Seit 05:05 Uhr Studio 9

Mittwoch, 26.06.2019
 
Seit 05:05 Uhr Studio 9

Kulturnachrichten

Mittwoch, 1. Oktober 2014

Literaturpreis für Katja Petrowskaja

Ihr Debüt-Roman «Vielleicht Esther» wird mit «aspekte» Literaturpreis ausgezeichnet

Die in Kiew geborene 44-Jährige stemmt sich in ihrem Werk gegen das Nichtwissen und Vergessen, heißt es in der Begründung der Jury. Petrowskaja behandelt in «Vielleicht Esther» ihre eigene Familiengeschichte und die nationalsozialistischen Gräueltaten in der Ukraine. Der Preis ist mit 10 000 Euro dotiert. Petrowskaja wird in der «aspekte»-Sendung am Freitagabend vorgestellt, der Preis wird ihr nächste Woche auf der Frankfurter Buchmesse verliehen.

Die Toten Hosen bekommen Josef-Neuberger Medaille

Hohe jüdische Auszeichnung für jahrzehntelanges Engagement gegen Rechts

Die Jüdische Gemeinde Düsseldorf verleiht der Rockband heute abend die Josef-Neuberger-Medaille. Die Toten Hosen hatten zusammen mit den jungen Sinfonikern der Musikhochschule vor einem Jahr an drei Konzertabenden in der Tonhalle in Düsseldorf Musik gespielt, die im Nationalsozialismus als 'entartet' diffamiert worden war. Die Auszeichnung ist nach dem ehemaligen NRW-Justizminister und Mitglied der Jüdischen Gemeinde Josef Neuberger benannt, der von 1902 bis 1977 lebte. Sie wird nichtjüdischen Persönlichkeiten verliehen, die sich um die jüdische Gemeinschaft verdient gemacht haben. Zu den Preisträgern zählen Kanzlerin Angela Merkel sowie die früheren Bundespräsidenten Johannes Rau und Roman Herzog. Heute wird neben den Toten Hosen auch der Prorektor der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf, Thomas Leander, geehrt.

Neue Bibelübersetzung in einfacher Sprache

Die Bibel soll für eine breite Leserschaft verständlich werden

Der niederländische König Willem-Alexander hat heute das erste Exemplar einer neuen Bibelübersetzung in Den Haag in Empfang genommen. Alt- und Neutestamentler hatten sieben Jahre an der «Bibel in einfacher Sprache» gearbeitet. Während für die Standardübersetzung aus dem Jahr 2004 noch 11.000 verschiedene Wörter benutzt wurden, kommt die Bibel in einfacher Sprache mit weniger als 4.000 aus. Um die Verständlichkeit der Bibelübersetzung zu testen, wurden Schüler von weiterführenden berufsbildenden Schulen hinzugezogen. Zwischen dem niederländischen Königshaus und der Bibelgenossenschaft bestehen seit langem enge Bindungen. Willem-Alexander ist Schirmherr der Bibelgesellschaft. Seine Mutter, Prinzessin Beatrix, nahm im Sommer das erste Exemplar einer Kinder- und Jugendbibel entgegen, einer Neuausgabe für Kinder zwischen neun und zwölf Jahren.

Louvre, Versailles und Musée d'Orsay jeden Tag geöffnet

Pariser Regierung will Museen komplette Woche dem Publikum zugänglich machen

Dies sieht der heute vorgestellte Etatentwurf des Kultusministeriums für 2015 vor. Die drei meistbesuchten nationalen Museen Frankreichs haben bisher jeweils einen Schließtag in der Woche - der Louvre am Dienstag, Versailles und Orsay am Montag. Es gehe darum, diese Kulturgüter noch besser zugänglich zu machen, heißt es in dem Entwurf. Die Maßnahme werde nach Abstimmung vor allem mit den Vertretern der Beschäftigten umgesetzt.

Einheitsdenkmal beim Bau herrscht Stillstand

Das 2007 beschlossene Freiheits- und Einheitsdenkmal in Berlin wird nicht wie geplant im kommenden Jahr fertig

Ein Sprecher von Kulturstaatsministerin Monika Grütters bestätigte den Bericht des 'Tagesspiegel'. "Das Denkmal wird nicht vor 2016 fertig", sagte er. Die Berliner Bauverwaltung prüfe nach wie vor Vorschläge über die Zukunft des im Sockel befindlichen Mosaiks aus der Kaiserzeit.Das Denkmal, das an die friedliche Revolution in der DDR erinnern soll, sollte ursprünglich schon letztes oder dieses Jahr stehen. Zuletzt planten die Verantwortlichen eine Eröffnung 2015 zum 25. Jahrestag der Wiedervereinigung am 3. Oktober. Seit einem Dreivierteljahr verzögert der Fund des Mosaiks die Arbeit.

Achenbach Insolvenzverfahren eröffnet

Die erste Gläubigerversammlung sei für den 19. November angesetzt

Das teilte ein Sprecher des Insolvenzverwalters Marc d'Avoine mit. Betroffen sind demnach zwei Kunstberatungsfirmen sowie seine Düsseldorfer Restaurants Monkey's. Der Wert der mehreren hundert Kunstgegenstände im Besitz der Achenbach Kunstberatung GmbH werde auf einen «niedrigen einstelligen Millionenbereich» geschätzt. Ausgelöst worden war die Betrugsaffäre um Achenbach durch eine Anzeige der Familie des gestorbenen Aldi-Erben Berthold Albrecht. Achenbach soll ihm Kunst und Oldtimer zu überhöhten Preisen vermittelt haben.

Pop-Art kehrt heim nach Köln

Roy Lichtenstein und Andy Warhol im Museum Ludwig

Die Austellung zeigt von heute an etwa 150 Werke bedeutender Pop-Art-Künstler. Vertreten sind unter anderem Richard Hamilton, David Hockney, Jasper Johns, Roy Lichtenstein und Andy Warhol. Die Bilder stammen alle aus Museen, die aus der Privatkollektion des Sammlerehepaars Irene und Peter Ludwig hervorgegangen sind. Peter Ludwig hatte viele Pop-Art-Künstler in ihren Ateliers besucht und Schlüsselwerke gekauft. Die Ausstellung ist bis zum 11. Januar zu sehen.

Google greift bei Verlagen zu virtueller Schere

Medienhäuser wie Axel Springer, Burda und Madsack streiten sich seit Monaten mit Google um die Bezahlung von Verlagsinhalten

Im Streit um das Leistungsschutzrecht für Presseverlage in Deutschland wird Google bestimmte Medien-Inhalte künftig deutlich weniger umfangreich darstellen. Online-Artikel von Verlagen, die von der VG Media vertreten werden, werden vom 9.Oktober an auf Google News und bei der allgemeinen Google-Suche nur noch mit der Überschrift angezeigt und verlinkt. Das kündigte der Chef von Google Deutschland, Philipp Justus in einem Blogeintrag an."Die Webseiten werden von uns nicht aus dem Index genommen, sondern weiterhin bei Google auffindbar sein. Es entfallen allerdings die Textanrisse sowie ein mögliches Vorschaubild." Betroffen sind 170 Verleger-Websites in Deutschland, darunter Angebote von Axel Springer, Burda, Funke, Madsack und M. DuMont Schauberg. Verlagsportale wie spiegel.de, faz.net, sueddeutsche.de, handelsblatt.com und zeit.de, die nicht ihre Rechte aus dem LSR an die VG Media abgetreten haben, werden weiterhin wie gewohnt auf den Google-Seiten angezeigt.

Begriff der «Gnade» von Gegenwartskünstlern interpretiert

Ausstellung der Finalisten im Wettbewerb um den Kunstpreis des Erzbistums Freiburg 2014/2015

Ein Rettungsring aus Stacheldraht, Handyvideos der Proteste auf dem Istanbuler Taksim-Platz, die Miniatur-Zeichnung eines um Gnade flehenden Menschen - das alles ist ab morgen und bis zum 16. November in der Ausstellung "Gnade" im Freiburger E-Werk zu sehen. Unter dem Ausstellungsleitwort «Gnade» hatten sich mehr als 750 Künstler aus ganz Europa an dem Wettbewerb um den Kunstpreis des Erzbistums Freiburg 2014/2015 beteiligt; eine mit Künstlern, Theologen und Kunstwissenschaftlern besetzte Jury wählte 17 Kunstwerke aus. Darunter sind Skulpturen, Installationen, Fotografien Gemälde und Filme. Für Kuratorin Isabell von Marschall reicht die Bandbreite der Arbeiten von persönlichen Gnadenerfahrungen der Künstler über das Hinterfragen von Machtstrukturen bis hin zur Überlegung, «ob angesichts der Gnadenlosigkeit im zwischenmenschlichen Umgang eine Gotteserfahrung überhaupt noch möglich ist». Die Kunstwerke sollen nach der Freiburger Ausstellung von Dezember bis März in den Mannheimer Reiss-Engelhorn-Museen gezeigt werden, bevor es in einem Jahr eine Präsentation in der Villa Bosch in Radolfzell geben wird.

E-Book-Anteil fast bei fünf Prozent, doch Wachstum flacht ab

Belletristik mit 82 Prozent Umsatzanteil stärkste Warenguppe

Der Umsatzanteil der E-Books auf dem deutschen Buchmarkt ist in den ersten sechs Monaten dieses Jahres auf 4,9 Prozent angewachsen. Dies ist zwar deutlich mehr im Vorjahreszeitraum (4,2 Prozent). Die Wachstumskurve hat sich aber zugleich abgeflacht, wie der Börsenverein des Deutschen Buchhandels heute in Frankfurt mitteilte. Die Steigerungsrate habe von Januar bis Juli nur noch knapp 13 Prozent betragen. Im Vorjahr seien es fast 70 Prozent gewesen. Stärkste Warengruppe bei E-Books im ersten Halbjahr war die Belletristik mit 82 Prozent Umsatzanteil. Knapp vier Prozent der Bevölkerung ab 10 Jahren - etwa 2,7 Millionen Menschen - kauften ein E-Book. Im vergangenen Jahr lag der Umsatzanteil der digitalen Bücher im Publikumsmarkt (ohne Schul- und Fachbücher) bei 3,9 Prozent.

Berliner Literaturpreis 2015 an Olga Martynova

Autorin nimmt die mit Preis verbundene Berufung der Freien Universität Berlin auf die „Heiner-Müller-Gastprofessur für deutschsprachige Poetik" an

Die Stiftung Preußische Seehandlung hat auf Beschluss ihrer Preisjury die Schriftstellerin Olga Martynova mit dem Berliner Literaturpreis ausgezeichnet. Der Preis ist mit 30.000 Euro dotiert. In der Begründung für die Preisvergabe heißt es: Olga Martynova (geboren 1962 bei Krasnojarsk, aufgewachsen in Leningrad, seit 1991 in Deutschland lebend) schreibt aus diesem Mahlstrom von Geschichte heraus, den die nach-sozialistische Ära ausmacht. Mit überbordender Phantasie und traumwandlerischer Leichtigkeit gelingt es ihr in ihren Romanen Sogar Papageien überleben uns (2010) und Mörikes Schlüsselbein (2013), gängige Themen wie Herkunft, Liebe oder Familie in ein trans-historisches Universum zwischen St. Petersburg, Berlin, Frankfurt, Chicago und Sibirien zu übersetzen, in das sich die Protagonisten fügen und finden und das dem Leser den eindimensionalen Plot verweigert.
Seit 2005 bietet der Preis mit der „Heiner-Müller-Gastprofessur für deutschsprachige Poetik" am Peter-Szondi-Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft der Freien Universität Berlin den Preisträgern jeweils im Sommersemester ein Forum für Textarbeit mit Studierenden der Universitäten und Hochschulen in Berlin und Brandenburg. Bisherige Preisträger und Dozenten waren Herta Müller, Durs Grünbein, Ilija Trojanow, Ulrich Peltzer, Dea Loher, Sibylle Lewitscharoff, Thomas Lehr, Rainald Goetz, Lukas Bärfuss und Hans Joachim Schädlich. Der Berliner Literaturpreis wird am 18. Februar 2015 in Berlin im Roten Rathaus verliehen.

Ein Bibelmuseum entsteht in Washington

«Museum für die Bibel» soll an die christlichen Fundamente der Nation erinnern

In diesem Herbst soll mit dem Bau des ersten religiösen Museums in der US-Hauptstadt begonnen werden. Ob es nun missionieren wird, oder ob es biblische Geschichte neutral aufzeigen soll, ist bislang unklar. «Je mehr Menschen wir von der Bibel erzählen können, desto besser», sagte der Initiator und Financier des Projekts, Steve Green. Auch die Nähe des geplanten Baus zu den Regierungsgebäuden der Vereinigten Staaten ist kaum ein Zufall. Die Politiker sollen damit an das christliche Fundament Amerikas erinnert werden, wie Green der «Washington Post» erläuterte. Das Museum soll im Jahr 2017 eröffnet werden.

Geschwister-Scholl-Preis für Snowden-Vertrauten Greenwald

US-amerikanischer Journalist Glenn Greenwald wird für sein Buch «Die globale Überwachung» ausgezeichnet

Das beschloss heute der Münchner Stadtrat, wie der Börsenverein des Deutschen Buchhandels mitteilte. In der Jury-Begründung heißt es: «Als engagierter Jurist und leidenschaftlicher Journalist warnt Glenn Greenwald vor einem mächtigen Überwachungsapparat, der unsere Privatsphäre zu zerstören und die Grundlagen der Demokratie zu untergraben droht.» Der mit 10 000 Euro dotierte Geschwister-Scholl-Preis wird im Rahmen des Literaturfests München am 1. Dezember in der Großen Aula der Ludwig-Maximilians-Universität verliehen.

Harry-Potter-Ausstellung in Köln

Hogwarts-Express und Snape-Umhang - ab 3. Oktober im Abenteuermuseum

Die Schau läuft bis Ende Februar. Zu sehen sind gut 400 Requisiten, zum Beispiel die Brille, die Hauptdarsteller Daniel Radcliffe getragen hat, oder der Umhang des düsteren Professor Snape. Das meiste ist original, nur einige Sachen wie zum Beispiel der Hogwarts-Express wurden nachgebaut. Die Ausstellung war bereits in mehreren Ländern zu sehen, so in den USA und in Japan.
Die insgesamt acht Harry-Potter-Filme liefen von 2001 bis 2011 im Kino.

Ältester Clown der Welt gestorben

Guinnessbuch-Clown Creeky starb mit 98 Jahren

Er fand in den 80er Jahren im Rentenalter Gefallen an roten Gumminasen und orangenen Perücken, nachdem er sich vor seiner Rente mit Viehwirtschaft und Häuserbau beschäftigt hatte. Er schloss sich damals den sogenannten Shriners an, die durch Zirkusauftritte Gelder für Krankenhäuser sammelten. Nach Angaben seines Sohnes verbrachte Floyd Creekmore Tausende Stunden damit, kranke und gesunde Kinder zu unterhalten. Im Jahr 2012 wurde «Creeky» vom Guinnessbuch der Rekorde offiziell der Titel des ältesten Clowns der Welt verliehen.

Zehntausende Walrosse fliehen an Alaskas Küste

Grund könnte der starke Rückgang des Eises am Nordpol sein

Der Nordwesten Alaskas erlebt einen Massenansturm von Walrossen. Nahe dem Dorf Point Lay, nördlich der Beringstraße, seien geschätzt 35000 Tiere an Land gegangen, teilte die Nationale Meeresbehörde mit, nachdem sie Fotos vom Wochenende ausgewertet hatte. Wissenschaftler führen die Massenversammlung der bis zu 1,2 Tonnen schweren Raubtiere auf den Rückgang des Eises am Nordpol zurück. Die ersten der Walrosse seien bereits Mitte September an der Küste ausgemacht worden, sagte die Sprecherin der US-Naturschutzbehörde FWS, Andrea Medeiros. Die Walrosse seien jedoch nicht die ganze Zeit bei Point Lay geblieben, sondern immer wieder fortgeschwommen und dann zurückgekehrt. Vergangene Woche hätten die Forscher dann etwa 50 Kadaver entdeckt. Diese Tiere seien möglicherweise bei einer Massenpanik erdrückt worden. Ihre Überreste sollen in der kommenden Woche untersucht werden, um die genaue Todesursache festzustellen.

Kulturnachrichten hören

Oktober 2014
MO DI MI DO FR SA SO
29 30 1 2 3 4 5
6 7 8 9 10 11 12
13 14 15 16 17 18 19
20 21 22 23 24 25 26
27 28 29 30 31 1 2

Fazit

Kritik an Karl-May-FestspielenDebatten statt Verbote
Nebendarsteller machen ein Selfie am Rande der Präsentation erster Szenen aus "Unter Geiern - Der Sohn des Bärenjägers" der Karl-May-Spiele. (picture alliance/Frank Molter/dpa)

"Professorin will diesen Winnetou abschaffen" titelte eine Boulevardzeitung nach Kritik an den Karl-May-Festspielen. So weit will niemand gehen, aber es gibt gute Gründe, die Darstellung von native americans zu verändern, findet Noa Ha von der Uni Dresden.Mehr

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur