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Kulturnachrichten

Mittwoch, 16. Januar 2019

Steinmeier eröffnet Bauhaus-Jubiläum 2019

Bauhaus-Künstler seien mehrheitlich Demokraten gewesen

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat am Mittwochabend die bundesweiten Feierlichkeiten zum Bauhaus-Jubiläum 2019 eröffnet. Bei der Auftaktveranstaltung in der Akademie der Künste in Berlin würdigte Steinmeier das Bauhaus als eine der "bedeutendsten und weltweit wirkungsvollsten kulturellen Hervorbringungen unseres Landes". Die Feierlichkeiten zum Bauhaus-Jubiläum 2019 stehen unter dem Titel "Die Welt neu denken". Dazu sind in den kommenden Monaten rund 700 Veranstaltungen in elf Bundesländern geplant. Im Fokus stehen unter anderen die zentralen Wirkungsstätten in Weimar, Dessau und Berlin. Das Berliner Eröffnungsfestival geht bis zum 24. Januar. Beteiligt sind daran mehr als 100 internationale Künstlerinnen und Künstler.

Mirjam Pressler mit 78 Jahren gestorben

Die Schriftstellerin und Übersetzerin war seit langem schwer krank.

"Novemberkatzen" oder "Nathan und seine Kinder": Bücher, die Mirjam Pressler für Kinder und Jugendliche schrieb. Heute ist sie in Landshut verstorben, wie der Beltz Verlag mitteilte. In vielen ihrer über 30 Geschichten beschäftigte sich die gebürtige Darmstädterin mit dem Holocaust und dem jüdischen Leben in Deutschland. Ihr Romandebüt "Bitterschokolade" beschäftigte sich bereits 1980 mit der Bulimie. Kurz vor Weihnachten hatte sie als Anerkennung für ihren herausragenden Einsatz für die Völkerverständigung insbesondere zwischen Israel und Deutschland sowie die Erinnerung an das nationalsozialistische Unrecht das Große Bundesverdienstkreuz erhalten. Zudem übersetzte sie mehr als 300 Werke aus dem Hebräischen, dem Englischen, dem Niederländischen und dem Afrikaans ins Deutsche, darunter Romane von John Steinbeck, Zeruya Shalev und Amos Oz und das Tagebuch von Anne Frank. Presslers Roman "Dunkles Gold", in dem ein Bogen von den Pestpogromen im Mittelalter zu aktuellen antisemitischen Entwicklungen geschlagen wird, erscheint im März.

100 Jahre Erinnerung an das Bauhaus beginnt

Die Kunstschule wurde am 1. April 1919 in Weimar gegründet

Zum Auftakt der offiziellen Feierlichkeiten zum Jubiläum des Bauhauses hat Kulturstaatsministerin Monika Grütters die vom Architekten Walter Gropius ins Leben gerufene Bewegung als "eine politisch wirkmächtige Schule der Moderne" gewürdigt, die Künstlergenerationen bis heute inspiriere. Bis 1933 sei sie "ein Ort für Experimente, für neue Ideen, Formen und Materialien" gewesen. Für das Jubiläumsprogramm mit über 700 Veranstaltungen stellt der Bund rund 21 Millionen Euro zur Verfügung. Seit 1996 zählen die Bauhausstätten in Weimar und Dessau zum Unesco-Welterbe.

Documenta bekommt neue Dauerausstellung

Entwickelt wird sie von der Museumslandschaft Hessen Kassel

Ab November soll sie im Museum Neue Galerie zu sehen sein: Eine neue Dauerausstellung für die Documenta. "Wir wollen die weltweit wichtigste Schau für zeitgenössische Kunst auch zwischen den documenta-Jahren stärker präsent haben", begründete Martin Eberle, der Direktor der MHK. Das Konzept sehe eine Systematisierung der einzelnen Ausstellungen vor. Ziel sei, auch Auswärtigen relativ schnell die Faszination documenta erklären zu können. Die Museumslandschaft will dabei herausragende documenta-Werke in einem Galerie-Charakter zeigen. Man werde die Kunst in den Kontext
der politischen Ereignisse der jeweiligen Zeit und ihrer Macher setzen.

"Weltwoche" schreibt Fake-Kommentar zu Relotius

Das berichtet Meedia.

Der Interview-Fälscher Tom Kummer hat die Schweizer "Weltwoche" entlarvt. Chefredakteur Roger Köppel rudert mit dem Satz einer “ironischen Persiflage nach Mark Twain" zurück. Was ist passiert? In der Ausgabe vom 4. Januar ist ein vermeintlicher Brief von Kummer an den kürzlich aufgeflogenen Reportagen-Fälscher Class Relotius zu lesen. Darin zeigt sich Kummer erfreut, nun endlich nicht mehr der größte Betrüger im deutschsprachigen Journalismus zu sein. Doch das hat nicht Kummer, sondern "Weltwoche"-Redakteur Michael Bahnerth geschrieben, wie Köppel gegenüber dem SRF einräumte. Dass es sich dabei um einen "Gag" gehandelt habe, sei mit dem Begriff “Fake News” über der Kolumne deutlich gemacht worden, rechtfertigte er die Aktion. Die Dachzeile kann aber auch als Hinweis auf die aktuelle “Fake News”-Debatte verstanden werden. Tom Kummer, der im Jahr 2000 aufgeflogen war, Interviews mit Hollywood-Stars geführt zu haben, hatte in einer TV-Talkschau die Aktion der "Weltwoche" öffentlich gemacht.

Seehofer sucht Memoiren-Schreiber

Das sagte der Bundesinnenminister der "Augsburger Allgemeinen"

"Zwar bin ich auch des Schreibens mächtig, aber das muss ein Profi machen, der die Informationen einfach verständlich und doch spannend verarbeitet". Mit diesem Satz hat Horst Seehofer die Suche nach einem Ghostwriter für seine Lebenserinnerungen öffentlich eingeläutet. "Ich habe Gott sei Dank von der ersten Minute an alles dafür Wichtige gesammelt", so der 69 Jahre alte Christsoziale gegenüber der Zeitung. Er wolle keine Memoiren, die vor Langeweile und Selbstbeweihräucherung strotzten.

Unbekanntes Werk von Klimt entdeckt?

Schmucktafel in Budapester Wohnung der Öffentlichkeit präsentiert

Im Werkverzeichnis von Gustav Klimt ist es nicht enthalten: Ein Relief für den österreichischen Klavierbauer Friedrich Ehrbar - für dessen Dependance in Budapest. Die Schmucktafel - berichtet die Nachrichtenagentur APA - wurde von der Vereinigung Ungarischer Innenarchitekten vorgestellt. Nach Aussage von György Selmeczi sei die Echtheit anhand der Aufschrift erforscht worden. Das mit Goldfarbe gemalte Gipsrelief könnte in den Jahren zwischen 1890 und 1892 entstanden sein, möglicherweise unter Mitarbeit der Klimt-Brüder Georg und Ernst.

Positive Bilanz beim Kulturgutschutzgesetzes

Deutlich weniger Ausfuhrverfahren als befürchtet

Gut zwei Jahre nach Inkrafttreten des umstrittenen Gesetzes zum Schutz von Kulturgut sieht die zuständige Staatsministerin Grütters die Regelung als Erfolg. In einem Bericht zum Umfang des Aufwands, den die Kulturbeauftragte der Regierung erstellt hat, heißt es, dass die Mehrbelastungen zu hoch eingeschätzt worden seien. Der Bericht berechnet Mehrbelastung für die Länder mit 324.000 Euro, beim Bund sind es 268 000 Euro. Der Gesetzentwurf war von 375.000
(Länder) beziehungsweise 405.000 Euro (Bund) ausgegangen. Außerdem seien die Länder durch Übernahme der Finanzierung des Deutschen Zentrums für Kulturgutverluste um knapp 610 000 Euro entlastet worden. Aufgelistet werden jährlich 2.150 Ausfuhrverfahren von Kunstgütern. Von Kritikern der Regelung waren bis zu 130.000 Anträge pro Jahr befürchtet worden. Das Gesetz von 2016 soll den Kulturstandort Deutschland schützen. Es regelt etwa, welche Kunst ausgeführt werden darf oder als besonders bedeutsam und identitätsstiftend im Land bleiben muss. Es ist nach wie vor umstritten.

Kritik kam am Mittwoch vom kulturpolitischen Sprecher der
FDP-Bundestagsfraktion Hartmut Ebbing. «Auch wenn die
Staatsministerin das Kulturgutschutzgesetz vorschnell als Erfolg
verkaufen möchte, bleiben die strukturellen Probleme dieses Gesetzes
bestehen», sagte Ebbing in einer Mitteilung. «Es behindert die freie
Fluktuation von Kunstwerken und schränkt die internationale Mobilität
von Künstlerinnen und Künstlern erheblich ein.»

Neuer Chef für Liebermann-Villa am Wannsee

Kunsthistoriker Daniel Spanke wechselt von Stuttgart nach Berlin

Der Umbau des Wohnhauses von Otto Dix war entscheidend: Für die Wahl von Daniel Spanke zum neuen Direktor der Max-Liebermann-Villa am Wannsee in Berlin. Der 52-Jährige bringe so entscheidende Erfahrungen für die Leitung des Künstlermuseums mit, teilte die Max-Liebermann-Gesellschaft mit. Spanke war zuletzt Direktor des Gustav-Lübcke-Museums in Hamm, davor Kurator an den Kunstmuseen Bern und Stuttgart. Mit neuen Ausstellungen wolle er das Werk von Liebermann deutlicher in den Vordergrund rücken, erklärte Spanke. Im Erdgeschoss solle deutlicher werden, dass das Haus Lebensort der Familie war. In dem 1909 errichteten Bau entstanden mehr als 200 Gemälde von Max Liebermann.

Zeltstadt für ESC in Tel Aviv

Israel rechnet mit 10.000 internationalen Gästen

Um alle Gäste des Eurovision Song Contest im Mai unterbringen zu können, hat die Stadtverwaltung von Tel Aviv eine Zeltstadt für 2000 Menschen genehmigt. Der Campingplatz wird für Mai und Juni imYarkon Park Aviv eingerichtet. Zelte können gemietet oder mitgebracht werden, erklärte Bürgermeister Ron Huldai. Israel hatte den ESC im vergangenen Jahr gewonnen. Es folgte eine längere Kontroverse über den Austragungsort. Die Europäische Rundfunkunion setzte schließlich Tel Aviv und nicht Jerusalem fest.

Bundesverdienstkreuz für Klaus Farin

Auszeichnung für Verdienste um Kinder- und Jugendkultur im deutschsprachigen Raum

Er kommt aus dem Ruhrpott und ist doch nahezu ein Berliner Urgestein: Der Mitbegründer des Archivs der Jugendkulturen, Klaus Farin. Eröffnet 1998 in Kreuzberg, leitete er es ehrenamtlich bis 2011. Zu den Zeugnissen aus und über Jugendkulturen, die das Archiv öffentlich macht, gehören 6000 Bücher, 40.000 Zeitschriften, 4000 Tonträger und 400 wissenschaftliche Arbeiten, darunter die größte Fanzinesammlung Europas. Seit 2014 gibt es außerdem das Projekt zur Berliner Pop- und Subkultur. Heute ist der 61-jährige Klaus Farin Geschäftsführer des Hirnkost Verlags, in dem Forschungsergebnisse zur Jugendkultur publiziert werden, und Vorsitzender der Stiftung Respekt.

Mokrusch bleibt Theaterintendant in Bremerhaven

Das teilte die Stadt mit.

Der Vertrag zwischen Bremerhaven und Ulrich Mokrusch ist bis 2025 verlängert worden. Das Stadttheater habe unter seiner Intendanz sowohl einen "künstlerischen Sprung nach vorn als auch einen weithin sichtbaren Schritt in die Stadtgesellschaft hinein getan", heißt es zur Begründung. Mokrusch leitet das Vierspartenhaus seit 2010. Vorher war er fünf Jahre Stellvertretender Generalintendant am Nationaltheater Mannheim.

"Hello Dolly"-Star Carol Channing gestorben

US-Sängerin wurde 97 Jahre

Die US-Sängerin und Schauspielerin Carol Channing, die durch das Broadway-Musical "Hello Dolly" berühmt wurde, ist tot. Die "Legende und Ikone" sei in ihrem Haus in Kalifornien gestorben, so ihr Sprecher. Kollegen wie Lin-Manuel Miranda, George Takei und Sandra Bernhard zollten dem Bühnenstar in den sozialen Medien Tribut. Channing wirkte auch in vielen Film- und Fernsehproduktionen mit. Mit ihrer Rolle in dem Filmmusical "Modern Millie - Reicher Mann gesucht" (1967) an der Seite von Julie Andrews holte sie eine Oscar-Nominierung als beste Nebendarstellerin.

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