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Dienstag, 31.03.2020
 
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Kulturnachrichten

Montag, 27. Januar 2020

Kritik an Dresdner Orden für Al-Sisi

Die Dresdner Semperoper kritisiert die Entscheidung der Organisatoren des Semperopernballs, den ägyptischen Staatspräsidenten al-Sisi mit einem Orden auszuzeichnen. Man missbillige dies ausdrücklich, teilte Intendant Peter Theiler mit. Die Entscheidung führe zu einer massiven Irritation innerhalb der Oper, die als führende Kulturinstitution stets Stellung für Freiheit, Toleranz und Menschenrechte beziehe und nicht in die künstlerischen und programmatischen Planungen einbezogen sei. Der Dresdner Semperopernball steht aber auch nach der Kritik weiter zu seiner Entscheidung. Der Ball sei eine kulturelle und keine politische Veranstaltung und so in einer anderen Rolle, sagte der Vorsitzende des Ballvereins und künstlerische Leiter, Hans-Joachim Frey. Man sei sich natürlich bewusst, wie Al-Sisi mit Kritikern und Journalisten umgehe. Aber der Präsident sorge auch für Stabilität in Ägypten, den Aufbau der Gesellschaft, sei Brückenbauer für Kultur und Bildung in Afrika. Man habe sich vorher auch bei der Sächsischen Staatskanzlei abgesichert.

"Turm"-Fortsetzung soll im Frühjahr 2021 erscheinen

Der seit Jahren angekündigte neue Roman von Schriftsteller Uwe Tellkamp mit dem Titel «Lava» soll nun im Frühjahr 2021 erscheinen. "Das Manuskript ist noch nicht ganz fertig und auch noch nicht lektoriert", sagte eine Sprecherin des Suhrkamp Verlags auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur zu Medienberichten. Der Erscheinungstermin sei mit dem Autor festgelegt worden. "Lava" ist die Fortsetzung des Buchs "Der Turm" über Dresdner Bildungsbürger in der Endzeit der DDR, für das Tellkamp 2008 den Deutschen Buchpreis erhalten hatte. "Lava" sollte ursprünglich 2013 fertig sein.

Kunstsammler Ferdinand Neess gestorben

Der Kunstsammler Ferdinand Neess ist nach Angaben der hessischen Staatskanzlei im Alter von 90 Jahren gestorben. Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und Kunstministerin Angela Dorn (Grüne) würdigten Neess in Wiesbaden als selbstlosen Kunstliebhaber, dem Hessen immer denkbar sein werde. Neess hatte dem Land Hessen im Frühjahr 2017 seine einzigartige Jugendstil-Sammlung geschenkt, die im Landesmuseum in Wiesbaden zu sehen ist. Die Sammlung umfasst den Angaben zufolge mehr als 500 Kunstwerke. Ihr Wert wird laut Staatskanzlei mit rund 42 Millionen Euro beziffert. Der ehemalige Kunsthändler hatte sie mehr als 40 Jahre lang privat in seiner Wiesbadener Jugendstilvilla zusammengetragen.

BBC: neue globale Nachrichtensendung für Jugendliche

Die britische BBC startet eine weltweit ausgestrahlte Nachrichtensendung für junge Zuschauer. Die Produktion der wöchentlichen, halbstündigen TV-Sendung "My World" leitet US-Schauspielerin Angelina Jolie, wie die BBC mitteilte. Das Angebot in englischer Sprache richte sich an junge Nutzer ab 13 Jahren und wolle eine Lücke bei verlässlichen und vertrauenswürdigen Informationen für junge Zuschauer in dieser Altersgruppe füllen, hieß es. In sozialen Medien würden Jugendliche oft nur unzureichend informiert, erklärte die öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt. Sie seien besonders anfällig für Fake News und Desinformationen. "My World" wird neben der BBC auch auf einem gleichnamigen Youtubekanal ausgestrahlt.

Tunesische Bloggerin Ben Mhenni ist tot

Die tunesische Bloggerin und eine der Stimmen des arabischen Frühlings, Lina Ben Mhenni, ist tot. Sie starb im Alter von 36 Jahren, nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP an den Folgen einer langen, chronischen Erkrankung. Lina Ben Mhenni wurde im Zuge des Arabischen Frühlings weit über Tunesiens Grenzen hinaus bekannt. Sie wurde 2011 sogar für den Friedensnobelpreis gehandelt. Mit ihrem Blog "A tunisian girl" wurde sie zu einer der namhaftesten Chronistinnen des Umsturzes und brachte in der Folge auch ein Buch heraus. Zuletzt sagte Lina Ben Mhenni mit Blick auf ihre Erkrankung offen, dass sie einen schweren Leidensweg erlebe –und kritisierte dabei auch den Zustand der Krankenhäuser in der tunesischen Hauptstadt.

Roberto Cicutto wird neuer Biennale-Präsident

Der italienische Filmproduzent Roberto Cicutto wird neuer Präsident der Biennale in Venedig. Dies gab Kulturminister Dario Franceschini in Rom bekannt. Er dankte zugleich dem bisherigen Präsidenten Paolo Baratta für die geleistete Arbeit. Cicutto wurde 1948 in der Lagunenstadt geboren, zog nach der Schule nach Rom und begann eine Karriere im Filmgeschäft. Seit 2009 ist er Präsident des staatlichen Istituto Luce-Cinecittà, zu dem die berühmten Cinecittà-Filmstudios in Rom gehören. Unter dem Dach der Biennale werden verschiedene Festivals organisiert. Die bekanntesten sind die Kunstbiennale, neben der Documenta in Kassel die wichtigste Kunstausstellung der Welt, sowie die Internationalen Filmfestspiele von Venedig.

Besucherrekord für gestohlene Bilder in Gotha

Fast 4700 Besucher haben die Sonderpräsentation der fünf lange als verschollen gegoltenen Gemälde in Gotha gesehen. "Die Besucher haben uns förmlich das Herzogliche Museum eingerannt", sagte Christoph Streckhardt von der Stiftung Schloss Friedenstein. So viele Besucher innerhalb einer Woche sei die absolute Ausnahme, so Streckhardt. Gezeigt wurden die Gemälde von Frans Hals, der Werkstatt Jan Brueghel des Älteren, einem unbekannten Künstler nach Anthonis van Dyck, Ferdinand Bol oder Jan Lievens und Hans Holbein dem Älteren. Dass die bedeutenden Bilder überhaupt wieder in Gotha zu sehen waren, war eine Sensation. Am 14. Dezember 1979 wurden sie aus dem Gothaer Schloss Friedenstein gestohlen. Es galt als einer der größten Kunstdiebstähle der DDR. Der Fall konnte nie aufgeklärt werden. Die Gemälde galten lange als verschollen.

Quellen zu Richard Strauss jetzt online verfügbar

Der Komponist Richard Strauss (1864-1949) ist fortan im Internet stärker präsent. Die Landesbibliothek in Dresden stellte ihre digitale Strauss-Kollektion mit eigenen und bei der Staatskapelle Dresden aufbewahrten Quellen zu Leben und Werk des Musikers online. Möglich wurde das durch den Umstand, dass 70 Jahre nach dem Tod von Strauss der Urheberrechtsschutz für seine Werke auslief, wie die Bibliothek mitteilte. Der freie Zugang könne die Beschäftigung mit seinem Werk weiter befördern.Nach Angaben der Sächsischen Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek (SLUB) enthält die Sammlung unter anderem bislang kaum beachtete autographe Skizzen zu den Opern "Die Ägyptische Helena" und "Die schweigsame Frau", Strauss-Briefe an den Dresdner Generalmusikdirektor Ernst von Schuch sowie Bühnenskizzen und Kostüme zur Uraufführung des "Rosenkavaliers" an der Semperoper.

Sasha Waltz bleibt vielleicht beim Staatsballett

Die Tanzregisseurin Sasha Waltz hat offen gelassen, ob sie wie angekündigt die Spitze des Staatsballetts Berlin verlässt. Eine Bedeknzeit sei sie den Tänzerinnen und Tänzern schuldig. Von der Entscheidung ihres Co-Intendanten Johannes Öhman, das Staatsballett zum Jahresende zu verlassen, sei sie "überrumpelt" worden. Die beiden Co-Intendanten hatten am Mittwoch nach nur wenigen Monaten an der Spitze des Staatsballetts erklärt, dass sie die gemeinsame Leitung nach weniger als eineinhalb Jahren zum Ende 2020 aufgeben. Waltz sagte, sie wolle nun überlegen, in welcher personellen Konstellation sie beim Staatsballett bleiben könne.

Kurfürstlicher Flusspferdzahn wiederentdeckt

Ein historischer Flusspferdzahn ist in Halle wiederentdeckt worden. Das 50 Zentimeter lange Stück wurde in der Biologiesammlung eines Gymnasiums bei einer Routineüberprüfung gefunden. Nach dem über 300 Jahre alten Zahn war jahrelang vergeblich gesucht worden. Auch ein Aufruf in den Medien hatte nichts gebracht. Umso größer sei jetzt die Freude über den Sensationsfund, erklärte der Direktor der Franckschen Stiftungen, Thomas Müller-Bahlke. Das Objekt werde ab sofort wieder im Tierschrank der halleschen Kunst- und Naturalienkammer im Historischen Waisenhaus der Franckeschen Stiftungen gezeigt. Kurfürst Friedrich III. von Brandenburg (1657-1713) hatte den Flusspferdzahn aus seiner eigenen Sammlung zur Gründung der Wunderkammer nach Halle geschickt.

Al-Azhar diskutiert islamische Erneuerung

Die Erneuerung islamischen Denkens steht im Zentrum einer internationalen Konferenz an der sunnitischen Lehrinstitution Al-Azhar in Kairo. Ranghohe Islam-Vertreter aus 46 Ländern tagen unter der Schirmherrschaft von Präsident Abdel Fattah Al-Sisi unter anderem zur Frage der Toleranz im Islam und dem Vorgehen gegen extremistisches Gedankengut, wie ägyptische Medien berichten.
Zu den Themenkreisen gehören demnach eine Erneuerung des religiösen Diskurses, die Widerlegung von Fehlvorstellungen des Islam, Frauen- und Familienfragen sowie die Rolle religiöser, akademischer und internationaler Einrichtungen.

PEN beklagt "Sprache der Verrohung"

Die Schriftstellervereinigung PEN in Deutschland zeigt sich entsetzt über eine "Sprache der Verrohung", die seit einigen Jahren vom rechten Rand in die Mitte der Gesellschaft vordringe. PEN-Präsidentin Regula Venske erklärte in Darmstadt, die Grenze des öffentlich Sagbaren werde durch gezielte Tabubrüche verschoben. "Rassismus oder Sexismus sollen wieder klingen wie zu respektierende Meinungen", kritisierte die Schriftstellerin. Freie Meinungsäußerung bedeute jedoch keinen Freibrief für Hass und Hetze. Das Recht auf Meinungsfreiheit finde seine Grenze im Straftatbestand der Volksverhetzung und dort, wo die Menschenwürde angetastet werde. "Sprache ist wirkmächtig, Sprechakten folgen Taten", mahnte Venske. "Seit den 1990er Jahren sind in Deutschland fast 200 Menschen Opfer rechtsextremer Mörder geworden. Dies ist unerträglich", so Venske.

18-jährige Billie Eilish räumt bei den Grammys ab

Die US-Popsängerin Billie Eilish hat bei der Grammy-Verleihung in Los Angeles die vier wichtigsten Preise gewonnen. Ihr Album "When We All Fall Asleep, Where Do We Go?" wurde als Album des Jahres und als bestes Pop-Album ausgezeichnet. Außerdem wurde die erst 18-Jährige für die beste Aufnahme, den besten Song des Jahres und als beste Newcomerin geehrt. Insgesamt wurden Grammys in 84 Kategorien verliehen. Den Preis für das beste Hörbuch erhielt die frühere First Lady Michelle Obama für ihre Autobiografie "Becoming". Auch die NDR-Bigband bekam einen Grammy als Begleitung des US-Jazz-Trompeters Randy Brecker. Überschattet wurde die Verleihung durch den Tod von Basketball-Legende Kobe Bryant. Der 41-Jährige war kurz zuvor mit einem Hubschrauber abgestürzt. Immer wieder wurde an den Sportstar erinnert. So sagte Grammy-Gewinnerin Lizzo: "Tonight is for Kobe."

Konzert zum Holocaust-Gedenktag

Vor dem internationalen Holocaust-Gedenktag ist im Berliner Dom mit einem Konzert an die Opfer des NS-Vernichtungslagers Auschwitz erinnert worden.
Der Vorsitzende des Zentralrates Deutscher Sinti und Roma, Rose, sagte, an die Opfer zu erinnern, bedeute immer auch gelebte Verantwortung für die Gegenwart und das Gemeinwesen. Dies habe nichts mit einer Übertragung der Schuld an nachfolgende Generationen zu tun, sondern sei Mahnung und unterstreiche die Bedeutung von Demokratie und Rechtsstaat. Zuvor hatte der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Schuster, dazu aufgerufen, alle Kräfte zu bündeln, um die Lehren aus der Schoah wieder in den Köpfen zu verankern. Es gehe auch um die Zukunft Europas.

Ulrich-Wildgruber-Preis für Lilith Stangenberg

Die Schauspielerin Lilith Stangenberg von der Volksbühne Berlin ist mit dem Ulrich-Wildgruber-Preis ausgezeichnet worden. Die 31-Jährige erhielt die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung beim Neujahrsempfang im Hamburger St. Pauli Theater. Stangenberg sei eine Extrem-Schauspielerin im besten Sinne. Sie zeichne eine faszinierende Wandlungsfähigkeit aus, heißt es in der Begründung der Jury. Als Filmschauspielerin wurde sie vor allem in dem Film "Wild" von Nicolette Krebitz bekannt.

Leipziger Buchmesse erwartet stabile Aussteller-Zahlen

Auf der Leipziger Buchmesse präsentieren sich 2020 ähnlich viele Aussteller wie im Vorjahr. Buchmesse-Direktor Oliver Zille sagte, die Buchmesse werde "mindestens stabil" sein. 2019 hatten sich rund 2500 Verlage und andere Aussteller in Leipziger gezeigt. Die Frühlingsschau der Buchbranche wird vom 12. bis 15. März veranstaltet. Ein Gastland gibt es diesmal anders als in den Vorjahren jedoch nicht. Leipzig habe nicht das Konzept, jedes Jahr ein Gastland zu präsentieren, sagte Zille. Stattdessen treten zehn Länder Südosteuropas - von Albanien über Nordmazedonien bis Bulgarien - in einem gemeinsamen Projekt als Schwerpunktregion auf. 2019 waren 286.000 Besucher zur Messe und dem dazugehörigen Festival "Leipzig liest" gekommen.

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Fazit

Finanzielle Hilfen für KünstlerEin Weg mit Hürden
Mit Hilfe einer Schnur produziert ein Mann hunderte bunter Seifenblasen.  (dpa / picutre alliance / Boris Roessler)

Seit letzter Woche können freie Künstler finanzielle Mittel in der Coronakrise beantragen. Janina Benduski vom Bundesverband Freie Darstellende Künste berichtet über Rückmeldungen von Kreativen und die Solidarität der Öffentlichkeit. Mehr

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