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Kulturnachrichten

Mittwoch, 18. Januar 2017

Krim-Museen legen im Streit um Goldschatz Berufung ein

Bis zu einer endgültigen Entscheidung könnten laut Experten bis zu fünf Jahre vergehen

Im Streit um die Rückgabe eines 2000 Jahre alten Goldschatzes haben vier Museen der Schwarzmeerhalbinsel Krim Berufung bei einem niederländischen Gericht eingelegt. Das sagte die Anwältin der Museen, Anastasija Siwizkaja, in Moskau. Der mehrere hundert Stücke umfassende Schatz war von Februar bis August 2014 in Amsterdam unter dem Titel "Die Krim: Gold und Geheimnisse des Schwarzen Meeres" ausgestellt worden. Der Streit um die Rückgabe war aufgekommen, nachdem sich Russland 2014 die ukrainische Halbinsel Krim unter scharfer internationaler Kritik einverleibt hatte. Ein Richter in Amsterdam hatte im Dezember entschieden, dass die Gegenstände an die Ukraine zurückgegeben werden müssen. Zu den Prunkstücken gehören ein 2400 Jahre alter Helm des Reitervolks der Skythen sowie 2000 Jahre alte chinesische Lackkästchen der Han-Dynasie, filigrane Broschen und eine goldene Schwert-Scheide.

Uni Greifswald legt Namen "Ernst Moritz Arndt" ab

Ernst Moritz Arndt galt den Nationalsozialisten als Vordenker

Die Universität Greifswald trägt künftig nicht mehr den Namen "Ernst Moritz Arndt". Der Senat entschied am Mittwoch mit Zweidrittelmehrheit den Namen des umstrittenen Publizisten und Hochschulprofessors Arndt (1769-1860) abzulegen. Die Hochschule wird künftig nur noch Universität Greifswald heißen. Mit der Streichung des Namens kehrt die 1456 gegründete Hochschule wieder zu ihrer ursprünglichen Bezeichnung zurück. Den Antrag auf Streichung des Namens hatten die zwölf studentischen Mitglieder im Senat eingebracht. Sie argumentierten, dass das Festhalten an Arndt die angestrebte verstärkte Internationalisierung und die Darstellung der Uni als Ort einer fortschrittlichen Wissenschaft erschwere. Arndt hatte Anfang des 19. Jahrhunderts gegen Napoleon und die Franzosen polemisiert und auch antisemitische und nationalistische Schriften veröffentlicht.

Neue Mottenart: Neopalpa donaldtrumpi

Kanadischer Insektenforscher gab ihr den Namen

Wegen der gelblich-weißen Schuppen auf dem Kopf, hat der Biologe Vazrick Nazari seine Entdeckung in Anspielung auf den 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten, "Neopalpa donaldtrumpi" genannt. Das schrieb er im Fachmagazin "ZooKeys". Die Motte ist in Kalifornien und Mexiko zu Hause und lebt in dicht besiedelten Gebieten, weshalb ihre Population sei, so der Forscher. "Das Ziel dieser Namenswahl ist es, mehr öffentliche Aufmerksamkeit darauf zu lenken, wie wichtig der Schutz fragiler Lebensräume in den Vereinigten Staaten ist, die noch immer viele unentdeckte Arten beherbergen", schreibt Nazari. Schon vier Jahre gibt es eine "Donald Trump caterpillar".

Kehlmann traut Trump Einsatz von Atomwaffen zu

Schriftsteller befürchtet Ende der Rechtsstaatlichkeit

Der Schriftsteller Daniel Kehlmann ("Die Vermessung der Welt") sieht der Präsidentschaft von Donald Trump mit großer Sorge entgegen. "Sollte also der unreife und rachsüchtige Mann, der jetzt ins Weiße Haus einzieht, einen Angriff mit Nuklearwaffen anordnen, so liegt der Menschheit einzige Hoffnung darin, dass die ausführenden Soldaten den Befehl verweigern", schreibt Kehlmann, der in New York lebt, in der neuen Ausgabe der Wochenzeitung "Die Zeit". Als das Wahlergebnis bekanntgeworden sei, sei er "betäubt vor Schreck" gewesen. Das "Worst-Case-Szenario" sei: "Das Ende der Rechtsstaatlichkeit. Jene Verfassung, an die Amerikaner aller politischen Richtungen mit fast religiöser Inbrunst glauben, ist letztlich nur eine Absichtserklärung und der Umstand, dass alle vier Jahre Wahlen stattfinden, kein Naturgesetz, sondern ein von Menschen eingeführter Brauch. Und da ist noch das andere Szenario, schlimmer als Worst-Case, aber plötzlich ebenfalls nicht undenkbar - die Nuklearwaffen."

Dokumente des Kölner Stadtarchivs kehren zurück

Über ein Kilometer Akten reisen verpackt in 3000 Kartons mit 16 Lastwagen ins Rheinland

Knapp acht Jahre nach dem Einsturz des Kölner Stadtarchivs werden die letzten historischen Dokumente zurück ins Rheinland geholt. Am Mittwoch wurden Akten aus Schleswig bei Flensburg auf den Rückweg geschickt. Sie würden nun in Düsseldorf zwischengelagert, bis 2020 das neue Archiv in Köln stehen soll, sagte der stellvertretende Leiter des Kölner Archivs, Ulrich Fischer. "Das ist zumindest geografisch näher an Köln als an Schleswig. Schleswig ist das letzte weit entfernte Asylarchiv, das wir nun räumen können", sagte Fischer. Das Stadtarchiv Köln war im März 2009 durch Pannen beim Bau einer U-Bahn eingestürzt. 27 Regal-Kilometer Akten landeten im Dreck. Bis alle Dokumente zumindest grob gereinigt und erfasst seien, dauere es geschätzt noch 20 Jahre, sagte Fischer.

Großer Kunstpreis Berlin für Emin Alper

Auszeichnung ist mit 15.000 Euro dotiert und wird von der Akademie der Künste vergeben

Der türkische Filmemacher Emin Alper erhält den Großen Kunstpreis Berlin. Mit Alper werde ein Regisseur ausgezeichnet, der sich mit seinen Filmen "Beyond the Hill" und "Frenzy" als außergewöhnlicher cineastischer Erzähler erwiesen habe, urteilte die Jury. Alper sei es mit beiden Arbeiten gelungen, aus den Innenwelten seiner Protagonisten ein tiefgründiges Bild einer durch alltägliche Gewalt zerrissenen türkischen Gesellschaft zu entwickeln. Der Jury gehörte unter anderem der Filmemacher Andres Veiel ("Black Box BRD") an, der mit seinem neuen Film "Beuys" im Rennen um den Goldenen Bären der 65. Berlinale ist. Der Preis wird Alper am 18. März von Berlins Regierendem Bürgermeister Michael Müller (SPD) und Akademie-Präsidentin Jeanine Meerapfel überreicht.

81 Nominierungen für Grimme-Preis

So viele Einreichungen wie noch nie

Insgesamt 81 Produktionen und Einzelleistungen aus mehr als 1.000 Vorschlägen haben es in die Endrunde um den 53. Grimme-Preis geschafft. Das seien so viele Nominierungen und Einreichungen wie noch nie, erklärte die Direktorin des Grimme-Instituts, Frauke Gerlach, in Marl. Der renommierte Fernsehpreis wird am 31. März im Theater der Stadt Marl in den Kategorien Fiktion, Unterhaltung, Kinder und Jugend sowie Information und Kultur verliehen. Allein 23 Nominierungen befassen sich den Angaben zufolge mit Flucht und Migration. Das Kontingent im Bereich Kinder und Jugend habe sich auf 14 gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt. "Die Sender haben die junge Zielgruppe zunehmend im Blick, wenn es um die Entwicklung und Fortsetzung von Formaten und Angeboten geht", so Gerlach.

Christian Nitsche soll BR-Chefredakteur werden

Bisheriger Intendant Sigmund Gottlieb geht Ende März in den Ruhestand

Der Zweite Chefredakteur von ARD-aktuell, Christian Nitsche, soll neuer Chefredakteur des Bayerischen Rundfunks (BR) werden. Der Rundfunkrat soll am 2. Februar dem Personalvorschlag des Intendanten Ulrich Wilhelm zustimmen. Nitsche wird damit Nachfolger von Sigmund Gottlieb, der Ende März in den Ruhestand geht. Wegen des trimedialen Umbaus des Senders wird Nitsche nicht nur das BR-Fernsehen, sondern auch den Hörfunk und den Online-Bereich leiten. Nitsche stammt aus Nürnberg und volontierte beim BR. Ab 1988 war er als Autor für Magazine wie "Plusminus" und "Report München" tätig. Als Korrespondent berichtete er unter anderem aus dem Kosovo und dem Irak und arbeitete in den ARD-Studios Tel Aviv und Istanbul. 2003 wechselte er als Fernsehkorrespondent ins ARD-Hauptstadtstudio Berlin; 2011 wurde er Pressesprecher des BR. 2014 ging er zu ARD-aktuell nach Hamburg.

Abbas Khider erhält Chamisso-Preis 2017

2017 wird die mit 15.000 Euro dotierte Auszeichnung zum letzten Mal verliehen

Mit dem Adelbert-von-Chamisso-Preis werde Khiders bisheriges Gesamtwerk geehrt, so die Robert Bosch Stiftung. Abbas Khider erweise sich "als sprachsensibler Beobachter der Verzweiflung, Verstörtheit, Wut und Hoffnung junger Männer, die ihre Heimat verlassen müssen und Zuflucht in Europa suchen", so die Begründung der Jury. Die mit je 7.000 Euro dotierten Förderpreise gehen an die Autorin Barbi Markoviæ für ihren witz- und schwungreichen Stadtroman "Superheldinnen" sowie an den Autor Senthuran Varatharajah für seinen originellen, als Facebook-Dialog aufgebauten Roman "Vor der Zunahme der Zeichen". Mit dem Adelbert-von-Chamisso-Preis ehrt die Robert Bosch Stiftung seit 1985 herausragende auf Deutsch schreibende Autoren, deren Werk von einem Kulturwechsel geprägt ist.

Staatsopern-Sängerin Rosemarie Lang gestorben

Sie debütierte 1987 als Klytämnestra

Die Sängerin Rosemarie Lang, die fast zwei Jahrzehnte dem Ensemble der Berliner Staatsoper Unter den Linden angehörte, ist tot. Die Mezzosopranistin starb bereits am 12. Januar mit 69 Jahren, wie die Staatsoper mitteilte. Ihre Karriere hatte Lang 2009 aus gesundheitlichen Gründen beendet. Die aus Grünstädtel im Erzgebirge stammende Lang war nach Stationen am Theater Altenburg und dem Opernhaus Leipzig 1987 an die Staatsoper gekommen. Nach ihrem Debüt als Klytämnestra in Glucks "Iphigenie in Aulis" folgten unter anderem Partien wie Cherubino in der "Hochzeit des Figaro", Octavian im "Rosenkavalier" und Fricka in der "Walküre". Lang trat unter anderem bei den Salzburger Festspielen, der Wiener Staatsoper sowie an der Oper Washington auf.

Proteste gegen Stierkampf-Verbot in Südindien

Jallikutta-Festival fordert regelmäßig Menschenleben

Mehrere tausend Menschen haben in Südindien gegen das Verbot des traditionellen Stierkampfs Jallikattu demonstriert. In Chennai, der Hauptstadt des südindischen Bundesstaats Tamil Nadu, demonstrierten rund 4000 Menschen. Auch in den Städten Coimbatore und Madurai gab es Proteste. Jallikattu wird in Südindien seit Jahrhunderten rund um das Erntefest Pongal im Januar praktiziert. Dabei werden Bullen Preise, meistens Bündel mit Münzen, an die Hörner gebunden. Die teilnehmenden Männer versuchen dann, die Bullen zu Boden zu ringen, um an die Preise zu gelangen. Dabei sterben regelmäßig Menschen, auch Tiere werden häufig verletzt. Tierschützer kritisieren zudem, dass die Bullen häufig mit Alkohol oder scharfen Gewürzen zusätzlich gereizt werden. Seit 2014 ist Jallikattu wegen einer Entscheidung des Obersten indischen Gerichts verboten. Im vergangenen Jahr versuchte das Umweltministerium in Neu Delhi, die Sperre aufzuheben, scheiterte jedoch erneut am Obersten Gericht.

"FAZ"-Rechtsstreit mit Thalia beigelegt

Online-Buchhändler darf ungefragt keine Rezensionsauszüge zu Werbezwecken verwenden

Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" hat nach eigenen Angaben den Rechtsstreit mit der Thalia Bücher GmbH um die Verwendung von "FAZ"-Rezensionen mit einem Vergleich beendet. Thalia gebe für die ohne Erlaubnis zu Werbezwecken verwendeten Buchbesprechungen auf der Online-Plattform buch.de eine Unterlassungserklärung ab und verpflichte sich zu Schadenersatz, teilte die "FAZ" mit. Die "FAZ" erklärte, die verwendeten Rezensionsauszüge seien urheberrechtlich geschützt und dürften nur gegen eine Lizenzzahlung zu Werbezwecken verwendet werden. Die Parteien einigten sich laut "FAZ" darauf, dass durchschnittlich 380 Euro pro Rezensionsauszug als fiktive Lizenz zu bezahlen seien. Der Vergleich sei auf "dringendes Anraten" des Landgerichts München zustande gekommen. Die Zeitung hatte gegen den zu Thalia gehörenden Online-Buchhändler geklagt.

Bassbariton Gerd Grochowski gestorben

Sonntagabend hatte Grochowski noch Premierenauftritt am Staatstheater Wiesbaden

Der Sänger Gerd Grochowski ist tot. Wie das Staatstheater Wiesbaden mitteilte, starb der Bassbariton völlig unerwartet im Alter von 60 Jahren am Vortag in Mainz. Er hatte wegen starker Schmerzen im Herzbereich den Notarzt gerufen. Der konnte dann nur noch den Tod feststellen. Am Sonntagabend hatte Grochowski als Wotan bei der Premiere der "Walküre" am Staatstheater Wiesbaden noch Ovationen erhalten. Grochowski hat an fast allen großen Opernbühnen der Welt gesungen, darunter an der Metropolitan Opera in New York und der Mailänder Scala. An den Bayreuther Festspielen hatte er im vergangenen Jahr in der Neuinszenierung des "Parsifal" als Klingsor debütiert. Für diese Rolle war er auch in diesem Jahr vorgesehen. Die Festspiele würdigten Grochowski als "ebenso hochprofessionelles wie liebenwürdiges Mitglied" des Ensembles.

Märkisches Museum soll Berlin Museum heißen

Spies: "Was die Projekte angeht: 2017 wird ein Jahr der Probe"

Das Märkische Museum soll nach seiner Sanierung in Berlin Museum umbenannt werden. Gemeinsam mit dem benachbarten Marinehaus solle das Museum ab dem Jahr 2023 das Herzstück des neuen Museums- und Kreativquartiers am Köllnischen Park sein, teilte das Museum mit. Die Sanierung soll Ende 2019/Anfang 2020 beginnen. "Was die Projekte angeht, so soll 2017 ein Jahr der Probe sein", erklärte Paul Spies, Direktor des Stadtmuseums Berlin und Chef-Kurator des Landes Berlin im Humboldt Forum. "Alles, was wir nun konzipieren, realisieren und produzieren, ist ein Testlauf für die zukünftige Ausrichtung des Stadtmuseums [...]." Im Mai wird im Märkischen Museum die neue Sonderausstellung "Berlin 1937 - Im Schatten von morgen" über die Zeit des Nationalsozialismus gezeigt. Das Stadtmuseum Berlin hat verschiedene Standorte. Dazu gehören das Märkische Museum, das Museum Ephraim-Palais, das Museum Knoblauchhaus, das Museum Nikolaikirche und das Museumsdorf Düppel.

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