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Kulturnachrichten

Samstag, 21. Januar 2017

Apokalyptisches Denken im Weißen Haus

Weltuntergangsexperte Grüter zur Trump-Wahl

Für den Weltuntergangsexperten Thomas Grüter ist der neue US-Präsident im Vergleich mit anderen apokalyptischen Erzählungen wenig spektakulär. Im Deutschlandradio Kultur sagte Grüter, dass frühere Szenarien, in denen die Welt endete, deutlich spektakulärer waren. Er erinnerte an herabfallende Sterne, Vulkanausbrüche und das Land verheerende apokalyptische Reiter: "Da ist Trump (...) noch eine der kleineren Figuren." Ansonsten stellt Grüter fest, Trump und seine Anhänger seien wahre Apokalyptiker, die sich in ihrem Denken an der Offenbarung des Johannes orientierten. Denn dort gehe "die alte Welt unter" und ein neues "wunderbares Zeitalter" beginne. Auf Trump und seine Anhänger müsse man schon "ein bisschen aufpassen", denn diese dächten absolut. "Das heißt, es gibt nur sie und die Anderen. Die Anderen haben noch Gelegenheit, sich ihnen anzuschließen. Aber wenn sie das nicht tun, werden sie bekämpft. Und das ist schon eine Gefahr. Auch aus Donald Trumps Reden kann man entnehmen, dass er keine Kompromisse machen möchte", betonte Grüter.

Terézia Mora bekommt Bremer Literaturpreis

Förderpreis geht an Senthuran Varatharajah

Die Schriftstellerin Terézia Mora erhält heute den Bremer Literaturpreis 2017. Die mit 25.000 Euro dotierte Auszeichnung bekommt sie für ihr Buch "Die Liebe unter Aliens", der im Luchterhand-Verlag erschienen ist. Mora wurde 1971 in Ungarn geboren und lebt seit 1990 in Berlin. Einen mit 6.000 Euro dotierten Förderpreis erhält Senthuran Varatharajah für seinen im S. Fischer Verlag erschienenen Debüt-Roman "Vor der Zunahme der Zeichen". Varatharajah wurde 1984 in Sri Lanka geboren und lebt ebenfalls in Berlin.

Spanische Polizei deckt Kunstschmugglerring auf

Verhaftungen seien bereits im November erfolgt

Die spanische Polizei hat einen Schlag gegen einen internationalen Kunstschmugglerring verkündet. In Zusammenarbeit mit Behörden 17 anderer europäischer Länder seien 75 Verdächtige verhaftet und mehr als 3500 Kunstgegenstände sichergestellt worden, teilte sie mit. Die multinationalen Ermittlungen hätten im Oktober begonnen und die Verhaftungen seien bereits im November erfolgt. Die Leitung habe bei Ermittlern Spaniens und Zyperns gelegen, die von 16 anderen Ländern, der UN-Kulturorganisation Unesco und Interpol unterstützt worden seien. Der Schmugglerring habe überwiegend mit Objekten gehandelt, die von Plünderungen aus Kriegsgebieten stammten, hieß es weiter. Die spanische Polizei teilte nicht mit, warum sie sich zu der Operation erst zwei Monate nach den Verhaftungen äußerte.

Dresdner Schmalfilmtage verleihen Preise

Hauptpreis ging an Julius Dommers Doku "Berta"

Die 18. Dresdner Schmalfilmtage sind zu Ende. 130 Streifen aus aller Welt wurden eingereicht, 13 von ihnen waren in den vergangenen Tagen zu sehen. "Wir waren von der Qualität der eingereichten Arbeiten überrascht, viele sind auf einem sehr hohen Niveau", sagte Festivalsprecherin Nadine Bors der Deutschen Presse-Agentur. "Von Kunst bis Trash war alles dabei. Es wurde gereist, amerikanische Hochzeitskapellen und italienische Bergdörfer mit Schlangenkult besucht und die gesellschaftlichen Normen hinsichtlich Sexualität aus weiblicher, männlicher und transgender Sicht vielfältig hinterfragt", teilte das Festival mit. Am Samstag vergab die Jury ihren mit 300 Euro dotierten Hauptpreis an Julius Dommer. Sein Dokumentarfilm "Berta" dreht sich um die Schlachtung einer gleichnamigen Kuh und greift tierethische Fragen auf. Eine lobende Erwähnung fand der französische Experimentalfilm "Les Eaux dormantes" von Emmanuel Piton. Der Dresdner Publikumspreis ging an Stefan Möckel für seinen Beitrag "What time is it?".

Timothy Garton Ash erhält Aachener Karlspreis

Britischer Historiker gilt als leidenschaftlicher Verfechter Europas

Der diesjährige Aachener Karlspreis geht an den renommierten britischen Historiker Timothy Garton Ash. Er sei "ein überzeugender und bedeutender englischer Europäer und europäischer Engländer", stellte das Karlspreis-Direktorium in Aachen fest. Garton Ashs Werk sei Anstoß einer vor allem in Europa notwendigen Debatte über Normen und Werte. „Eine Debatte, die uns alle angeht, wollen wir nicht den Hasspredigern und Populisten das Feld überlassen“, hieß es in der Begründung. Das Brexit-Votum der Briten im Juni habe er als größte Niederlage seines politischen Lebens bezeichnet. Er wolle aber nicht aufgeben, für eine enge Bindung des Vereinten Königreich und der EU eintreten. Timothy Garton Ash ist Professor für Europäische Studien an der Universität in Oxford.

Großer Andrang im neuen Museum Barberini

Freier Eintritt lockte Besucher vor der eigentlichen Eröffnung

Rund 1800 Kunst-Interessierte haben nach Museumsangaben am Samstag das neue Museum Barberini in Potsdams historischer Mitte besucht. Vor der regulären Eröffnung am Montag nutzten sie die Gelegenheit, sich bei freiem Eintritt die Eröffnungs-Ausstellungen "Klassiker der Moderne" und "Impressionismus. Die Kunst der Landschaft" anzusehen. Zum Schutz der Kunstwerke durften die Besucher nur in begrenzter Zahl in das Gebäude. Die Warteschlange auf dem Alten Markt reichte daher mehrere hundert Meter rund um das Landtagsschloss. Der Kunstmäzen Hasso Plattner hatte das Museum mit insgesamt 2200 Quadratmeter Ausstellungsfläche hinter der Fassade des historischen Palais Barberini aus dem 18. Jahrhundert in drei Jahren Bauzeit wiedererrichtet. Dort sollen jährlich drei Schauen mit Bildern aus Plattners Privatsammlung und Leihgaben von europäischen Museen präsentiert werden.

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Fazit

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Die Proteste in Hongkong gegen den wachsenden Einfluss der chinesischen Regierung finden weltweite Aufmerksamkeit und Unterstützung. In Berlin organisierte die deutsche Sektion der Schriftstellervereinigung P.E.N. eine spontane Solidaritätslesung.Mehr

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