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Kulturnachrichten

Samstag, 7. Januar 2017

Wischmeyer: "Satire ist ein Ventil für die Psyche"

Sie wisse aber auch nicht, was richtig sei, so Wischmeyer

Zwei Jahre nach dem Anschlag auf die französische Satire-Zeitschrift "Charlie Hebdo" äußert sich der Kolumnist Dieter Wischmeyer im Deutschlandradio Kultur über die Stellung der Satire in Zeiten des Terrorismus. "Man muss die Psyche ja rein halten, sie kann sich nicht immer nur mit dem Bösen auseinandersetzen", so Wischmeyer. "Und dafür ist Satire wie gemacht." Dagegen habe sie nicht die Aufgabe, politisch zu informieren oder ein Bewusstsein für eine bestimmt Art für Politik zu erzeugen. "Sondern sie kann nur das Ventil sein." Aufgabe der Satire sei es, aufzuzeigen, "wo die Verwerfungen sind, in dem, was Politik uns weismachen will und was den Tatsachen nicht entspricht." Auf diese Kluft müsse Satire ständig hinweisen. "Aber nicht sagen, was richtig ist. Das weiß sie auch nicht."

Architekten verteidigen Entwurf für Museum der Moderne

Herzog & de Meuron sehen kontroverse Reaktionen positiv

Die Schweizer Stararchitekten Herzog & de Meuron haben ihren umstrittenen Entwurf für das Berliner Museum der Moderne verteidigt. "Wer genau hinschaut, erkennt, dass dieses Gebäude genau jene Offenheit und Vielfalt bietet, um die derzeit isoliert dastehenden Architekturen untereinander in Beziehung zu bringen und die Leerräume in Orte umzuformen, wo sich Menschen gern aufhalten", sagte Jacques Herzog dem "Focus". Die kontroversen Reaktionen auf ihren Entwurf sähen sie positiv. Die vielfach preisgekrönten Architekten, unter anderem auch für das Nationalstadion in Peking und die Elbphilharmonie in Hamburg verantwortlich, hatten für das neue Museum in Berlin einen riesigen, scheunenartigen Bau vorgeschlagen. Das Gebäude soll am Kulturforum die bestehende Lücke zwischen der Neuen Nationalgalerie und der Philharmonie schließen.

Argentinischer Schriftsteller Ricardo Piglia gestorben

Piglia galt als bedeutendster argentinischer Autor der vergangenen 50 Jahre

Der argentinische Schriftsteller Ricardo Piglia ist am Freitag im Alter von 75 Jahren gestorben. Dies erfuhr die Nachrichtenagentur dpa von Piglias Verlag Anagrama. Der Autor hatte an der unheilbaren Muskel- und Nervenkrankheit ALS (Amyotrophe Lateralsklerose) gelitten. Piglia war eine der bedeutendsten argentinischen Schriftsteller der letzten 50 Jahre. Nach seinem ersten veröffentlichten Werk, dem Erzählband "La invasión" (1967), schrieb er fünf Romane und zahlreiche Kurzgeschichten. Mit "Blanco nocturno" ("Ins Weiße zielen") gewann er 2011 den Rómulo-Gallegos-Preis in Venezuela. 2015 erhielt Piglia den spanischen Formentor-Preis für sein Gesamtwerk. Der internationale Durchbruch war dem Argentinier 1980 mit dem Roman "Respiración artificial" ("Künstliche Atmung") gelungen. Das Werk kennzeichnete einen Wendepunkt in der modernen argentinischen Literatur. Piglia verband hier wie auch in weiteren Werken die Handlung eines Kriminalromans mit politischem Geschehen und literarischen Zitaten. Er beschäftigte sich auch intensiv mit der Beziehung zwischen Literatur und Film. So lehrte Piglia an den US-Universitäten von Harvard und Princeton und schrieb Drehbücher zu mehreren Filmen.

Scheidende "Charlie Hebdo"-Journalistin: Zu wenig Mut

Zineb El Rhazoui kritisiert Blatt zwei Jahre nach islamistischem Anschlag

Eine scheidende Journalistin von "Charlie Hebdo" hat der französischen Satirezeitung zwei Jahre nach dem Anschlag auf ihre Redaktion fehlenden Mut vorgeworfen. "Charlie ist am 7. Januar (2015) gestorben", sagte Zineb El Rhazoui der Nachrichtenagentur AFP. So bedaure sie, dass der Prophet Mohammed nicht mehr in Karikaturen gezeichnet werde. Das Wochenblatt verfolge inzwischen eine "herausgeberische Linie, die die Islamisten vor dem Anschlag verlangt haben".
"Ich frage mich, ob Charlie Hebdo noch die Fackel der Respektlosigkeit und der absoluten Freiheit tragen kann", sagte die 35-jährige Franko-Marokkanerin. Die unter Polizeischutz stehende Journalistin, die nach eigenen Angaben seit einem Jahr nicht mehr für "Charlie Hebdo" geschrieben hat, hatte bereits im September angekündigt, die Satirezeitung verlassen zu wollen.

Italiens Museen verzeichnen Besucherrekord

Pantheon und Kolosseum am beliebtesten

Italiens Museen zogen 2016 so viele Besucher an wie nie zuvor: Insgesamt 44,5 Millionen Eintritte verzeichneten die staatlichen Sammlungen und archäologischen Stätten des Landes im vergangenen Jahr, wie das Kulturministerium in Rom mitteilte. Das sind 1,2 Millionen mehr als 2015. Besondere Publikumsmagnete waren das Pantheon in Rom mit 7,3 Millionen Besuchen und Kolosseum, Forum Romanum und Palatin, die insgesamt 6,4 Millionen verzeichneten. An dritter Stelle folgt das Ausgrabungsgelände von Pompeji mit 3,2 Millionen Gästen. Der Gesamterlös der staatlichen Kulturstätten aus dem Verkauf von Eintrittskarten wuchs 2016 um 18,5 auf 172 Millionen Euro.

US-Stars Debbie Reynolds und Carrie Fisher beigesetzt

Mutter und Tochter waren Ende Dezember gestorben

Die verstorbenen US-Schauspielerinnen Debbie Reynolds und ihre Tochter Carrie Fisher sind am Freitag Seite an Seite auf einem Friedhof in Hollywood beigesetzt worden. Im Fall von Fisher entschieden sich ihr Bruder Todd und ihre Tochter Billie Lourd für eine Porzellanurne in der Form eines übergroßen Anti-Depressivums. Lieblingsgegenstand der Schauspielerin sei eine riesige Prozac-Tablette gewesen, die sie vor vielen Jahren gekauft hatte, berichtete Todd Fisher nach der gemeinsamen Bestattung auf dem Friedhof Forest Lawn in der Nähe der Hollywood Hills. Tags zuvor hatten Verwandte und viele Stars bei einer privaten Trauerfeier Reynolds und Fisher gedacht. Zu den Gästen zählten Meryl Streep, Meg Ryan, Richard Dreyfuss, Gwyneth Paltrow und Jamie Lee Curtis. Fisher war für ihre Rolle der Prinzessin Leia in der "Star Wars"-Reihe berühmt geworden. Ende Dezember war sie im Alter von 60 Jahren an einem Herzinfarkt gestorben. Nur einen Tag später verschied ihre 84-jährige Mutter bei der Vorbereitung der Trauerfeierlichkeiten. Auch Reynolds hatte eine Hollywood-Karriere gemacht. Im Alter von nur 19 Jahren war sie mit dem Film-Musical "Singin‘ in the Rain" über Nacht berühmt geworden.

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