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Kulturnachrichten

Dienstag, 14. Januar 2014

Zeitung veröffentlicht israelische Experten aus Gurlitt-Taskforce

Die "New York Times hatte den Bann gebrochen, jetzt zieht die "Times of Israel" nach.

Nach einem Bericht der Zeitung sollen zwei israelische Experten in die Taskforce zur Sammlung Gurlitt aufgenommen werden. Demnach handelt es sich um Jehudit Schendar, Vize-Direktor der Museumsabteilung in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem, und Schlomit Steinberg vom Israel Museum in Jerusalem. Die Bundesregierung hatte die berufenen Experten nicht bekannt gemacht. In der vergangenen Woche hatte die "New York Times" aber bereits erste Namen veröffentlicht. Es handelte sich um die österreichische Provenienzforscherin Sophie Lillie und die ungarische Rechtsanwältin Agnes Peresztegi. - Die Taskforce soll mögliche NS-Raubkunst im Besitz von Cornelius Gurlitt identifizieren.

"Sozialtourismus" ist das "Unwort des Jahres"

Das "Unwort des Jahres 2013" lautet "Sozialtourismus".

Das hat die Jury unter Vorsitz der Sprachwissenschaftlerin Nina Janich entschieden. Zur Begründung hieß es, mit dem Schlagwort "Sozialtourismus" sei von einigen Politikern und Medien gezielt Stimmung gegen unterwünschte Zuwanderer, insbesondere aus Osteuropa, gemacht worden.

Den Negativpreis "Unwort des Jahres" vergibt die sprachkritische Gesellschaft für deutsche Sprache seit 1991. 2012 war "Opfer-Abo", im Jahr davor "Döner-Morde" zum Unwort gewählt worden.

Wohlfahrtsverband zum Unwort des Jahres: Ermahnung zu Sachlichkeit und Redlichkeit

Für den Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband ist der Ausdruck "Sozialtourismus" ein "absoluter Tiefpunkt an sprachlichem Zynismus".

Geschäftsführer Ulrich Schneider lobte die Wahl des Begriffs zum "Unwort des Jahres 2013". Sie komme zum absolut richtigen Zeitpunkt, sagte Schneider der Deutschen Presse-Agentur. In der aktuellen Debatte werde nicht nur massenhafter Sozialmissbrauch suggeriert, der faktisch nicht existiere. Auch die existenzielle Not von Flüchtlingen werde verspottet. In der Jury-Entscheidung sieht Schneider eine Ermahnung zu Sachlichkeit und Redlichkeit.

Kulturrat verlangt Transparenz bei Verhandlungen zu Freihandelsabkommen

Er hält die "Geheimniskrämerei" für "absolut inakzeptabel".

Der Deutsche Kulturrat hat die Verhandlungen zum geplanten Freihandelsabkommen zwischen den USA und der EU kritisiert. Der Verband erklärte, man begrüße die Initiative der Fraktion Die Linke. Diese hatte in einer Kleinen Anfrage erfahren wollen, inwieweit die Bundesregierung das Parlament über den Verhandlungsverlauf informieren wolle. In der Anfrage heißt es etwa, die schlechte Informationspolitik scheine bewusste Strategie zu sein. Der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann, erklärte, auch die Öffentlichkeit müsse erfahren, was bei den wichtigen Verhandlungen beschlossen werde.

Debatte über "Sexuelle Vielfalt" im Bildungsplan: Kretschmann sieht Handlungsbedarf

"So lange 'schwule Sau' zu den beliebtesten Schimpfwörtern auf dem Schulhof gehört, besteht Handlungsbedarf."

Mit diesen Worten hat Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann die Pläne verteidigt, das Thema "Sexuelle Vielfalt" stärker im Unterricht einzubringen. Der Grünen-Politiker sagte mit Blick auf ein umstrittenes Papier des Stuttgarter Kultusministeriums, man werde sich bei der Fertigstellung des Plans nicht nach fundamentalistischen Grundlagen richten. Die grün-rote Landesregierung will sexuelle Toleranz künftig als fächerübergreifendes Unterrichtsthema im Bildungsplan verankern. Die Kirchen hatten die Pläne kritisiert. Kretschmann kündigte noch in dieser Woche Gespräche an.

Gauck: "Wir müssen Lehren aus der Geschichte ziehen"

"Die Geschichte hilft uns, manches zu verstehen, ist aber keine Rechtfertigung dafür, heutige Probleme nicht anzugehen."

Mit diesen Worten hat Bundespräsident Joachim Gauck die Menschen in Deutschland ermuntert, über Lehren aus der Geschichte nachzudenken. Das dreifache Gedenkjahr 2014 sei eine Chance und gleichzeitig Herausforderung, um die Krise in Europa zu überwinden, sagte Gauck beim Neujahrsempfang für das diplomatische Korps im Schloss Bellevue. Gedenken heiße auch, sich des eigenen Standpunkts bewusst zu werden. Das Staatsoberhaupt betonte, die Achtung der Menschenrechte müsse weltweit an erster Stelle stehen. - Das Jahr 2014 steht im Gedenken an den Beginn des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren, den Beginn des Zweiten Weltkrieges vor 75 Jahren und den Fall der Berliner Mauer vor 25 Jahren.

NRW-Hochschulreform: Rektoren sehen Qualität von Forschung und Lehre gefährdet

Die Hochschulen in Nordrhein-Westfalen sehen die verfassungsrechtlich garantierte Wissenschaftsfreiheit gefährdet.

Die Landesrektorenkonferenz verschärft ihren Widerstand gegen das geplante Hochschulzukunftsgesetz der NRW-Landesregierung. Der Entwurf gebe dem Wissenschaftsministerium zu viel Macht und schränke die Eigenverantwortung der Hochschulen ein, kritisierte die Vorsitzende Ursula Gather. Wenn das Ministerium seine Vorgaben nicht ändere, werde es mit Sicherheit Klagen von Betroffenen geben. Das neue Gesetz sieht mehr Mitbestimmung der Landesregierung vor, etwa beim Fächerangebot. Es soll im Frühjahr in den Landtag eingebracht und zum kommenden Wintersemester wirksam werden.

Humanistische Lebenskunde: Verband zieht Klage für eigenes Schulfach zurück

"Humanistische Lebenskunde" wird erst einmal kein neues Schulfach in Nordrhein-Westfalen.

Der Humanistische Verband hat seine Klage auf Einführung des Fachs vor dem Oberverwaltungsgericht Münster zurückgezogen. Der Grund: Nach dem NRW-Schulgesetz kann ein ordentliches Lernfach erst bei einer Mindeststärke von zwölf Schülern pro Jahrgang eingerichtet werden. Das Gericht hatte deshalb in der heutigen Verhandlung deutlich gemacht, dass es für eine Entscheidung die Zahl der Verbandsmitglieder und deren Kinder brauche. Die Herausgabe dieser Zahlen lehnte der Verband jedoch ab. NRW-Schulministerin Silvia Löhrmann begrüßte die Entscheidung. Sie wies darauf hin, dass es ein breites Angebot an Alternativen zum Religionsunterricht gebe.

Konkurrierende Filmprojekte: Anne-Frank-Fonds erhebt Vorwürfe gegen das ZDF

Mangelnden Anstand und unfaires Verhalten -

das wirft der Basler Anne-Frank-Fonds dem ZDF vor. Der Grund: Der Fernsehsender plant zusammen mit dem Produzenten Oliver Berben einen Film über die Geschichte der Familie Frank. Der Fonds hat die Recht an Anne Franks weltberühmtem Tagebuch aber einer anderen Produktionsfirma überlassen, die ebenfalls einen Film drehen will. Über dieses Projekt habe man bereits 2012 alle öffentlich-rechtlichen Sender und auch Berbens Firma informiert, sagte ein Sprecher des Fonds. Deshalb habe man kein Verständnis dafür, dass das ZDF jetzt im Alleingang und ohne Absprache einen zweiten Anne-Frank-Film ankündige. Der Sender wies die Vorwürfe zurück und erklärte, es schade dem Anliegen nicht, wenn es mehrere Projekte gebe.

Stasi-Unterlagen-Behörde: Auch Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung plädiert für Schließung

Fast 25 Jahre nach dem Fall der Mauer hält auch er die Stasi-Unterlagen-Behörde für verzichtbar:

Thomas Krüger, Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung. Krüger sagte der "Berliner Zeitung", es gebe viele hochkompetente zeitgeschichtliche Institute, die die Aufgaben der Behörde übernehmen könnten. Der Zugang zu den Stasi-Akten müsse allerdings gewährleistet bleiben, auch wenn sie ins Bundesarchiv überführt würden.

Die schwarz-rote Bundesregierung will eine Expertenkommission zur Zukunft der Stasi-Unterlagen-Behörde einrichten, die bis 2015 Vorschläge erarbeiten soll. Mehrere Experten und Politiker haben sich bereits dafür ausgesprochen, die Aufgaben ab 2019 in andere Hände zu legen.

Britisches Nationalarchiv stellt Kriegstagebücher aus dem Ersten Weltkrieg ins Netz

Die täglichen Gräuel des Ersten Weltkriegs, aufgezeichnet auf mehr als anderthalb Millionen Seiten.

Das Britische Nationalarchiv hat damit begonnen, die Kriegstagebücher britischer Offiziere ins Internet zu stellen. In einem ersten Schritt wurden heute etwa 2.000 Dokumente veröffentlicht. Das Archiv rief Hobby-Historiker dazu auf, bei der Auswertung der Dokumente zu helfen, um sie für die Öffentlichkeit leichter nutzbar zu machen. - William Spencer, Militär-Spezialist des Archivs, betonte, in den Akten seien nicht nur Orte, Daten und Aktivitäten der Einheiten erwähnt, sondern auch viele Geschichten enthalten. Durch die Digitalisierung wolle man sie für künftige Generationen bewahren.

Hier der Link zur "Operation War Diary".

Körber-Stiftung: Wenig Interesse an klassischen Konzerten

Die meisten Deutschen sehen klassische Musik zwar als kulturelles Erbe, Konzertbesuche sind aber eher selten.

Das geht aus einer repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag der Hamburger Körber-Stiftung hervor. Demnach besuchte nur jeder Fünfte im vergangenen Jahr ein klassisches Konzert - von den Unter-30-Jährigen war es sogar nur jeder Zehnte. Als Gründe gegen einen Konzertbesuch nannten die Befragten etwa zu hohen Kosten, eine elitär-abgehobene Atmosphäre und unverständliche Inhalte. Kai-Michael Hartig von der Körber Stiftung sieht deshalb die Konzerthäuser in der Pflicht. Sie müssten Schwellenängste abbauen und Interesse wecken, auch für komplexe Themen.

Buchhandlungen erstmals wieder mit Umsatzplus

Und das trotz Internetkonkurrenz.

Die klassische Buchhandlung vor Ort hat im vergangenen Jahr ihren Umsatz leicht um 0,9 Prozent gesteigert. Das teilte der Börsenverein des Deutschen Buchhandels mit. Der Online-Umsatz sei dagegen leicht zurückgegangen. Börsenvereins-Vorsteher Heinrich Rietmüller betonte, der stationäre Buchhandel habe nichts von seiner Anziehungskraft verloren. Als konkrete Vorteile nannte er persönlichen Kontakt und kompetente Beratung.

Google und britisches Filmboard arbeiten an Altersbeschränkungen für Internetvideos

Wenn es um Internetvideos geht, können zurzeit im Prinzip alle alles sehen.

Das will das "British Board of Film Classification" jetzt aber ändern. Zusammen mit Google und der britischen Musikindustrie arbeitet die britische Organisation für Altersfreigabe an einem Pilotprojekt. Wie der "Guardian" berichtet, wollen sie Internetvideos mit einer Altersbeschränkung versehen. Denn vor allem Musik-Videos seien teilweise nicht jugendfrei. Weiter heißt es, an der technischen Umsetzung der Altersbeschränkung werde noch gearbeitet.

Ein Vertreter der Musikindustrie betonte, es sei wichtig, den Internetkonzern Google jetzt schon in den Prozess einzubinden. Denn eine Beschränkung funktioniere nur mit Hilfe von Filtern im Netz, die zum Beispiel Eltern aktivieren könnten.

Guggenheim Helsinki: Stadtverwaltung macht Weg für Architekten-Wettbewerb frei

Wird es doch noch ein Guggenheim-Museum in Helsinki geben?

Zumindest scheint jetzt ein Ort gefunden, an dem es gebaut werden könnte: Der Rat der finnischen Hauptstadt hat entschieden, für das Projekt ein Grundstück am Südhafen zur Verfügung zu stellen. Damit ist der Weg frei für einen Architektenwettbewerb, in dem über die Gestaltung des Museums entschieden werden soll. Er soll noch im Frühjahr ausgeschrieben und in gut einem Jahr abgeschlossen werden.

In der Vergangenheit hatte die Stadt das Guggenheim-Projekt bereits einmal als zu teuer abgelehnt. Die New Yorker Guggenheim-Stiftung überarbeitete deshalb die Pläne und startete einen neuen Anlauf.

Häufchen-Fahndung: Hundebesitzer in Neapel müssen DNA ihrer Tiere registrieren lassen

Die Hundehaufen auf den Straßen Neapels sollen demnächst mit moderner Kriminaltechnik bekämpft werden.

In einem Bezirk der süditalienischen Stadt müssen Hundebesitzer künftig die DNA ihrer Tiere registrieren lassen. Das hat laut der Nachrichtenagentur Ansa die Stadtverwaltung angeordnet. So will man diejenigen, die die Hundehaufen beim Gassi-Gehen liegen lassen, später überführen.

Wer seinen Hund nicht registrieren lässt, muss mit einer Geldstrafe von bis zu 150 Euro rechnen. Das Hundekot-Projekt dient laut Vize-Bürgermeister Tommaso Sodano dazu, das Erscheinungsbild Neapels zu verbessern. Während manche das Vorhaben begrüßten, gab es im Internet auch Spott - und die Frage: Hat Neapel keine anderen Probleme?

Potsdamer Landtag: Kritik an Ausstellung mit Hitler- und Goebbels-Porträts

Porträts von NS-Verbrechern gehören nicht ins Parlament.

Mit diesen Worten hat Dieter Graumann, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, eine Ausstellung im brandenburgischen Landtag in Potsdam kritisiert. Die Schau des Malers Lutz Friedel zu 400 Jahren deutscher Geschichte zeigt unter anderem verfremdete Porträts von Hitler, Goebbels und Stalin. Graumann sprach in den "Potsdamer Neuesten Nachrichten" von einem fahrlässigen Spiel mit dem Bösen. Er erwarte vom Landtag mehr politisches Fingerspitzengefühl. Auch Verbände von NS- und SED-Opfern haben die Ausstellung kritisiert, die ein Jahr lang in Potsdam zu sehen sein soll.

Die Fraktionen von SPD, Linken und Grünen sprachen sich nach internen Diskussionen dafür aus, die Ausstellung mit Tafeln und einem Katalog besser zu erklären. Zum geplanten Tag der offenen Tür im neuen Landtagsgebäude solle sowohl der Künstler Lutz Friedel als auch die Kuratorin eingeladen werden. CDU und FDP hatten gefordert, die Bilder abzuhängen.

Comic-Verfilmung: Michael Douglas spielt den "Ant Man"

Mit knapp 70 dreht er seinen ersten Superhelden-Film.

Michael Douglas wird in der Verfilmung des Stan-Lee-Comics "Ant Man" den Wissenschaftler Dr. Hank Pym spielen. Pym kann mit Hilfe eines Serums auf Miniaturgröße schrumpfen und so gegen das Böse kämpfen. Er habe sich schon lange gewünscht, bei der Verfilmung eines Marvel-Comics mitzumachen, ließ der US-Schauspieler mitteilen. Der Marvel-Verlag gehört inzwischen zum Disney-Konzern. In die Kinos kommen soll "Ant Man" im Sommer 2015.

Russische Behörden weisen US-Reporter aus

Er soll gegen die Visaregeln verstoßen haben.

Mit dieser offiziellen Begründung darf der US-Journalist David Sattler in den kommenden fünf Jahren nicht nach Russland einreisen. Der Reporter arbeitete seit 2003 in Moskau für den Sender "Radio Free Europe / Radio Liberty". Das russische Außenministerium teilte mit, Sattler habe sich mehrere Tage illegal in dem Land aufgehalten und sich zu spät bei der Migrationsbehörde in Moskau gemeldet. David Satter hat Bücher über Russland geschrieben und war als Kritiker von Präsident Putin bekannt.

Ausländische Medien fordern Freilassung von Journalisten in Ägypten

Der Druck auf Ägyptens Machthaber steigt.

Mehr als 50 internationale Korrespondenten haben die Freilassung der drei inhaftierten Mitarbeiter des Fernsehsenders Al-Jazeera gefordert. Zudem müssten willkürliche Festnahmen von Medienmitarbeitern aufhören, heißt es in dem Aufruf. Das Innenministerium in Kairo hatte zur Begründung für die Festnahme auf Verbindungen zur inzwischen als terroristisch eingestuften Muslimbruderschaft verwiesen. Einer der drei Festgenommenen habe seine Hotel-Suite als Medienzentrum für die Organisation genutzt, um Gerüchte und falsche Informationen zu verbreiten.

Hier der Link zum Aufruf.

Umstrittener Komiker Dieudonné in Paris aufgetreten

Die Show trägt einen neuen Namen -

doch viele Sketche sind gleichgeblieben. Das zumindest berichtet die Nachrichtenagentur AFP über den Auftritt des umstrittenen französischen Komikers Dieudonné gestern Abend in Paris. Mehrere Städte hatten dem Künstler mit seinem als antisemitisch kritisierten Programm zuvor Auftrittsverbote erteilt. Mit einer Show unter neuem Namen darf Dieudonné diese Woche aber in der französischen Hauptstadt auftreten. Laut AFP verzichtete er auf einige kritisierte Äußerungen und auf besonders direkte antisemitische Angriffe. Dieudonné wurde bereits mehrfach wegen Antisemitismus und Anstachelung zu religiösem Hass verurteilt.

Journalistenverband: Kritik an Medienausschluss durch AfD

Der Deutsche Journalisten-Verband hat den Ausschluss der Medien beim hessischen Landesparteitag der Alternative für Deutschland in Gießen kritisiert.

Die Journalisten wurden am Samstag auf Beschluss der Mitglieder vor die Tür gesetzt, als die Aussprache über Probleme beginnen sollte. Der DJV-Bundesvorsitzende Michael Konken sagte, Parteien und Politiker müssten es aushalten, dass Journalisten auch über parteiinterne Auseinandersetzungen berichten. Sie seien keine Geheimbünde. Konken sagte weiter, dass Journalisten von Parteitagen ausgeschlossen würden, sei Praxis von rechtsextremen Organisationen. - Die AfD war bei der Bundestagswahl im vergangenen Jahr knapp an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert und will jetzt mit der Wahl im Mai in das EU-Parlament einziehen.

Aigner schließt Staatshilfen für insolventen Weltbild-Verlag aus - Verdi kündigt Aktionen an

Die bayerische Landesregierung sieht beim insolventen Weltbild-Verlag in erster Linie die Kirche in der Pflicht.

Das Kabinett erinnerte an die besondere Verantwortung der katholischen Kirche. Staatshilfen schloss Wirtschaftsministerin Ilse Aigner aus. Sie sagte dem "Münchner Merkur", es würden definitiv keine Steuergelder zur Rettung des Unternehmens eingesetzt.

Die Gewerkschaft Verdi warf der Kirche Verantwortungslosigkeit gegenüber den rund 6.800 Beschäftigten vor. Sie kündigte für die kommenden Wochen mehrere Aktionen für den Erhalt möglichst vieler Arbeitsplätze an. Gewerkschaftssekretär Thomas Gürlebeck sagte dem Evangelischen Pressedienst, man wolle so viel Druck wie möglich aufbauen.

Der Weltbild-Verlag gehört zwölf katholischen Bistümern, dem Verband der Diözesen Deutschlands und der katholischen Soldatenseelsorge Berlin.

Ex-Wissenschaftssenator Turner: Hochschulen sind Spielball der Politik

Die Hochschulen sind zum Spielball der Politik geworden.

So sieht es George Turner, ehemaliger Wissenschaftssenator in Berlin. In einem Gastbeitrag für das "Handelsblatt" verweist er auf mehrere Bundesländer, in denen neue Landesregierungen schon bald nach Amtsantritt das Hochschulgesetz umgekrempelt haben - und das oft in eine völlig entgegengesetzte Richtung. Turner meint, dieses Hin und Her sei vor allem deswegen üblich, weil es keinen Konsens darüber gebe, was Universitäten seien, was sie sein könnten und inwieweit der Staat das gewährleisten müsse. Es sei auch nicht abzusehen, dass sich daran bald etwas ändere. Und das, so Turner, sei kein ermutigendes Zeichen für die Wissenschaft.

Plakette am Wohnhaus erinnert an Maueropfer Peter Fechter

Ein Kameramann hat die Tragödie gefilmt, die sich 1962 an der Berliner Mauer abspielte.

Damals wollte Peter Fechter aus Ostberlin in den Westen fliehen. DDR-Grenzer schossen ihn aber an - und ließen ihn verbluten. Wie der Kameramann konnten auch Westberliner Polizisten nur tatenlos zusehen. Die Union der Opferverbände kommunistischer Gewaltherrschaft will jetzt mit einer Plakette an den DDR-Flüchtling erinnern. Sie wird heute an Fechters Wohnhaus in Berlin-Weißensee angebracht. Fechter, der heute 70 Jahre alt geworden wäre, gehört zu den bekanntesten der mindestens 138 Maueropfer.

Kalaschnikow schrieb vor seinem Tod reumütigen Brief

Michail Kalaschnikow hatte offenbar doch Gewissensbisse.

Wenige Monate vor seinem Tod hat der Waffenentwickler einen Brief an das Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche, Kiryll, geschrieben. Die Zeitung "Iswestija" berichtet, Kalaschnikow werfe darin die Frage auf, ob er für den Tod von Menschen verantwortlich sei. Der Schmerz in seiner Seele sei unerträglich. 2007 hatte Kalschnikow der Nachrichtenagentur AP noch gesagt, er schlafe gut. Politiker trügen die Verantwortung für die Gewalt. - Der orthodoxe Christ war Ende des abgelaufenen Jahres im Alter von 94 Jahren gestorben. Sein Name wurde zum Synonym für das von ihm entwickelte Sturmgewehr AK-47. Es gilt als die am weitesten verbreitete Handfeuerwaffe der Welt.

Kleinste Seerose der Welt aus Londoner Kew Gardens gestohlen

Die Polizei in London muss einen botanischen Diebstahl aufklären.

Im Königlichen Botanischen Garten von Kew, im Südwesten der britischen Hauptstadt, ist ein rares Pflänzchen abhanden gekommen: die kleinste Seerose der Welt, Nymphaea thermarum. Ihre gelbe Blüte ist etwa so groß wie ein Fingernagel. Eigentlich kommt sie aus Ruanda. Inzwischen sind die einzigen noch lebenden Pflanzen in Kew zuhause. Es hatte Jahre gedauert, sie aus nur wenigen übrigen Samen zu züchten.

Der Diebstahl schade auch der Arbeitsmoral in den Gärten - sagte deren Chef Richard Barley. Es wird gemutmaßt, dass ein reicher Pflanzenliebhaber den Diebstahl in Auftrag gegeben hat. - In Botanischen Gärten nehmen aber viele Besucher ein lebendes Andenken mit - deswegen hat das Phänomen der verschwindenden Pflanzen dort schon einen eigenen Namen: Fingerfäule.

Fans wollen Platz in New York nach Beastie Boys benennen

Wir wohnen am Beastie-Boys-Platz 1.

Das können vielleicht bald einige Bürger im New Yorker East Village von sich sagen. Fans hatten in einer Online-Petition gefordert, einen Platz in dem Szene-Viertel nach der Hip-Hop-Band zu benennen. Die Bezirksverwaltung will nach eigenen Angaben heute über den Vorschlag abstimmen. Anschließend müsste der Stadtrat noch zustimmen. Der ausgewählte Platz ist auf dem Cover des Albums "Paul's Boutique" von 1989 zu sehen. - Die zehn Jahre zuvor gegründeten Beastie Boys sind eine der ältesten und erfolgreichsten Hip-Hop-Bands. Sie schrieben Lieder wie "Fight for your Right" und "Sabotage".

Gambia: Chefredakteur von "The Voice" verhaftet

Der Chefredakteur des gambischen Magazins "The Voice", Musa Sheriff, wurde gestern festgenommen.

Nach Angaben eines Redakteurs wurde Sheriff von vier Geheimdienstmitarbeitern aus seinem Büro abgeführt. Dem Chefredakteur werde gezielte Falschinformation vorgeworfen. Sheriff hatte im Dezember einen Bericht veröffentlicht, nach dem 19 Mitglieder der Regierungspartei APRC zur Opposition gewechselt seien. Die APRC bestritt dies. - Dem gambischen Präsidenten Yahya Jammeh wird regelmäßig vorgeworfen, Journalisten mundtot zu machen.

Schriftstellerin Mora beginnt Poetikvorlesung in Frankfurt

Sie gilt als eine Schriftstellerin, die in ihren Werken radikale Gegenwartsdiagnosen zeichnet: Terézia Mora.

Ab heute hält sie an der Universität in Frankfurt am Main Poetikvorlesungen. Darin will sie einen Einblick in ihre literarische Arbeit geben. Am Ende der Vorlesungsreihe ist auch eine Lesung im Frankfurter Literaturhaus geplant. Mora hat bereits mehrere Auszeichnungen entgegen genommen. 2013 wurde sie für ihren Roman "Das Ungeheuer" mit dem Deutschen Buchpreis geehrt.

Die Universität Frankfurt hat bislang mehr als 60 Autoren eingeladen, für einen begrenzten Zeitraum an der Hochschule zu lehren - darunter den Filmemacher Alexander Kluge und die Schriftstellerin Juli Zeh. Im Sommersemester wird Daniel Kehlmann als Gastdozent erwartet.

Berlinale: James Schamus übernimmt Jury-Vorsitz

Die Jury der Internationalen Filmfestspiele Berlin 2014 steht fest.

Den Vorsitz übernimmt der Drehbuchautor und US-Produzent James Schamus. Er verstehe wie kein Zweiter den Spagat zwischen Hollywoods Studiosystem und dem Arthouse-Kino, teilten die Veranstalter mit. Schamus wurde unter anderem auf den Filmfestspielen in Cannes ausgezeichnet und gewann für seinen Film "Brokeback Mountain" mehrere Produzentenpreise. Weitere Jury-Mitglieder sind die Schauspieler Christoph Waltz, Tony Leung, Greta Gerwig und Trine Dyrholm, die Bond-Produzentin Barbara Broccoli, die Regisseure Mitra Farahani und Michel Gondry. Die Jury vergibt den Goldenen Bären für den besten Film sowie die Silbernen Bären. Die Berlinale findet vom 6. bis 16. Februar statt.

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