Samstag, 19.10.2019
 

Kulturnachrichten

Dienstag, 6. Januar 2015

Kulturstaatsministerin: wünscht sich mehr Mut der öffentlich-rechtlichen Sender

ARD und ZDF sollten nach Ansicht von Monika Grütters (CDU) mehr Kino- und Dokumentarfilme zeigen und sie nicht ins Spätprogramm setzen.

"Die öffentlich-rechtlichen Sender produzieren viele gute Kinofilme mit, sie sollten dann auch bessere Sendeplätze bekommen", sagte Grütters der Deutschen Presse-Agentur. Es sei notwendig, dass geförderte Filme auch ihr Publikum erreichten. Darüber sei sie mit den Förderanstalten in den Ländern und den Produzenten im Gespräch. Angesichts ihres Auftrags sollten und müssten sie sich dabei "nicht immer nur auf die Quote berufen." Zudem wünscht sich Grütters mehr Kurzfilme in den Programmen. Sie seien gerade für viele junge Filmemacher eine Probebühne für größere Produktionen.

Laut Zweitem Deutschen Fernsehen hat der deutsche Film bereits einen wichtigen Platz im Sender. Ein Sprecher betonte, 2014 sei die Reihe "Deutsches Kino im Zweiten" mit "schönem Erfolg" und "zur besten Sendezeit um 20.15 Uhr" gelaufen. Darüber hinaus engagiere sich der Sender mit Beiträgen zu allen Länderförderungen und in der Filmförderungsanstalt FFA. Die ARD-Programmdirektion in München wollte sich nicht äußern.

Mons bangt weiter: um Freiluft-Kunstwerk

Der Stolz der Europäischen Kulturhauptstadt sorgt weiter für blanke Nerven bei den Veranstaltern.

Nachdem die aus tausenden von Holzlatten bestehende Konstruktion an Heiligabend eingestürzt, hatte man sich in Windeseile an den Wiederaufbau gemacht. Doch die Installation des belgischen Künstlers Arne Quinze gab weiter Knackgeräusche von sich. Deshalb wurde "The Passenger" heute erneut abgesperrt. Die örtliche Polizei betonte allerdings, dies sei nur eine Sicherheitsmaßnahme. Quinze hält die Geräusche der Holzkonstruktion dagegen für ganz normal.

Am 24. Januar will Mons sein Kulturhauptstadt-Jahr offiziell eröffnen.

Andrew Lloyd Webber: will WiFi in Gotteshäusern

Der englische Komponist glaubt, wenn Kirchen kostenlosen Zugang zum Internet anböten, könnten sie im 21. Jahrhundert wieder als Zentrum der Gemeinschaften fungieren.

Im "Guardian" verwies er auf die mittelalterliche Tradition, im Kirchenschiff Geschäfte zu machen. Er hätte über seine Idee bereits mit der Regierung gesprochen, erklärte der 66jährige. Lloyd Webber, Schöpfer des Musicals "Jesus Christ Superstar", wurde 1992 zum Ritter geschlagen und 1997 zum Lord erhoben. Für die konservative Partei von Premier David Cameron sitzt Llloyd Webber im Londoner Oberhaus.

Immer wieder samstags: Spiegel und Focus ziehen Erscheinen vor

Der Erscheinungstag der beiden Nachrichtenmagazine ändert sich ab dieser Woche.

Für den "Spiegel" war die Entscheidung bereits Ende vorletzten Jahres getroffen worden. Als Grund wird bei Gruner+Jahr angeführt, dass die Leser am Wochenende die meiste Zeit für Lektüre hätten. Das "Focus"-Magazin aus dem Hause Burda nennt ähnliche Motive, weitet sie aber auf die Vorteile für Anzeigenkunden aus. "Das Wochenende ist erwiesenermaßen auch die Zeit, in der Konsumenten am meisten einkaufen", heißt es.

Durch diese Veränderung steigt am Kiosk die Konkurrenz zwischen den beiden Print-Magazinen einerseits und zu den Sonntagsausgaben von Zeitungen andererseits.

Völlig unerwartet: Truck-Stop-Sänger Cisco gestorben

Der langjährige Sänger und Gitarrist von Deutschlands berühmtester Country-Band starb in seinem Haus in Maschen (Landkreis Harburg).

Medienberichten zufolge fand seine Tochter den 72jährigen am Silvesternachmittag tot auf. Seine Band-Kollegen schreiben auf ihrer Homepage, dass sein Tod für sie völlig unerwartet kam: "Cisco ist nun für immer von uns gegangen und wir sind in tiefer Trauer. Es fällt schwer unsere Trauer in richtige Worte zu fassen."

Cisco, der bürgerlich Günter Berndt hieß, hatte 40 Jahre bei Truck Stop gespielt. Er hatte die Band 1973 gemeinsam mit Teddy Ibing, Lucius Reichling, Erich Doll, Rainer Bach und Eckart Hofmann gegründet. Vorletztes Jahr verließ er Truck Stop aus Altersgründen, wie es damals hieß. 2014 hatte Cisco das Soloalbum: "I've done it all Vol. 1" veröffentlicht.

Pop im Museum - Kraftwerk spielt in der Neuen Nationalgalerie in Berlin

Die Düsseldorfer Elektro-Avantgardisten sind das letzte Großereignis vor der Jahre dauernden Sanierung.

2012 in New York, als Kraftwerk ihre Tour durch Museen der Welt begann, wurden auf dem Schwarzmarkt 2000 Dollar für eine Karte bezahlt. Für einen der knapp 14.000 Plätze bei den Berliner Konzerten wurden im Internet bis 250 Euro geboten.

An acht Abenden spielt Kraftwerk (obwohl mit Ralf Hütter nur ein letztes Gründungsmitglied dabei ist) im ausverkauftem Glashaus. Was die Tonqualität angeht, ist Berlins Kulturstaatssekretär Tim Renner skeptisch. Dem RBB er: "Wer viel Glas im Wohnzimmer hat weiß, das ist schlecht für Musik." Gerade deshalb aber, sei er besonders gespannt auf die Auftritte. Musik von Kraftwerk sei seine erste Platte gewesen. Zum Auftakt in der Neuen Nationalgalerie steht "Autobahn" von 1974 auf dem Programm.

Die erste Kritik hören Sie im Deutschlandradio Kultur: In unserer Sendung Fazit ab 23.05 Uhr.

Türkei erleichtert über Pegida-Gegendemos in Deutschland

Presse berichtet ausführlich über Protestkundgebungen

Die Medien in der Türkei haben die gut besuchten Kundgebungen gegen die Pegida-Bewegung in Deutschland als Zeichen einer entschlossenen Haltung gegen Islamfeindlichkeit gelobt. Die halbamtliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete heute, die Menschen in der Bundesrepublik hätten angesichts der islamkritischen Bewegung "Stopp" gesagt. Die Zeitung "Hürriyet" betonte auf ihrer Titelseite, am Vorabend sei die Beleuchtung des Kölner Doms aus Protest gegen Pegida ausgeschaltet worden. "Verdunklung gegen die Islamophobie", lautete die Schlagzeile. Mehrere türkische Medien widmeten der Berichterstattung über die Anti-Pegida-Kundgebungen breiten Raum. "Zorn gegen Islamophobie", hieß es in der regierungsnahen Zeitung "Aksam". Die ebenfalls regierungsfreundliche "Star" meldete, in Deutschland seien "Tausende gegen Islam-Feindlichkeit" auf die Straße gegangen.
Die türkische Regierung warnt seit langem vor Islam- und ausländerfeindlichen Tendenzen in Deutschland und anderen europäischen Staaten. Ministerpräsident Ahmet Davutoglu hatte erst am vergangenen Freitag ein gemeinsames Eintreten gegen Islamophobie gefordert.
Gestern Abend stellten sich mehrere Tausend Menschen in Köln einer geplanten Demonstration der islamkritischen Pegida-Bewegung entgegen. Wenige Hundert Anhänger von Pegida, die sich in Köln als "Kögida" bezeichnen, verzichteten nach einer kurzen Kundgebung auf den geplanten Gang über eine Rheinbrücke zum Dom und rollten ihre deutschen Fahnen wieder ein. Auch in Münster demonstrierten Tausende gegen Pegida.

Sony-Chef bricht Schweigen über Hackerangriff

Umstrittener Film über Nord-Koreas Machthaber könnte Ursache der Attacke sein

Sony-Chef Kazuo Hirai hat sich erstmals öffentlich zum Hackerangriff auf die Filmabteilung seines Konzerns geäußert. Seine Mitarbeiter seien Opfer einer "bösartigen und tückischen Cyberattacke" geworden, sagte Hirai gestern abend bei einem Auftritt bei der Internationalen Messe CESin Las Vegas. Zugleich drückte er seinen Stolz auf die betroffenen Angestellten aus. Sie hätten «den erpresserischen Bemühungen von Kriminellen» standgehalten. Eine Hackergruppe namens "Wächter des Friedens" hatte Ende November das Computernetz der Filmproduktionsfirma Sony Pictures Entertainment angegriffen, massenhaft Daten gestohlen und Firmengeheimnisse publik gemacht. Die USA sehen Nordkorea als Drahtzieher. Das Land hatte sich zuvor über die Sony-Komödie "The Interview" über ein fiktives Attentat auf Machthaber Kim Jong Un echauffiert. Pjöngjang weist jegliche Verwicklung in den Fall zurück. Washington verschärfte dennoch die Sanktionen gegen Nordkorea. Nach Terrordrohungen der Hacker zog Sony den Film zurück, zeigte ihn dann aber nach massiver Kritik in unabhängigen Kinos und im Internet.
Sony-Chef Hirai verkündete bei seiner Rede in Las Vegas keine neuen Informationen über den Hackerangriff, betonte aber die Bedeutung der Meinungsfreiheit für den Konzern und dessen Unterhaltungssparte.

Film: "Birdman" und "Boyhood" für US-Produzentenpreise nominiert

Die Oscars werden Ende Januar vergeben

Die schräge Komödie "Birdman" und das Ensemble-Drama «Boyhood» haben ihre Favoritenrollen im Rennen um die diesjährigen Oscars weiter ausgebaut. Der US-Produzentenverband nominierte beide Filme gestern abend für den Preis der Producers Guild of America (PGA). Acht weitere Filme sind ebenfalls im Rennen: "Der Scharfschütze", "Foxcatcher", "Gone Girl - Das perfekte Opfer", "Grand Budapest Hotel", "The Imitation Game - Ein streng geheimes Leben", "Nightcrawler - Jede Nacht hat ihren Preis", "Die Entdeckung der Unendlichkeit" und "Whiplash".
Einige andere Filme, die bislang als Oscar-Favoriten gehandelt wurden, erhielten jedoch keine Nominierungen, beispielsweise Angelina Jolies "Unbroken" und das Disney-Musical "Into the Woods". Über die Trophäen stimmen rund 4000 Filmproduzenten ab. Die Preisverleihung ist am 24. Januar. Die Preise der US-Produzenten gelten als wichtiges Barometer für die Oscars, die in diesem Jahr am 22. Februar in Los Angeles verliehen werden.

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