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Dienstag, 22.09.2020
 
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Kulturnachrichten

Dienstag, 22. September 2020

Der Schauspieler Michael Lonsdale ist tot

Der französisch-britische Schauspieler Michael Lonsdale ist tot. Der Darsteller, der in "Der Name der Rose" und dem James Bond-Film "Moonraker" mitgespielt hat, ist im Alter von 89 Jahren in Paris gestorben. Das berichtete die französische Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf seinen Agenten Olivier Loiseau. In seiner rund 60-jährigen Karriere trat Lonsdale in etwa 200 Kino- und TV-Filmen und Theaterstücken auf. Lonsdale drehte unter anderem mit Orson Welles, Michel Deville und François Truffaut. Seinen Durchbruch schaffte er mit den Truffaut-Filmen "Die Braut trug Schwarz" und "Geraubte Küsse", beide aus dem Jahr 1968.

Türkei verklagt griechische Zeitung wegen Anti-Erdogan-Titel

Die Türkei hat rechtliche Schritte gegen eine griechische Zeitung wegen einer gegen Präsident Recep Tayyip Erdogan gerichteten Titelseite eingeleitet. Man werde gegen die Verantwortlichen der Tageszeitung "Dimokratia" vorgehen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu unter Berufung auf einen Anwalt Erdogans. Die als extrem rechtslastig geltende Zeitung hatte am Freitag mit der Schlagzeile "Verpiss dich, Herr Erdogan" getitelt. In einer Erklärung des griechischen Außenministeriums hieß es, die Meinungs- und Pressefreiheit sei uneingeschränkt garantiert. Dennoch gebe es die Verpflichtung, persönliche Beleidigungen gerade auch gegen ausländische Staatsleute zu unterlassen. Griechenland und die Türkei liegen derzeit wegen türkischen Erdgaserkundungen und Grenzstreitigkeiten im Mittelmeer über Kreuz.

Perceval erhält wichtigsten norwegischen Theaterpreis

Der Theaterregisseur Luk Perceval zählt zu den diesjährigen Gewinnern des norwegischen Hedda-Preises. Der Belgier erhielt die renommierte Auszeichnung in der Kategorie "Beste Regie". Damit wurde er für seine am Norwegischen Theater in Oslo gezeigte Adaption des Jon-Fosse-Romans "Trilogien" geehrt. "Trilogien"-Hauptdarstellerin Gjertrud Jynge wurde zudem mit dem Preis für die beste weibliche Hauptrolle gewürdigt. Das männliche Pendant erhielt Preben Hodneland für seine Hauptrolle in der Aufführung "Raskolnikov", die auch als beste Vorstellung ausgezeichnet wurde. Der Hedda-Preis gilt als wichtigste Auszeichnung des norwegischen Theaters. Perceval arbeitete als Theater- und Opernregisseur an zahlreichen deutschen Bühnen. Über Jahre war er Oberspielleiter am Thalia Theater in Hamburg.

Franz-Kafka-Literaturpreis geht an Milan Kundera

Der Franz-Kafka-Literaturpreis geht in diesem Jahr an den tschechisch-französischen Schriftsteller Milan Kundera. Das teilte die internationale Jury in Prag mit. Der in Paris lebende Romanautor ("Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins") habe sich angesichts der Entscheidung geehrt gezeigt. Kafka stehe ihm mehr als andere Schriftsteller nahe, sagte der 91-Jährige demnach am Telefon aus Paris, wo er seit Jahrzehnten lebt. Die Auszeichnung wird im Oktober verliehen. Sie ist mit einer Skulptur des Künstlers Jaroslav Rona und einem Preisgeld von umgerechnet knapp 8500 Euro dotiert. Kunderas Lebenswerk sei aus dem Geist der tschechischen Kultur hervorgegangen und habe diese außerordentlich bereichert, betonte die Jury zur Begründung. Seine Bücher wurden in mehr als 40 Sprachen übersetzt worden.

Taj Mahal öffnet wieder für Touristen

Nach rund sechsmonatiger Schließung hat das Taj Mahal in Indien wieder geöffnet. Trotz steigender Corona-Zahlen kann das weltberühmte Grabmal wieder besucht werden - allerdings unter Einhaltung von Hygienevorschriften. Nach Angaben der Behörden darf niemand das Bauwerk berühren. Die für Fotos beliebte Bank vor dem Taj Mahal sei laminiert worden, so dass sie ohne Schaden zu nehmen desinfiziert werden könne. Üblicherweise wird das Grabmal aus dem 17. Jahrhundert von acht Millionen Touristen jährlich besucht, die meisten kommen aus Indien. Im Zuge der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie war das Bauwerk Mitte März geschlossen worden. Die 1,3-Milliarden-Nation Indien zählt bereits mehr als 5,4 Millionen Infektionen; nur in den USA gibt es zur Zeit noch mehr Infizierte.

Maria Schrader gewinnt Emmy für Netflix-Serie

Die deutsche Regisseurin und Schauspielerin Maria Schrader ist mit einem Emmy, dem wichtigsten US-Fernsehpreis, ausgezeichnet worden. Die 54-Jährige wurde
für die beste Regie bei einer Miniserie für die Netflix-Serie "Unorthodox" geehrt. Diese erzählt die Geschichte der ultraorthodoxen Jüdin Esther, die vor ihrem Ehemann aus New York nach Berlin flüchtet. Abräumer des Abends war die kanadische Produktion "Schitt's Creek" mit sieben Preisen - unter anderem den für die beste Comedy-Serie. Vier Emmys gingen an die Superhelden-Serie "Watchmen" des US-Bezahlsenders HBO, auch für die beste Mini-Serie. Die auf einem gleichnamigen Comic basierende Serie dreht sich um aktuelle Themen wie Rassismus und Polizeigewalt oder das Maskentragen. Als beste Drama-Serie wurde "Succession" um die Familie eines Medienmoguls ausgezeichnet.

Ildikó Gáspár führt Regie bei Nibelungen-Festspielen

Die ungarische Regisseurin Ildikó Gáspár führt bei den Nibelungen-Festspielen 2021 in Worms die Regie bei dem geplanten Jubiläumsstück über den Reformator Martin Luther. "Wir denken an etwas Spektakuläres. Ich arbeite meistens mit Video, Licht und Musik, so dass man meine Arbeiten in den Kritiken oft ein Gesamtkunstwerk nennt", sagte Gáspár der dpa. Die Festspiele finden seit 2002 vor dem Dom statt. Das Stück schreibt der Schweizer Schriftsteller Lukas Bärfuss. In diesem Jahr waren die Nibelungen-Festspiele der Corona-Pandemie zum Opfer gefallen. 2021 feiert Worms ein großes Luther-Jahr - dann jährt sich die Weigerung des Reformators, seine Schriften zu widerrufen, zum 500. Mal.

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Die Regisseurin Maria Schrader wurde für ihre Netflix-Serie "Unorthodox" bei den Emmys ausgezeichnet. Sie handelt vom Ausbruch der jungen Esther aus einer ultraorthodoxen jüdischen Gemeinde in New York. Zu dem Erfolg habe auch die Pandemie beigetragen, meint Schrader.Mehr

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