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Kulturnachrichten

Samstag, 31. Januar 2015

Grütters will Frauen in Filmbranche den Rücken stärken

Filmförderungsgesetz wird überarbeitet

Kulturstaatsministerin Monika Grütters will Frauen in der Filmbranche stärken. "Die bereits vorliegenden Zahlen aus dem Regiebereich sprechen eine eindeutige Sprache: Frauen sind hier deutlich unterrepräsentiert, da muss sich etwas tun!", sagte die CDU-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Grütters zeigte Verständnis für die Initiative Pro Quote Regie. Diese hat gefordert, dass in drei Jahren 30 Prozent der Regieaufträge und Fördermittel an Frauen vergeben werden. Bei Kultur und Film fehlen laut Grütters eine umfassende Datengrundlage. Deswegen habe sie eine Studie in Auftrag gegeben, die die Ursachen für den aktuellen Frauenanteil in verschiedenen Bereichen im Film - nicht nur bei der Regie - beleuchte. Ihr Haus werde sich auch bei der bereits laufenden Überarbeitung des Filmförderungsgesetzes um die verstärkte Integration von Frauen kümmern.

Miterfinder der Anti-Baby-Pille Djerassi gestorben

Djerassi wurde 91 Jahre alt

Carl Djerassi, der Miterfinder der Anti-Baby-Pille, ist tot. Er starb gestern Nacht in San Francisco nach langer und schwerer Krankheit. Das Museum Albertina in Djerassis Geburtsstadt Wien bestätigte den Tod und berief sich auf Informationen von Djerassis Sohn. Djerassi kam am 29. Oktober 1923 in Wien als Sohn eines österreichisch-bulgarischen Arztehepaars zur Welt. Er floh 1938 vor den Nazis in die USA und wurde dort zum Forscher. 1951 gelang ihm und zwei Kollegen die Herstellung des Schwangerschaftshormons Gestagen. Daraus ging einige Jahre später die Anti-Baby-Pille hervor. Djerassi war auch Schriftsteller und Kunstsammler. Er besaß eine der größten Privatsammlungen mit Werken von Paul Klee, die er jeweils zur Hälfte dem Museum of Modern Art in San Francisco und der Albertina vermachte.

Feuer wütet in Russlands Akademie der Wissenschaften

Der Brand wurde durch einen Kurzschluss ausgelöst

Ein Großbrand in einer Bibliothek von Russlands Akademie der Wissenschaften hat viele wertvolle Dokumente beschädigt oder zerstört. "Das ist ein großer Verlust für die Wissenschaft, eine Art "Tschernobyl" für uns", sagte Direktor Wladimir Fortow heute in Moskau mit Verweis auf die Atomkatastrophe in Tschernobyl 1986. Schätzungen zufolge wurden bei dem Brand in der Bibliothek rund 15 Prozent des Bestands beschädigt. "Man muss diesen Verlust als Katastrophe bezeichnen", sagte der Vizechef der Akademie, Wladimir Iwanow, der Agentur Tass zufolge. "Die Wiederherstellung wird Jahre dauern", meinte Juri Piwowarow, Direktor eines Moskauer Instituts für Geisteswissenschaften. Viele Akademien im Ausland hätten bereits Hilfe angeboten, darunter trotz der aktuellen politischen Spannungen auch Kollegen aus der Ukraine. In der 1918 gegründeten Bibliothek lagerten rund zehn Millionen Dokumente. Ein Teil sei zum Glück digitalisiert worden, hieß es. Ein Kurzschluss soll den Brand in der Nacht in den Büroräumen ausgelöst haben. Etwa 200 Feuerwehrleute kämpften mehr als 14 Stunden gegen die Flammen. Einsturzgefahr habe die Arbeit der Helfer erschwert, sagte ein Sprecher der Rettungskräfte.

Michelle Obama verteidigt Film über US-Scharfschützen gegen Kritik

First Lady lobt Clint Eastwoods "American Sniper"

In der Debatte um seinen neuen Kinofilm über einen Scharfschützen der US-Spezialeinheit Navy Seals erhält Regisseur Clint Eastwood Unterstützung aus dem Weißen Haus. Der Film "American Sniper" spiegele "viele Emotionen und Erfahrungen wider, die mir in den vergangenen Jahren von Soldaten-Familien erzählt wurden", sagte First Lady Michelle Obama in Washington. Der Film, der während des Irak-Kriegs spielt, sei eine "komplexe, emotionale Beschreibung eines Veterans und seiner Familie". "American Sniper" beruht auf der Autobiografie des bekannten Scharfschützen Chris Kyle, der 2013 von einem geistig gestörten US-Soldaten erschossen wurde. Kritiker werfen Eastwood vor, sein Film mit Hollywood-Star Bradley Cooper in der Hauptrolle sei gewaltverherrlichend und stelle die Rolle der US-Armee und des Protagonisten zu positiv dar. "American Sniper" steht derzeit an der Spitze der US-Kinocharts. Der Film ist für sechs Oscars nominiert.

Senatorin Yzer: Berlinale bringt der Stadt erneut 125 Millionen Euro

Berlin werde wieder zum "internationalen Hotspot" des Filmgeschäfts, so Yzer

Berlin steht nach Angaben von Wirtschaftssenatorin Cornelia Yzer an der Spitze der Filmstandorte in Deutschland. Der Trend zur weiteren Konzentration in der Hauptstadtregion halte weiter an, erklärte die CDU-Politikerin wenige Tage vor der Berlinale. Der Filmstandort zählt demnach 1900 Unternehmen, die 10 600 Menschen beschäftigen. Die Filmfestspiele bringen der Hauptstadt demnach erneut eine zusätzliche Wirtschaftskraft von rund 125 Millionen Euro. Die 65. Berlinale zeigt vom 5. bis 15. Februar 440 Produktionen aus aller Welt.

"Sicherlich übergewichtig": "The Australian" wegen Nachruf in Kritik

Empörung auf Twitter

Wegen eines offensichtlich missratenen Nachrufs auf die erfolgreichste Schriftstellerin ihres Landes ist die größte Zeitung Australiens stark in die Kritik geraten. Nach dem Tod der "Dornenvögel"-Autorin Colleen McCullough begann "The Australian" den Bericht nicht mit der Darstellung ihrer außergewöhnlichen Leistungen, sondern mit einer fragwürdigen Beschreibung ihres Äußeren - und nannte sie "flach" und "sicherlich übergewichtig". Auf Twitter reagierten unzählige Nutzer weltweit unter dem Hashtag #myozobituary empört. Der britische Fantasy-Autor Neil Gaiman schrieb sarkastisch: "Obwohl sein Bart aussah wie angeklebt & sein Haar unüberzeugend war wie eine Perücke, heiratete er einen Rockstar." Die "Washington Post" legte nach:"Teddy Roosevelt: Einem fetten Walross mit kleiner Brille gleich, war er, nichtsdestotrotz, auf der einen oder anderen Seite Präsident." Der "Australian" äußerte sich auf Anfrage der Nachrichtenagentur AP zunächst nicht. McCullough war vorgestern nach langer Krankheit mit 77 Jahren gestorben. Ihr bedeutendstes Werk "Die Dornenvögel", 1977 unter dem englischen Titel "The Thorn Birds" erschienen, verkaufte sich weltweit 30 Millionen Mal. Der Stoff wurde in den USA 1983 für die gleichnamige Fernsehserie verfilmt, die vier Golden Globes erhielt.

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