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Kulturnachrichten

Freitag, 30. Januar 2015

US-Fotograf Will McBride gestorben

Er starb in einem Krankenhaus in Berlin

Der amerikanische Fotograf Will McBride ist tot. Er starb im Alter von 84 Jahren in einem Krankenhaus in Berlin, wie seine Familie heute bestätigte. Die Berliner C/O-Galerie hatte erst im Herbst 2014 zum Neustart im Amerika Haus eine Ausstellung mit McBrides Bildern aus der Nachkriegszeit gezeigt. Damit schloss sich für den Künstler ein Kreis: Er war 1957 der erste Fotograf, dessen Werke im Amerika Haus präsentiert wurden. Der Wahl-Berliner stammte aus St. Louis im US-Staat Missouri und galt als Reportagefotograf von Weltruf. Er veröffentlichte auch das Aufklärungsbuch "Zeig mal!". In seiner späteren Karriere arbeitete er überwiegend als Maler und Bildhauer.

Spotify will eine halbe Milliarde Dollar von Investoren

Unterdessen will sich Rapper Jay-Z einen eigenen Streaming-Dienst zulegen

Der Musikdienst Spotify will sich laut Medienberichten rund eine halbe Milliarde Dollar bei Investoren besorgen. Die Firma solle dabei insgesamt mit sechs Milliarden Dollar bewertet werden, berichtete das "Wall Street Journal". Nach Informationen der "Financial Times" könnten es sogar acht Milliarden Dollar werden. Die Bewertung entscheidet darüber, welchen Anteil an einer Firma die Investoren für ihr Geld bekommen. Bei einer erfolgreichen Finanzierungsrunde könnte Spotify seine Börsenpläne bis zum kommenden Jahr aufschieben, schrieb das "Wall Street Journal" weiter unter Berufung auf informierte Personen. Der Rapstar Jay-Z will sich derweil einen eigenen Streaming-Dienst zulegen, wie heute bekannt wurde. Der 45-Jährige bietet 464 Millionen Schwedische Kronen (49,5 Mio Euro) für den auch in Deutschland aktiven Abo-Service WiMP und den US-Ableger Tidal.

Dirigent Israel Yinon stirbt vor den Augen der Konzertbesucher

Er brach auf der Bühne zusammen

Der Dirigent Israel Yinon ist während eines Konzerts in der Schweiz gestorben. Der 59-Jährige sei auf der Bühne des Kultur- und Kongresszentrums Luzern vor den Augen der Zuhörer zusammengebrochen. Der Veranstalter bestätigte heute entsprechende Medienberichte. Yinon dirigierte die "Alpensinfonie" von Richard Strauss, als er auf dem Podium kollabierte und kopfüber auf den Boden des Konzertsaals stürzte. Ärzte versuchten vergeblich, den 59-Jährigen zu retten. Er wurde später im Krankenhaus für tot erklärt. Der Israeli dirigierte verschiedene europäische Orchester wie das Berliner Sinfonie-Orchester und war für viele Rundfunk- und CD-Aufnahmen verantwortlich. Er hatte sich unter anderem einen Namen mit der Entdeckung vergessener Werke gemacht und brachte Opern von unbekannten Komponisten zur Aufführung. Mit der Jungen Philharmonie Zentralschweiz stand er zum dritten Mal auf der Bühne.

Juliette Gréco beendet ihre Karriere

Ihre Tournee "Merci" im April werde ihre letzte sein, sagte die Künstlerin

Die französische Chanson-Sängerin Juliette Gréco verlässt die Bühne. Wenn sie auf der Bühne stehe, sei sie gar nicht müde, versicherte Gréco. Jedoch werde sie bald 88 Jahre alt und sie wolle kein "Spektakel einer alten Frau" abgeben, die sich an etwas festklammere. "Ich möchte mich nicht schämen, nicht zu weit gehen." Entdeckt wurde die zierliche Frau mit der tiefen Stimme kurz nach dem Zweiten Weltkrieg von keinem Geringeren als Jean-Paul Sartre, der sie in einem Pariser Kellerlokal traf und einen der ersten Liedtexte für sie schrieb. Die stets in Schwarz gekleidete Interpretin von bekannten Liedern wie "Accordéon" war auch in mehreren Filmen als Schauspielerin zu sehen. Als ihre wahre "Heimat" bezeichnete sie aber stets die Bühne.

Unesco-Welterbekomitee will sich reformieren

Zu viel Geld fließe in die Prüfung neuer Anträge, zu wenig in den Erhalt der Stätten, so die Vorsitzende des Welterbekomitees, Maria Böhme

Das Unesco-Welterbekomitee dringt auf Reformen. Es gehe darum, das Welterbeprogramm für die Zukunft zu stärken, sagte die Vorsitzende des Welterbekomitees, Maria Böhmer (CDU), Staatsministerin im Auswärtigen Amt, heute in Berlin. So müsse die Zahl der jährlichen Nominierungen zur Aufnahme von bedeutenden Orten in die Welterbeliste überdacht werden. Derzeit dürfen 45 Vorschläge pro Jahr eingereicht werden. Viele Mitgliedsländer verlangen eine höhere Zahl. Böhmer gab zu bedenken, dass wegen des großen Interesses an dem Programm ein Großteil des Budgets in die Prüfung neuer Anträge und zur Beibehaltung bereits verliehener Titel fließe. Dafür werden nach ihren Angaben 80 Prozent des Etats verwendet - und lediglich der Rest für den Erhalt bedrohter Stätten auf der Liste des gefährdeten Welterbes. Böhmer sprach von einem Missverhältnis. Dem Welterbekomitee stehen nach eigenen Angaben jährlich fünf Millionen US-Dollar zur Verfügung. Gespeist wird der Etat aus den Beiträgen der 191 Mitgliedsstaaten. Derzeit gibt es weltweit 1.007 Welterbestätten.

Österreichs Theater wehren sich gegen mögliche Steuererhöhung

Die Kulturveranstalter fürchten Besucherrückgang

Die österreichischen Theater und andere Kulturinstitutionen wehren sich gegen Pläne, die Steuer auf Eintrittskarten zu erhöhen. Bei teureren Tickets würde der Besuch von Theatern, Museen und Konzerten zunehmend nur noch für die Mittel- und Oberschicht leistbar, sagte heute die Intendantin des Grazer Schauspielhauses, Anna Badora. Zuvor war in einer Petition der Kulturinstitutionen bereits von einem "Anschlag auf das Kulturleben in Österreich" gesprochen worden. Die rot-schwarze Koalition in Wien überlegt angesichts des Sparkurses, bisher gültige Vergünstigungen zu streichen. Die Kulturveranstalter, ob große Oper oder kleines Konzert ums Eck, profitieren bisher von einer Ausnahmeregelung, nach der auf Kulturtickets nur 10 statt wie sonst üblich 20 Prozent Umsatzsteuer gezahlt werden müssen. Theaterintendanten, Museumsleiter und Konzertveranstalter fürchten einen Rückgang der Auslastung und sehen ihren gesellschaftlichen Auftrag gefährdet. Sie zweifeln auch am Sinn der geplanten Maßnahme, da zu befürchten sei, dass wegen geringerer Einnahmen der Subventionsbedarf steige.

Fremde Arten in heimischen Gewässern können zum Problem werden

Sie gelangen durch den weltweiten Handel per Schiff zu uns

Die Ausbreitung eingewanderter Tiere und Pflanzen bereitet heimischen Gewässern nach Experten-Ansicht immer mehr Schwierigkeiten. Bislang seien rund 150 solcher Arten in deutschen Gewässern bekannt, jedes Jahr kämen zwei neue hinzu. Das sagte Tanja Pottgiesser von der Wiesbadener Stiftung Living Rivers, die sich für Gewässerschutz stark macht. Noch vor 100 Jahren sei alle zwei Dekaden im Schnitt lediglich eine Art eingewandert. Die neuen Arten können die heimischen Tiere und Pflanzen in Gewässern unter Umständen verdrängen. Auf das Problem weisen auch andere Naturschutz-Organisationen und das Bundesamt für Naturschutz in Bonn hin. Dem Bundesamt zufolge können etwa zehn Prozent der etablierten gebietsfremden Arten Naturschutz-Probleme oder wirtschaftliche Schäden verursachen. Eingeschleppt werden die Neuankömmlinge etwa über die Schifffahrt. Die Naturschützer von Living Rivers warnen nicht nur vor ökologischen, sondern auch vor wirtschaftlichen Folgen.

Größtes deutschsprachiges US-Filmfest feiert Hannelore Elsner

Elsner wurde für ihr Lebenswerk geehrt

Mit Stargast Hannelore Elsner (72) und ihrem Film "Auf das Leben!" ist in San Francisco das größte deutschsprachige Filmfestival in den USA eröffnet worden. Im Rahmen der "Berlin & Beyond"-Festspiele wurde Elsner nach Vorgängern wie Mario Adorf, Wim Wenders oder Bruno Ganz für ihr Lebenswerk ausgezeichnet. Dies sei ihre vierte Lebenswerk-Trophäe, freute sich Elsner im ausverkauften Castro-Kino. Sie würde gerne 120 Jahre alt werden und rechne daher noch mit weiteren Preisen. Festivalleiter Sophoan Sorn würdigte Elsner als eine Schauspielerin, die wie Sophia Loren, Meryl Streep oder Helen Mirren einen "nationalen Schatz" darstelle.

Marica Bodrozic erhält Literaturpreis der Adenauer-Stiftung

Vorherige Preisträger waren Rüdiger Safranski, Martin Mosebach, Tuvia Rübner und Arno Geiger

Die kroatisch-deutsche Schriftstellerin Marica Bodrozic (41) erhält den mit 15.000 Euro dotierten Literaturpreis 2015 der Konrad-Adenauer-Stiftung. Bodrozic leiste mit ihren epischen und essayistischen Werken einen maßgeblichen kulturellen Beitrag zur Neuordnung Europas nach 1989, begründete die Jury heute in Berlin die Entscheidung. Der Preis wird am 31. Mai in Weimar verliehen. Die Laudatio hält der Literaturwissenschaftler Rüdiger Görner. Bodrozic wurde 1973 im damals jugoslawischen, heute kroatischen Svib geboren. 1983 zog sie nach Hessen, wo sie später Kulturanthropologie, Psychologie und Slawistik studierte. 2002 publizierte sie ihren ersten Prosaband "Tito ist tot". 2007 folgte "Der Windsammler", ein Band mit Erzählungen. Neben mehreren Gedichtsammlungen veröffentlichte Bodrozic die Romane "Der Spieler der inneren Stunde" (2005), "Das Gedächtnis der Libellen" (2010) und "Kirschholz und alte Gefühle" (2012). 2014 erschien mit "Mein weißer Frieden" eine autobiografische Erzählung.

Komponist des Peanuts Titelsongs Rod McKuen gestorben

Der Oscar-nominierte US-Amerikaner wurde 81 Jahre alt

Der kalifornische Dichter, Komponist und Sänger Rod McKuen ist tot. Die lyrischen Werke des US-Amerikaners zählen zu den meistverkauften der Geschichte, darüber hinaus wurde McKuen für seine Filmmusik für den Oscar nominiert. Er starb nach Angaben seines Halbbruders Edward McKuen Habib gestern in einem Rehazentrum in Beverly Hills. McKuen wurde 81 Jahre alt. McKuen war ein erstaunlich erfolgreicher und unheimlich produktiver Vertreter der Popkultur der 60er und 70er Jahre. Er brachte Hunderte Lieder, Gedichte und Schallplatten heraus, darunter den für den Oscar nominierten Song "Jean", der als Musik in dem 1969 erschienenen Film "Die besten Jahre der Miss Jean Brodie" Bekanntheit erlangte. Für den Titelsong des "Peanuts"-Films "A Boy Named Charlie Brown" erhielt McKuen ein Jahr später eine weitere Nominierung.

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