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Kulturnachrichten

Sonntag, 11. Oktober 2015

Neuseeländer gewinnt Bach/Liszt-Orgelwettbewerb

Deutsche Organistin Anna-Victoria Baltrusch belegt zweiten Platz

Der Organist Thomas Gaynor aus Neuseeland hat den internationalen Bach/Liszt-Orgelwettbewerb Erfurt-Weimar gewonnen. Die Jury habe ihm den mit 12 000 Euro dotierten 1. Preis zuerkannt, teilte die Weimarer Hochschule für Musik mit. Gaynor arbeite derzeit an der Eastman School of Music in Rochester in New York (USA) an seinem Doktortitel und habe sich schon bei anderen Wettbewerben einen Namen gemacht. Insgesamt waren den Angaben nach 18 Organisten aus elf Ländern zum diesjährigen Wettbewerb eingeladen.

Büste von Claudio Abbado enthüllt

Sie ist in der Berliner Philharmonie zu sehen

Eine Bronzebüste des ehemaligen Chefdirigenten Claudio Abbado (1933-2014) ist im Foyer der Berliner Philharmonie enthüllt worden. Der Italiener war 1989 als Nachfolger des legendären Herbert von Karajan an die Spitze der Philharmoniker gewählt worden und blieb bis 2002 Chefdirigent. Danach war er jedes Jahr in Berlin zu Gast. Sein Auftritt galt als ein Höhepunkt der Philharmoniker-Saison. Die Bronzebüste wurde von Bertrand Freiesleben geschaffen. Ab Anfang November soll sie in der Galerie im Südfoyer der Philharmonie stehen, wo alle ehemaligen Künstlerischen Leiter des Orchesters versammelt sind.

Bundesgartenschau endet mit Defizit

Veranstalter trotzdem zufrieden

In den vergangenen 177 Tagen hatten etwas mehr als 1,05 Million Besucher die Bundesgartenschau der Havelregion besucht. Das teilten die Veranstalter in Havelberg mit. Damit blieb sie deutlich unter der erwarteten Marke von 1,5 Millionen Gästen. Dadurch sei ein Defizit von rund zehn Millionen Euro entstanden. Die Buga wurde erstmals nicht an einem, sondern an fünf Orten entlang der Havel veranstaltet. Diese Orte hatten rund 35 Millionen Euro investiert und zeigten sich trotz des Defizits zufrieden: Die Region sei bekannter geworden und zusammengewachsen. Es seien mindestens 100 Millionen Euro an Investitionen in die Region geflossen und die Unterkünfte seien ausgebucht gewesen. Auch er Geschäftsführer der Bundesgartenschau-Gesellschaft, Jochen Sandner, verteidigte das Konzept mit mehreren Standorten. Bei den Gästen sei dies sehr gut angekommen und für die kommenden Jahre gebe es Interessenten für ähnliche Konzepte.

Kunst wirbt für neues brandenburgisches Landesmuseum

Kunst aus ostdeutschen Bundesländern stärker in Blickpunkt stellen

Kulturministerin Sabine Kunst (SPD) hat für das angedachte Landesmuseum für zeitgenössische Kunst geworben. Die für DDR-Kunst bekannten Museen Dieselkraftwerk in Cottbus und Museum Junge Kunst in Frankfurt (Oder) sollen zusammengelegt werden. "Mit dem geplanten dezentralen Landesmuseum mit Standorten in beiden Städten wollen wir zwei Werkbestände, die zu den wichtigsten Sammlungen zeitgenössischer Kunst aus den ostdeutschen Bundesländern gehören, gemeinsam etablieren und intensiver in den Blickpunkt stellen", sagte sie anlässlich einer Ausstellungseröffnung zum 50-jährigen Bestehen des Frankfurter Museums. Das Museum Junge Kunst in der Oderstadt wurde im Oktober 1965 gegründet. Die Sammlung umfasst mehr als 11 000 Werke aus Ostdeutschland - Bilder, Zeichnungen, Installationen und Skulpturen. Die Schau "50 Jahre Museum Junge Kunst - 50 Jahre Ausstellungen" ist bis zum 1. November zu sehen.

Goslarer Kaiserring für Boris Mikhailov

Jury bezeichnet den ukrainischen Fotografen als wichtigen Chronisten

Der ukrainische Fotograf und Künstler Boris Mikhailov ist mit dem Kaiserring 2015 der Stadt Goslar ausgezeichnet worden. Der 77-Jährige ist nach Angaben der Preisjury einer der "wichtigsten Chronisten der sowjetischen und postsowjetischen Gesellschaft". Mikhailov sei ein Künstler, "der es sich ab den 1960er Jahre zur Aufgabe gemacht hat, auf konsequenteste Art die Bedingungen menschlicher Existenz festzuhalten", würdigte ihn der Direktor der Nationalgalerie in Berlin, Udo Kittelmann. Der undotierte Kaiserring gilt nach Angaben der Stadt Goslar zu den weltweit bedeutendsten Auszeichnungen in der modernen Kunst. Mikhailov erhielt bereits zahlreiche internationale Fotografie-Preise und stellte seine Arbeiten in Museen auf der ganzen Welt aus. Der Goslarer Kaiserring wird seit 1975 jährlich verliehen. Zu den Preisträgern zählen Henry Moore, Max Ernst, Joseph Beuys, Christo, Andreas Gursky, Bridget Riley, David Lynch, Olafur Eliasson und Wiebke Siem.

Kritik an Aufarbeitung von Gurlitt-Kunstfund

Jüdischer Weltkongress: Deutschland wird mehr erreichen müssen

Der Präsident des Jüdischen Weltkongresses, Ronald Lauder, hat sich enttäuscht gezeigt über die Aufarbeitung des "Schwabinger Kunstfundes" des inzwischen verstorbenen NS-Kunsthändlersohns Cornelius Gurlitt. "Als die Taskforce 2013 gegründet wurde, waren viele Leute, auch ich, optimistisch", sagte Lauder dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Man habe auf baldige Ergebnisse gehofft. Doch die Arbeit der Taskforce sei weit davon entfernt, vollendet zu sein. Angesichts der Tatsache, dass erst zwei Bilder an jüdische Familien zurückgegeben worden seien, sagte der Weltkongress-Präsident: "Deutschland hätte mehr erreichen können und wird mehr erreichen müssen." Cornelius Gurlitt besaß mehr als 1.500 Bilder, bei rund einem Drittel lasse sich nicht ausschließen, dass es sich um NS-Raubkunst handelt. Bei Hunderten weiterer Objekte reichen die bisherigen Erkenntnisse für eine genaue Zuordnung noch nicht aus.

Luther-Schriften in Weltregister aufgenommen

47 Dokumente wurden von Unesco neu aufgenommen

Die Unesco hat Manuskripte, Briefe und Originaldrucke von Martin Luther ins Weltregister des Dokumentenerbes aufgenommen. Zu den frühen Schriften der Reformation gehören ein Handexemplar Luthers der Hebräischen Bibelausgabe und ein Plakatdruck der 95 Ablassthesen, wie die deutsche Unesco-Kommission in Bonn mitteilte. Sie seien Zeugnisse der Reformationsbewegung, die ihren Ursprung im 16. Jahrhundert in Wittenberg hatte und zu einer grenzüberschreitenden Erneuerungsbewegung geworden sei. Nominiert wurden die Schriften vom Leibniz-Institut für Europäische Geschichte in Mainz. Insgesamt wurden 47 Dokumente neu aufgenommen, darunter theologische Schriften Isaac Newtons, koreanische Holzdruckblöcke aus der Zeit von Konfuzius und das älteste Buch Europas, "Derveni Papyrus".

Jacob-Grimm-Preis für Asfa-Wossen Asserate

Jury lobt feinfühligen und mitreißenden Erzählton

Der äthiopische Prinz, Bestsellerautor und Unternehmensberater Asfa-Wossen Asserate ist in Kassel mit dem Jacob-Grimm-Preis des Kulturpreises Deutsche Sprache ausgezeichnet worden. Asserate erhalte den mit 30.000 Euro dotierten Preis dafür, dass er ein sorgfältiger Beobachter der Deutschen, ihrer Umgangsformen und ihrer Sprache sei, so die Jury. Asserates gehobener Erzählton sei feinfühlig und mitreißend zugleich, stets sachlich, aber auch ironisch und mitunter von herrlicher Komik. Dies sei beeindruckend für einen Schriftsteller, dessen Muttersprache nicht das Deutsche sei. Der dreiteilige Kulturpreis Deutsche Sprache wird seit 2001 von der Eberhard-Schöck-Stiftung und vom Verein Deutsche Sprache für besondere Verdienste um die deutsche Sprache vergeben. Preisträger waren bislang unter anderen Udo Lindenberg, Vicco von Bülow, Frank Schirrmacher und Dieter Nuhr.

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Fazit

Kritik an Karl-May-FestspielenDebatten statt Verbote
Nebendarsteller machen ein Selfie am Rande der Präsentation erster Szenen aus "Unter Geiern - Der Sohn des Bärenjägers" der Karl-May-Spiele. (picture alliance/Frank Molter/dpa)

"Professorin will diesen Winnetou abschaffen" titelte eine Boulevardzeitung nach Kritik an den Karl-May-Festspielen. So weit will niemand gehen, aber es gibt gute Gründe, die Darstellung von native americans zu verändern, findet Noa Ha von der Uni Dresden.Mehr

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