Seit 02:05 Uhr Tonart

Sonntag, 15.12.2019
 
Seit 02:05 Uhr Tonart

Kulturnachrichten

Samstag, 3. Oktober 2015

Einheitsfeier in Frankfurt

Berliner Festmeile

Die Spitzen des deutschen Staates sind in Frankfurt am Main zur zentralen Feier des 25. Jubiläums der Wiedervereinigung zusammengekommen. Den Auftakt bildete ein ökumenischer Festgottesdienst im Kaiserdom. Am Morgen hatte der hessische Ministerpräsident und amtierende Bundesratspräsident Bouffier die Ehrengäste begrüßt. Bundespräsident Gauck und Bundeskanzlerin Merkel trugen sich ins Goldene Buch der Stadt ein. Der zentrale Festakt findet in der Alten Oper statt. Bouffier und Gauck sprachen dort zu 1500 geladenen Gästen, darunter 50 einstige DDR-Bürgerrechtler. In Berlin wurde am Vormittag die Festmeile am Brandenburger Tor zum 25. Jahrestag der Wiedervereinigung eröffnet. Auf einer großen Bühne treten im Laufe des Tages die Rockband Revolverheld und die Sängerin Lena auf. Auf dem Platz der Republik am Reichstag sind am Abend eine Rede Lammerts sowie ein Feuerwerk geplant.

Polnischer Priester macht Homosexualität öffentlich

Empörung im Vatikan

Einen Tag vor Beginn der Familiensynode im Vatikan hat ein polnischer Priester, der bislang der einflussreichen Glaubenskongregation angehörte, seine Homosexualität öffentlich gemacht und für einen handfesten Skandal gesorgt. Mehreren internationalen Zeitungen sagte Krysztof Olaf Charamsa zudem, der Klerus sei "überwiegend homosexuell und auch homophob". Der Vatikan reagierte erbost und zog Konsequenzen. Charamsa wurde umgehend seines Amts in der Glaubenskongregation enthoben. Über seine priesterliche Zukunft müsse sein zuständiger Bischof entscheiden, erklärte ein Vatikan-Sprecher. Zugleich verurteilte er Charamsas Äußerungen als "schwerwiegend und unverantwortlich". Der Vatikan hatte sich gerade erst von einem Skandal um den Einfluss einer mutmaßlichen "homosexuellen Lobby" unter ranghohen Geistlichen während der Amtszeit von Papst Benedikt XVI. erholt.

Europäischer Kulturpreis

Veranstaltung stand im Zeichen der deutschen Wiedervereinigung

In der Dresdner Frauenkirche ist am Abend der Europäische Kulturpreis verliehen worden. Die Veranstaltung unter dem Motto "Was uns eint" stand im Zeichen der deutschen Wiedervereinigung vor 25 Jahren. 13 Personen und Initiativen wurden geehrt, darunter der frühere Außenminister Hans-Dietrich Genscher, der Schauspieler Manfred Krug und die Band "Die Prinzen". Die Auszeichnung wird für Akteure vergeben, die sich der Idee des zusammenwachsenden Europas verschrieben haben. Startenor Jonas Kaufmann und die rumänische Sopranistin Angela Gheorghiu nahmen den Europäischen Solistenpreis entgegen. Geehrt wurden auch die Bürgerinitiative für den Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche sowie die Schauspielerin Kathrin Sass und der britische Geiger Daniel Hope. Die Verleihung findet seit 1993 alle zwei Jahre statt.

Universität Kairo verbietet Gesichtsschleier

Jüngste Entscheidung gegen Verhüllung

Die Universität Kairo hat ihren Dozentinnen das Tragen von Gesichtsschleiern verboten. Mit seiner jüngsten Entscheidung wolle er Beschwerden von Studenten über die "schlechte Kommunikation" im Unterricht ein Ende setzen, sagte Direktor Gaber Nassar. Der örtlich als Niqab bekannte Vollschleier sei zwar bei seinen Lehrerinnen "kein Phänomen", doch wolle er "die Krankheit heilen", ehe daraus eine solche werden könne. Vor allem in den Sprachkursen sei der Gesichtsschleier problematisch, weil das wie eine Barriere wirkende Tuch die Kommunikation zwischen Student und Dozent beeinträchtige. Die Folge seien schlechte Noten und Absolventen, die nicht zur Artikulation fähig sein, sagte Nasser. Islamische Gelehrte und Studenten geißelten seinen Schritt indes als diskriminierend.

Kunstsammlung von Dietmar Schönherr wird versteigert

200 Werke kommen unter den Hammer

Nach dem Tod des österreichischen Schauspielers Dietmar Schönherr (1926-2014) werden die rund 200 Kunstwerke seiner Privatsammlung versteigert. Darunter seien Werke von Salvador Dalí, Friedensreich Hundertwasser, Gottfried Helnwein, Ernst Fuchs, Peter Proksch und Victor Vasarely, teilten der Künstler Wolfgang Hunecke und die Galerie Steinrötter mit. Der Erlös der Auktion, die am 15. November in Münster stattfinde, komme Kulturprojekten in Nicaragua zugute. Dort hatte Schönherr mit dem ehemaligen Kulturminister Nicaraguas, Ernesto Cardenal, im Jahr 1989 ein Kulturzentrum gegründet.

Sanierung von Schlosskirche in Altlandsberg

Millionenaufwand

Die Schlosskirche in Altlandsberg (Märkisch-Oderland) ist in den vergangenen Jahren mit Millionen aus Fördermitteln saniert worden. Rund 1,9 Millionen Euro kamen über das Programm Städtebaulicher Denkmalschutz vom Infrastrukturministerium, teilte das Kulturministerium mit. Für die Innenausstattung steuerte das Kulturministerium rund 354 000 Euro bei. Zudem erhielt die Stadt 126 000 Euro aus dem Europäischen Sozialfonds für die Belebung des Areals. Die 1671 geweihte Kirche gilt als eines der wenigen Zeugnisse des Barock in der Region. Im Mai wurde sie wieder der Öffentlichkeit übergeben. Seit 1971 gibt es keine Gottesdienste mehr.

Chopin-Klavierwettbewerb in Polen

78 Pianisten aus 20 Ländern

In der Warschauer Nationalphilharmonie beginnt am Abend der Internationale Chopin-Klavierwettbewerb. Der Wettbewerb, der nur alle fünf Jahre ausgetragen wird, gilt als einer der renommiertesten und ist einer der wenigen Musikwettbewerbe, in denen ausschließlich die Werke eines einzigen Künstlers gespielt werden. "Für Pianisten ist der Chopin Wettbewerb, was die Olympischen Spiele für Leichtathleten sind", sagte die polnische Kulturministerin Malgorzate Omilanowska. 78 Pianisten aus 20 Länder nehmen teil. Nach drei Auswahlrunden gelangen zehn Wettbewerbsteilnehmer voraussichtlich vom 18. Oktober an in den Endausscheid. Die Jury gibt in der Nacht zum 21. Oktober bekannt, wer Sieger des 17. Wettbewerbs ist.

Premiere am Deutschen Theater und am Schauspiel Frankfurt

Erstes Theaterstück von Ferdinand von Schirach

Am Deutschen Theater in Berlin wird am Abend das erste Theaterstück von Bestsellerautor Ferdinand von Schirach uraufgeführt. Zeitgleich läuft eine parallele Premiere am Schauspiel Frankfurt. Dort führt Oliver Reese Regie, in Berlin Hasko Weber. Schirach, von Beruf Strafverteidiger, wurde als Autor von Kurzgeschichten ("Verbrechen", "Schuld") berühmt, die auf realen Fälle aus seiner Kanzlei basieren sollen. Sein erstes Bühnenstück spielt vor Gericht. Angeklagt ist der Pilot eines Kampfjets der Bundeswehr. Er hatte den Befehl, einen von Terroristen gekaperten Airbus vom Kurs abzudrängen. Das Stück hat zwei verschiedene Enden - die Zuschauer spielen als Schöffen mit und entscheiden über den Ausgang. In Berlin und Frankfurt könnte es also unterschiedlich ausgehen.

Wittenberg feiert Cranach den Jüngeren

500. Geburtstag des Künstlers

In Wittenberg wird der 500. Geburtstag von Lucas Cranach dem Jüngeren (1515-1586) gefeiert. Höhepunkt ist an seinem Geburtstag morgen ein Fest mit einer Tafel vor Cranachs Geburtshaus und einem "Spektakel für die ganze Familie" im Lutherhof. Zu dem Geburtstagsfest im Lutherhof gibt es die Inszenierung "Aus dem Rahmen gefallen" der Berliner Feuerwerk-Theatergruppe Pyromantiker. Den Auftakt bildete am Freitagabend eine Lichternacht. Lucas Cranach der Ältere (1472-1553) und sein gleichnamiger Sohn gehören zu den wichtigsten Künstlern der Reformationszeit. Mit seinem Thesenanschlag im Jahr 1517 in Wittenberg hatte Martin Luther (1483-1546) die Reformation ausgelöst.

Aus für Gurlitt-Taskforce 2015

Bestätigung von Kulturstaatsministerin Grütters

Die Taskforce "Schwabinger Kunstfund" zur Erforschung der umstrittenen Kunstsammlung von Cornelius Gurlitt soll Ende 2015 ihre Arbeit beenden. Das bestätigte ein Sprecher von Kulturstaatsministerin Grütters. Das sei von Anfang an vorgesehen gewesen, betonte er. Es gebe Überlegungen, ein Folgeprojekt beim Deutschen Zentrum Kulturgutverluste in Magdeburg einzurichten. Dort werden seit Anfang dieses Jahres die verschiedenen Aktivitäten zur Herkunftsforschung gebündelt. Die Taskforce war 2013 eingesetzt worden, um die Gurlitt-Sammlung auf NS-Raubkunst hin zu untersuchen. In Gurlitts Münchner Wohnung waren 2012 rund 1280 Kunstwerke beschlagnahmt worden, zwei Jahre später tauchten weitere 238 Gemälde in seinem Haus in Salzburg auf.

Kulturnachrichten hören

Oktober 2015
MO DI MI DO FR SA SO
28 29 30 1 2 3 4
5 6 7 8 9 10 11
12 13 14 15 16 17 18
19 20 21 22 23 24 25
26 27 28 29 30 31 1

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur