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Kulturnachrichten

Mittwoch, 21. Januar 2015

Chamisso-Preis 2015 für Sherko Fatah

Der deutsch-irakische Schriftsteller wird für sein bisheriges Lebenswerk geehrt

Insbesondere würdigt die Robert-Bosch-Stiftung Fatahs jüngsten Roman "Der letzte Ort", in dem er von der Entführung eines Deutschen und seines arabischen Übersetzers im Irak erzählt. Die Verleihung des mit 15 000 € dotierten Adelbert-von-Chamisso-Preises findet am 5. März in München statt. Die Auszeichnung wird zum 30. Mal vergeben und ehrt "herausragende Autoren, deren Werk von einem Sprach- oder Kulturwechsel geprägt ist". Sherko Fatah wurde 1964 in Ost-Berlin als Sohn eines irakischen Kurden und einer Deutschen geboren. 1975 siedelte er mit seiner Familie nach West-Berlin über, wo er Philosophie und Kunstgeschichte studierte. «Seine Bücher bereichern das interkulturelle literarische Schreiben durch ihre schonungslose Darstellung von Krieg und Terror», heißt es in der Begründung. Die Förderpreise in Höhe von je 7000 Euro erhalten Olga Grjasnowa für ihren Roman «Die juristische Unschärfe einer Ehe» sowie Martin Kordic für seinen Debütroman «Wie ich mir das Glück vorstelle».

Raubkunst kehrt nach Potsdam zurück

Spektakuläre Restitution 70 Jahre nach Kriegsende

Seit 1945 waren die vier wertvollen Gemälde verschollen, die nun wieder im Besitz der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg sind. «Jedes kann eine eigene Geschichte erzählen, zum Teil war die Rückkehr ein regelrechter Krimi», sagte der Generaldirektor der Stiftung, Hartmut Dorgerloh, heute im Neuen Palais in Potsdam. Die vier Kunstwerke stammen aus dem 16. bis 19. Jahrhundert. Ein Kunstdetektiv und zwei Auktionshäuser waren auf die Werke aufmerksam geworden und hatten die Stiftung informiert. Eines befand sich zuletzt im litauischen Nationalmuseum in Vilnius. In einem längeren Verfahren wurde es der Bundesrepublik zugesprochen.

Justiz ermittelt gegen Opernintendantin von Valencia

Unregelmäßigkeiten im Management des Palau de les Arts

Die aus Wien stammende Intendantin Helga Schmidt wies die Vorwürfe bereits in der vorigen Woche zurück. Vom spanischen Gerichtshof hieß es nun allerdings, es bestehe der Verdacht der Veruntreuung, des Amtsmissbrauchs und des Betrugs. Es werde auch gegen den früheren Geschäftsführer der Oper, Ernesto Moreno, ermittelt. Die Polizei hatte am Dienstag die Geschäftsräume des Opernhauses und die Wohnungen der beiden Beschuldigten durchsucht. Die Intendantin und der Ex-Geschäftsführer wurden festgenommen und in der Nacht gegen Auflagen wieder freigelassen. Das Kulturministerium der Region entband die Österreicherin vorläufig von ihren Aufgaben. Helga Schmidt ist seit der Eröffnung des Opernhauses von Valencia im Jahr 2005 dessen Intendantin.

Kosten für Sanierung der Neuen Nationalgalerie

Zunächst werden 100 Millionen Euro veranschlagt

Die Finanzierung der Sanierung durch den Architekten David Chipperfield übernehme der Bund. Die Summe sei bereits genehmigt, sagte Hermann Parzinger, der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, heute bei der Vorstellung der sogenannten Entwurfsplanung. Ein Risikozuschlag und die Kosten für die Wiedereinrichtung des Museums sind in dem Betrag noch nicht enthalten.

Ströher neuer Aktionär bei Suhrkamp

Verlag wird in eine Aktiengesellschaft umgewandelt

Die Umwandlung des Suhrkamp-Verlags in eine Aktiengesellschaft ist unter Dach und Fach. Wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte, steigt die Darmstädter Unternehmerfamilie Ströher als neuer Aktionär mit ein. Suhrkamp-Chefin Ulla Unseld-Berkéwicz will in den kommenden Monaten ihr Amt abgeben und in den Aufsichtsrat wechseln.
Die Mehrheit der Aktien gehört den Angaben zufolge künftig der Familienstiftung von Unseld-Berkéwicz und der Familie Ströher gemeinsam. Mit der Umwandlung in eine Aktiengesellschaft soll die jahrelange Auseinandersetzung mit dem Minderheitseigentümer Hans Barlach beendet werden.

Deutscher Nationalpreis 2015 an Neil MacGregor

Außergewöhnliche Bemühungen um das Verständnis Deutschlands in Großbritannien

Der Direktor des British Museum in London zeige mit der Sonderausstellung „Germany - Memories of a Nation" eine geistreiche Skizze Deutschlands. BBC Radio 4 sendete sechs Wochen lang drei Mal täglich Beiträge zu der Ausstellung. Sie habe habe einhellig positives Aufsehen in Großbritannien erzeugt, sagte Dirk Reimers, geschäftsführender Vorstand der Deutschen Nationalstiftung. Das British Museum habe sich mit großem Einfühlungsvermögen dafür eingesetzt, das vor 70 Jahren eingefrorene Deutschlandbild in Großbritannien zu differenzieren. Der Deutsche Nationalpreis ist mit 50 000 Euro dotiert und am 16. Juni in Berlin verliehen.

Ruhrfestspiele mit Frankreich-Schwerpunkt

Programm im Schatten der Attentate von Paris

Nach den Anschlägen in der französischen Hauptstadt werde das Motto «Tête-à-tête. Ein dramatisches Rendezvous mit Frankreich» in ein anderes Licht gerückt, sagte der Intendant Frank Hoffmann heute in Recklinghausen. "Alles was wir tun in dieser Spielzeit, klingt anders."

Die Ruhrfestspiele stellen in diesem Jahr auf die französische Literatur und Dramatik in den Mittelpunkt. Bei dem großen Kulturfestival, das vom 1. Mai bis 14. Juni stattfindet, werden auch die Sängerin Ute Lemper und die Schauspielerin Juliette Binoche auf der Bühne stehen. Darüber hinaus sind Uraufführungen zeitgenössischer Autoren wie Albert Ostermaier und Christoph Nußbaumeder geplant.

Raubkunst kehrt nach Potsdam zurück

Spektakuläre Restitution 70 Jahre nach Kriegsende

Seit 1945 waren die vier wertvollen Gemälde verschollen, die nun wieder im Besitz der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg sind. «Jedes kann eine eigene Geschichte erzählen, zum Teil war die Rückkehr ein regelrechter Krimi», sagte der Generaldirektor der Stiftung, Hartmut Dorgerloh, heute im Neuen Palais in Potsdam. Die vier Kunstwerke stammen aus dem 16. bis 19. Jahrhundert. Ein Kunstdetektiv und zwei Auktionshäuser waren auf die Werke aufmerksam geworden und hatten die Stiftung informiert. Eines befand sich zuletzt im litauischen Nationalmuseum in Vilnius. In einem längeren Verfahren wurde es der Bundesrepublik zugesprochen.

Paul Sahner veröffentlicht Udo Jürgens-Biographie

Fast ein halbes Jahrhundert waren die beiden Weggefährten

Kennengelernt hatten sich Paul Sahner und Udo Jürgens in der Wohngemeinschaft ihrer Freundinnen. Über mehrere Jahrzehnte führten sie Gespräche, in denen es nicht nur um Geschichten für bunte Blätter ging. Einen Monat nach dem Tod von Udo Jürgens erscheint die erste Biographie des Sängers unter dem Titel "Merci Udo" an diesem Donnerstag im Herder Verlag. Die Startauflage liegt bei 50 000 Exemplaren, weitere sollen folgen. Der 70-Jährige Paul Sahner saß von 2001 bis 2014 in der Chefredaktion der "Bunte", für die er noch immer tätig ist. Er hat bereits mehrere Künstlerbiografien verfasst - über Karl Lagerfeld, Rod Stewart sowie die «Bee Gees», «The Who» und «Pink Floyd».

Wirbel um Hanauer Karikaturen-Ausstellung

Zeichnungen von Greser & Lenz sorgen für Verwirrung und Mehrkosten

Nach den Attentaten von Paris hat die Stadt Hanau eine Karikaturen-Schau zunächst aus Sicherheitsgründen abgeblasen, nun soll die Ausstellung aber doch stattfinden. Die Werkschau des Aschaffenburger Duos Achim Greser und Heribert Lenz beinhaltet rund 200 Werke, von denen ein kleiner Teil religiöse Themen zum Inhalt hat. Eine Mohammed-Karikatur ist nicht dabei. Weil es nach den Anschlägen auf das Satiremagazin «Charlie Hebdo» höhere Sicherheitsanforderungen gebe, werde die Ausstellung deutlich mehr kosten als ursprünglich geplant, eine Absage komme aber nicht infrage, sagte Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD). Die "FAZ" hatte berichtet, die Ausstellung fiele aus, weil sie nicht finanzierbar sei. Das habe "eine neue Nachdenklichkeit" bewirkt, begründete Kaminsky das Hin und Her.

Musikpiraten verbreiten Björks neues Album im Internet

Sängerin zieht Veröffentlichung von "Vulnicura" vor

Musikpiraten haben das neue Album der isländischen Popsängerin lange vor dem offiziellen Verkaufsstart im Internet verbreitet. Die Songs konnten gestern in Tauschbörsen illegal heruntergeladen werden. Björk kündigte daraufhin auf den Online-Netzwerken Facebook und Twitter an, ihre Platte "Vulnicura" innerhalb der nächsten 24 Stunden zu veröffentlichen. Das Album hatte eigentlich erst im März erscheinen sollen. Immer wieder werden Künstler Opfer von Musikpiraten. Erst im Dezember veröffentlichte die US-Popqueen Madonna notgedrungen vorzeitig sechs Songs ihres neuen Albums, nachdem die Lieder im Netz verbreitet worden waren. Die empörte Sängerin sprach daraufhin von einer "künstlerischen Vergewaltigung", die ihr widerfahren sei.

Bildhauer Toledo schenkt Mexiko sein Museum

Es wird künftig vom Staatlichen Institut der Schönen Künste betrieben

Der 74-jährige Toledo gilt als der bedeutendste mexikanische Maler und Bildhauer der Gegenwart.
Da er zuletzt die Steuern für seine Immobilien nicht mehr bezahlen konnte, entschied er sich für die Schenkung seines Museums, das zwei Häuser sowie eine Bibliothek mit Bildern, Videos und Tonbandaufnahmen umfasst. Das Institut für Grafische Kunst Oaxaca beherberge über 125 000 Objekte, teilte der Nationale Kulturrat mit.

Laientheater sucht Bulgaren für "Sturm"-Inszenierung

Regisseur Heyme will in Mannheim Laiendarsteller auf die Bühne bringen

Der Theaterregisseur Hansgünther Heyme sucht für eine Inszenierung von Shakespeares "Sturm" Bulgaren und Deutsche. Er wolle damit das Miteinander im Multikulti-Viertel Neckarstadt-West stärken und aus Skeptikern Verbündete machen, sagte er der Deutschen Presse-Agentur.
Im März gehen die Proben los, das Stück soll von Mitte Juli an etwa zehnmal zu sehen sein. Heyme war Theater-Intend|ant in Ludwigshafen, Stuttgart und auch in Essen.

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