Seit 00:05 Uhr Neue Musik
Dienstag, 20.10.2020
 
Seit 00:05 Uhr Neue Musik

Kulturnachrichten

Mittwoch, 29. Januar 2020

Streit am Tanztheater Pina Bausch beigelegt

Der Rechtsstreit um die Kündigung der Intendantin am Wuppertaler Tanztheater, Adolphe Binder, ist beigelegt. Binder und die Stadt Wuppertal hätten sich außergerichtlich geeinigt, teilte das Landesarbeitsgericht Düsseldorf mit. Der für Freitag geplante Prozesstermin sei deswegen abgesagt. Zu den Inhalten der Einigung teilte das Gericht nichts mit. In einem rechtskräftigen Teilurteil hatte das Gericht bereits im vergangenen August die fristlose Kündigung Binders für unwirksam erklärt. Nun ging es noch um ihre finanziellen Ansprüche. Binder hatte knapp 214.000 Euro brutto für die Zeit nach der Kündigung im Juli 2018 bis zum Januar 2020 verlangt. Künstlerische Leiterin des Tanztheaters ist seit über einem Jahr Bettina Wagner-Bergelt.

Anhörung im Kulturausschuss zu Hohenzollern-Konflikt

Im Konflikt um mögliche Entschädigungen für die Nachfahren der letzten Monarchie in Deutschland hat der Kulturausschuss des Bundestags externen Rat eingeholt. Dazu wurden am Nachmittag sieben Experten angehört. Der Bund und die Länder Berlin und Brandenburg verhandeln mit den Hohenzollern seit 2014 über Rückgaben und Entschädigungen. Mit einer Einigung will der Bund das Risiko eines Klageverfahrens vermeiden. Die Verhandlungen ruhen jedoch, weil Brandenburg einen Prozess um enteignete Immobilien wieder aufgenommen hat. Im aus Sicht des Bundes schlimmsten Fall müssten tausende Objekte an die Hohenzollern herausgeben werden. Dabei geht es aber um weniger als 0,1 Prozent des Sammlungsbestandes.

Guardian: Keine Anzeigen mehr von Öl- und Gasfirmen

Die britische Zeitung "The Guardian" nimmt ab sofort keine Werbeanzeigen von Öl- und Gasfirmen mehr an. Das Medienhaus will außerdem CO2-neutral werden und die Berichterstattung über die weltweite Klimakrise intensivieren. Der Anzeigenbann betrifft Unternehmen, die fossile Brennstoffe fördern. Umwelt-Aktivisten hätten schon lange darauf hingewiesen, dass Energiefirmen teure Anzeigen-Kampagnen nutzten, um ihre Aktivitäten mit einem ökologischen Anstrich zu versehen, der in erster Linie ein PR-Effekt ist.

Bauakademie-Stiftung hält an Pronold fest

Die Bundesstiftung Bauakademie hält an der Berufung des SPD-Politikers Florian Pronold als Direktor der Berliner Bauakademie fest. Der Stiftungsrat sei nach wie vor vom Kandidaten und vom Auswahlverfahren überzeugt, teilte das Gremium in Berlin mit. Dennoch will die Stiftung angesichts anderslautender Gerichtsentscheidungen die Personalie nun rechtlich absichern lassen und strebt eine Klärung in der nächsten Instanz vor dem Landesarbeitsgericht an. Gleichzeitig entschied der Stiftungsrat, die Kulturmanagerin Julia Rust zur stellvertretenden Direktorin zu ernennen. Rust verfüge über langjährige Erfahrungen im Kultur- und Veranstaltungsmanagement und werde unter anderem für Organisation, Personal und Finanzen zuständig sein.

Bildhauer und Maler Martin Matschinsky gestorben

Der Bildhauer und Maler Martin Matschinsky ist tot. Er starb am vergangenen Freitag im Alter von 98 Jahren in Berlin, wie die Berlinische Galerie mitteilte. Das Museum verwaltet den künstlerischen Nachlass von Matschinsky und seiner bereits 2011 gestorbenen Ehefrau Brigitte Matschinsky-Denninghoff. Zu den bekanntesten Werken des Paares gehört die 1987 errichtete, acht Meter hohe Chromnickelstahlskulptur "Berlin" auf dem Mittelstreifen der Tauentzienstraße zwischen Gedächtniskirche und Kaufhaus KaDeWe. Die röhrenartigen Formen der Skulptur scheinen sich zu berühren und zu umarmen. Sie stand bis 1989 als Sinnbild für die zwischen Ost und West geteilte Stadt. Berlins Kultursenator Klaus Lederer teilte mit, das Ehepaar habe insbesondere im öffentlichen Raum Spuren hinterlassen, die die Menschen noch heute begeisterten.

Anhaltender Mitgliederschwund beim Börsenverein

Der Börsenverein des deutschen Buchhandels hat im vergangenen Jahr weitere drei Prozent seiner Mitglieder verloren. Gründe seien die Konzentration in der Buchbranche, Geschäftsaufgaben und Buchhandlungen, die aus unterschiedlichen Gründen auf eine Anbindung an den Börsenverein verzichteten, berichtete das Fachmagazin "Buchreport" in Dortmund. Der Branchenverband verliert demnach Jahr für Jahr zwischen drei und vier Prozent seiner Mitglieder. Zum Jahresbeginn hatte der Börsenverein noch 4.229 Beitragszahler. Die Zahl der Buchhandlungsmitglieder ging um 4 Prozent, die der Verlage um 1,6 Prozent zurück. Der Verein rechnet für 2020 mit Beitragszahlungen von nur noch 4,9 Millionen Euro.

Deutsche Direktorin leitet wieder Florentiner Museum

Die Deutsche Kunstexpertin Cecilie Hollberg kehrt nach einer Zwangspause an der Galleria Dell'Accademia in Florenz wieder in das Museum zurück. Das bestätigte der italienische Kulturminister Dario Franceschini in Rom. Hollbergs Vertrag war im vergangenen Sommer von der populistischen Vorgängerregierung nicht verlängert worden, was für Kritik gesorgt hatte. Die Galleria ist weltweit für Michelangelos David-Skulptur bekannt und gehört zu den meistbesuchten Museen in Italien. Hollberg stammt aus Niedersachsen. Sie hatte in ihrer Zeit auf dem Chefposten die Besucherzahlen nach oben geschraubt und das Museum modernisiert.

18 Filme konkurrieren um Berlinale-Bären

Im Wettbewerb der 70. Berlinale konkurrieren 18 Filme um die Goldenen und Silbernen Bären. 16 von ihnen werden als Weltpremieren gezeigt, teilte die neue Festivalleitung, die Niederländerin Marianne Rissenbeek und der Italiener Carlo Chatrian, mit. Aus Deutschland gehen "Berlin Alexanderplatz" von Burhan Qurbani und "Undine" von Christian Petzold ins Rennen. Die Jury wird vom britischen Schauspieler und Oscar-Preisträger Jeremy Irons geleitet. Seine Kollegin Helen Mirren erhält den Goldenen Ehrenbären für ihr Lebenswerk. Der 74-Jährigen wird auch eine Hommage gewidmet. Die Berlinale findet vom 20. Februar bis zum 1. März statt.

Prozess zu linksextremem Onlineportal in Leipzig

Am Bundesverwaltungsgericht hat der Prozess gegen das Verbot der linksextremistischen Online-Plattform "inksunten.indymedia.org" begonnen. Dafür wurde das Gerichtsgebäude in Leipzig von der Polizei abgesperrt. Die Unterstützer der Plattform wollen am Nachmittag gegen das Verbot demonstrieren. Der 6. Senat des Gerichts muss unter anderem die Frage klären, ob das Verbot vom August 2017 durch den damaligen Bundesinnenminister de Maiziere auf Grundlage des Vereinsrechts rechtens war. Fünf Betreiber der Seite haben gegen das Verbot geklagt, weil sie keine Vereinigung im Sinne des Vereinsrechts seien und die Pressefreiheit verletzt sehen. Ob noch heute ein Urteil gefällt wird, ist nicht absehbar.

Einigung im Rechtsstreit um Burg Rheinfels

Im Streit um die Burg Rheinfels gibt es mit den Hohenzollern offenbar eine außergerichtliche Einigung. Das erklärte ein Anwalt der Adels-Familie. Demnach erkennen die Nachfahren des letzten deutschen Kaisers die Eigentumsrechte der Stadt St. Goar an der Burg Rheinfels, die schräg gegenüber dem Loreley-Felsen über dem Rhein thront, unwiderruflich an. Die Kleinstadt werde künftig eng mit der gemeinnützigen Prinzessin Kira von Preußen-Stiftung zusammenarbeiten, die sozial benachteiligte Jugendliche fördere. Die Burgruine war seit dem 19. Jahrhundert im Besitz der Hohenzollern gewesen. 1924 wurde die Stadt St. Goar Eigentümerin, mit der Auflage, sie nicht zu verkaufen. 1998 schloss die Stadt mit einem Hotel neben der Burgruine einen Erbpachtvertrag über 99 Jahre mit einer Verlängerungsoption über den gleichen Zeitraum.

Jack Fairweather gewinnt Costa Book Award

Der Costa Book Award geht in diesem Jahr an den ehemaligen britischen Kriegsreporter Jack Fairweather für seine Biografie "The Volunteer", zu deutsch "Der Freiwillige". Es ist ein Buch über den Auschwitz-Saboteur Witold Pilecki. Der polnische Widerstandskämpfer hatte sich während des Zweiten Weltkriegs in dem Vernichtungslager internieren lassen. Von dort hatte er Widerstand organisiert und Beweise für den Völkermord an den Juden gesammelt. Das Buch lese sich wie ein Thriller, befand die Jury, dabei handele es sich um Fakten. Die Auszeichnung gibt es in dieser Form seit 1971, sie gehört zu den bekanntesten in Großbritannien. 2006 wurde sie von Whitbread Literary Awards in Costa Book Awards umbenannt.

Prominente Helfer bei den Oscars stehen fest

"Wonder Woman"-Darstellerin Gal Gadot und ihr Komödien-Kollege Will Ferrell werden am 9. Februar als Helfer auf der Oscar-Bühne stehen. Dies gab die Filmakademie in Los Angeles bekannt. Zum zweiten Mal in Folge gibt es bei der Oscar-Verleihung keine Gastgeber, die Gala wird allein mit Star-Präsentatoren bestritten. Dazu zählen außerdem Kristen Wiig und Mark Ruffalo sowie die Oscar-Gewinner von 2019 Olivia Colman, Rami Malek und Mahershala Ali.

Entschuldigung wegen Ordens für Al-Sisi

Die Verleihung des St.-Georgs-Ordens des Dresdner Semperopernballs an Ägyptens Präsidenten al-Sisi hat für eine Welle der Kritik und Empörung gesorgt. Noch gestern hatte Ballvereins-Chef Hans-Joachim Frey gesagt, man stehe weiter zu dieser Entscheidung. Heute kam dann die Kehrtwende. In einer Presseerklärung schrieb Frey: „Wir möchten uns für diese Preisverleihung entschuldigen und uns davon distanzieren. Die Verleihung war ein Fehler." Man nehme die Kritik und die vorgebrachten Argumente sehr ernst, so Frey. Er hatte die Auswahl zuvor damit gerechtfertigt, dass der Ball eine kulturelle und keine politische Veranstaltung sei. Al-Sisi sorge in Ägypten für Stabilität, für Kultur und Bildung, und er sei als Präsident der Afrikanischen Union die Stimme Afrikas. Der frühere General und Armeechef war 2013 nach einem Militärputsch an die Macht gekommen und 2014 als Präsident vereidigt worden. Seitdem geht er mit harter Hand gegen Oppositionelle und Kritiker vor, Meinungs- und Versammlungsfreiheit sind stark eingeschränkt.

Türkischer Kulturmäzen Kavala bleibt in Haft

Ein türkisches Gericht hat die Freilassung des seit mehr als zwei Jahren inhaftierten Intellektuellen und Kulturmäzens Osman Kavala erneut abgelehnt. Es bestehe dringender Tatverdacht und Fluchtgefahr, erklärten die Richter am Hochsicherheitsgefängnis Silivri. Sie stellten sich damit erneut gegen eine Forderung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR), der im Dezember die Freilassung Kavalas angeordnet hatte. Kavala ist Chef des Kulturinstituts Anadolu Kültür, das auch mit deutschen Institutionen wie dem Goethe-Institut zusammenarbeitet. Den insgesamt 16 Angeklagten wird unter anderem ein Umsturzversuch im Zusammenhang mit den regierungskritischen Gezi-Protesten von 2013 vorgeworfen.

Ruhrfestspiele stellen Programm für 2020 vor

Unter dem Leitgedanken "Macht und Mitgefühl" setzen die Ruhrfestspiele in Recklinghausen in diesem Jahr erneut politische Schwerpunkte. Es sei wichtiger denn je, mit den Mitteln der Kunst einen politischen Blick auf die Welt zu richten, betonte Intendant Olaf Kröck bei der Vorstellung des Programms. Vom 1. Mai bis 13. Juni sind im Ruhrgebiet 90 Produktionen mit prominenten und internationalen Theatermachern und Schauspielern zu erleben. Das Schauspiel "Tao of Glass" von Phelim McDermott mit zehn neuen Kompositionen von Philip Glass eröffnet das Festival. Wolfram Koch und Ulrich Matthes stehen in "Don Quijote" auf der Bühne. Als Koproduktion zeigen die Ruhrfestspiele "Peer Gynt" in einer Inszenierung von John Bock und Lars Eidinger.

Kulturnachrichten hören

Januar 2020
MO DI MI DO FR SA SO
30 31 1 2 3 4 5
6 7 8 9 10 11 12
13 14 15 16 17 18 19
20 21 22 23 24 25 26
27 28 29 30 31 1 2

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur