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Kulturnachrichten

Montag, 26. Januar 2015

Bremer Literaturpreis an Marcel Beyer

Preisträger übt scharfe Kritik an Pegida

Für seinen Gedichtband „Graphit" hat der Dresdner Schriftsteller Marcel Beyer den Bremer Literaturpreis 2015 bekommen. Sein Schreiben sei „Egge und Pflug, der Autor gehe über Wortfelder, betreibe Welterkundung", lobte Kritiker Lothar Müller bei der Feierstunde im Bremer Rathaus. Beyer, der aus Baden-Württemberg stammt, übte in seiner Rede Kritik an den Vorgängen in seiner Wahlheimat Dresden. Dantes "Göttliche Komödie" beschreibe die Pegida-Demonstrationen vor seiner Tür: "Sie brüllen: Wir sind das Volk! Halt's Maul du Fotze, Lügenpresse auf die Fresse! Du hässliche Nutte bist eine Schande für Ostdeutschland! Sie schreiben: Wir wollen die hier nicht und: König August steig hernieder und regiere Sachsen wieder. Mit Wollust lassen sie sich einpeitschen und je vulgärer der Abend wird, desto wohliger glühen ihre Äuglein." Der Bremer Literaturpreis ist mit 20.000 Euro dotiert und zählt zu den ältesten Preisen für deutschsprachige Literatur.

Historiker kritisiert Auschwitz-Gedenken ohne Putin

Direktor des Deutsch-Russischen Museums Berlin-Karlshorst spricht von "Fehler"

Die Feierlichkeiten zum 70. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz werden ohne den russischen Präsidenten Putin stattfinden. Der Historiker Jörg Morré hält das für falsch. Im Deutschlandradio Kultur sagte der Direktor des Deutsch-Russischen Museums Berlin-Karlshorst, die angespannten deutsch-russischen Beziehungen wirkten sich auch auf die Museumsarbeit aus. Auf der Zusammenarbeit mit den russischen Kollegen liege ein Schatten, sagte er. "Wo man früher freie Fahrt hatte, haben wir jetzt eine angezogene Handbremse", so Morré.
Putins Politik genieße in Russland eine hohe Anerkennung, Fragen nach der Verletzung der ukrainischen Souveränität würden dort nicht gestellt. Wenn man den Ukraine-Konflikt nicht thematisiere, dann blieben die Gespräche in Russland "wunderbar im Fluss". Wenn man hingegen beginne, Positionen auszutauschen, komme man nicht weiter, so Morré.

Weltmusikpreis Ruth geht an Funny van Dannen

Liedermacher wird für "liebevoll durchgeknallte Songs" geehrt

Die Toten Hosen, Udo Lindenberg und Wiglaf Droste haben ihn gecovert, doch am schönsten seien seine Lieder immer noch von ihm selbst, urteilte die Jury, die van Dannen mit dem Weltmusikerpreis auszeichnet. Ein weiterer Preis geht an das Jazz-Quartett Masaa um den Libanesen Rabih Lahoud. Mit dem Hauptpreis werden die Musiker von Eurasians Unity für ihre "praktizierte Völkerverständigung auf hohem künstlerischem Niveau" geehrt. Der Preis ist mit 11 500 Euro dotiert und wird bei Deutschlands größtem Festival für Weltmusik, dem TFF Rudolstadt, am 4. Juli vergeben.

Auszeichnung für Berliner Schaubühne

Höchster kultureller Orden Frankreichs geht an Theater am Lehniner Platz

Der Intendant der Schaubühne, Thomas Ostermeier und Schauspielerin Nina Hoss, Ensemblemitglied, werden als "Chevalier de l'Ordre des Arts et des Lettres" ausgezeichnet. Das französische Kulturministerium würdigt mit dieser Auszeichnung Personen, "die sich durch ihr Schaffen im künstlerischen oder literarischen Bereich oder durch ihren Beitrag zur Ausstrahlung der Künste und der Literatur in Frankreich und in der Welt" hervorgetan haben. Seit 2010 ist Ostermeier Präsident des Deutsch-Französischen Kulturrates, seit 1999 sind seine Inszenierungen regelmäßig beim Festival d'Avignon zu Gast.

Mögliches Grab von Cervantes entdeckt

Sarg in Madrid trägt die Initialien "M.C."

Spanische Wissenschaftler haben möglicherweise die sterblichen Überreste des Schriftstellers Miguel de Cervantes (1547-1616) in einer Grabnische unterhalb eines Klosters in Madrid entdeckt. Dort wurde auch ein Sarg mit den Initialen des Autors des "Don Quijote" gefunden. Experten gehen davon aus, dass die Knochenreste in der Grabstätte von einer Reihe von Personen stammten. Wie die Zeitung «El País» berichtete, soll nun untersucht werden, ob unter den Knochenresten auch die des Literaten seien. Cervantes war in Armut gestorben und auf dem Klostergelände im "Literatenviertel" der Madrider Altstadt beigesetzt worden. Wo genau, das war lange unbekannt. An der Suchaktion sind etwa 30 Archäologen, Gerichtsmediziner, Historiker und Techniker beteiligt.

"Dresden für alle" - Musiker gegen Pegida

Die Band Keimzeit will "Flagge zeigen"

In Dresden setzen Musiker, Künstler und Bürger heute Abend ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit. Unter dem Motto "Offen und bunt - Dresden für alle" treten Musiker wie Herbert Grönemeyer, Jan-Josef Liefers und die Potsdamer Band Keimzeit auf dem Neumarkt vor der Dresdner Frauenkirche auf. Keimzeit-Sänger Norbert Leisegang findet Engagement wichtig, auch wenn er den Einfluss von Künstlern für gering hält: "Machen wir uns nichts vor, mit Musik kann man keine Politik und keine gesellschaftlichen Dinge verändern. Es ist einfach nur eine Art Flagge zeigen: Wir stehen für ein tolles, buntes und offenes Dresden, genauso für ein offenes und buntes Deutschland und Europa. Man kann einfach nur zeigen, wofür man steht, verändern kann man dadurch nichts."
Bereits gestern hatte die üblicherweise montags stattfindende Pegida-Kundgebung in Dresden stattgefunden. Die Veranstalter hatten die Kundgebung auf den Sonntag vorverlegt, da sie ihren Anhängern die Teilnahme an dem für heute angekündigten Konzert gegen Pegida ermöglichen wollten. Das teilte die Pegida-Bewegung auf ihrer Facebook-Seite mit.

Neues großes Lyrikfestival POETICA in Köln

Michael Krüger kuratiert das Programm

In Köln beginnt heute die erste Ausgabe des Literaturfestivals "Poetica". Das vom ehemaligen Hanser-Verlagschef Michael Krüger kuratierte Programm steht unter dem Motto " Über die Macht der Poesie" und versteht sichausdrücklich nicht als Gegenveranstaltung zur litCologne. Neben den deutschen Autoren Jürgen Becker und Marcel Beyer sind Lyriker aus aller Welt eingeladen, unter anderem Adam Zagajewski, Lars Gustafsson und John Burnside. Veranstaltet wird die "Poetica" von der Universität Köln und der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt. Bis zum kommenden Wochenende gibt es Lesungen und Diskussionsveranstaltungen an verschiedenen Orten in Köln.

Australien macht Prinz Philip zum Ritter

Entscheidung stößt auf Kritik

Großbritanniens Prinz Philip (93) darf zur langen Liste seiner Ehrentitel demnächst die Ritterwürde Australiens hinzufügen. Damit würden seine Verdienste während der Regierungszeit seiner Frau, Königin Elizabeth II., gewürdigt, sagte Premierminister Tony Abbot . Die Queen ist das australische Staatsoberhaupt. In der früheren britischen Kolonie stieß die Entscheidung auf viel Kritik in Sozialen Netzwerken, aber auch bei Politikern.
Regierungsmitglieder sagten dem Sender ABC, Abbott habe die Entscheidung nicht mit dem Kabinett abgesprochen. Ein Minister kritisierte sie laut ABC als "dumm§, weil sie die Regierung ins Lächerliche ziehe. Einige hatten an einen Scherz anlässlich des Nationalfeiertags geglaubt, sagte Oppositionsführer Bill Shorten in einem Radiointerview.

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