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Kulturnachrichten

Donnerstag, 29. Januar 2015

Ruhr-Uni bekommt Schlingensief-Gastprofessur

Start ist zum Sommersemester

Die Theaterwissenschaften der Ruhr-Universität Bochum richten zum Sommersemester mit Unterstützung der Kunststiftung NRW eine Christoph-Schlingensief-Gastprofessur ein. Im Rahmen der Professur sollen international renommierte Künstler mit den Studierenden über darstellende Kunst diskutieren. Die Künstlerin und Ehefrau des 2010 gestorbenen Schlingensief, Aino Laberenz, habe ihre Zustimmung gegeben, die Professur nach dem Film- und Theaterregisseur zu benennen, teilte die Kunststiftung NRW am Donnerstag in Düsseldorf mit. Schlingensief wurde 1960 in Oberhausen geboren.

Londoner Naturkundemuseum will Diplodocus in Rente schicken

Doch Briten hängen an dem Dinosaurier-Skelett

Die Ankündigung des Londoner Naturkundemuseums, das Skelett eines Diplodocus aus der Eingangshalle zu entfernen, hat in Großbritannien für Aufregung gesorgt. Zahlreiche Museumsbesucher äußerten sich in den Fernsehsendern BBC und Sky News traurig über die Entfernung des liebevoll "Dippy" genannten imposanten Dinosauriers. Im Internet tauchte sogar eine Petition "Rettet Dippy" auf. Der Museumskurator Michael Dixon sagte aber, bei Dippy handele es sich in Wahrheit um einen Gipsabguss. Er sei bereits 110 Jahre alt und zunehmend marode. Anstelle des Publikumslieblings solle ab 2017 in der Eingangshalle das Skelett eines riesigen Blauwals ausgestellt werden. Das 25 Meter lange Skelett des 1881 an der irischen Küste gestrandeten Säugetiers werde in einer sehr spektakulären Tauchhaltung dargestellt, versicherte Dixon. Beim Blauwal handelt es sich um das größte Tier, das jemals auf der Erde lebte. Angesichts der Trauer um "Dippy" kündigte das Museum an, einen neuen Abguss anzufertigen, der durchs Land auf Reisen geschickt werden könne.

Kölner Karneval zieht "Charlie-Hebdo"-Wagen zurück

Es hagelt Kritik

Die Absage des Rosenmontags-Wagens zum Anschlag auf die Satirezeitschrift "Charlie Hebdo" hat dem Festkomitee Kölner Karneval viel Kritik auf seiner Facebookseite eingetragen. "Traurig", "peinlich", "schwach" war dort heute zu lesen, und "Düsseldorf, bitte übernehmen Sie". Eine Kommentatorin meinte in Anspielung auf das Dreigestirn aus Prinz, Bauer und Jungfrau: "Dann last doch der Jungfrau direkt eine Burka überziehen." Vereinzelt gab es aber auch Zustimmung zum Entschluss, den Terror von Paris nicht zum Thema im Rosenmontagszug zu machen. Das Festkomitee hatte online über den Wagen abstimmen lassen. Und ein Jeck, der mit einem Zeichenstift das Gewehr eines Terroristen verstopft, bekam die größte Zustimmung. Dieser Wagen wurde nun gestoppt. Kritisch reagierten die Grünen auf die Absage. Von einem Einknicken vor extremistischen, radikalen Kräften sprach der CDU-Politiker Wolfgang Bosbach. Das Comitee Düsseldorfer Carneval wollte die Kölner Kehrtwende ausdrücklich nicht kommentieren. Ob Wagenbauer Jacques Tilly den islamistischen Anschlag von Paris thematisiert, steht ihm frei. Die Düsseldorfer Wagen sind traditionell erst beim Umzug selbst zu sehen.

Ernst-von-Siemens-Musikpreis für Christoph Eschenbach

Der Dirigent sei eine künstlerische Ausnahmeerscheinung

Der Dirigent Christoph Eschenbach bekommt dieses Jahr den renommierten Ernst-von-Siemens-Musikpreis. Eschenbach sei eine künstlerische Ausnahmeerscheinung und ziehe nicht nur vom Dirigentenpult herab Orchester, Solisten und Publikum in seinen Bann, erläuterte die Ernst-von-Siemens-Musikstiftung. Er überzeuge dabei als Dirigent genauso wie als Pianist, heißt es. Der 1940 in Breslau geborene Christoph Eschenbach stellte sein Leben in den Dienst der Musik. Eschenbachs Mutter starb bei der Geburt, der Vater wenige Jahre später in einem Strafbataillon an der Kriegsfront. Nach dem Krieg erkrankte er als Kind in einem Waisenhaus in Mecklenburg an Typhus. Dann wurde er von Wallydore Eschenbach, eine Cousine der leiblichen Mutter, adoptiert. Die Sängerin und Pianistin brachte dem verstummten Kind die Musik nahe. Und die Musik habe seinem Leben den Sinn zurückgegeben, sagt Eschenbach. Die Auszeichnung für ein Leben im Dienste der Musik ist mit 250 000 Euro dotiert und wird Eschenbach am 31. Mai im Herkulessaal der Münchner Residenz überreicht. Insgesamt vergibt die Stiftung drei Millionen Euro an Preis- und Fördergeldern.

Deutscher Hörbuchpreis 2015

Erste Gewinner stehen fest

Ausgezeichnet werden Maria Koschny als "Beste Interpretin" und Frederick Lau als "Bester Interpret". Das Stück "Qualitätskontrolle oder warum ich die Räuspertaste nicht drücken werde!" wird ausgezeichnet als "Bestes Hörspiel", Roger Willemsens "Das Hohe Haus" als "Bestes Sachhörbuch" sowie Wolf Haas' "Brennerova" als "Beste Unterhaltung". Den Preis für die "Beste verlegerische Leistung" erhält Lübbe Audio für "Easy does it. CRO, die Maske und der ganze Rest." Der Preisträger in der Kategorie "Bestes Kinderhörbuch" wird in der kommenden Woche bekanntgegeben.
In der Kategorie Bestes Hörspiel wird das Autorenkollektiv Rimini Protokoll geehrt. In der WDR-Produktion gibt die querschnittgelähmte Maria-Cristina Hallwachs Auskunft über ihren Alltag als "Kopfmensch". Den Preis für das Beste Sachhörbuch gewinnt Roger Willemsen für "Das Hohe Haus. Ein Jahr im Parlament", die Hörbuchversion seines kritischen Erfahrungsberichts.

Ein Viertel der Portigon-Sammlung offenbar im Ausland

Der vorläufige Ausfuhrstopp offenbar von begrenzter Bedeutung

Für die hochkrätige Kunstsammlung der WestLB-Nachfolgerin Portigon ist der Ausfuhrstopp offenbar nur von geringer Bedeutung. Die "Rheinische Post" berichtet, dass sich von den rund 400 Kunstwerken 112 bereits im Ausland befinden. Werke von Piet Mondrian, Gerhard Richter, Candida Hoefer und Wolfgang Tillmans seien bereits in New York und London. Die ehemalige Landesbank WestLB hatte in beiden Städten Standorte. Portigon wollte die Angaben nicht bestätigen. Das Unternehmen hatte zuvor bereits erklärt, Werke der Sammlung hätten sich "schon immer" im Ausland befunden. Kulturministerin Ute Schäfer hatte einen Sachverständigenausschuss einberufen, der prüfen soll, welche Werke der Sammlung national wertvolles Kulturgut sind. Für sie würde dann ein grundsätzlicher Ausfuhrstopp gelten.

Musée d'Orsay verleiht Kunst ins Ausland

Werke aus Paris in der Albertina in Wien zu sehen

Wien wird ab morgen eine große Ehre zuteil: Die Albertina erhielt unter vielen Bewerbern als einziges Museum weltweit die Möglichkeit, berühmte Werke aus dem Musée D'Orsay zu zeigen.
Unter dem Titel «Degas, Cézanne, Seurat: Das Archiv der Träume aus dem Musée d'Orsay» werden 130 Werke von französischen Künstlern gezeigt: Pastelle von Edgar Degas, Georges Seurat und Odilon Redon, Gouachen von Honoré Daumier und Gustave Moreau und Aquarelle von Paul Cezanne. Die Auswahl unter den Werken hat der deutsche Kurator und ehemalige Direktor des Museums des Centre Pompidou, Werner Spies, getroffen. Die Schau war mit großer Resonanz im Frühjahr 2014 in Paris zu sehen.

Bayreuth-Karten wieder im Internet zu bestellen

Lange Wartezeite auf Karten entfallen

Freunde der Opern Richard Wagners können auch in diesem Jahr Karten für die Bayreuther Festspiele im Internet bestellen. Die oft langen Wartezeiten auf Tickets für das weltberühmte Festival entfallen dann. Etwa ein Drittel der insgesamt knapp 59 000 Karten würden im Internet verkauft, sagte Sprecher Peter Emmerich. Das Online-Portal wird am Sonntag um 14.00 Uhr freigeschaltet.Waren im Vorjahr die Online-Tickets nur für elf Aufführungen komplett im Internet zu haben, so verteilen sie sich diesmal auf alle Vorstellungen. Ein weiteres Drittel ist für feste Kontingente vorgesehen - und wird etwa an die Mäzenatenvereinigung "Gesellschaft der Freunde von Bayreuth" verkauft. Das restliche Drittel geht an Interessenten, die ihre Tickets vorbestellt haben - etwa schriftlich per Bestellschein. Die Vergabe für die Festspiele war in den vergangenen Jahren immer wieder in den Blickpunkt gerückt. Der Bundesrechnungshof hatte gerügt, dass zu wenig Karten in den freien Verkauf gehen. Auf diese Kritik reagierten die Festspiele unter anderem mit dem Internetangebot. Das Festival beginnt am 25. Juli mit der Premiere von "Tristan und Isolde" unter der Regie von Festspielchefin Katharina Wagner.

Legandäre Carnegie Hall in New York feiert 125. Spielzeit

Konzerthalle feiert Jubiläum mit Berliner Philharmonikern

Das Orchester mit Simon Rattle wird im November als einer der Höhepunkte der 125. Spielzeit in der New Yorker Carnegie Hall auftreten, hieß es aus New York. Die Konzerte im November seien der erste Teil einer Aufführung aller Beethoven-Symphonien durch die Berliner, die sich über zwei Spielzeiten erstrecke. In der Jubiläumsspielzeit werden außerdem Solisten wie Itzhak Perlman, Mischa Maisky, Evgeny Kissin, Lang Lang, Yo-Yo Ma, Yefim Bronfman und Jessye Norman auftreten. Die Carnegie Hall war im Mai 1891 eröffnet worden. Sie gilt als einer der renommiertesten Auftrittsorte für klassische Musik.

Colleen McCullough ist tot

Die Autorin des Romans "Die Dornenvögel" ist 77-jährig gestorben

Die für ihren Roman "Die Dornenvögel" weltweit bekannte australische Schriftstellerin Colleen McCullough ist im Alter von 77 Jahren gestorben. Sie erlag heute in einem Krankenhaus auf der abgelegenen südpazifischen Insel Norfolk einer schweren Krankheit, wie ihr Verlag mitteilte. Von ihrem 1977 erschienenen Roman "Die Dornenvögel" verkaufte McCullough weltweit 30 Millionen Exemplare. Der Stoff wurde in den USA 1983 für eine TV-Serie verfilmt, die vier Golden Globes erhielt.
Richard Chamberlain, Rachel Ward und Christopher Plummer spielten darin Hauptrollen. Der Roman war ihr zweites veröffentlichtes Werk nach der 1974 erschienenen Novelle "Tim" gewesen. Insgesamt schrieb die studierte Neurobiologin 25 Romane. Vor ihrer Karriere als Autorin hatte sie zehn Jahre lang als Wissenschaftlerin an der Yale Medical School in den USA geforscht. McCullough hinterlässt ihren Ehemann Ric Robinson.

UN-Kinderrechte immer noch kaum bekannt

Nur jeder Fünfte weiß etwas über die Kinderrechtskonvention

Die UN-Kinderrechte sind in Deutschland nach wie vor kaum bekannt: Nur jeder Fünfte - vom Kind bis zu Erwachsenen - weiß zumindest ungefähr darüber Bescheid, was die Kinderrechtskonvention umfasst. Das geht aus dem Kinderreport 2015 hervor, den das Kinderhilfswerk heute in Berlin vorstellte. Die Quote ist ebenso niedrig wie vor fünf Jahren. Auch bei der Umsetzung der Rechte gibt es Luft nach oben. Vor allem in Sachen Mitbestimmung außerhalb der Familie verteilen Kinder wie Erwachsene schlechte Noten. So für Beteiligungsmöglichkeiten in Kommunen (4,3) und in der Bundespolitik (5). Für den Report wurden mehr als 1000 Kinder, Jugendliche und Erwachsene befragt.

Spektakulärer Schädelfund in Israel

Er ist 55.000 Jahre alt

Ein in Nordisrael gefundener55.000 Jahre alter menschlicher Schädel ist nach Einschätzung israelischer Forscher der Beweis dafür, dass der moderne Mensch, der Homo sapiens, vor rund 65.000 Jahren von Afrika aus den Rest der Welt bevölkerte. Damit handele es sich bei dem in den Manot-Höhlen in Galiläa geborgenen Schädel um einen "der bedeutendsten Funde in der Erforschung der menschlichen Evolution". Das teilten Forscher der Universitäten Tel Aviv, Ben Gurion und die israelische Antikenbehörde IAA mit. Die Forscher veröffentlichten ihre Untersuchungsergebnisse in der jüngsten Ausgabe des Fachmagazins "Nature". Kalzit-Ablagerungen an der Innen- und Außenseite des Schädelfragments erlaubten eine zuverlässigen Datierung mit der Uranium-Thorium-Methode, die ein Alter von rund 55.000 Jahren ergab. Der Fund ist damit rund 10.000 Jahre älter als alle bisher in Europa gefundenen Überreste des Homo sapiens. Ferner zeige der Schädel in seiner Morphologie Ähnlichkeiten zu Schädelfunden in Afrika wie in Europa. Damit schließe der Fund eine zeitliche und räumliche Lücke in der Erforschung der Menschheitsentwicklung und liefert einen Beleg für die Migrationsroute der ersten modernen Menschen von Afrika nach Europa über den levantinischen Korridor.

Sony ersetzt hauseigenen Musikdienst

Das Unternehmen will mit Spotify kooperieren

Sony gibt sein bislang in Eigenregie betriebenes Musikangebot auf und setzt dafür künftig auf eine Kooperation mit dem Streaming-Dienst Spotify. Ab Frühjahr werde Spotify hinter dem neuen Service "Playstation Music" stehen, der auf Sonys Spielekonsolen sowie auf Sonys Smartphones und Tablets laufen soll. Allein das Playstation-Netzwerk hat laut Sony 64 Millionen aktive Kunden. Der bisherige hauseigene Musikdienst "Music Unlimited" werde zum 29. März eingestellt, kündigte Sony an. Spotify gilt als der Marktführer bei Streaming-Diensten, bei denen die Musik direkt aus dem Netz abgespielt wird. Das schwedische Startup hat 60 Millionen Nutzer, von denen ein Viertel zahlende Abo-Kunden sind.

Griechenland rückt vom Sparkurs ab

Athener Finanzmärkte brechen ein

Ungeachtet der Warnung internationaler Gläubiger rückt die neue griechische Regierung vom Sparkurs ihrer Vorgänger ab. Ministerpräsident Tsipras forderte in Athen neue Gespräche über die Schuldenlast von 320 Milliarden Euro. Griechenland wolle nicht den Bruch mit den Geldgebern, werde aber keine Unterwerfung akzeptieren. Das Kabinett beschloss in seiner ersten Sitzung, Privatisierungen zu stoppen und entlassene Staatsdiener wieder einzustellen. Die griechischen Finanzmärkte verzeichneten nach den Ankündigungen deutliche Verluste. - Heute wird EU-Parlamentspräsident Schulz in Athen erwartet, morgen Eurogruppenchef Dijsselbloem.

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