sir Neville Marriner ist tot

Gründer der "Academy of St. Martin in the Fields"

Der britische Dirigent, Sir Neville Marriner, ist tot. Er starb er im Alter von 92 Jahren, wie die "Academy of St. Martin in the Fields" mitteilte. Das Kammerorchester hatte Marriner selbst mitbegründet und es als Violinist und später als Dirigent zu einem herausragenden Ensemble gemacht. Marriner leitete außerdem das Los Angeles Chamber Orchestra und das Radio-Sinfonie-Orchester Stuttgart, er war Gastdirigent bei Orchestern wie der Staatskapelle Dresden und dem Royal Concertgebouw Orchester Amsterdam. Seine mehr als 600 Einspielungen umfassen Werke der barocken und romantischen Musik bis zu zeitgenössischen Komponisten. Für seine musikalischen Verdienste ernannte Königin Elizabeth II. ihn 1975 zum Commander of the British Empire und erhob ihn 1985 in den Adelsstand.

Inkognito von Elena Ferrante angeblich gelüftet

Sie sei die Übersetzerin Anita Raja

Die streng gehütete Identität der italienischen Erfolgschriftstellerin Elena Ferrante ("Meine geniale Freundin") ist laut einem Zeitungsbericht angeblich geklärt. Der italienische Enthüllungsjournalist Claudio Gatti schreibt in der Sonntagsbeilage der Wirtschaftszeitung "Il Sole 24 ore", hinter dem Pseudonym verberge sich die Übersetzerin Anita Raja. Deren Name war bereits früher im Rätselraten um die Identität gefallen. Der Artikel erschien am Sonntag zeitgleich in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung", der amerikanischen Zeitschrift "The New York Review of Books" und auf der französischen Website Mediapart. Gatti folgte demnach der "Spur des Geldes". Raja arbeite als freie Übersetzerin für den italienischen Verlag Edizioni e/o, in dem Ferrantes Werke erscheinen. Seit dem Riesenerfolg der englischen Ausgabe der Tetralogie hätten sich die Zahlungen an Raja vervielfacht, was mit der Tätigkeit als Übersetzerin nicht zu erklären sei.

Kinderfilmtage: "Heidi" gewinnt Emmi

Film von Alain Gsponer sei "spannend, lustig, traurig und nie langweilig"

Der Film "Heidi" ist zum Abschluss der Kinderfilmtage im Ruhrgebiet als bester Kinderfilm 2016 mit dem Preis Emmi ausgezeichnet worden. Hauptdarstellerin Anuk Steffen wurde zudem für ihre Darstellung der Heidi mit dem Preis Emo als beste Kinderdarstellerin geehrt, wie die Veranstalter der Kinderfilmtage am Sonntag in Essen mitteilten. Mit der Verleihung des mit 2.000 Euro dotierten Emo und des mit 1.000 Euro dotierten Emmi in der Essener Lichtburg endete das Kinderfilmfestival. Der Emmi wird von einer Kinderjury verliehen. Die jungen Juroren erklärten, sie hätten mit "Heidi" einen Film ausgewählt, der viele verschiedene Gefühle in ihnen ausgelöst habe. Der Film von Alain Gsponer aus dem Jahr 2015 sei spannend, lustig, auch traurig und damit nie langweilig, obwohl er eine bekannte Geschichte erzähle. Die Emo-Jury, die mit erwachsenen Film-Experten besetzt ist, würdigte die Strahlkraft und Zärtlichkeit von Hauptdarstellerin Anuk Steffen, die es ermögliche, eine altbekannte Geschichte überzeugend und frisch zu erzählen.

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