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Kulturnachrichten

Freitag, 17. Januar 2014

Putin: Homosexuelle sollen Kinder in Ruhe lassen

"Sie können sich ruhig und entspannt fühlen, aber bitte lassen Sie Kinder in Ruhe."

Mit diesen Worten - gerichtet an die Adresse von Homosexuellen - hat Russlands Präsident Wladimir Putin für neues Aufsehen gesorgt. Er sagte während eines Treffens mit Freiwilligen für die Olympischen Winterspiele in Sotschi, es werde nichts verboten und niemand werde verhaftet. Strafbar mache man sich nach dem russischen Gesetz nur, wenn man Homosexualität unter Minderjährigen propagiere. Erst in dieser Woche hatten 27 Nobelpreisträger in einem Brief an Putin die Diskriminierung von Schwulen und Lesben angeprangert.

Alfred der Große von England: Möglicherweise Beckenknochen gefunden

Möglicherweise gehörte dieser Beckenknochen einem der wichtigsten Herrscher der frühen englischen Geschichte.

Archäologen glauben, bei Ausgrabungen in Winchester Überreste von Alfred dem Großen gefunden zu haben. Eine Expertin der Universität Winchester sagte, die Knochen stammten aus dem neunten Jahrhundert und gehörten entweder Alfred oder seinem Sohn, König Edward. Erst 2012 hatten Wissenschaftler die Überreste von König Richard dem Dritten unter einem Parkplatz in Leicester gefunden. Seitdem streitet sich die Universität der Stadt mit den Nachfahren vor Gericht um den Ort der letzten Ruhestätte.

Warschau: Streit um Denkmal "Die vier Schläfer"

Soll das Denkmal "Die vier Schläfer" an seinen Standort im Stadtzentrum von Warschau zurückkehren?

In Polen wird diese Frage nach der Renovierung des Denkmals für den Sieg der Sowjets über die Deutschen seit Monaten diskutiert. Am heutigen Jahrestag der Befreiung der Stadt hat sich auch das polnische "Institut für Nationales Gedenken" - IPN - eingeschaltet. Am ursprünglichen Platz des Denkmals verteilten Mitarbeiter Flugblätter, um auf die ihrer Meinung nach falsche Botschaft der "Vier Schläfer" aufmerksam zu machen. Es ginge nicht um Befreiung, sondern nur um den Wechsel der Besatzer. Nationalkonservative Politiker machen seit Monaten gegen die Rückkehr des Denkmals mobil. Die Mehrheit der Warschauer und auch die Bürgermeisterin der Stadt haben sich allerdings für eine Rückkehr ausgesprochen. - Die polnische Regierung hatte sich nach dem Rückzug der Roten Armee aus Polen Anfang der 1990er Jahre verpflichtet, deren Denkmäler zu bewahren.

Uganda: Präsident stoppt verschärftes Anti-Homosexuellen-Gesetz

Ugandas Präsident Yoweri Museveni hat ein schärferes Strafgesetz gegen Homosexuelle gestoppt.

Sein Sprecher sagte der Nachrichtenagentur AFP, der Präsident billige Homosexualität nicht, glaube aber, dass diese Leute ein Recht hätten zu existieren. In einem Brief an die Abgeordneten schrieb Museveni nach Angaben der Zeitung "Daily Monitor", Homosexualität sei "abartig". Die geplante Regelung sieht unter anderem lebenslange Haft für "homosexuelle Handlungen" vor. Bestraft werden soll auch jeder, der Homosexuelle nicht anzeigt. Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Volker Beck wertete es als Erfolg internationalen Drucks, dass das Gesetz gestoppt wurde. Dennoch seien die Probleme nicht vom Tisch. Homosexualität bleibe in Uganda strafbar.

Istanbul: Schadenersatzklage wegen Miro-Fälschungen

Die falschen Miro-Bilder bei einer Ausstellung in Istanbul haben ein juristisches Nachspiel.

Die Mimar-Sinan-Universität als Veranstalter hat jetzt eine Schadenersatzklage gegen den Organisator, eine Werbeagentur, eingereicht. Darin heißt es, die geplatzte Ausstellung habe dem Ansehen der Universität erheblich geschadet. Außerdem fordert die Universität Geld für die bereits gedruckten 3000 Kataloge. Die Schau mit 60 Bildern Joan Miros war vor zwei Monaten in der Istanbuler Universität eröffnet worden, wurde aber kurz darauf wieder geschlossen. Nachlassverwalter des Malers hatten den Verdacht geäußert, dass die 60 gezeigten Werke Fälschungen seien. Dies wurde mittlerweile von einem Experte der Miro-Stiftung bestätigt.

Weltbild: Betriebsrat stellt Zukunftskonzept vor

Weltbild soll als "werteorientierter Multichannel" weiter bestehen.

Zumindest, wenn es nach dem Betriebsrat der insolventen Verlagsgruppe geht. Die Arbeitnehmervertretung stellte ihr Konzept jetzt gemeinsam mit der Gewerkschaft Verdi vor. Der gleichzeitige Vertrieb über Internet, Katalog und Filialen sei maßgeschneidert für die Vielfalt des deutschen Buchhandels, hieß es. Die Gewerkschaft kündigte außerdem ab der kommenden Woche Aktionen zum Erhalt der Arbeitsplätze an. Verdi-Betriebsrat Timm Boßmann sagte, damit sollten die Bistümer an ihre Verantwortung als Eigentümer erinnert werden. Der Protest dauere so lange an, bis Weltbild gerettet sei.

Norwegisches Promi-Paar scheitert vor Europäischem Gerichtshof für Menschenrechte

Als der norwegische Musiker Lars Lillo-Stenberg und seine Frau, die Schauspielerin Andrine Sæther, 2005 heirateten, waren nicht nur Verwandte und Freunde auf der Hochzeitsfeier.

Das Paar wurde von Fotografen mit einem Teleobjektiv aufgenommen und die Bilder gegen ihren Willen veröffentlicht. Die frisch vermählten Eheleute klagten sich in Norwegen durch alle Instanzen - bis der Fall vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrecht in Strassburg landete. Dort scheiterte das Paar. Die Richter sahen keine Menschenrecht verletzt. Norwegische Medien begrüßten das Urteil. Arne Jensen, Sprecher des norwegischen Redakteurverbands, erklärte, ein negatives Urteil hätte die Arbeitsbedingungen der norwegischen Medien erheblich erschwert. Das norwegische Paar zeigte sich hingegen enttäuscht. Sie hätten lange für das Recht auf Privatssphäre gekämpft und hofften, dass sich andere Menschen nicht abgeschreckt fühlten, wenn sie sich gekränkt fühlten.

Das Paar hatte zuerst vor dem Amtsgericht Oslo und später beim Landgericht gegen die Zeitschrift "Se og hør" gewonnen, dann aber 2008 in der dritten Runde vor dem obersten Gerichtshof verloren.

Ukraine: EU und USA besorgt über verschärfte Presserechte

Die EU und die USA sind besorgt über die Verschärfung des Demonstrationsrechts in der Ukraine.

EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton teilte in Brüssel mit, einige der vom Parlament in Kiew beschlossenen Gesetze seien ohne Respekt für demokratische Prinzipien verabschiedet worden. Auch das US-Außenministerium kritisierte die Beschlüsse als undemokratisch. Die Oberste Rada hatte gestern weitreichende Einschnitte in die Versammlungs- und Pressefreiheit beschlossen. Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa forderte Präsident Viktor Janukowitsch auf, die Gesetze nicht in Kraft zu setzen.

China: Archäologen entdecken frühchristliche Stätte

Es ist eine unscheinbare Felsnische mit einem eingravierten Kreuz darüber -

aber möglicherweise eine der ältesten christlichen Stätten Chinas. Wie der asiatische Pressedienst Ucanews meldet, entdeckten Archäologen das Grab in der Nähe der Stadt Luoyang im Osten des Landes. Es stammt vermutlich aus der Zeit zwischen 300 und 900 nach Christus. Damit könnte es älter sein als die Nestorianische Stele von Xi'an aus dem Jahr 781, die als bislang frühestes archäologisches Zeugnis des Christentums in China gilt. Nach Einschätzung von Forschern diente die Nische als Aufbewahrungsort für Asche und Gebeine von Christen der sogenannten Nestorianischen Kirche. - Entdeckt wurde die Stätte bereits 2009 von einem Wissenschaftler des Longmen-Forschungsinstituts. Die Untersuchungsergebnisse wurden jedoch erst jetzt bekannt gegeben.

Papst sammelt Geld für syrische Familien

Papst Franziskus setzt sich mit einer neuen Aktion für syrische Flüchtlinge ein.

Wie die Zeitung "Osservatore Romano" berichtet, will der Vatikan am Wochenende in intalienischen Fußballstadien Geld für die Bürgerkriegsopfer sammeln. Dafür sollen in den Stadien Spruchbänder mit der Aufschrift "Winde des Friedens für Syriens Familien" verkauft werden. Papst Franziskus hat seit Beginn seines Pontifikats mehrfach ein Ende des Bürgerkriegs gefordert.

Anhänger und Gegner Dieudonnés in Paris festgenommen

Der umstrittene Komiker Dieudonné sorgt in Frankreich weiter für Schlagzeilen - diesmal allerdings, weil Anhänger und Gegner des Komikers aufeinander gestoßen sind.

Dabei hat die Polizei in Paris gestern Abend 50 Menschen festgenommen. Einige jüdische Organisationen hatten zuvor zum Protest gegen Dieudonné aufgerufen. Am Place de la Bastille riefen die Gegner des Komikers israelfreundliche Slogans. Dabei wurden sie nach und nach von einigen Anhängern des Komikers umringt. Wie die Polizei mitteilte, beschimpften sich die beiden Lager gegenseitig. Einige Befürworten zeigten auch den sogenannten Quenelle-Gruß, für den Dieudonné bekannt ist. Die Geste erinnert an den Hitler-Gruß. Laut Dieudonné soll es eine systemkritische Geste sein.

Dieudonné wurde bereits mehrfach wegen Antisemitismus und Anstachelung zu religiösem Hass verurteilt. Seine Tour "Le Mur" wurde vor kurzem verboten. Der Komiker ist in der Zwischenzeit aber mit einem neuen Bühnenprogramm aufgetreten.

Guardian: Independent steht offenbar zum Verkauf

Die linksliberale britische Tageszeitung "The Independent" steht offenbar zum Verkauf.

Der "Guardian" berichtet, Andreas Whittam Smith, der das Blatt 1986 aus der Taufe gehoben hatte, sei vom russischen Eigner Alexaner Lebedew damit beauftragt worden, einen Käufer zu suchen. Der "Independent" hatte im vergangenen Jahr nach Darstellung des britischen Mediendienstes "Press Gazette" einen Verlust von umgerechnet rund 19 Millionen Euro eingefahren. Lebedew hatte das Blatt 2010 zum symbolischen Preis von einem Pfund erworben. Der Verlag selbst wollte die Spekulationen nicht kommentieren.

Hollywood-Produzent Weinstein plant Film über US-Waffenlobby

"Ich glaube nicht, dass wir in diesem Land Waffen brauchen."

Dieser Ansicht ist der amerikanische Hollywood-Produzent Harvey Weinstein. Er will in einem neuen Film mit der US-Waffenlobby NRA abrechnen. Darin soll auch die Oscar-Preisträgerin Meryl Streep mitspielen. Weinstein sagte in einer Radioshow, die Anhänger der NRA würden sich wünschen, nicht mehr zu leben, wenn er mit ihnen fertig sei.

Das Recht auf Waffenbesitz ist in den USA umstritten. Nach einem Amoklauf im Dezember 2012 in der Kleinstadt Newtown hatte US-Präsident Barack Obama eine Verschärfung des Waffenrechts angekündigt. Der Großteil der Reform scheiterte aber am Widerstand der Republikaner, die der Waffenlobby traditionell nahestehen.

Schweiz auf der Leipziger Buchmesse: "Wir gehören dazu"

Autoren aus der Schweiz haben es auf dem deutschen Buchmarkt nicht immer leicht.

Die diesjährige Leipziger Buchmesse soll das ändern. Als Schwerpunktland will sich die Schweiz dort als Teil des deutschen Kulturraums präsentieren. Kulturattaché Johann Aeschlimann sagte wörtlich: "Wir sind kein Gast. Wir gehören dazu". In Leipzig werden rund 70 Schweizer Verlage und mehr als 80 Autoren aus allen vier Sprachräumen des Landes erwartet - deutsch, italienisch, französisch und rätoromanisch. Darunter sind auch bekannte Namen wie Franz Hohler oder Lukas Bärfuss. Der Direktor der Leipziger Buchmesse, Oliver Zille, sagte, er gehe davon aus, dass die Veranstaltung die Kraft habe, etwas für Schweizer Verlage und Autoren zu tun. - Die Leipziger Buchmesse findet vom 13. bis 16. März statt.

Dresdner Sempergalerie wird bis 2017 saniert

Die Sempergalerie am Dresdner Zwinger bleibt bis 2017 eine Baustelle.

Wie Landesfinanzminister Georg Unland mitteilte, wird zunächst der Ostflügel saniert, ab Mitte 2015 dann der Westflügel. Das Gebäude aus dem 19. Jahrhundert soll unter anderem ein neues Lichtkonzept erhalten. Unland erklärte, in Zukunft wolle man mit Tageslicht auskommen und Kunstlicht nur als Unterstützung einsetzen. Damit mache man einen großen Schritt hin zum Ursprungsbau. Die Bauarbeiten laufen bereits seit Oktober - das Museum ist weiter geöffnet, allerdings müssen die Ausstellungen mehrfach umgestellt werden. - Anfang 2013 waren in der Sempergalerie massive Schäden festgestellt worden, so dass das Haus zwischenzeitlich schließen musste.

"Ökofilmtour" thematisiert Umweltprobleme in der Lausitz

"Essen auf dem Müll - warum werfen wir so viel weg?"

Das ist nur ein Film der "Ökofilmtour", die auch das längste Film-Festival in Deutschland genannt wird. Die Organisatoren und Filmemacher erhoffen sich, mit der Ökotour lebhafte Debatten über Umweltprobleme anzuregen. Im Zentrum stehen in diesem Jahr Filme über die Lausitz, wo jahrelang Braunkohle abgebaut wurde. Insgesamt werden 45 Kino- und Fernsehfilme sowie 22 Kurzstreifen gezeigt. Die "Ökofilmtour" wird am Montag in Potsdam eröffnet. Weitere Spielorte sind bis Ende April unter anderem Cottbus und Frankfurt an der Oder.

USA kritisieren Festnahme eines uigurischen Wissenschaftlers

Die USA haben China wegen der Festnahme des prominenten uigurischen Wissenschaftlers Ilham Tohti kritisiert.

Außenamtssprecherin Jen Psaki sagte in Washington, die Vereinigten Staaten seien "zutiefst besorgt". Zugleich verlangte sie Aufklärung darüber, was mit dem Wissenschaftler geschehen sei und rief Peking zur Achtung des Rechts auf freie Meinungsäußerung auf. Die chinesische Polizei hatte Tohti und seine Mutter am Mittwoch festgenommen. Der Wirtschaftswissenschaftler von der Universität Peking hatte die chinesische Politik gegen die muslimische Minderheit der Uiguren in den vergangenen Jahren offen kritisiert.

In der westchinesischen Provinz Xinjiang kommt es seit Jahrzehnten immer wieder zu blutigen Auseinandersetzungen zwischen der Staatsmacht und den rund neun Millionen Uiguren, die sich von der Zentralregierung unterdrückt und von zuziehenden Han-Chinesen an den Rand gedrängt fühlen.

Hamburger Erzbischof kündigt "Kulturführerschein" an

"Jedes Kind hat ein Recht auf eine gute und facettenreiche kulturelle Bildung."

Damit das aber auch möglich wird, hat der Hamburger Erzbischof, Werner Thissen, für Kinder und Jugendliche einen "Kulturführerschein" angekündigt. Beim Neujahrsempfang des Katholischen Schulverbandes sagte er, der Schein solle sicherstellen, dass junge Menschen die Möglichkeit haben, bei Kulturprojekten mitzumachen. Ein gutes Beispiel für die Umsetzung des "Kulturführerscheins" sei das Projekt "Bewegt!" vom Hamburger Ballettintendanten John Neumeier. Die Choreografie des Stücks bringt 350 Schüler mit mehreren Profitänzern auf die Bühne. Es wird heute und morgen in Hamburg aufgeführt.

Kirchenwaschung in Brasilien ist Kulturerbe

Immer am zweiten Donnerstag nach den "Heiligen Drei Königen" zieht eine lange Prozession durch die nordbrasilianische Stadt Salvador de Bahia.

Das Ziel ist die Bonfim-Kirche, deren Treppen vor der Prozession gewaschen werden - mit parfümiertem Wasser. Früher mussten Sklaven die Stufen schrubben. Heute ist die alljährliche Waschung immaterielles Kulturerbe. Brasiliens Kulturministerin hat dem Gouvaneuer von Bahia dafür offiziell die Urkunde überreicht. Wie brasilianische Zeitungen berichten, gilt die Reinigung als wichtigster Ausdruck des Synkretismus, also der Verschmelzung des Katholizismus mit afro-brasilianischen Bräuchen.

Kunstfälscher Beltracchi veröffentlichen Autobiografie

Sie haben Auktionshäuser, Sammler und Museen auf der ganzen Welt getäuscht: der Kunstfälscher Wolfgang Beltracchi und seine Frau.

Vor zwei Jahren wurde ihnen der Prozess gemacht. Jetzt haben sie eine Autobiografie mit dem Titel "Selbstporträt" veröffentlicht. Doch kann man diesem Buch überhaupt trauen? Das fragt sich sicherlich nicht nur die "Süddeutsche Zeitung". Jahrelang hat der Maler Wolfgang Beltracchi Werke von Max Pechstein, Heinrich Campendonk oder Max Ernst gefälscht. Hunderte Bilder kleiner und großer Künstler sind von ihm auf den Markt. Laut "Süddeutscher Zeitung" erklärt Beltracchi nach Jahren des Betrugs zwar über die Tricks des Fälschens auf. In anderen Punkten sei das "Selbstporträt" aber enttäuschend. Denn das Ehepaar gebe keine Auskunft darüber, in welchen Museumsdepots oder Ausstellungen die nachgemachten Bilder zu finden seien. Auch gebe es nur wenige Worte der Reue.

Zentralrat der Juden: Stephan Kramer legt Amt nieder

Stephan Kramer ist im Zentralrat der Juden nicht unumstritten.

Nun gibt der Generalsekretär der Organisation sein Amt auf. Wie der Zentralrat der Juden mittteilte, scheidet Kramer nach 15-jähriger Tätigkeit bereits Ende Januar auf eigenen Wunsch aus. Nach Informationen des "Tagesspiegels" aus Berlin soll der Posten des Generalsekretärs ganz abgeschafft werden. In Kürze werde die Stelle eines Geschäftsführers ausgeschrieben, der auf Vorschlag des Präsidiums vom Direktorium gewählt werden soll. Präsident Dieter Graumann erklärte, Kramer habe herausragend und vertrauensvoll zum Wohle der jüdischen Gemeinschaft gewirkt. Von einem Zerwürfnis sei keine Rede, schreibt "Der Tagesspiegel".

Studentenkabarett-Treffen nimmt Politik und Gesellschaft aufs Korn

Es geht um die ganze Bandbreite des Lebens.

Beim Studentenkabarett-Treffen in Cottbus zeigen mehr als 30 Solisten und Gruppen ab heute ihr Programm. Wie Festivalleiter Andreas Gaber sagte, werden politische Themen ebenso thematisiert wie zwischenmenschliche Beziehungen. Brandenburgs Kulturstaatssekretär würdigte bei der Festivaleröffnung die Bedeutung des Kabaretts. Es halte der Gesellschaft, der Politik und jedem einzelnen von uns einen Spiegel vor. Vor allem finde es in Zeiten der eher oberflächlichen Comedy immer sein Publikum.

Das Studentenkabarett-Treffen findet bereits zum 19. Mal statt. Es werden bis zu 3.000 Besucher erwartet.

"Mein Kampf": Jüdische Organisation stellt Kommentar ins Netz

Die jüdische Anti-Defamation League hat eine Einführung zu Hitlers "Mein Kampf" im Internet veröffentlicht.

Wie die Organisation in New York mitteilte, will sie Leser auf die antisemitische Wirkungsgeschichte des Buches hinweisen. Der Direktor der Anti-Defamation League, Abraham Foxman, sagte, die Schrift sei wertvoll für Historiker und für Studien über den Zweiten Weltkrieg. Sie brauche aber einen Kommentar, der den historischen Kontext und die Folgen des antisemitischen Gedankenguts darlege.

"Mein Kampf" ist in Deutschland verboten. Das Urheberrecht liegt beim Freistaat Bayern.

Weltbild-Verlag: Eigentümer will Unternehmen finanziell unterstützen

Der Weltbild-Verlag hat vor gut einer Woche Insolvenz angemeldet - weil die Bischöfe der katholischen Kirche ihre Kapitalzusagen von 60 Millionen Euro zurückgenommen haben.

Jetzt wollen Sie dem Unternehmen aber doch unter die Arme greifen. Laut Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz haben sie Hilfen in zweistelliger Millionenhöhe angekündigt. Zudem habe Geiwitz bereits mit mehreren potentiellen Interessenten gesprochen. Für Details sei es allerdings noch zu früh. - Der zweitgrößte deutsche Buchhändler beschäftigt derzeit mehr als 6.000 Mitarbeiter.

Metropolitan-Museum zeigt zum Super Bowl Football-Kärtchen

Wenige Wochen vor dem Super Bowl in den USA gerät auch das renommierte Metropolitan Museum ins Football-Fieber.

Wie das Haus in New York mitteilte, soll es eine Ausstellung mit rund 150 Sammelkarten geben. Sie seien zwischen 1894 und 1959 gedruckt worden. Die Karten zeigen unter anderem berühmte Football-Spieler. Nach Angaben des Museums dokumentieren sie auch "ein Stück Geschichte des volkstümlichen Drucks in den USA". Der sehr beliebte Super Bowl wird in diesem Jahr erstmals im Bundesstaat New Jersey, ganz in der Nähe von New York, ausgetragen. Die Ausstellung im Metropolitan-Museum ist bis zum 10. Februar zu sehen.

Gründungsveranstaltung der Initiative für ein offenes Schloss in Berlin

"Ein offenes Schloss für eine weltoffene Stadt" -

unter diesem Slogan lud eine Bürgerinitiative in Berlin zu ihrer öffentlichen Gründungsversammlung ein. Wie die "Berliner Zeitung" berichtet, will sie erreichen, dass die Pläne für das Schloss in der Stadtmitte korrigiert werden - obwohl bereits gebaut wird. Der Protest richtet sich vor allem gegen den Ostflügel, der in modernistischem Rasterstil gebaut werden soll. Die Initiative - und laut Zeitung auch die Mehrheit der Berliner Bevölkerung - spricht sich dafür aus, die Ostfassade wegzulassen, so dass der Bau zur Spree und zur Stadtmitte hin geöffnet wird. Der Position, es sei zu spät für eine Umplanung, setzt sie das Argument entgegen: Gerade die Fähigkeit, Fehler einzugestehen und umzudenken sei ein entscheidendes Merkmal der Demokratie.

Berlinale-Special mit neun Weltpremieren

Mit ihrer Festivalsektion "Special" ehrt die Berlinale außergewöhnliche Neuproduktionen oder Filme, die zeitgeschichtlich besonders wichtig sind.

Insgesamt neun Weltpremieren gibt es in diesem Jahr in dieser Sparte zu sehen. Der deutsche Regisseur Volker Schlöndorff ist mit dem historischen Drama "Diplomatie" über die Besetzung von Paris durch die Nazis vertreten. Gezeigt wird außerdem Wim Wenders 3D-Projekt "Kathedralen der Kultur". Darin porträtiert der Regisseur außergewöhnliche Gebäude in aller Welt. Weitere Filme sind der Oscar-Anwärter "American Hustle" und der Dokumentarfilm "Night Will Fall" von André Singer. - Die Internationalen Filmfestspiele in Berlin werden am 6. Februar eröffnet.

Strauss-Kahn will juristisch gegen Enthüllungsroman vorgehen

Dominique Strauss-Kahn spricht von "verleumderischen Darstellungen".

Sein Anwalt sagte der Nachrichtenagentur AFP, der frühere Chef des Internationalen Währungsfonds werde gerichtlich gegen den Verlag Seuil vorgehen, der das Buch "La Ballade de Rikers Island" veröffentlicht hat. Der Autor des Romans, Régius Jauffret, thematisiert darin den Skandal, der zum Rücktritt Strauss-Kahns führte. Dieser ließ erklären, das Buch enthalte - Zitat - vollkommen erfundene Gespräche, die den Ermittlungen der US-Justiz widersprächen. - Der IWF-Chef war vor drei Jahren unter dem Vorwurf der Vergewaltigung festgenommen worden. Die strafrechtlichen Ermittlungen wurden wegen Zweifeln an der Glaubwürdigkeit der Zeugin eingestellt, ein zivilrechtlicher Prozess endete mit einer nicht näher bezifferten finanziellen Einigung.

Deutsches Theater in München wird wiedereröffnet

Nach Pleiten, Pech und Pannen heißt es für das Deutsche Theater in München ab heute wieder: Vorhang auf.

Die Renovierung hat fast sechs Jahre gedauert und war mit rund 94 Millionen Euro deutlich teurer als geplant. Gründe für die verspätete Wiedereröffnung waren unter anderem Probleme mit der alten Bausubstanz und den Brandschutzauflagen. Münchens Bürgermeister Hep Monatzeder betonte, die Situation sei nicht vergleichbar mit der der Elbphilharmonie in Hamburg. Trotzdem seien die Pannen ärgerlich gewesen. Seit 2008 fanden fast 1.300 Aufführungen in einem Theaterzelt als Ausweichspielort statt. Die Wiedereröffnung wird heute Abend mit einer Gala mit den Münchner Philharmonikern gefeiert.

Eines der ersten Highlights soll ab Frühsommer ein Folk-Musical über Nelson Mandela werden.

Spleen: Webseite sammelt Alltagsmacken.

Zwangsstörungen oder Spleens - fast jeder kennt sie.

Der eine rührt den Joghurt nur links herum, der andere steigt immer nur mit dem rechten Bein aus dem Bett. Der Blog "Spleen 24" auf der Internetplattform Tumblr hat seit Beginn der Woche fast tausend solcher Alltagsmacken gesammelt. Jeder kann seine persönlichste Eigenart beschreiben, diese wird von den Blogbetreibern auf Seriösität geprüft und dann online gestellt.

[Nachzulesen sind sie auf der Webseite Schlecksilberstein (http://www.schleckysilberstein.com/)- http://spleen24.tumblr.com/]

US-Schauspieler Russell Johnson gestorben

Der US-Schauspieler Russell Johnson ist tot.

Er starb gestern im Alter von 89 Jahren. Nach Angaben seiner Ehefrau haben seine Nieren versagt. Johnson wurde in den 60er Jahren vor allem in der TV-Serie "Gilligans Insel" bekannt. Darin spielte er den klugen und besonnenen Professor Roy Hinkley. Die Serie war damals auch in Deutschland in der ARD zu sehen. Johnson spielte außerdem in zahlreichen Western- und Science-Fiction-Filmen mit, unter anderem "Gefahr aus dem Weltall".

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Fazit

Fotografien von Susan MeiselasAnsichten eines Genozids
Auf diesem Bild sind Menschen zu sehen, die einer Exhumierung beiwohnen. (Susan Meiselas)

Zerfetzte Kleidungsstücke, Trümmer auf einem Hügel, Massengräber: Susan Meiselas zeigt in ihren Fotografien Spuren des Völkermords an den irakischen Kurden aus dem Jahr 1991. Ihre eindringlichen Bilder sind jetzt in Frankfurt am Main zu sehen.Mehr

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