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Kulturnachrichten

Mittwoch, 1. Januar 2020

Der Karikaturist Rainer Bach ist gestorben

Der Chemnitzer Karikaturist und Cartoonist Rainer Bach ist tot. Wie seine Tochter der Nachrichtenagentur dpa sagte, starb der Künstler an Silvester im Alter von 73 Jahren nach langer Krankheit. Der 1946 in Freital geborene Bach überraschte seine Lehrer bereits im Alter von sechs Jahren mit Karikaturen im Lesebuch. Von 1979 an war er auf nationalen und internationalen Cartoonfestivals präsent. Bach veröffentlichte freiberuflich Karikaturen im Satiremagazin "Eulenspiegel". Auch für die Chemnitzer Tageszeitung "Freie Presse" zeichnete er. 2015 nahm ein Kosmonaut eine Zeichnung Bachs mit zur Internationalen Raumstation ISS ins Weltall.

Helene Fischer liefert das "Album des Jahrzehnts"

Das Album "Farbenspiel" von Helene Fischer ist das erfolgreichste Album des Jahrzehnts. Kein anderes Album wurde zwischen 2010 und 2019 häufiger verkauft. Nach Angaben der Marktforscher von GfK Entertainment lag "Farbenspiel" 15 Wochen lang auf Platz Eins der Charts, war 247 Wochen in den Top 100 und zweimal hintereinander (2013 und 2014) erfolgreichstes Album des Jahres. Außerdem schaffte es Fischer noch mit drei weiteren Tonträgern unter die Top Ten, darunter auch ihr "Best of"-Album. Am zweitmeisten verkauft wurde "Große Freiheit" von Unheilig, auf Rang vier und sechs liegen die Alben "21" und "25" von Adele, und auf den Rängen acht neun bis zehn folgen "MTV Unplugged - Live aus dem Hotel Atlantic" von Udo Lindenberg, "Ballast der Republik" von den Toten Hosen und "Muttersprache" von Sarah Connor. Top-Single des Jahrzehnts war "Shape Of You" von Ed Sheeran. Der Song stand 2017 ganze 15 Wochen auf Platz Eins und war 91 Wochen in den Top 100.

Menschen feiern Neujahr - trotz drängender Probleme

Trotz der großen Herausforderungen und Probleme, vor denen die Menschheit im neuen Jahrzehnt steht, haben rund um den Globus Millionen Menschen in das Jahr 2020 hineingefeiert. Eine der größten Partys fand in Berlin statt, wo Hunderttausende zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule das offizielle Feuerwerk bestaunten. Existenzielle Probleme wie Klimawandel und Umweltvernichtung, militärische Konflikte und Massenproteste, Flüchtlingsnot und soziale Ungleichheit traten zumindest für einige Stunden in den Hintergrund. "Die 20er Jahre können gute Jahre werden", hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Silvesterabend gesagt. Unter anderem versprach sie, all ihre Kraft für den Kampf gegen die Erderwärmung einzusetzen. Eine der ersten Millionenmetropolen, in denen das neue Jahrzehnt begann, war Sydney. Dort gab es wie üblich ein gigantisches Feuerwerk am Hafen - ungeachtet der verheerenden Buschbrände, die Australien seit Wochen heimsuchen.

Klassik-Stiftung Weimar plant digitalen Forschungsraum

Dort sollen Sammlungen, Archive und mehr zusammengeführt und für die Allgemeinheit nutzbar gemacht werden. Ein solcher virtueller Forschungsraum könne auch ein Pionierfall in Deutschland sein, sagte Stiftungspräsidentin Ulrike Lorenz. Ziel sei es, dass die Nutzer daraus Erkenntnisse für sich und die Forschung ziehen könnten. Dabei soll - gerade für die Laien - das Vergnügen nicht zu kurz kommen, betonte Lorenz. Einen Zeitplan für das Projekt nannte sie nicht. Bereits bei ihrem Antritt als Chefin der Klassik Stiftung Weimar im Sommer 2019 hatte Lorenz angekündigt, einen Schwerpunkt auf das Thema Digitalisierung setzen zu wollen.

Opernregisseur Harry Kupfer gestorben

Der bedeutende Regisseur Harry Kupfer ist tot. Der langjährige Chef der Komischen Oper Berlin starb am Montag nach längerer Krankheit im Alter von 84 Jahren in seiner Heimatstadt, wie sein Management Arsis am Silvestertag in Wien mitteilte. Der gebürtige Berliner begann seine Karriere 1958 in Stralsund in der ehemaligen DDR. Kupfer stieg über Karl-Marx-Stadt, Weimar und Dresden zum Chefregisseur der Komischen Oper auf, die er ab 1981 für 21 Jahre künstlerisch prägte. International begann sein Weltruhm mit der Inszenierung des "Fliegenden Holländer" 1978 in Bayreuth, dem 1988 dort gemeinsam mit Daniel Barenboim "Der Ring des Nibelungen" folgte. Seine letzte Inszenierung war zugleich seine Heimkehr an die Komische Oper, wo er im Frühjahr 2019 noch Händels "Poro" gestaltete.

Journalismusmuseum Newseum in Washington schließt

Das Journalismusmuseum "Newseum" in Washington wird zum Jahresende wegen zu geringer Einnahmen geschlossen. Demzufolge wird das Museumsgebäude für mehr als 370 Millionen Dollar an die Elite-Uni Johns Hopkins University verkauft. Die Ausstellungsstücke über Geschichte und Gegenwart des Journalismus sollen zunächst abgebaut und eingelagert werden. Deren Zukunft sei noch offen, sagte Museumssprecherin Sonya Gavankar. Das 2008 eröffnete moderne Medienmuseum hatte sich die Verteidigung der Presse- und Meinungsfreiheit auf die Fahnen geschrieben, ohne dabei unkritisch zu sein. So wurden auch journalistische Fehltritte und Fehlentwicklungen dokumentiert. Das Museum lockte in zwei Jahrzehnten rund zehn Millionen Besucher an.

Fontane-Festspiele ab 2020 jährlich

Die Fontane-Festspiele in Neuruppin werden ab 2020 jährlich zu Pfingsten veranstaltet. Bislang gab es die Veranstaltungen zu dem Literaten Theodor Fontane alle zwei Jahre. "Als wir die Festspiele 2010 aus der Taufe hoben, haben wir uns die Präsentation eines 'modernen' Fontane auf die Fahnen geschrieben", sagte Uta Bartsch, Geschäftsführerin der Fontane-Festspiele. Mit zeitgenössischen Künstlern und Künsten werde die Person Fontanes mit ihren vielfältigen Facetten zum Funkeln gebracht, so Bartsch. Neues sei hinzugefügt und Altes über Bord geworfen worden. Zugleich sollen aber auch die Erwartungen eher traditionell orientierter Fontane-Enthusiasten erfüllt werden. 2020 stehen demnach unter anderem das Fontane-Lyrik-Projekt, das Europäische Festival der Reiseliteratur "Neben der Spur" oder literarische Fontane-Stadtspaziergänge auf dem Programm. Das bereits 2019 erfolgreich erprobte Höfe-Projekt "Hereinspaziert" wird fortgesetzt. Zudem laufe das neu gegründete Poesiefestival "Pop und Petersilie", kündigte Bartsch an. Fontane wurde in Neuruppin geboren und verlebte dort seine Kindheit.

Grütters sieht neue Berlinale-Spitze unter Druck

Rund zwei Monate vor der 70. Ausgabe der Berlinale sieht Kulturstaatsministerin Grütters die neue Leitung des Filmfestivals unter hohem Erwartungsdruck. Sie hoffe, dass sich beim Wettbewerb eine etwas andere kuratorisch-künstlerische Note artikuliere, sagte Grütters der Deutschen Presse-Agentur. Insofern rechne sie damit, dass es im Wettbewerb und auch in den weiteren Sektionen programmatische Veränderungen gebe. Nach Einschätzung der CDU-Politikerin wird von einer Berlinale-Direktion immer erwartet, dass sie das Publikum begeistert - und auch weiterhin 330 000 Karten in elf Tagen verkauft. Grütters sieht das Filmfestival umfassend unterstützt: "Mit 10,4 Millionen Euro allein vom Bund ist das neue Leitungsteam Rissenbeek und Chatrian jetzt zum Start seiner Amtszeit und zur 70. Berlinale gut ausgestattet". Die 70. Berlinale beginnt am 20. Februar. Mit Carlo Chatrian und Mariette Rissenbeek hat das Festival nach dem bisherigen Leiter Dieter Kosslick nun eine Doppelspitze.

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