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Kulturnachrichten

Samstag, 11. Oktober 2014

Besucheransturm auf der Buchmesse

Nach drei Fachbesuchertagen durfte heute auch das allgemeine Lesepublikum auf die Frankfurter Buchmesse

Am vorletzten Tag der weltgrößten Bücherschau war das Gedränge in den Hallen groß. Zehntausende Besucher kamen. Das Gastland Finnland zog schon mal Bilanz. Die Organisatoren zeigten sich sehr zufrieden. Das Medieninteresse sei "überwältigend" gewesen, hieß es. Die finnischen Gastland-Organisatoren haben ein "ungeheuer wachsendes Interesse" an Literatur und Kultur ihres Landes festgestellt. Für die finnische Verlagsindustrie werde sich dies bezahlt machen, sagte die Cheforganisatorin von Finnlands Auftritt, Iris Schwanck. Mit einer mobilen Sauna und 50 Autoren sind die Finnen zur Frankfurter Buchmesse gereist. Ein Schwerpunkt waren Lyrik und Comics von jungen Autoren. Zum Abschluss der Messe wird morgen der US-Informatiker Jaron Lanier in der Frankfurter Paulskirche mit dem mit 25 000 Euro dotierten Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet.

Autorin Raja Alem ausgezeichnet

Die saudi-arabische Schriftstellerin ist auf der Frankfurter Buchmesse mit dem "LiBeraturpreis" ausgezeichnet worden

Die Jury der Weltliteratur-Gesellschaft Litprom würdigte die toleranten und weltoffenen Charaktere in ihrem Mekka-Roman "Das Halsband der Tauben". Die 44-jährige Autorin kämpfe mit ihren Büchern um die Freiheit, ihre literarische Welt zu entwerfen, ohne dabei auf Kritik oder Lob achten zu müssen. Trotzdem unterzieht die saudi-arabische Autorin nach Meinung der Jury "die Gegenwart einer scharfen, kompromisslosen Analyse". Alems Roman handelt von einem Mordfall in Mekka. Dabei wird die 1.400-jährige Geschichte der Pilger-Stadt erzählt. In der Laudatio wurden vor allem die starken weiblichen Charaktere hervorgehoben. Der "LiBeratur"-Preis wird von Litprom und dem "Anderen Literaturklub" auf der Buchmesse verliehen. Mit der Auszeichnung wird jedes Jahr eine Schriftstellerin aus Afrika, Asien oder Lateinamerika geehrt. Durch den Preis sollen Frauen eine größere Aufmerksamkeit im Literaturbetrieb erhalten. Die Auszeichnung ist mit 3.000 Euro dotiert.

Popakademie geht auf Distanz zu Xavier Naidoo

Nach seiner Rede vor einem rechtspopulistischen Publikum hat die Popakademie Baden-Württemberg die Zusammenarbeit mit Naidoo auf Eis gelegt

"Wir distanzieren uns von den fragwürdigen und irritierenden politischen Äußerungen und dem Auftritt Xavier Naidoos", erklärte Geschäftsführer Udo Dahmen in Mannheim. Der Sänger hatte am Tag der Deutschen Einheit in Berlin bei einer Demonstration der sogenannten Reichsbürger gesprochen. Diese lehnen die staatliche Ordnung in Deutschland ab. Der Sänger habe in den vergangenen Jahren an je zwei bis drei Tagen als Gastdozent Workshops zum Thema Songwriting gegeben, sagte Dahmen. "Die für die Zukunft geplanten Termine sind von der Direktion der Popakademie ausgesetzt worden bis mit Xavier Naidoo persönlich zum Sachverhalt gesprochen werden konnte." Die Popakademie schätze Naidoo als langjährigen Förderer und Dozenten. "Irritiert haben wir die mediale Berichterstattung über seine Auftritte in Berlin zur Kenntnis genommen. Wir kennen ihn als geradlinigen und sozial engagierten Menschen."

Kaiserring 2014 an Wiebke Siem überreicht

Wiebke Siem hat einen der weltweit wichtigsten Preise für moderne Kunst erhalten

Die Berliner Künstlerin nahm heute in Goslar den Kaiserring 2014 entgegen. Sie sei sehr glücklich über die Auszeichnung und danke der Stadt Goslar "für diese späte Würdigung" ihres Lebenswerkes, sagte die 1954 geborene Künstlerin. 2013 hatte der dänische Künstler Olafur Eliasson den Kaiserring bekommen. Siem wurde in den 90er Jahren mit Werkgruppen bekannt, in denen sie Alltagsgegenstände in überdimensionierte abstrakte Objekte verfremdete. Die Jury hatte hervorgehoben, dass ihr preisgekröntes Werk noch lange nicht die angemessene Aufmerksamkeit habe. Im Goslarer Mönchehausmuseum ist jetzt bis zum 18. Januar eine Werkübersicht der Künstlerin zu sehen. Gezeigt werden Rauminstallationen, Skulpturen und Zeichnungen. Der Kaiserring - ein Goldring, der an den 1050 in Goslar geborenen Kaiser Heinrich IV. erinnert - wurde in diesem Jahr zum 39. Mal verliehen. Zu den früheren Preisträgern gehören Henry Moore, Joseph Beuys, Christo, Max Ernst, Georg Baselitz und Jörg Immendorff.

Deutsche Jugendliteraturpreise auf Buchmesse vergeben

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig überreichte am Freitagabend in Frankfurt am Main die Jugendliteraturpreise

Als bestes Bilderbuch wurde "Akim rennt" von Claude K. Dubois ausgezeichnet. Als der Krieg über Akims Dorf hereinbricht, wird der Junge von seiner Familie getrennt. Im Kinderbuch wurde Martina Wildners "Königin des Sprungturms", die Geschichte einer Mädchenfreundschaft, prämiert. In der Sparte Jugendbuch ging der erste Preis an Inés Garlands "Wie ein unsichtbares Band", eine Freundschaftsgeschichte aus Argentinien in der Zeit der Militärdiktatur. Bei den Sachbüchern konnte "Gerda Gelse. Allgemeine Weisheiten über Stechmücken" von Heidi Trpak und Laura Momo Aufderhaar die Jury überzeugen. Alle vier Preise sind mit 10 000 Euro dotiert. Der Preis der Jugendjury ging an "Wunder" von Raquel J. Palacio. Erzählt wird von dem zehnjährigen August, der aufgrund eines Genfehlers entstellt ist und sich in einer neuen Schule behaupten muss. Der Sonderpreis für das Gesamtwerk ging an die Übersetzerin Angelika Kutsch. Sie habe unter anderem Petterson und Findus ausfindig gemacht und nach Deutschland geholt. Der Deutsche Jugendliteraturpreis wird seit 1956 vergeben.

Hotlist-Preis für Bildband

Der Bildband "Menschen am CERN" des Fotografen Andri Pol ist mit dem Hauptpreis der "Hotlist 2014" ausgezeichnet worden

Der alternative Buchpreis ist mit 5000 Euro dotiert. Das Buch über den Genfer Teilchenbeschleuniger ist im Verlag Lars Müller Publishers in Zürich erschienen. Die Texte stammen von Peter Stamm und Rolf Heuer. Die Hotlist versteht sich als Alternative zur "Shortlist" des Deutschen Buchpreises. Sie präsentiert seit 2009 die zehn besten Bücher des Jahres aus unabhängigen Verlagen des deutschsprachigen Raums. 2014 beteiligten sich 143 unabhängige Verlage am Wettbewerb, mehr als 7000 Menschen nahmen an der Internetabstimmung teil.

Pavel Landovsky gestorben

Der tschechische Schauspieler und Ex-Dissident Pavel Landovsky starb gestern im Alter von 78 Jahren

Landovsky gehörte zu den engsten Weggefährten des 2011 gestorbenen tschechischen Dramatikers und Ex-Präsidenten Vaclav Havel. Dank seiner starken Bühnenpräsenz war der Schauspieler im Prag der 60er Jahre ein Publikumsliebling. Er schrieb auch selbst Stücke wie das absurd-satirische "Wegen Desinfektion geschlossen". Landovsky gehörte zu den Gründern der Bewegung Charta 77, die nach der Niederschlagung des Prager Frühlings für mehr Bürgerrechte kämpfte. Wegen seines Engagements erhielt er in der damaligen sozialistischen Tschechoslowakei Berufsverbot und war mehrfach im Gefängnis. Er siedelte 1978 nach Wien über und wurde Ensemblemitglied des Burgtheaters. In sein Heimatland, das ihn ausbürgerte, kehrte Landovsky erst nach der Samtrevolution, der demokratischen Wende von 1989, zurück.

Film über Snowden und den NSA-Skandal

Der Film "Citizenfour" ist eine Reise in eine Vergangenheit, in der der Name Edward Snowden noch unbekannt war

Der Dokumentarfilm feierte gestern Weltpremiere in New York. Er zeigt Szenen eines Treffens Poitras mit dem Whistleblower Edward Snowden im Juni 2013 in Hongkong. Snowden hatte im Januar 2013 unter dem Decknamen "citizen four" Kontakt zu Poitras aufgenommen und erklärt, er sei in Besitz von Beweisen für illegale und geheime Massenüberwachungsprogramme des NSA und anderer Nachrichtendienste. Im Juni flog die Regisseurin gemeinsam mit den Journalisten Glenn Greenwald und Ewen MacAskill nach Hongkong und filmte die Begegnung. "Citizenfour" ist der letzte Teil der sogenannten 9/11-Triologie der mehrfach ausgezeichneten Regisseurin. Der Dreiteiler zeige, wie sich der amerikanische "Krieg gegen den Terror" immer weiter gegen die eigenen Bürger richte. Er feiert am 27. Oktober in Leipzig Deutschlandpremiere und startet am 6. November in den Kinos.

Warhols Frauen sollen Millionen bei Sotheby's bringen

Sotheby's in New York versteigert im nächsten Monat gleich sieben Frauenporträts von Andy Warhol

Für das teuerste, ein Bild von Elizabeth Taylor, erhofft sich das New Yorker Auktionshaus einen Preis "in der Region von 30 Millionen Dollar" (24 Millionen Euro). Immer noch die Hälfte dessen soll ein Bild von Brigitte Bardot wert sein. Warhol stellte Bilder wie am Fliesband her, oftmals gleich ein halbes Dutzend mit kaum verändertem Motiv. Die jetzt zum Verkauf stehende "Liz" zeigt die Taylor vor einem hellgrünen Untergrund mit grellem Lidschatten und Lippenstift. Die Serie gehört zu Warhols bekanntesten Bildern und ist immer für hohe Preise gut, vor einem Jahr blieb eine "Liz" mit 20,3 Millionen Dollar aber nur am untersten Rand des Schätzpreises. So ging es auch einer "Brigitte". Das Bild, angefertigt für seinen Freund, Bardots Ehemann Gunter Sachs, hatte vor zwei Jahren nur etwa fünf Millionen Dollar gebracht. Auch die jetzt zur Versteigerung stehende Fassung zeigt ein Porträt der Französin, hervor sticht ihr knallroter Mund. Noch im Programm bei Sotheby's sind Warhol-Bilder von Marilyn Monroe, Jacqueline Kennedy, Judy Garland, Debbie Harry und der französischen Milliardärswitwe São Schlumberger.

Bouffier ehrt Berben

Die Schauspielerin Iris Berben hat beim 25. Hessischen Film- und Kinopreis den Ehrenpreis des Ministerpräsidenten bekommen

"Ihr Name ist verbunden mit glanzvollen Stunden großer Film- und Fernsehunterhaltung, mit der sie Generationen beeindruckt, erfreut, erheitert, mitgerissen und unterhalten hat", begründete Hessens Regierungschef Volker Bouffier seine Auswahl bei der Gala in der Alten Oper Frankfurt. Die Auszeichnung fürs Lebenswerk ist undotiert. Die mit 10 000 Euro dotierte Auszeichnung der Frankfurter Buchmesse für die beste internationale Literaturverfilmung ging an "A Most Wanted Man". Der Musiker und Schauspieler Herbert Grönemeyer, der in dem Film mitspielt, nahm stellvertretend für den verhinderten niederländischen Regisseur Anton Corbijn den Preis entgegen. "Hedi Schneider steckt fest» wurde unterdessen als bester Spielfilm ausgezeichnet. Matthias Brandt erhielt für seine Rolle in "Männertreu" den Hessischen Fernsehpreis. Als beste Schauspielerin wurde Alwara Höfels geehrt. Der Hessische Film- und Kinopreis ist mit insgesamt 185 000 Euro dotiert. Das Land Hessen vergibt ihn seit 1989.

Hunderttausende Fotos ins Netz gestellt

Der Foto-Dienst Snapchat in New York kämpft mit einer riesigen Cyberattacke

Mehr als hunderttausend Nutzerfotos - darunter auch Nacktaufnahmen von Minderjährigen - sollen gestohlen und ins Netz gestellt worden sein. Snapchat räumte gegenüber dem Tech-Blog "Business-Insider" einen Angriff ein. Die Firma erklärte aber, die Bilder seien nicht von den eigenen Servern entwendet worden. Die Aufnahmen wurden im mittlerweile berüchtigten Forum "4chan" veröffentlicht. Die Plattform war jüngst bereits Schauplatz eines Hacking-Skandals um geleakte Promi-Fotos, die aus Apples iCloud gestohlen worden waren. Snapchat zeichnet sich eigentlich dadurch aus, dass Bilder nach dem Ansehen rasch wieder verschwinden und gelöscht werden sollen. Snapchat selbst sagt, die User seien Opfer von Drittanbieter-Apps geworden. Im Verdacht stehen unter anderem die Betreiber der mittlerweile verschwundenen Anwendung SnapSaved. Sie hatten sich damit gebrüstet, die bei Snapchat verschickten Bilder speichern zu können. Bislang ist aber noch völlig unklar, wer hinter dem Leak steckt.

Weltmeisterschaft im Kopfrechnen in Dresden gestartet

Etwa 40 Mathe-Asse aus 18 Ländern lösen bis morgen jede Menge knifflige Aufgaben

Vom Wurzelziehen bis hin zum Multiplizieren achtstelliger Zahlen. "Im Kopf sind die Rechenkünstler schneller als andere mit dem Taschenrechner", sagte Organisator Ralf Laue. Der jüngste Teilnehmer ist ein zehn Jahre alter Inder, der älteste ein 80-jähriger Franzose. Taschenrechner sowie Papier und Stift sind tabu, es darf nur das konkrete Endergebnis notiert werden. Der Sieger wird morgen gekürt.

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