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Kulturnachrichten

Donnerstag, 3. Januar 2019

Bund-Länder-Position zum kolonialen Erbe angekündigt

Eine gemeinsame Position zum Umgang mit kolonialem Erbe bis März

Bund und Länder werden nach den Worten von Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda (SPD) bis März eine gemeinsame Position zum Umgang mit kolonialem Erbe vorlegen. Dies sagte Brosda in einem Interview von "Stuttgarter Zeitung" und "Stuttgarter Nachrichten". Brosda ist Gründungsvorsitzender der neuen Fachkonferenz der für Kultur zuständigen Länderminister unter dem Dach der Kultusministerkonferenz. "Den Anfang macht eine Arbeitsgruppe von Ländern und Bund zur Aufarbeitung des kolonialen Erbes und zum Umgang mit kolonial belastetem Sammlungsgut in unseren Museen", sagte er zum Arbeitsprogramm des neuen Gremiums, das im Herbst beschlossen wurde. Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) hatte sich kürzlich dafür ausgesprochen, offensiver über die Rückgabe geraubter Kulturgüter an die Herkunftsvölker nachzudenken. Die Diskussion hatte auch in Deutschland Fahrt aufgenommen, nachdem Experten in einem Bericht für den französischen Präsidenten Emmanuel Macron vorgeschlagen hatten, praktisch alle aus der Kolonialzeit stammenden Kunstwerke an die Herkunftsländer in Afrika zurückzugeben.

DDR-Autor Martin Stade gestorben

Er wurde 87 Jahre alt

Der vor allem zu DDR-Zeiten gelesene Thüringer Autor Martin Stade ist tot. Er starb am 11. Dezember in einem Krankenhaus in Arnstadt. In seinen Werken beschäftigte sich Stade vor allem mit dem Leben und den Menschen in der DDR. Er selbst war zunächst Funktionär beim kommunistischen Jugendverband FDJ, arbeitete später in anderen Berufsfeldern, bis er schließlich freier Schriftsteller wurde. Zu seinen bekannten Arbeiten zählen etwa der Sammelband "Der himmelblaue Zeppelin" (1970) und der historische Roman "Der König und sein Narr" (1975), der später mit Wolfgang Kieling und Götz George in Hauptrollen verfilmt wurde.

Streit um Berliner Hedwigskathedrale vor Gericht

Verhandelt wird am 9. Januar

Der Streit um die Neugestaltung der St.-Hedwigs-Kathedrale in Berlin kommt vor Gericht. Am 9. Januar verhandelt das Verwaltungsgericht über zwei Klagen gegen die Schließung und Umgestaltung der Kirche. Gegen das Land Berlin haben demnach Personen geklagt, die an der Errichtung der Kathedrale beteiligt waren, beziehungsweise deren Erben. Ziel der Kläger ist laut Gericht, dass die Genehmigung für den Umbau aufgehoben wird. Die Kritik richtet sich vor allem dagegen, dass die zentrale Bodenöffnung mit der Treppe zur Unterkirche geschlossen und der Altar ins Zentrum der Kirche gerückt werden soll. Die Kläger sehen dadurch das Urheberrecht von Architekt Hans Schwippert (1899-1973) verletzt.

Wechsel in der Leitung der Deutschen Bibelgesellschaft

Elke Richter folgt auf Reiner Hellwig

Wechsel in der kaufmännischen und verlegerischen Leitung der evangelischen Deutschen Bibelgesellschaft: Elke Richter (52) ist seit 1. Januar neue Kaufmännische Leiterin der Bibelgesellschaft. Das teilt die kirchliche Stiftung in Stuttgart mit. Richter, die zuvor als Steuerberaterin tätig war, folgt auf Reiner Hellwig (51), der ab 1. März als Justiziar beim Diakonischen Werk Württemberg arbeiten wird. Der Generalsekretär der Deutschen Bibelgesellschaft, Christoph Rösel, erklärte, er bedauere den Weggang von Hellwig, der "viele innovative Projekte" der Bibelgesellschaft initiiert und umgesetzt habe. Dazu gehöre die Einführung der Lutherbibel 2017.

Gladiatorengebäude in Pompeij wiedereröffnet

Kulturministerium spricht von Wiedergeburt von Pompeijs

Acht Jahre nach seinem Einsturz ist das wieder aufgebaute Gladiatorengebäude in Pompeji wieder für Besucher geöffnet worden. Es kann künftig donnerstags besichtigt werden, teilte die Verwaltung der antiken Stätte mit. Die "Schola Armaturarum", in der sich bis zum Untergang Pompejis im Jahr 79 bei einem Ausbruch des Vesuvs Gladiatoren auf ihre Wettkämpfe vorbereiteten, war vor acht Jahren nach Regenfällen eingestürzt. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gladiatorengebäude bei Luftangriffen schwer getroffen. In den vergangenen Jahren hatte es immer wieder Kritik am schlechten Zustand der Gedenkstätte gegeben.

Besucherrekord im Louvre

2018 besuchten 10,2 Millionen Menschen das Pariser Museum
10,2 Millionen Gäste im Pariser Museum

Der Pariser Louvre hat das vergangene Jahr mit einem Besucherrekord abgeschlossen. 10,2 Millionen Gäste wurden gezählt - 25 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Für Direktor Jean-Luc Martinez liegt einer der Gründe dafür im neubelebten internationalen Paris-Tourismus. Die Terroranschläge der vergangenen Jahre hatten zuvor viele Besucher abgeschreckt. Zum Erfolg beigetragen habe auch die Werbewirkung des Videoclips von Beyoncé und Jay Z. Die Musiker hatten das Video zum Song "Apeshit" im Louvre gedreht. Weitere Aufmerksamkeit brachte die Eröffnung des Louvre-Ablegers in Abu Dhabi. Martinez nannte außerdem die große Retrospektive über den Maler Eugène Delacroix mit mehr als einer halben Million Besuchern. Fast drei Viertel der Gäste kamen aus dem Ausland, mit US-Amerikanern und Chinesen an der Spitze.

Gedenkraum für koloniales Unrecht im Humboldt Forum

Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz fordert Raum der Stille

Der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, hält es für wichtig, im Humboldt Forum einen Ort zu schaffen, der nachdenklich macht und eigene Gedanken und Reflexion zulässt. Das Humboldt Forum im rekonstruierten Berliner Schloss soll von Ende 2019 an vor allem ethnologische und asiatische Kunst zeigen, die häufig aus der Kolonialzeit stammt. Ein guter Anstoß für die Auseinandersetzung mit dieser Geschichte ist Parzinger zufolge das Kunstwerk "Statue of Limitations", des Berliner Künstlers Sunkoo Kang, der einen der Kunst-am-Bau-Wettbewerbe gewonnen hat. Der Entwurf sieht eine schwarze Flagge auf halbmast vor, deren untere Hälfte im zentralen Treppenhaus des Kulturzentrums steht. Die obere Hälfte soll im "Afrikanischen Viertel" im Berliner Stadtteil Wedding zu sehen sein.

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