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Kulturnachrichten

Montag, 1. Januar 2018

Riccardo Muti dirigiert das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker

Musik-Event in 94 Länder live übertragen

Die Wiener Philharmoniker haben am Vormittag das Jahr 2018 mit ihrem traditionellen Neujahrskonzert eingeläutet. Zum bereits fünften Mal stand der Italiener Riccardo Muti am Pult im Wiener Musikverein. Der Maestro und das Orchester arbeiten seit fast einem halben Jahrhundert zusammen. Auf dem Programm standen16 Walzer, Polkas und Galopps. Sieben Stücke wurden zum ersten Mal von den Philharmonikern am Neujahrstag aufgeführt. Der Goldene Saal war wie gewohnt mit Tausenden Blumen festlich dekoriert. Neben den rund 2.000 Zuhörern, die die heiß begehrten Karten für das Konzert ergattert hatten, verfolgten zig Millionen Zuschauer in 94 Ländern die Live-Übertragung. Im kommenden Jahr soll Christian Thielemann das Konzert dirigieren.

Historiker warnt vor "Bunkersterben"

Kommunen wollen die Betonbauten aus dem Zweiten Weltkrieg abreißen

Vor einem "Bunkersterben" in den Städten und einem Verlust an geschichtlicher Substanz hat der Historiker KlausJürgen Becker gewarnt. Die Betonbauten aus dem Zweiten Weltkrieg stünden oft an Stellen, die die Kommunen verkehrstechnisch umplanen wollten - und würden deshalb zur Debatte gestellt, sagte der Geschäftsführer des neuen Arbeitskreises Bunkermuseum Ludwigshafen der Deutschen Presse-Agentur. Dabei seien sie ein "sehr gutes Medium", um den Nationalsozialismus zu erklären und sich kritisch mit ihm auseinanderzusetzen. Während ein Abriss bis vor einigen Jahren noch viel zu teuer gewesen sei, sei das inzwischen kein großes Problem mehr, so Becker. Deshalb bestehe "permanent die Gefahr des Bunkersterbens und damit auch der Entsorgung der Geschichte, ohne dass sie vernünftig aufgearbeitet wird", warnte er. Becker wies darauf hin, dass in mehreren deutschen Städten Bunker bereits als Museen genutzt werden - zum Beispiel in Mannheim.

Internationale Vereinbarung für koloniales Erbe gefordert

Parzinger: Museen mit dieser Frage nicht allein lassen

Der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, hat eine internationale Vereinbarung für den Umgang mit dem kolonialen Erbe in Museen und staatlichen Sammlungen angeregt. Das sagte er in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Ähnlich wie beim Umgang mit NS-Raubgut sollte die internationale Gemeinschaft gemeinsame, verpflichtende Prinzipien verabschieden. Entscheidend wäre, einen Konsens mit den Herkunftsländern zu erreichen, so der Stiftungschef. Eine wichtige Rolle könnte dabei die Unesco spielen. Als erster Schritt sei eine internationale Konferenz auf europäischer Ebene denkbar, sagte er. Zahlreiche Museen weltweit haben Bestände aus der Kolonialzeit. Oft ist nicht geklärt, wo die Kunstschätze herkommen und ob sie rechtmäßig erworben wurden.

Deutsches Medizinhistorisches Museum erinnert an Frankenstein

Veranstaltungsreihe in Ingolstadt

Das Deutsche Medizinhistorische Museum in Ingolstadt befasst sich im neuen Jahr mit dem Thema "200 Jahre Frankenstein". Dazu habe man ein Programm zusammengestellt, das sich dem Titel aus unterschiedlichen Perspektiven und in verschiedenen Formaten widme, teilte das DMM mit. Im Zentrum stehe aber nicht die schaurige Kreatur Frankensteins, sondern vielmehr die Autorin Mary Shelley, die Medizin ihrer Zeit sowie der Wunsch des Menschen, Leben zu erschaffen oder es zumindest zu optimieren. Den Auftakt der Frankenstein-Veranstaltungen bildet die im Januar startende Vortragsreihe "Menschen machen". Der Schauerroman "Frankenstein or The modern Prometheus" erschien im Jahre 1818 und gilt heute als herausragendes Werk der englischen Literatur.

Shalev fordert neue Jerusalem-Verhandlungen

Autorin setzt sich für mehr gegenseitigen Respekt ein

Die Verfasserin der Romane "Liebesleben" und "Schmerz" hat in der "Süddeutschen Zeitung" neue Verhandlungen zur Jerusalem-Frage vorgeschlagen. Der westliche Teil solle die Hauptstadt Israels und der östliche Teil die Haupstadt eines palästinensischen Staates sein. Shalev nannte Jerusalem eine "verschlossene Stadt", in der die Grenzen zwischen den Religionen sehr deutlich seien. Die Entscheidung von US-Präsident Trump, Jerusalem als israelische Haupstadt anzuerkennen, habe sie überrascht. "Warum diese Entscheidung jetzt gefällt wurde, ist nicht nachvollziehbar." Sie sei zugleich gerührt gewesen, "denn Jerusalem war schon vor über 3.000 Jahren die Hauptstadt des jüdischen Volks. Lange, bevor es das Christentum oder den Islam gab."

Petersdom bekommt eine digitale Orgel

Der Vatikan setzt bei Kirchenmusik künftig auf ein elektronisches Instrument

Im Petersdom erklingt bei großen Ereignissen statt der traditionellen Pfeifenorgel künftig ein digitales Instrument. Nach einem ersten Einsatz am Heiligabend hat die Orgel des US-Herstellers Allen auch die feierliche Vesper des Papstes zum Jahresabschluss begleitet. Der Vatikan begründete die technische Revolution damit, dass die im vorderen Teil der Basilika installierte Pfeifenorgel für den Gesamtraum nicht ausreichte. Der Chef des jüdischen Familienunternehmens Allen, Steven Markowitz, war Anfang Dezember laut Firmenangaben eigens nach Rom gereist, um den Aufbau der Orgel zu leiten und den Papst-Organisten Juan Paradell-Sole einzuweisen. Der Leiter des päpstlichen Chors der Cappella Sistina, Massimo Palombella, verwies auf die veränderten liturgischen Anforderungen im Petersdom, der als größter Kirchenraum weltweit gilt. Die bisher übliche elektronische Verstärkung der Pfeifenorgel habe sich wegen gekappter Frequenzen und Hintergrundgeräuschen als nicht optimal erwiesen.

Italien verbucht 2017 als touristisches Rekordjahr

Museen verzeichnen mehr Besucher und höhere Einnahmen.

Die Zahl der ausländischen Besucher stieg um sieben Prozent. Das teilte Kulturminister Dario Franceschini mit. Der Tourismus in Italien befinde sich in einem "kräftigen Wachstum", so Franceschini. Maßnahmen zu einer Saisonentzerrung zeigten positive Signale. Auf einem guten Weg bewertete der Minister auch einen nachhaltigen Tourismus. So habe sich der 2017 gewählte Themenschwerpunkt auf historische italienische Landgemeinden als Erfolg erwiesen. In diesem Jahr soll die italienische Gastronomie als Teil des kulturellen Erbes im Mittelpunkt stehen. In diesem Rahmen wollten sich die Museen mit einer Social-Media-Kampagne beteiligen, so Franceschini.

Kritik an Begnadigung von Ex-Präsident Fujimori

Peruanische Autoren verurteilen die umstrittene Entscheidung

Literatur-Nobelpreisträger Vargas Llosa und mehr als 230 weitere Autoren haben in einem offenen Brief die Begnadigung des peruanischen Ex-Präsidenten Fujimori kritisiert. Die Entscheidung von Staatschef Kuczynski sei illegal und unverantwortlich, heißt es in dem Schreiben. Fujimori habe Menschenrechtsverletzungen begangen und leide gar nicht an einer fortschreitenden Erkrankung. Kuczynski hatte die Begnadigung mit dem Gesundheitszustand des 79-Jährigen begründet. Dieser war 2009 unter anderem wegen des Einsatzes von Todesschwadronen zu 25 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Aus Protest gegen Fujimoris Haftentlassung sind bereits der Kulturminister und der Chef des staatlichen peruanischen Rundfunks zurückgetreten.

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