Seit 14:05 Uhr Kompressor
Mittwoch, 22.09.2021
 
Seit 14:05 Uhr Kompressor

Kulturnachrichten

Mittwoch, 10. Februar 2021

Seltene Keramik der Song-Dynastie entdeckt

Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden haben in ihrem Besitz ein äußerst seltenes und wertvolles Keramikschälchen aus China entdeckt. Das Stück stammt nicht – wie bisher angenommen – aus Korea, sondern aus der chinesischen Song-Dynastie (960-1127), wie die Kunstsammlungen mitteilten. Das Stück war 1927 in die Dresdner Sammlungen gelangt. Die Versteigerung einer vergleichbaren Schale hatte 2017 bei Sotheby's 37,7 Millionen Dollar erbracht. Weltweit gebe es weniger als 100 solcher sogenannten Ru-Keramiken. Die Keramik der Dresdner Sammlung wurde im Rahmen des 2014 begonnenen Forschungsprojektes entdeckt, an dem auch eine Spezialistin für chinesische Keramik beteiligt war.

TV-Sender Euronews will Personal abbauen

Wegen der Corona-Krise und ihren wirtschaftlichen Folgen für Medien will der TV-Sender Euronews Personal abbauen. Es sei geplant, dass rund 30 bis 40 Beschäftigte das Unternehmen verlassen, teilte ein Sprecher von Euronews in Lyon mit. Der Sender seien rund 500 feste Mitarbeitende tätig. Rund 50 von ihnen hätten am Dienstag aus Protest die Arbeit niedergelegt. Es sollten auch neue Stellen geschaffen werden, eine Zahl wurde nicht genannt. Euronews wurde 1993 von zehn öffentlich-rechtlichen Sendern gegründet, um die europäische Identität und Integration zu stärken. Inzwischen gehört die Euronews SA nach eigenen Angaben zu 88 Prozent der Gesellschaft Media Globe Networks.

Facebook reduziert für einige Nutzer politische Inhalte

Facebook will in einigen Ländern vorübergehend die Verbreitung politischer Äußerungen verringern. Konkret würden solche Inhalte diese Woche bei einigen Nutzern in Kanada, Brasilien und Indonesien reduziert, teilte der Internetkonzern mit. In den USA sei der Schritt in den kommenden Wochen geplant. Facebook-Chef Mark Zuckerberg hatte jüngst angekündigt, er wolle bei politischen Diskussionen "die Temperatur senken". Die Nutzer wollten nicht, dass Politik und Streitereien die sozialen Netzwerke dominierten. Facebook hatte bereits zuvor angekündigt, Nutzern keine politischen und gesellschaftlichen Gruppen mehr zu empfehlen. Der Konzern war wiederholt dafür in die Kritik geraten, nicht energisch genug gegen Hetze und Hass-Botschaften auf Facebook vorzugehen.

EU will sich für ungarisches "Klubradio" einsetzen

Ungarn bekommt wegen des Vorgehens gegen den letzten unabhängigen Radiosender des Landes Ärger mit der EU-Kommission. Die für die Einhaltung der Rechtsstaatlichkeit in der Europäischen Union zuständige Behörde kündigte an, sich für das "Klubradio" einzusetzen. "Wir stehen mit den ungarischen Behörden in Kontakt, um sicherzustellen, dass der Sender weiterhin legal betrieben werden kann", sagte ein Sprecher in Brüssel. Medien müssten überall in der EU frei und unabhängig arbeiten können. "Das ist der Kern des Medienpluralismus und jedes demokratischen Systems." Die EU-Kommission droht mit einem offiziellen Verfahren. Das Budapester Stadtgericht hatte am Dienstag einen Beschluss der ungarischen Medienaufsichtsbehörde zur Nichtverlängerung der Sendelizenz für rechtens erklärt. Die Behörde hatte ihre Entscheidung im September mit zwei Verstößen des Senders gegen Meldepflichten begründet.

Lina Attalah ist Ehrenmitglied des deutschen PEN

Die Chefredakteurin der unabhängigen Nachrichtenseite "Mada Masr" in Ägypten, Lina Attalah, ist vom deutschen PEN-Zentrum zum Ehrenmitglied ernannt worden. Mehrfach sei die Journalistin bedroht, eingeschüchtert, behindert und auch kurzeitig inhaftiert worden, teilte die Schriftstellervereinigung in Darmstadt mit. Die 1982 geborene Attalah kämpfe seit Jahren gegen die Einschränkungen des unabhängigen Journalismus in ihrem Land. Die Online-Zeitung "Mada Masr" könne in Ägypten nicht mehr gelesen werden, weil sie 2017 von den Machthabern blockiert worden sei.

Pariser Sciences Po nach Enthüllungen ohne Chef

Nach Enthüllungen über den bekannten Pariser Politologen Olivier Duhamel ist der Direktor der Pariser Elitehochschule Sciences Po zurückgetreten. Frédéric Mion war bei Studierenden im Zuge der Affäre Duhamel in die Kritik geraten, ein Zwischenbericht des Ministeriums warf ihm Einschätzungsfehler vor. Der Politologe und Jurist Olivier Duhamel war nach Enthüllungen über mutmaßlichen sexuellen Missbrauch in seiner bekannten Familie bereits im vergangenen Monat als Präsident der einflussreichen Stiftung, die die Leitlinien für Sciences Po festlegt, zurückgetreten. Die Universität gilt im zentralistisch organisierten Frankreich als "Hochschule der Macht" - Präsidenten wie Emmanuel Macron oder sein Vorgänger François Hollande gehören ebenso zu den Absolventen wie Topmanager der Wirtschaft.

Berlinale veröffentlicht weitere Filmtitel

Die Berlinale hat weitere Filmtitel des diesjährigen Programms veröffentlicht. Darunter ist der neue Film der Regisseurin Anne Zohra Berrached - sie hatte vor einigen Jahren schon ihr Drama "24 Wochen" auf dem Festival vorgestellt. Ihr neuer Film "Die Welt wird eine andere sein" soll in der Sektion Panorama laufen, ebenso wie das Familiendrama "Der menschliche Faktor" mit Schauspieler Mark Waschke und der Horrorfilm "Censor" von Prano Bailey-Bond, beide Titel standen auch auf dem Programm des Sundance Film Festivals in den USA. Am Donnerstag will die Berlinale die Filme für den Wettbewerb bekanntgeben - also die Titel, die in diesem Jahr um den Goldenen Bären und um die Silbernen Bären konkurrieren. Wegen der Pandemie werden die Filmfestspiele diesmal geteilt - im März ist ein digitaler Branchentreff geplant, im Juni ein öffentliches Festival.

Grassi Museum mit Rekord für Neuerwerbungen

Das Leipziger Grassi Museum für Angewandte Kunst hat im vergangenen Jahr mit fast 5.000 besonders viele Neuerwerbungen verzeichnet. Es habe sich um mehr als 4.500 Schenkungen und knapp 300 Ankäufe gehandelt, teilte das Haus mit. Die neuen Objekte stammten aus den Bereichen Kunsthandwerk, Design, Grafik, Fotografie, Gebrauchsgrafik und Buch. Von großer Bedeutung sei etwa die Privatsammlung von Claus und Maria Pese mit zahlreichen Jugendstil-Objekten. Für das laufende Jahr plant das Museum nach eigenen Angaben neun größere Sonder- und vier Foyerausstellungen. Gezeigt werden unter anderem Reklameschilder aus Blech, Murano-Glasobjekte, Kunsthandwerk junger, zeitgenössischer Designer, Porzellane aus dem 18. und 19. Jahrhundert, Fotobücher und Glasskulpturen. Die internationale Grassimesse soll Ende Oktober veranstaltet werden.

Polen: Medienproteste gegen Reklame-Abgabe

In einer gemeinsamen Aktion haben private Rundfunk- und Fernsehsender, Zeitungen und Nachrichtenportale in Polen gegen eine geplante Abgabe für Werbeeinnahmen protestiert. Die nationalkonservative PIS-Regierung begründet ihr Vorhaben mit Folgen der Corona-Pandemie, die Hälfte der Einnahmen solle in den Nationalen Gesundheitsfond NFZ fließen. Mehrere große Zeitungen erschienen auf der Titelseite mit einer gemeinsamen Erklärung von 40 Medienunternehmen. Die geplante Abgabe könne Medien schwächen oder dazu führen, dass diese ganz vom Markt verschwinden, heißt es darin. Die Gesellschaft werde dadurch bei der Auswahl der sie interessierenden Inhalte eingeschränkt. Die Regierung will mit der Abgabe neben internationalen und landeseigenen Medienunternehmen, auch Kinos und Anbieter von Großwerbeflächen unter freiem Himmel zur Kasse bitten.

Fürstensitz Glauberg soll Unesco-Welterbe werden

Die frühkeltischen Fürstensitze Glauberg (Wetteraukreis) und Heuneburg (Kreis Sigmaringen) sollen in die deutsche Vorschlagsliste für das Unesco-Welterbe aufgenommen werden. Sie gehörten zu den bedeutendsten Geländedenkmalen der keltischen Geschichte, erklärten die hessische Kulturministerin Angela Dorn (Grüne) und die baden-württembergische Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) in Wiesbaden und Stuttgart. Die archäologische Stätte auf dem Glauberg zeige auf besonders herausragende Art und Weise den engen Austausch der frühkeltischen Kultur in Europa untereinander und mit den mediterranen Kulturen, erläuterte Dorn. In Deutschland sind aktuell 46 Welterbestätten in die Unesco-Liste eingetragen.

Verbraucherschützer: "Clubhouse" verkauft Nutzerdaten

Die Stiftung Warentest wirft der Audio-App "Clubhouse" Verstöße gegen den Datenschutz vor. Die derzeit gehypte App gebe im großem Stil Nutzerdaten weiter und verstoße mehrfach gegen europäisches Recht, erklärte die Stiftung in Berlin. Prüfungen hätten ergeben, dass die App einige Daten nur an "Clubhouse"-Server sende, andere an Apple und wieder andere an Datenanalyse-Firmen in den USA. Der Anbieter schneide alle Äußerungen mit und übertrage in vielen Fällen Adressbucheinträge vom Handy der Nutzer auf Firmenserver, wo sie für Marketing- und Werbezwecke verwendet werden könnten. Der Bundesverband habe die hinter der App stehende Firma Alpha Exploration Co. bereits abgemahnt.

Regisseurin Moufida Tlatli gestorben

Die tunesische Filmemacherin Moufida Tlatli ist im Alter von 73 Jahren gestorben. Das meldet Spiegel Online unter Berufung auf das tunesische Kulturministerium. Tlatli studierte an der französischen Filmhochschule IDHEC in Paris und arbeitete zunächst als Cutterin. 1994 drehte sie als erste arabische Frau einen Spielfilm, der in Cannes mit der goldenen Palme ausgezeichnet wurde. "Palast des Schweigens" handelt von der Unterdrückung der Frauen in einem tunesischen Herrscherpalast in den 50er und 60er Jahren. Der Film war ebenso biografisch inspiriert wie "Zeit der Männer, Zeit der Frauen" (2000) und "Rivalinnen" (2004), der auch ihre letzte Regiearbeit war. Sie war eine der wenigen international bekannten arabischen Frauen im Filmbuisness.

Gottschalk zum Kampf von ARD und ZDF um Jüngere

Aus Sicht von Thomas Gottschalk haben die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender den Kampf um das junge Publikum bereits verloren. Dieser Zielgruppe nun durch rein digitale Produktionen hinterherzuhecheln, habe nichts mit dem öffentlich-rechtlichen Auftrag zu tun, sondern sei Ausdruck der durchaus begründeten Angst, sang- und klanglos unterzugehen. Das sagte der ehemalige "Wetten, dass..?"-Moderator den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Diese Angst hätte die Verantwortlichen schon vor 20 Jahren umtreiben müssen, so Gottschalk. Damals hätten die Intendanten noch vergnügt beim Rotwein in der Runde gesessen und die Käseplatte kreisen lassen. Anders sei die Situation beim Radio. Da sei noch nichts verloren, da gäbe es für die Zukunft noch einiges zu holen.

Oscar-Hoffnung für deutschen Kurzfilm-Regisseur

Der deutsche Filmemacher Max Lang kann sich Hoffnungen auf einen Oscar in der Sparte "Animierter Kurzfilm" machen. Gemeinsam mit Daniel Snaddon schaffte es das Regie-Duo mit dem Trickfilm "The Snail and the Whale" in die Vorauswahl von zehn Oscar-Kandidaten. Nun wird ein Komitee fünf Kandidaten für die Endrunde ernennen. Die Oscar-Nominierungen werden am 15. März bekanntgegeben, die Trophäen sollen am 25. April verliehen werden. Auch der deutsche Komponist Volker Bertelmann hat im Oscar-Rennen eine weitere Hürde genommen. Der Musiker, bekannt unter dem Künstlernamen Hauschka, schaffte es mit der gemeinsamen Komposition mit dem amerikanischen Musiker Dustin O'Halloran für das Liebesdrama "Ammonite" auf eine Shortlist von fünfzehn Anwärtern. Der Film "Und morgen die ganze Welt" der deutschen Regisseurin Julia von Heinz schied dagegen im Rennen um den sogenannten Auslands-Oscar bei der Vorauswahl aus.

Kulturnachrichten hören

Januar 2021
MO DI MI DO FR SA SO
28 29 30 31 1 2 3
4 5 6 7 8 9 10
11 12 13 14 15 16 17
18 19 20 21 22 23 24
25 26 27 28 29 30 31

App: Dlf Audiothek

Die neue Dlf Audiothek App ist ab sofort in den Appstores von Apple und Google zum kostenlosen Download erhältlich (Deutschlandradio)

Entdecken Sie mit der Dlf Audiothek die Vielfalt unserer drei Programme, abonnieren Sie Ihre Lieblingssendungen, wählen Sie aus Themenkanälen und machen daraus Ihr eigenes Radioprogramm.


Jetzt kostenlos herunterladen

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

Gothic CinemaWenn dunkle Wolken am Mond vorbeiziehen
Filmszene aus "Sleepy Hollow": Eine Frau sitzt neben einem Kamin, Papier mit einer Zeichnung in der Hand, vor sich eine große Kerze. Sie schaut unsicher in Ruchtung des Betrachters. (picture alliance / United Archives/IFTN)

Nein, Gothic Cinema ist kein unbekanntes Filmgenre: Der Begriff steht vielmehr für einen Stil, den man sowohl in Horrorfilmen als auch bei Harry Potter findet. Die Kulturwissenschaftlerin Katharina Rein hat diesem Filmzusammenhang ein Buch gewidmet.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur