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Montag, 22.07.2019
 
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Kulturnachrichten

Dienstag, 3. Januar 2017

Anderson und Weiner erhalten Wolf-Preis

Sie werden u.a. für die "Radikalität" ihrer Arbeiten ausgezeichnet

Die amerikanische Performance-Künstlerin Laurie Anderson erhält den renommierten israelischen Wolf-Preis. Sie teilt sich die mit rund 95 000 Euro dotierte Auszeichnung mit dem Konzeptkünstler Lawrence Weiner, wie die Wolf-Stiftung in Tel Aviv mitteilte. Die beiden würden unter anderem wegen der "Radikalität" ihrer Arbeiten ausgezeichnet. Die 69-jährige Anderson wurde damit bekannt, in ihren Werken verschiedene Ausdrucksformen zu kombinieren, wie Bilder, Töne, Geschichten, Film und Musik. Dabei baut sie oft auf emotionalen Erinnerungen aus dem täglichen Leben auf. Das Werk des US-Amerikaners Weiner besteht vor allem aus abstrakten Texten, die er mit Hilfe verschiedener Materialien präsentiert, unter anderem Glas, Stein, Eisen und Papier. Der 74-Jährige ist zudem bei Film- und Musikprojekten tätig.

Neuer Online-Chef beim "Tagesspiegel"

Christian Tretbar folgt Markus Hesselmann

An der Spitze der Online-Chefredaktion des Berliner "Tagesspiegels" gibt es einen Wechsel. Der bisherige Chefredakteur Markus Hesselmann übernimmt ab sofort die Leitung des Projekts "Tagesspiegel Leute", wie der Verlag in Berlin mitteilte. Sein Nachfolger werde Christian Tretbar, der seit 2015 den Newsroom der Berliner Tageszeitung geleitet hatte. Tretbar werde sich in seiner neuen Position verstärkt um die Einführung von Bezahlmodellen für die digitalen Angebote des "Tagesspiegels" kümmern, hieß es.

Facebook entschuldigt sich wegen Lösch-Aktion

Entfernung des Fotos einer Neptun-Statue war mit "sexuell explizitem" Inhalt begründet worden

Facebook entschuldigt sich wegen der Entfernung eines Fotos von der Seite einer italienischen Nutzerin, das eine nackte Neptun-Statue aus dem Zentrum Bolognas zeigt. "Das war ein Versehen", sagte ein Sprecher . "Wir entschuldigen uns für den Fehler." Userin Elisa Barbari hatte das Foto der Renaissance-Figur aus dem 16. Jahrhundert gepostet, um damit ihre Facebook-Seite über Geschichten aus Bologna zu bebildern. "Ich wollte meine Seite bewerben, aber es scheint, dass die Statue für Facebook ein sexuell explizites Bild ist, das zuviel Fleisch zeigt. Wirklich, Neptun? Das ist verrückt", sagte sie dem "Telegraph". Wie die Zeitung berichtete, begründete Facebook seine Entscheidung mit dem "sexuell expliziten" Inhalt. Das Bild verstoße gegen die Werberichtlinien des US-Unternehmens, hieß es.

Vogelmann-Preis für Bildhauer Richard Deacon

30 000 Euro Preisgeld verbunden mit einer Einzelausstellung in Heilbronn

Der britische Bildhauer Richard Deacon erhält den mit 30 000 Euro dotierten Ernst Franz Vogelmann-Preis für Skulptur 2017. Der 67-Jährige sei ein "führender Vertreter der zeitgenössischen Skulptur und zugleich einfallsreichster Bildhauer seiner Generation", teilten die Städtischen Museen Heilbronn mit. Sie vergeben die Ehrung seit 2008 zusammen mit der Vogelmann-Stiftung. Deacon sprach von einer großen Ehre. "Ich bin dankbar, dass die Jury sich für mich entschieden hat. Ich freue mich sehr, in Heilbronn auszustellen", sagte der in London und New York lebende Künstler. Mit dem Preis ist eine Einzelausstellung in der Kunsthalle Vogelmann verbunden, die im Herbst zu sehen sein soll. Die Preisverleihung findet im Rahmen der Ausstellung statt.

Luthergedenkstätten verzeichnen Besucherrekord

Insgesamt 184.933 Gäste im Jahr 2016

Die Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt hat 2016 einen Besucherrekord verzeichnet. Insgesamt kamen 184.933 Gäste in die Museen in Eisleben, Mansfeld und Wittenberg, so viele wie nie zuvor seit Gründung der Stiftung 1997, wie die Stiftung in Wittenberg mitteilte. Gegenüber 2015 sei dies eine Steigerung von knapp 19 Prozent. Die größten Zuwächse verzeichneten die Museen in Eisleben sowie das Melanchthonhaus in Wittenberg, wo die Besucherzahlen um mehr als 40 Prozent stiegen.

Kostenpflichtiges Musik-Streaming boomt in den USA

Zahl der abgespielten Lieder mehr als verdoppelt

Das Geschäft mit kostenpflichtigen Streaming-Diensten in den USA wächst kräftig. Im vergangenen Jahr seien 191 Milliarden Mal Lieder über solche Dienste abgespielt worden, ein Anstieg um gut 124 Prozent im Vergleich zu 2015, teilte der Analysedienst BuzzAngle Music mit. Der Anteil von Bezahldiensten an allen gestreamten Inhalten stieg demnach von 62 auf 76 Prozent. Damit gewannen kostenpflichtige Dienste an Boden gegenüber Angeboten, die kostenlos sind und sich über Werbung finanzieren. Die Musikindustrie setzt seit einiger Zeit verstärkt auf Streaming-Angebote und rechnet mit robustem Wachstum. Einige Künstler sehen die Entwicklung allerdings kritisch. Sie argumentieren, die Umsätze mit Streaming-Diensten brächten nur den absoluten Topstars ausreichende Einkünfte.

Neue Leitung bei Thüringer Schlösserstiftung

Ab Mai übernimmt Doris Fischer

Die Vize-Landeskonservatorin von Rheinland-Pfalz, Doris Fischer, wird neue Direktorin der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten. Die 54-Jährige habe sich unter 31 Bewerbern durchgesetzt, informierte die Thüringer Staatskanzlei. Sie werde das Amt am 1. Mai antreten und damit Nachfolgerin von Helmut-Eberhard Paulus, der die Stiftung mitbegründet und seit 1994 geleitet hat. Er geht in den Ruhestand. Die Stiftung mit Sitz in Rudolstadt betreut 31 Schlösser, Burgen und Parks in Thüringen.

Israel: Menora- und Kreuzdarstellungen gefunden

Abbildung der Menora des zweiten jüdischen Tempels und Kreuzzeichnung aus byzantinischer Zeit

Israelische Wanderer haben in einer Kalksteinhöhle Darstellungen eines siebenarmigen Leuchters und eines Kreuzes gefunden. Wie die Israelische Antikenbehörde IAA mitteilte, handelt es sich um einen seltenen Fund für die Region. Den genauen Auffindungsort gab die Behörde zum Schutz der Funde nicht bekannt. Der in Stein geritzte Leuchter ist nach Einschätzungen der Forscher eine Abbildung der Menora des zweiten jüdischen Tempels in Jerusalem, während die Kreuzzeichnung vermutlich aus byzantinischer Zeit stammt. Ferner seien die Gravur eines Schlüsselsymbols sowie weitere, noch nicht identifizierte Felszeichnungen gefunden worden.

Kommentierte "Mein Kampf"-Edition 85 000 Mal verkauft

Ende Januar soll die sechste Auflage auf den Markt kommen

Ein Jahr nach Erscheinen der kritischen Ausgabe von Adolf Hitlers Hetzschrift "Mein Kampf" ist die Edition 85 000 Mal verkauft worden. Ende Januar soll die sechste Auflage auf den Markt kommen. "Diese Verkaufszahlen haben uns überrollt, damit konnte wirklich niemand rechnen", sagte der Direktor des Institutes für Zeitgeschichte, Andreas Wirsching, in München. Die bayerische Landeszentrale für politische Bildung arbeitet derzeit an einer Schrift, wie Auszüge aus "Mein Kampf" auch für die historische Quellenarbeit im Geschichtsunterricht genutzt werden können. "Es geht darum, sensibel mit einer schwierigen und historisch sehr belasteten Quelle umzugehen", sagte ein Sprecher des Kultusministeriums. Vor der Veröffentlichung soll der Landtag informiert werden. Einen konkreten Termin gibt es noch nicht.

Britischer Kulturkritiker John Berger ist tot

Der Autor starb im Alter von 90 Jahren

Der britische Kunstkritiker, Autor und Maler John Berger ist tot. Nach Angaben eines Freundes, des Schauspielers Simon McBurney, starb er im Alter von 90 Jahren in seinem Haus im Pariser Vorort Antony. Berger galt als begnadeter Autor und Schriftsteller. Er schrieb kunsthistorische Bücher, Romane, Gedichte, Theaterstücke und Schriften, die in keine etablierte Form passten. In seinen Werken forderte er immer wieder die traditionellen Sichtweisen auf Kunst und Gesellschaft und ihre Verbindungen heraus. So politisierte Berger unter anderem mit seinem 1972 erschienenen Buch „Ways of Seeing"(Deutsche Ausgabe:„Sehen"), das später in den allgemeinen Lehrplan vieler Universitäten aufgenommen wurde. Das Sehen bestimme den Platz des Menschen in seiner ihn umgebenden Welt, schrieb Berger darin. Mit Worten hingegen werde die Welt lediglich beschrieben und nicht geformt. John Berger gewann den renommierten Booker-Preis für seinen Roman „G". Aufsehen erregte er damals auch mit seiner Ankündigung, die Hälfte des Preisgeldes an die revolutionäre US-Bewegung Black Panther zu spenden.

Schallplatten-Verkäufe steigen um 53 Prozent

Großbritannien verzeichnet für 2016 höchsten Stand seit 25 Jahren

Schallplatten sind in Großbritannien weiter auf dem Vormarsch: Die Vinyl-Verkäufe sind auf den höchsten Stand seit 1991 gestiegen, das teilte der Verband der britischen Musikindustrie (BPI) mit. Demnach erhöhte sich der Absatz im vergangenen Jahr um 53 Prozent auf mehr als 3,2 Millionen Schallplatten. Auch in Deutschland gibt es diesen Trend, 2015 wurden mehr als 2 Millionen Schallplatten verkauft. Die Nachfrage nach Schallplatten in Großbritannien stieg in den vergangenen neun Jahren kontinuierlich an. Sie haben nun einen Anteil von fünf Prozent an den insgesamt verkauften Alben. Der erfolgreichste Künstler in dem Segment war 2016 der vor knapp einem Jahr verstorbene Sänger David Bowie. Fünf seiner Alben zählten zu den 30 meistverkauften Schallplatten in Großbritannien.

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Januar 2017
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Fazit

"Comeback" in der Kunsthalle TübingenDas Neue im Alten
Eine Marmorstatue mit Sonnenbrille und Handy, Bild von Léo Caillard: Hipster in Stone XII, 2017 (Léo Caillard)

Aneignen, Zitieren, Kopieren, Verfremden – der kreative Rückgriff auf kunsthistorische Vorbilder hat Konjunktur. Die Tübinger Kunsthalle greift die Retrowelle auf und versammelt rund hundert Werke zu einem aufschlussreichen "Comeback". Mehr

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