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Kulturnachrichten

Sonntag, 7. Januar 2018

Französische Sängerin France Gall gestorben

1965 gewann Gall den Grand Prix Eurovision de la Chanson

Frankreich trauert um France Gall. Die Sängerin, deren Hit "Ella, elle l'a" auch in Deutschland die Charts eroberte, erlag im Alter von 70 Jahren in Paris einem Krebsleiden. Musiker und Politiker wie Präsident Emmanuel Macron würdigten das Talent und die "Großzügigkeit" der Verstorbenen. Gall wurde am 9. Oktober 1947 mit dem bürgerlichen Vornamen Isabelle in Paris geboren. Sie stammte aus einer musikbegeisterten Familie. Ihr Vater, der Sänger Robert Gall, hatte unter anderem Lieder für Édith Piaf geschrieben. Mit 16 Jahren feierte Gall ihren ersten Erfolg mit dem Titel "Ne sois pas si bête". Ihr künstlerischer Leiter Denis Bourgeois änderte ihren Vornamen in "France", um sie von der bekannten Sängerin Isabelle Aubret zu unterscheiden. 1965 feierte sie ihren internationalen Durchbruch, als sie mit Serge Gainsbourgs Titel "Poupée de cire, poupée de son" für Luxemburg den Grand Prix Eurovision de la Chanson gewann. 1987 landete sie mit dem Lied "Ella, elle l'a" auch in Deutschland einen Nummer-Eins-Hit. Nach dem Tod ihres Mannes Michel Berger 1992 gab Gall kaum noch Konzerte. 1993 erkrankte sie an Brustkrebs. Als ihre Tochter Pauline vier Jahre später an der Stoffwechselerkrankung Mukoviszidose starb, zog sie sich weitgehend aus der Öffentlichkeit zurück. Erst 2015 meldete sie sich mit dem Musical "Résiste" zurück.

Kroymann: Filmbranche anfällig für Übergriffe

Konkurrenz sei in Filmbranche verbreitet und werde ausgenutzt

Konkurrenzdruck und Schönheitsdenken machen die Filmbranche nach Ansicht der Schauspielerin und Kabarettistin Maren Kroymann besonders anfällig für sexuelle Übergriffe. Es gebe in Deutschland viel mehr Schauspielerinnen und Schauspieler, als gebraucht würden, sagte sie im Deutschlandfunk Kultur. Manche jüngere Frauen dächten daher, sie könnten es neben der Begabung auch über das Aussehen schaffen. Dieses Schönheitsdenken sei in der ganzen Film- und Theaterbranche präsent und werde auch ausgenutzt. "Das ist auch nicht die Schuld von den Frauen, sondern die Branche funktioniert so", sagte Kroymann. Hinzu komme, dass man sich bei der Arbeit schnell nahe komme, ohne eine wirkliche Beziehung zu haben. Mehrere Schauspielerinnen hatte schwere Anschuldigungen gegen den Regisseur Dieter Wedel erhoben, bis hin zu erzwungenem Sex. Wedel wies die Vorwürfe per eidesstattlicher Erklärung als unzutreffend zurück.

Israelische Forscher finden prähistorische Stätte

Gefundene Werzeuge aus Feuerstein sind etwa eine halbe Million Jahre alt

Israelische Forscher haben bei Ausgrabungen eine große prähistorische Stätte gefunden. In der Nähe von Dschaldschulia nordöstlich von Tel Aviv seien Hunderte von Handäxten aus Feuerstein geborgen worden, teilte die israelische Altertumsbehörde mit. Die Stätte sei rund eine halbe Million Jahre alt und etwa einen Hektar groß. Die große Anzahl von Werkzeugen aus Feuerstein biete wichtige Erkenntnisse über das Leben der Frühmenschen während der Altsteinzeit. Die Stätte habe damals offenbar gute Nahrungsquellen, sauberes Wasser und Feuerstein-Vorkommnisse geboten. Die Ausgrabungsleiterin der Altertumsbehörde, Maajan Schemer, sprach von "großartigen Funden" in exzellentem Zustand. "Wir sehen hier eine große technologische Vielfalt, und die Erforschung dieser Fundstücke wird uns ein besseres Verständnis der Lebensweise und des menschlichen Verhaltens zu der Zeit ermöglichen, als der Homo Erectus unsere Region bevölkerte."

"Shape of Water" gilt bei "Golden Globes" als Favorit

Fatih Akin könnte den Globe für den besten nicht-englischsprachigen Film holen

Heute Abend werden im kalifornischen Beverly Hills zum 75. Mal die "Golden Globes" verliehen. Das Fantasymärchen "Shape of Water - Das Flüstern des Wassers" von Guillermo del Toro ist mit sieben Nominierungen der Favorit. Jeweils sechs Gewinnchancen haben Steven Spielbergs Politfilm "Die Verlegerin" und der Kriminalfilm "Three Billboards Outside Ebbing, Missouri". Der deutsche Regisseur Fatih Akin könnte mit dem NSU-Drama "Aus dem Nichts" den Globe für den besten nicht-englischsprachigen Film holen. Die Preise werden von der Hollywood Foreign Press Association, dem Verband der Auslandspresse, in 25 Film- und Fernseh-Kategorien verliehen.

Filmkritiker wählen "Lady Bird" zum besten Film 2017

Wahl der Kritikervereinigung gilt als möglicher Trend für die "Golden Globes"

Die US-Filmkritikervereinigung NSFC hat "Lady Bird" zum besten Film 2017 gewählt. Auch die Drehbuchautorin und Regisseurin des Films, Greta Gerwig, wurde für ihre Arbeit ausgezeichnet. Der Preis als beste Schauspielerin ging an die Britin Sally Hawkings für ihre Rolle in "Shape of Water - Das Flüstern des Wassers" und "Maudie". Die Auszeichnung als bester Darsteller ging an Daniel Kaluyya für "Get Out". Die NSFC besteht aus 59 bekannten Filmkritikern. Ihre Entscheidung gilt als Trendansage für die Golden Globes, die am Sonntag vergeben werden.

Regisseur Reitz sieht Streaming-Dienste als Chance

Qualitätsanspruch sei enorm gewachsen

Der Filmemacher Edgar Reitz (85) sieht in den Streaming-Diensten eine Chance für anspruchsvolle Film- und Serienproduktionen. Bei den von Netflix, Amazon oder Maxdome angebotenen Serien sei der Qualitätsanspruch im Vergleich zu dem, was früher im US-Fernsehen gelaufen sei, enorm gewachsen. "Das ist das einzige Gebiet, wo sich ein neuer Markt, ein neuer Horizont für Qualität auftut", sagte der Regisseur und Autor in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur in Nürnberg. Angesichts des Qualitätsanspruchs der von Videoportalen angebotenen Serien zeigte sich Reitz überzeugt, dass seine "Heimat"-Saga heute eine Chance hätte, von einem der Dienste produziert zu werden.

Neuer Pilger-Rekord auf Jakobsweg

2017 erreichten mehr als 300.000 Jakobspilger Santiago de Compostela

Damit wurden die bisherigen Rekordankünfte von 2016 (278.041) und aus dem Jakobusjahr 2010 (272.417) deutlich übertroffen. Demnach kamen vergangenes Jahr 301.036 Pilgerinnen und Pilger in Santiago de Compostela im Nordwesten Spaniens an. Davon waren 49 Prozent Frauen und 51 Prozent Männer. 93 Prozent pilgerten zu Fuß, rund sieben Prozent per Rad. 417 Personen legten den Weg zu Pferd zurück und 43 pilgerten im Rollstuhl. Die traditionelle Pilgerurkunde bekommt im dortigen Pilgerbüro nur, wer anhand der Stempelfolgen im Pilgerausweis nachweisen kann, mindestens die letzten 100 Kilometer bis Santiago zu Fuß beziehungsweise 200 Kilometer mit dem Fahrrad zurückgelegt zu haben. Viele Pilger gaben religiöse Gründe als Motivation an (43 Prozent ausschließlich religiöse Gründe, 47 Prozent religiöse und kulturelle Gründe). Nur 9 Prozent pilgerten demnach ausschließlich aus kulturellen Gründen nach Santiago.

US-Behörde verhängt Höchststrafe nach Stunt-Unfall

Stuntman starb bei Dreharbeiten für US-Serie "The Walking Dead"

Die Produktionsfirma der US-Zombieserie "The Walking Dead" ist nach dem Tod eines Stuntmans mit einer Geldstrafe belegt worden. Das Unternehmen Stalwart Films müsse die "maximal zulässige Strafe von 12.675 Dollar (gut 10.500 Euro) zahlen, erklärte die US-Behörde für Arbeitssicherheit (OSHA). Die Entscheidung sei ein "Weckruf" für Hollywood. Die gesamte Filmbranche müsse dafür sorgen, dass die Sicherheit von Schauspielern und Stuntmen gewährleistet sei. Der Stuntman John Bernecker starb im Juli, nachdem er bei Dreharbeiten im US-Bundesstaat Georgia von einem Balkon fast sieben Meter in die Tiefe gestürzt war. In den vergangenen beiden Jahren hatten sich am Set mehrerer US-Kino- und Fernsehproduktionen zahlreiche Unfälle ereignet. Auch die Dreharbeiten zu den Filmen "Resident Evil: The Final Chapter" und "Blade Runner 2049" wurden von tödlichen Unfällen überschattet.

Twitter will Konten von Staatsführern nicht löschen

Jüngste Äußerungen Trumps lösten Proteste gegen Kurznachrichtendienst aus

Der Kurznachrichtendienst Twitter will Konten von Staats- und Regierungschefs auch bei umstrittenen Äußerungen nicht löschen. Politiker hätten einen besonderen Status, teilte Twitter mit und wehrte sich damit gegen Forderungen, das Konto von US-Präsident Donald Trump stillzulegen. Würden die strittigen Tweets gelöscht, würden wichtige Informationen zurückgehalten, welche die Menschen erfahren und über die sie debattieren müssten, erklärte das Unternehmen. Hintergrund ist die jüngste Äußerung Trumps über den Kurznachrichtendienst, er verfüge über einen "viel größeren" und mächtigeren Atomknopf als Nordkoreas Staatschef Kim Jong Un. Kritiker sehen darin und in Trumps anhaltender Präsenz auf dem Kurznachrichtendienst eine Gefahr für den Weltfrieden und eine Verletzung von Twitter-Regeln zu Gewaltäußerungen.

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