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Kulturnachrichten

Sonntag, 26. Januar 2014

Autorin: Himmler war keine gespaltene Persönlichkeit

"In Himmlers Briefen werden seine Selbstüberschätzung und Pedanterie besonders deutlich."

Zu diesem Schluss kommt die Autorin und Großnichte des SS-Chefs, Katrin Himmler. Sie sagte der "Welt am Sonntag", Himmler habe schon früh etwas Gewalttätiges an sich gehabt - sowohl im beruflichen als auch im privaten Bereich. Die Politikwissenschaftlerin betonte, es gelte immer noch die vorherrschende Meinung, NS-Täter seien in der Lage gewesen, ihre Persönlichkeit zwischen Arbeitsplatz und Familie zu spalten. Der Briefwechsel Himmlers zeige jedoch: Es habe diese Spaltung nicht gegeben. - Zusammen mit dem Historiker Michael Wildt hat Katrin Himmler hunderte in Tel Aviv aufgetauchte Dokumente Heinrich Himmlers ausgewertet. Eine kommentierte Auswahl unter dem Titel "Himmler privat. Briefe eines Massenmörders" erscheint im Februar.

Anne-Frank-Film: ZDF will Einvernehmen herstellen

In der Diskussion um einen Anne-Frank-Film rudert das ZDF offenbar zurück.

Yves Kugelmann vom Stiftungsrat des Anne-Frank-Fonds sagte dem "Tagesspiegel", ohne Einwilligung des Fonds werde es keinen Film über das Leben von Anne Frank geben. Das habe ihm ZDF-Intendant Thomas Bellut versichert. Der Sender erklärte gegenüber der Zeitung, Produzent Oliver Berben werde das Projekt im Februar beim Anne-Frank-Fonds vorstellen und zudem Einsicht in die Drehbücher gewähren. Das ZDF hatte zum 70. Todestag Anne Franks im März 2015 eine Miniserie angekündigt. Der Fonds hatte die Rechte an dem weltberühmten Tagebuch aber bereits an eine Produktionsfirma für einen Kinofilm vergeben.

Bildungsministerin Wanka: Studienabbrecher sollen Handwerk erlernen

Johanna Wanka will Studienabbrecher für Handwerksberufe gewinnen.

Die Bundesbildungsministerin kündigte in der "Welt am Sonntag" eine Initiative an. Es müsse engeren Kontakt zwischen Studienabbrechern und den Kammern und Unternehmen geben, damit diese schnell zueinander fänden, sagte die CDU-Politikerin. Die bereits erbrachten Studienleistungen sollten dann auf die Ausbildung angerechnet werden. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks erklärte laut Zeitung, durch den technologischen Wandel seien die Anforderungen in vielen Berufen gestiegen. Deshalb brauche das Handwerk gut ausgebildete Jugendliche. Bisher hat dem Bericht zufolge die Hälfte der Handwerkslehrlinge einen Hauptschulabschluss.

Ost-Beauftragte Gleicke: "DDR-Wappen schrecken mich nicht"

Iris Gleicke hält nichts davon, DDR-Symbole zu verbieten.

Die neue Ost-Beauftragte der Bundesregierung sagte dem "Tagesspiegel", Man dürfe die DDR nicht mit Nazideutschland gleichsetzen. Ein Verbot hieße auch, ein Stück Erinnerung zu tilgen. Die SPD-Politikerin erklärte, sie selbst schrecke es nicht, irgendwo ein DDR-Wappen zu sehen. Ihre Ingenieursurkunde werde sie nicht wegschmeißen, nur weil Hammer, Zirkel und Ährenkranz darauf zu sehen seien. Der Historiker und Stasi-Experte Hubertus Knabe hatte zuletzt gefordert, dass DDR-Symbole genauso unter Strafe gestellt werden, wie Symbole des Nationalsozialismus.

Israelische Journalistin kommt vorzeitig frei

Die Israelin Anat Kamm hatte während ihres Wehrdienstes geheime Dokumente weitergeleitet.

Wie israelische Medien berichten ist die Journalistin nach zwei Jahren vorzeitig aus der Haft entlassen worden. Ursprünglich war sie zu viereinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden. Kamm hatte der Zeitung "Haaretz" geheime Armeeunterlagen zugespielt. Der Journalist Uri Blau hatte auf der Grundlage dieser Informationen einen Bericht unter dem Titel "Lizenz zum Töten" verfasst. Darin warf er der Armee vor, gezielt militante Palästinenser im Westjordanland zu töten, statt sie festzunehmen.

Katar: DFB-Präsident Niersbach hofft auf Einschreiten der FIFA

"Es reicht nicht aus, diese Missstände immer wieder zu beklagen, es muss schnellstens etwas Konkretes passieren."

Mit diesen Worten reagiert der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes, Wolfgang Niersbach, auf die Meldungen zu weiteren Todesfällen auf den WM-Baustellen in Katar. Niersbach sagte, er hoffe auf ein Einschreiten des Weltverbandes FIFA und des Internationalen Gewerkschaftsbundes. Beide zusammen hätten die Möglichkeit, den Druck zu erhöhen. Der britische "Guardian" hatte berichtet, dass beim Bau der WM-Stätten mehr ausländische Arbeiter ums Leben gekommen seien, als bislang bekannt war. Nach Angaben der Zeitung starben im vergangenen Jahr allein 185 Gastarbeiter aus Nepal.

China: Bürgerrechtler Xu Zhiyong zu vier Jahren Haft verurteilt

Unmittelbar nach dem Urteil forderten die EU und die USA seine Freilassung.

Ein Gericht in Peking hat den chinesischen Bürgerrechtler Xu Zhiyong zu vier Jahren Haft verurteilt. Er habe Proteste initiiert und damit die öffentliche Ordnung gestört, hieß es zur Begründung. Xus Anwalt sprach von einem unfairen und illegalen Verfahren. Die EU kritisierte, es sei ein Widerspruch, dass die Führung Korruption bekämpfen wolle, aber gleichzeitig Aktivisten den Prozess mache, die sich dagegen einsetzten. Xu hatte immer wieder gefordert, dass Partei- und Staatsfunktionäre ihre Einkommensverhältnisse offenlegen. Der Jura-Dozent gilt neben dem Friedensnobelpreisträger Liu Xiaobo als einer der wichtigsten Bürgerrechtler in China.

Karlsjahr in Aachen hat begonnen

"Unsere Stadt verdankt Karl dem Großen ihre Existenz, pointiert gesagt ihre Identität."

Mit diesen Worten eröffnete der Aachener Dompropst Helmut Poque das Jubiläumsjahr zum 1200. Todestag des Frankenherrschers. Poque würdigte Karl zugleich als Bewahrer und Erneuerer. Zwar könne man den Herrscher aus heutiger Sicht kritisch betrachten, doch man werde ihm nur gerecht, wenn man die Maßstäbe seiner Zeit anwende. Aachen ehrt Karl den Großen in diesem Jahr mit rund 100 Veranstaltungen, darunter die Ausstellung "Karl Charlemagne der Große". Schirmherren sind Bundespräsident Joachim Gauck, der französische Präsident Francois Hollande und Italiens Staatspräsident Giorgio Napolitano. - Karl der Große wurde noch an seinem Todestag, am 28. Januar 814, in der Pfalzkapelle zu Aachen beigesetzt, dem ältesten Teil des heutigen Doms.

Schlöndorff: Nicht alle Karriereschritte waren erfolgreich

Volker Schlöndorff betrachtet seine US-Karriere rückblickend als Scheitern.

Der Regisseur sagte der "Welt am Sonntag", seine Arbeit sei damals nicht persönlich genug gewesen. Auch die Jahre als Geschäftsführer im Studio Babelsberg beurteile er karrieremäßig als einen Fehler. Er sei so naiv gewesen, zu glauben, neben der administrativen Arbeit jedes Jahr einen Film drehen zu können, sagte Schlöndorff. Der Regisseur ist mit gleich mehreren Filmen auf der Berlinale vertreten - unter anderem mit seiner Brecht-Verfilmung "Baal". Das Werk durfte nach einem Verbot der Brecht-Witwe Helene Weigel 44 Jahre lang nicht gezeigt werden. Diese Reaktion habe ihn als Brecht-Fanatiker damals gekränkt, erinnerte sich Schlöndorff.

Max Ophüls Preis für Regisseur Jakob Lass

Der Max Ophüls Preis 2014 geht an Jakob Lass.

Der deutsche Regisseur gewann mit seinem Liebesfilm "Love Steaks". Das Werk sei ein Geschenk an die Zuschauer und strotze vor Kraft, Spielfreude, Farbe und Liebe, begründete die Jury ihre Entscheidung. Lass´ erster abendfüllender Spielfilm erzählt die Liebesgeschichte zweier junger Menschen mit gegensätzlichen Lebensentwürfen. Die Auszeichnung ist mit 18.000 Euro dotiert. Insgesamt wurden beim Max-Ophüls-Filmfestival in Saarbrücken 14 Preise vergeben - zum ersten Mal auch der "Preis für den gesellschaftlichen relevanten Film", gestiftet von Deutschlandradio Kultur und der Bundeszentrale für politische Bildung. Die Auszeichnung ging an Isabell Šuba für ihr Werk "Männer zeigen Filme und Frauen ihre Brüste".

Hier geht es zur Homepage des Festivals.

DGA-Award geht an "Gravity"

Damit steigen die Chancen auf einen Oscar.

Die "Directors Guild of America" hat den mexikanischen Regisseur Alfonso Cuaron für seinen Weltraum-Thriller "Gravity" geehrt. Die Directors-Guild-Awards gelten normalerweise als Indikator für den Oscar: Seit 1948 zählten nur sieben Directors-Guild-Preisträger nicht zu den Oscar-Gewinnern. "Gravity" war in der vergangenen Woche bereits von den Produzenten Hollywoods - der "Producers Guild of America" - ausgezeichnet worden - gemeinsam mit dem Sklaven-Drama "12 Years a Slave".

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