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Kulturnachrichten

Donnerstag, 26. Januar 2017

Sorbonne-Ehrendoktorwürde für Joachim Gauck

Hochschulpräsident würdigt Einsatz des Bundespräsidenten für die Freiheit

Bundespräsident Joachim Gauck hat bei seiner Abschiedsreise nach Frankreich die Ehrendoktorwürde der renommierten Universität Paris-Sorbonne verliehen bekommen. Hochschulpräsident Berthélémy Jobert begründete die Auszeichnung mit Gaucks jahrelangem Einsatz für die Freiheit. In seiner Dankesrede vor hunderten Studenten und Gelehrten würdigte Gauck die deutsch-französische Aussöhnung nach dem Zweiten Weltkrieg und warnte im Wahljahr in Frankreich und Deutschland vor dem Einfluss von Populisten. Hochschulpräsident Jobert sagte, Gauck habe sich schon zu DDR-Zeiten unermüdlich für Freiheit und Demokratie eingesetzt. Als Bundespräsident habe er zudem die Verbrechen der Nationalsozialisten verurteilt. Unter anderem sei er in das französische Dorf Oradour-sur-Glane gereist, wo die Waffen-SS im Juni 1944 insgesamt 642 Zivilisten ermordet hatte.

Musikpreis für Pierre-Laurent Aimard

"Für ein Leben im Dienste der Musik"

Der französische Pianist Pierre-Laurent Aimard bekommt in diesem Jahr den mit 250 000 Euro dotierten Ernst von Siemens Musikpreis. Er erhält die weltweit renommierteste Auszeichnung der klassischen Musik "für ein Leben im Dienste der Musik", wie die Ernst von Siemens-Musikstiftung mitteilte. "Pierre-Laurent Aimard sei ein Pianist "des Lichts und der Farben, der alles, was er spielt, klar und lebendig werden lässt". Aimard war Artist in Residence unter anderem an der Carnegie Hall, dem New Yorker Lincoln Center, dem Wiener Konzerthaus, in der Berliner Philharmonie, der Alten Oper Frankfurt, der Cité de la Musique in Paris sowie dem Londoner Southbank Centre. Und er war künstlerischer Leiter des englischen Aldeburgh Festivals. Der 59-Jährige ist Professor an der Hochschule Köln und seit 2012 Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste.

Susanne Hahn mit Philosophie-Preis ausgezeichnet

Ehrung der Max Uwe Redler Stiftung für ihr Werk "Rationalität. Eine Kartierung"

Die Düsseldorfer Philosophie-Professorin Susanne Hahn hat am in Hamburg den mit 100.000 Euro dotierten Deutschen Preis für Philosophie und Sozialethik erhalten. Die 1964 geborene Hahn bekommt den Preis vor allem für ihr Werk "Rationalität. Eine Kartierung". Der Stiftungsvorsitzende Jürgen Lüthje würdigte die Preisträger als "herausragende Philosophin, die mit ihrem Werk zur Rationalität wegweisende Gedanken zur Weiterentwicklung dieser zentralen philosophischen Kategorie erarbeitet hat". Gerade in einer Zeit, die immer stärker durch einen Mangel an Rationalität des öffentlichen Diskurses geprägt sei, verdiene ihr Werk besondere Aufmerksamkeit und Anerkennung. Die nach dem Kaufmann Max Uwe Redler benannte Stiftung verleiht ihren Preis an Wissenschaftler, die in deutscher Sprache herausragende Beiträge zur Entwicklung der Philosophie und der Sozialethik veröffentlicht. Der Preis ist die höchstdotierte deutsche Philosophieauszeichnung. Vorheriger Preisträger war der Münsteraner Philosophie-Professor Michael Quante.

Vatikanische Museen restaurieren Kunstwerke

Erzbistum Spoleto-Norcia war nach Erdbeben im Herbst 2016 besonders stark betroffen

Die Vatikanischen Museen restaurieren unentgeltlich Kunstwerke, die durch die jüngsten Erdbeben in Mittelitalien beschädigt wurden. Das meldet Radio Vatikan. Acht ausgewählten Stücke, darunter auch das Turmkreuz der Basilika des heiligen Benedikt in Norcia, sollen Anfang Februar zur Restaurierung in den Vatikan kommen. Mit weiteren Kunstwerken aus der Erdbebenregion, die in Rom und Florenz restauriert werden, sollen sie anschließend in einer Ausstellung in der umbrischen Stadt Spoleto zu sehen sein. Das Erzbistum Spoleto-Norcia war besonders stark von den Erdbeben betroffen. Im Herbst 2016 hatte ein Beben der Stärke 6,5 unweit von Norcia (Nursia) zum Einsturz der gotischen Basilika des heiligen Benedikt von Nursia (480-547) geführt. Nur die Kirchenfassade blieb erhalten. Der Überlieferung nach wurde das aus dem 14. Jahrhundert stammende Gotteshaus über dem einstigen Geburtshaus des Ordensgründers der Benediktiner errichtet.

Iranische Schauspielerin will Oscars boykottieren

Damit protestiere sie gegen die neue Einwanderungspolitik der USA

Die iranische Schauspielerin Taraneh Alidoosti will die Oscar-Zeremonie aus Protest gegen die neue Einwanderungspolitik der USA boykottieren. "Das neue Gesetz, auch wenn es nur temporär sein sollte, ist diskriminierend und inakzeptabel", schrieb die 33-jährige Alidoosti auf ihrer Instagram Seite. Sie werde deshalb nicht in die USA reisen und dementsprechend auch nicht an der Oscar-Zeremonie teilnehmen, so die derzeit prominenteste Schauspielerin im Iran. Ein von US-Präsident Donald Trump vorgeschlagener Gesetzentwurf sieht vor, dass Bürger aus sieben mehrheitlich muslimisch geprägten Ländern, unter anderem Iran, vorübergehend keine Visa für die USA erteilt bekommen. Angeblich sollen auch Iraner mit einem Visum nicht mehr in die USA einreisen dürfen. Viele Iraner haben in den sozialen Netzwerken den Entwurf scharf verurteilt. Alidoosti spielt neben Shahab Hosseini die Hauptrolle in dem Film "The Salesman" von Asghar Farhadi. Der Film ist in der Kategorie bester ausländischer Film für den Oscar nominiert. 2012 hatte Farhadi in derselben Kategorie bereits einen Oscar für das Gesellschaftsdrama "Nader und Simin " gewonnen.

Künstler Christo gibt Fluss-Projekt in Colorado auf

Der Grund sei Donald Trump

Nach jahrelangem Kampf gibt der Verhüllungskünstler Christo sein Projekt "Over The River" auf, bei dem ein Fluss im US-Staat Colorado über rund zehn Kilometer abgedeckt werden sollte. 20 Jahre habe er das Projekt für den Arkansas River verfolgt, teilte der in Bulgarien geborene Amerikaner mit. "Ich will nicht länger abwarten." Das plötzliche Aus für das Projekt, in das Christo mit seiner Frau Jeanne-Claude (1935-2009) rund 15 Millionen Dollar (14 Mio Euro) steckte, ist ein deutlicher Protest gegen den neuen Präsidenten Donald Trump. "Hier ist die US-Bundesregierung unser Vermieter. Sie besitzt das Land. Ich kann kein Projekt machen, dass diesem Vermieter zugute kommt", sagte Christo der "New York Times". Auf die Frage, ob er seine Meinung zu Trump weiter ausführen könne, sagte Christo: "Die Entscheidung spricht für sich. Mein Entscheidungsprozess war, dass ich wie viele andere nie glaubte, dass Trump gewählt werden würde." Stattdessen wolle er nun all seine Energie, Zeit und Mittel in sein Lebensprojekt "Mastaba" stecken, an dem er seit 1977 arbeitet. Dabei soll in den Vereinigten Arabischen Emiraten eine 150 Meter hohe Skulptur aus mehr als 400 000 Ölfässern errichtet werden.

Die Gewinner des Deutschen Hörbuchpreises sind...

Bibiana Beglau als "Beste Interpretin", Ulrich Noethen als "Bester Interpret" u.a.

Die Gewinner des Deutschen Hörbuchpreises 2017 stehen fest: Ausgezeichnet werden Bibiana Beglau als "Beste Interpretin" für ihre über 18-stündige Lesung des Romans "Die Unglückseligen" von Thea Dorn. Und Ulrich Noethen als "Bester Interpret" für die Lesung von Friedrich Anis Roman "Nackter Mann, der brennt". Als "Bestes Hörspiel wird "Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969" ausgezeichnet, wie der WDR mitteilte. Regisseur Leonhard Koppelmann und Autor Frank Witzel teilen sich diesen Preis. Hans Sarkowicz wird für "Geheime Sender. Der Rundfunk im Widerstand gegen Hitler" in der Kategorie "Bestes Sachhörbuch" geehrt. Joachim Meyerhoff erhält den Preis für "Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke" in der Kategorie "Beste Unterhaltung". Der Preisträger für das "Beste Kinderhörbuch" wird in der kommenden Woche bekanntgegeben. Die Preise werden am 7. März im Kölner WDR-Funkhaus verliehen.

Mongolisches Tripitaka für Münchner Staatsbibliothek

Schenkung buddhistischer Schriften umfasst 400 Bände

Durch eine Schenkung befindet sich jetzt in der Bayerischen Staatsbibliothek (BSB) das bisher einzige Exemplar der Neuausgabe des mongolischen Tripitaka in Deutschland. Die Schenkung kommt aus der Inneren Mongolei vom 79-jährigen, international angesehenen buddhistischen Lehrer, Chin Kung und umfasst 400 Bände in mongolischer Sprache, wie die BSB in München mitteilte. Bei dem von 2007 bis 2010 entstandenen Werk handle es sich um eine neu edierte mongolische Gesamtausgabe des Tripitaka, der Sammlung der wichtigsten buddhistischen Schriftenteilte. Sie umfasse 108 Bände des Kanjurs, der die Lehren des Buddha sowie die Ordensregeln enthält und 226 Bände des Tanjurs, den philosophischen Abhandlungen und Kommentaren. Vorlage für das Gros der faksimilierten Bände seien Originalabzüge des mongolischen Tripitaka aus dem 18. Jahrhundert, teilte die Bibliothek weiter mit. Mit der Schenkung gehe ein langgehegter Wunsch in Erfüllung, denn Textquellen des buddhistischen Kulturkreises bilden einen inhaltlichen Schwerpunkt in der Sammlung asiatischer Drucke und Handschriften der Staatsbibliothek.

Bayerischer Musikpreis an Wecker und Gerhaher

Ehrung für besonderes Engagement in der Musik

Die Preisträger des Bayerischen Staatspreises für Musik 2017 sind in der Kategorie "Professionelles Musizieren" die Geigerin Carolin Widmann und der Bariton Christian Gerhaher. Den Sonderpreis erhält Liedermacher Konstantin Wecker. Dessen Musik zeichne sich "durch hohe Qualität sowie eine unverkennbare Handschrift aus". Poesie und Satire hätten in Weckers Arbeit einen gleichwertigen Platz, erklärte die Jury, deren Vorsitz der Münchner Dirigent Alexander Liebreich hat. In der Sparte "Laienmusizieren" werden der Bayerische Landesjugendchor und die Bläserakademie "advanced" des Musikbundes von Ober- und Niederbayern geehrt. "advanced" ermögliche talentierten jungen Musikern bei sehr guten Instrumentaldozenten zu bezahlbaren Konditionen Unterricht zu erhalten. Der Preis wird vom Bayerischen Staatsminister für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst verliehen und würdigt Einzelpersönlichkeiten wie auch Musikensembles, die sich durch herausragende Leistungen oder innovative Konzepte in besonderer Weise um die Musikin Bayern verdient gemacht haben. Dotiert sind ausschließlich die beiden Preise in der Kategorie "Laienmusizieren" mit je 3.000 Euro.

Pantheon im Rom soll künftig Eintritt kosten

Es ist das meistbesuchte Kulturdenkmal Italiens

Der Zugang zum Pantheon in Rom soll künftig Eintritt kosten. Darauf haben sich das italienische Kulturministerium und das Bistum Rom im Grundsatz geeinigt, wie italienische Zeitungen berichteten. Das Pantheon ist das meistbesuchte Kulturdenkmal Italiens; 2016 kamen 7,3, Millionen Besucher. Weil das Bauwerk im 7. Jahrhundert eine Kirche wurde, ist der Eintritt bislang kostenlos. Ein Vertreter des Bistums Rom bekräftigte laut der Tageszeitung "Corriere della Serra", das Bistum wolle zwar daran festhalten, dass der Besuch von Kirchen kostenlos sei. Denkbar wäre aber, im Pantheon künftig außerhalb der Gottesdienstzeiten Eintritt zu erheben. Italiens Kulturminister Dario Franceschini hatte bereits Anfang 2016 die Erhebung eines "moderaten" Eintrittspreises angekündigt. Für den größten erhaltenen Kuppelbau der Antike sind sowohl das italienische Kulturministerium als auch das Bistum Rom zuständig.

Musikpreis Echo wird schlanker

Dieses Jahr wird es nur 22 statt wie bisher 31 Kategorien geben

Der deutsche Musikpreis Echo reduziert seine Kategorien. Die Auszeichnung wird in diesem Jahr in 22 Kategorien verliehen. Das sind 9 weniger als bisher, wie der Bundesverband Musikindustrie mitteilte. Künftig wird es für jedes musikalisches Genre eine Fachjury geben. Deren Stimme werde auch ein deutlich höheres Gewicht bei der Vergabe haben, hieß es. Der Preis wechselt - wie bereits bekannt - den Sender und wird künftig statt im Ersten bei Vox zu sehen sein. Die Show ist am 6. April in der Messe Berlin geplant. Der Echo gilt als wichtigster deutscher Musikpreis. Zu den bisherigen Preisträgern gehören Adele, Helene Fischer, Herbert Grönemeyer, Rammstein und Die Toten Hosen.

Forschungsprojekt zu geraubter Hertie-Bibliothek

Sie war von den Nazis beschlagnahmt, versteigert und verkauf worden

Das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste (DZK) hat das Projekt zur Erforschung der wiederentdeckten Bibliothek der jüdischen Unternehmerfamilie Edith und Georg Tietz genehmigt. Wie Uwe Hartmann, Leiter der Provenienzforschung am DZK der Deutschen Presse-Agentur sagte, soll mehr über den Zufallsfund in der Stadtbibliothek Bautzen in Erfahrung gebracht werden. Im vergangenen Jahr war ein Wissenschaftler bei seinen Recherchen zu NS-Raubgut in Bautzen auf knapp 500 bisher verschollene Bücher der Eigentümerfamilie der einstigen Kaufhauskette Hertie gestoßen. Ihren Anfang nahm die Geschichte des Unternehmens 1882 mit der Gründung eines kleines Warenhauses von Oscar Tietz in Gera. Unter der Leitung der Brüder Georg und Martin Tietz und deren Schwager Hugo Zwillenberg entstand bis Ende der 1920er Jahre einer der größten europäischen Warenhauskonzerne. Die Nationalsozialisten drängten die jüdische Familie 1934 aus dem Unternehmen. Nach der Emigration wurde der Besitz beschlagnahmt, versteigert und verkauft.

Mary Tyler Moore ist tot

US-Fernsehikone starb im Alter von 80 Jahren

Die Schauspielerin, Produzentin und mehrfache Emmy-Preisträgerin feierte in den 60er Jahren Erfolge mit der Serie "The Dick Van Dyke Show". In den 70er Jahren prägte Moore die Zeit der Frauenbewegung durch die Darstellung einer der ersten unabhängigen Karrierefrauen in der "Mary Tyler Moore Show". Für ihre Rolle in dem Drama "Eine ganz normale Familie" gewann Moore einen Golden Globe und war für den Oscar nominiert.

Chemnitz will Europäische Kulturhauptstadt 2025 werden

Chemnitz bewirbt sich als zweite sächsische Stadt nach Dresden um den Titel

Der Stadtrat beschloss mit großer Mehrheit, die Bewerbung vorzubereiten. Dafür will die Kommune für die Jahre 2017 bis 2020 insgesamt 1,2 Millionen Euro ausgeben. Die Bewerbung muss im nationalen Wettbewerb bis 2019 eingereicht sein. Auf Empfehlung einer Jury vergibt die Europäische Union den Titel 2021. Neben Dresden und Chemnitz stehen Nürnberg und Magdeburg als Kandidaten fest. Weitere Städte haben Interesse bekundet. Essen war 2010 als letzte deutsche Kommune Europas Kulturhauptstadt.

Einheitsdenkmal in Berlin weiter in der Diskussion

Konkrete Beschlüsse fielen in der Sitzung des Kulturausschusses nicht

Bundestagspräsident Norbert Lammert betonte bei einer Anhörung im Kulturausschuss, der Beschluss des Plenums zum Bau einer begehbaren Waage neben dem Berliner Schloss habe nach wie vor Gültigkeit. "Wer etwas anderes will, muss das neu beantragen", sagte Lammert nach Angaben von Ausschusschef Siegmund Ehrmann in der nichtöffentlichen Sitzung. Der Haushaltsausschuss hatte die Mittel für das Projekt im April wegen einer absehbaren Kostensteigerung gestoppt. Konkrete Beschlüsse über das weitere Vorgehen fielen laut Ehrmann in der Sitzung nicht. Die Fraktionen wollen zunächst intern ihre Linie festlegen.

Beuys-Filzanzug zurück aus Stickstoffkammer

Mottenbefallenes Kleidungsstück kann nun restauriert werden

Ein von Kleidermotten befallener Filzanzug des Documenta-Künstlers Joseph Beuys (1922-1986) ist nach sechs Wochen aus einer Stickstoffkammer geholt worden und kann nun bald restauriert werden. Eine Textilrestauratorin untersuche nun, welche Schäden es an dem wertvollen Stück gebe, sagte eine Sprecherin der Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK). Dies sei nicht einfach, weil der Anzug bereits zu Beuys' Zeiten "gewollte Gebrauchsspuren" hatte. Mit der Restaurierung soll in den kommenden Wochen begonnen werden. Der Anzug wird erst nach der Restaurierung wieder in der Neuen Galerie in Kassel ausgestellt. Der von Beuys eingerichtete Raum, dessen Bestandteil der Filzanzug ist, befindet sich seit 1976 in dem Museum und ist seitdem fester Bestand des Hauses.

Ohne Zeitzeugen werden NS-Gedenkenstätten wichtiger

Kulturstaatsministerin Monika Grütters betont die Bedeutung authentischer Orte

NS-Gedenkstätten und -Erinnerungsorte müssen nach Ansicht von Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) ihre Arbeit stärker auf das Internet ausrichten, um mehr Jungendliche anzusprechen. "Junge Menschen beziehen ihre Informationen heute vielfach aus dem Netz", sagte Grütters der Onlineausgabe der Bistumszeitung "Kirche+Leben". Das müsse bei der Vermittlungsarbeit mehr berücksichtigen werden. Da immer mehr Zeitzeugen verstummten, erklärte die CDU-Politikerin, werde die Bedeutung der authentischen Orte weiter wachsen. Die acht großen KZ-Gedenkstätten in Deutschland sollten deshalb dauerhaft gefördert werden. Grütters kritisierte die umstrittenen Äußerungen des thüringischen AfD-Landeschefs Björn Höcke zum Holocaust-Mahnmal in Berlin scharf. Es sei "unerträglich und widerlich", dass die deutsche Erinnerungskultur, "an der unsere Gesellschaft und unsere Demokratie gereift sind", für parteipolitische Zwecke missbraucht werde.

Dänischer Regisseur Lars von Trier kommt ins Museum

Der Schaffensprozess des Filmemachers soll vermittelt werden

Der dänische Filmemacher Lars von Trier (60) bekommt in Dänemark eine eigene Ausstellung. Das Brandts Museum für Kunst und visuelle Kultur in Odense erzählt ab Ende September die Geschichte des Skandalregisseurs ("Nymphomaniac", "Antichrist", "Melancholia") in Zusammenarbeit mit dessen Produktionsfirma Zentropa. Die Schau soll den Besuchern von Trier und seinen künstlerischen Schaffensprozess näherbringen. Ausstellen will das Museum unter anderem Bilder, Requisiten und Manuskripte, von denen der Filmemacher die meisten im Rausch geschrieben haben will. Außerdem sollen Interviews und Ausschnitte aus den Filmen des Dänen gezeigt werden.

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