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Kulturnachrichten

Samstag, 4. Januar 2014

Keine regierungskritischen Zeitungen mehr in Istanbuler U-Bahn

In Istanbuls U-Bahn Kiosken kann man offenbar keine regierungskritischen Zeitungen mehr kaufen.

Wie die Zeitung "Evrensel" berichtet, sind sowohl ihre eigenen Ausgaben als auch die von drei weiteren Blättern dort nicht mehr erhältlich. Die Betreibergesellschaft habe die Filialleiter telefonisch angewiesen, Kunden zu sagen, die Zeitungen seien ausverkauft. Nach Ansicht der Zeitung geht der Boykott auf die Regierung zurück. Mitte Dezember hatte bereits die staatliche Turkish Airlines regierungskritische Zeitungen aus ihrem Angebot genommen.

Literaturnobelpreis: Nabokov und Beckett waren 1963 nicht gut gelitten

Samuel Becketts Werk sei nihilistisch und deprimierend, Vladimir Nabokovs "Lolita" unmoralisch.

So begründete 1963 der Wortführer des Nobelkomitees, Anders Österling, warum die beiden Schriftsteller auf keinen Fall den Literaturnobelpreis erhalten sollten. Das geht aus jetzt veröffentlichten Dokumenten hervor. Österling sprach sich für den Griechen Giorgos Seferis aus, der in dem Jahr dann auch gewann. Der Sekretär lobte zwar Nabokovs Stil, meinte aber, er werde den ideellen Ansprüchen der Auszeichnung nicht gerecht. Ein Nobelpreis für Beckett sei hingegen völlig absurd. Das sahen Österlings Nachfolger anders: Der Ire bekam den Nobelpreis 1969, Nabokov erhielt ihn allerdings nie.

"Der Spiegel" auch 2013 wieder meistzitiertes Medium

Welches Medium wurde 2013 am häufigsten zitiert?

Die Antwort auf diese Frage ist keine Überraschung. Laut dem Medienforschungsinstitut Media Tenor hat das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" im vergangenen Jahr dabei auch von der schwachen Konkurrenz profitiert, vor allem aber von der NSA-Affäre. Den Medienforschern zufolge ist "Der Spiegel" insbesondere in Fragen der inneren Sicherheit stark. Auf Platz zwei im Zitate-Ranking von Media Tenor liegt, wie schon 2012, die "Bild"-Zeitung. Danach folgt die "Süddeutsche Zeitung".

"SZ" über Schottlands mögliche Unabhängigkeit

Die "Süddeutsche Zeitung" rechnet 2014 mit einer Renaissance für "Braveheart".

Schließlich endet der Film von 1995 mit der Schlacht von Bannockburn, in der die Schotten 1314 die Engländer in die Flucht schlugen. Diese Schlacht gilt als Gründungsmythos des unabhängigen Schottlands. 1707 war es dann vorbei mit der Unabhängigkeit. Doch 700 Jahre nach der legendären Schlacht von Bannockburn könnte sich das Blatt wieder wenden: Am 18. September stimmen die Schotten darüber ab, ob ihre Heimat wieder ein eigenständiger Staat werden soll. Dafür hat sich in Umfragen zuletzt rund ein Drittel der Bevölkerung ausgesprochen.

Libanon streitet über Fairuz' politische Gesinnung

Im Libanon ist eine Diskussion um die politische Einstellung der populären Sängerin Fairuz entbrannt.

Auslöser war ein Interview, das Fairuz' Sohn Siad Rahbani Mitte Dezember einer Hisbolah-nahen Webseite gegeben hat: Darin sagte er, seine Mutter liebe den Hisbollah-Chef Scheich Hassan Nasrallah sehr. Fairuz selbst hat sich zu dem Thema bisher nicht geäußert. Die 78-jährige Sängerin gilt als libanesische Nationalikone und ist bekannt dafür, nur wenige Interviews zu geben und sich nicht politisch zu äußern. Für den libanesischen Parlamentssprecher zeigt die Diskussion um Fairuz angebliche politische Gesinnung, dass sich der Libanon Richtung Zerstörung bewegt.

Russland will 1,2 Milliarden Euro in Museumskomplex investieren

Zum 100. Jahrestag der Gründung der frühren UdSSR plant Russland Großes.

Wie die "Neue Zürcher Zeitung" berichtet, soll in Uljanowsk bis 2022 ein mehr als 1,2 Milliarden Euro teurer Museumskomplex entstehen. Demnach soll etwa die Hälfte des Budgets vom Staat gestellt werden, die andere Hälfte aus regionalen und privaten Geldern kommen. Die Russen rechnen mit bis zu einer Million Besuchern - hauptsächlich Chinesen und russische Wochenendtouristen. Die Liste der geplanten Neubauten ist lang und beinhaltet neben einem Museum der Roten Armee unter anderem ein Schallplattenmuseum mit Musikgeschäft, einen Laden mit sowjetischen Marken und ein Hochhaus, das an den nicht verwirklichten Palast der Sowjets erinnern soll.

Morrissey vergleicht Schlachthöfe mit Auschwitz

Für Morrissey ist Tiere essen das gleiche wie Pädophilie.

Beides sei Vergewaltigung, Gewalt, Mord. Diese harschen Worte wählte der ehemalige Frontmann der Band "The Smiths" in einer Frage-und-Antwort-Sitzung auf seiner Fan-Webseite. Doch damit nicht genug: Wer Schlachthöfe okay finde, der hätte auch Auschwitz unterstützt. Da gebe es keinen Unterschied. Er persönlich drehe sich auf dem Absatz um, wenn ihm ein Fleischesser vorgestellt werde. Seine Fans sind nicht alle einverstanden mit Morrisseys militanter Haltung. Einer schlug vor, ihn möglichst schnell wieder eine Frage zu seiner Zeit mit den Smiths zu stellen.

Die komplette Frage-und-Antwort-Sitzung mit Morrissey ist hier nachzulesen.

Brand in christlicher Bibliothek im Libanon zerstört zehntausende Dokumente

Im Libanon sind zehntausende historische Bücher und Manuskripte verbrannt.

Wie die Nachrichtenagentur afp berichtet, haben Unbekannte in der Stadt Tripoli eine wichtige christliche Bibliothek angezündet. Die Saeh-Bibliothek gehöre einem griechisch-orthodoxen Priester. Einen Tag vor dem Brand war dem Bericht zufolge in der Bibliothek ein antiislamisches Pamphlet gefunden worden. Islamische Geistliche hatten deshalb Proteste angemeldet. Sie wurden aber abgesagt, nachdem der christliche Priester erklärt hatte, er habe mit dem Text nichts zu tun. Im Libanon kommt es eher selten zu Gewalt gegen Christen. Das Land ist dominiert von einem inner-islamischen Konflikt zwischen Sunniten und Schiiten.

Tschechien: "Virusinfektion" als Synonym für Betrunkenheit

Wenn Tschechen von einer Virusinfektion sprechen, meinen sie damit oft etwas ganz anderes.

Denn seitdem Staatspräsident Miloš Zeman bei einem öffentlichen Auftritt betrunken wirkte und sein Büro das später mit einer Virusinfektion erklärte, ist der Ausdruck "viróza" zum geflügelten Wort geworden. Es wird nun immer häufiger als Synonym für Betrunkenheit benutzt. Wie "Radio Prag" berichtet, haben die Tschechen es nun sogar in einer Umfrage zum Wort des Jahres gekürt.

Ältestes Mitglied der "Vom Winde verweht"-Besetzung gestorben

"Vom Winde verweht" war der einzige Film, in dem sie mitgespielt hat.

Jetzt ist Alicia Rhett mit 98 Jahren in einem Pflegeheim in South Carolina gestorben. Das berichtet das "Time Magazine" auf seiner Webseite. Rhett war das älteste überlebende Mitglied der "Vom Winde verweht"-Besetzung. Darin spielte sie die Rolle der India Wilkes, einer Schwester von Ashley Wilkes, einer der Hauptpersonen. Eigentlich war Rhett Portraitmalerin.

ROG kritisiert Verurteilung eines äthiopischen Journalisten

Zwei Jahre und neun Monate Jahre Gefängnis für eine Falschmeldung.

Dieses Urteil hat ein äthiopisches Gericht über einen Zeitungsreporter verhängt. Der Mann hatte Anfang September fälschlicherweise berichtet, eine der Verwaltungsregionen des Landes habe ihre Vize-Präsidenten entlassen. Daraufhin zog die Zeitung nicht nur den Bericht zurück und entschuldigte sich in der nächsten Ausgabe - sondern sie feuerte auch den Journalisten. Außerdem wurde er wegen Verbreitung falscher Gerüchte und Erregung öffentlichen Aufruhrs angeklagt. Nach Ansicht der Nichtregierungsorganisation Reporter ohne Grenzen ist die Strafe überzogen. Äthiopische Behörden nutzten Gesetze, um Journalisten autoritär zu behandeln. Reporter ohne Grenzen fordert, dass das Urteil aufgehoben und der Reporter freigelassen wird.

Hier geht es zur Stellungnahme von Reporter ohne Grenzen.

Karasek über Literaturkritik im Alter

Das Alter ist ein so schrecklicher Zustand, der nur durch die Zuspitzung und Pointe zu ertragen ist.

Dieser Ansicht ist der Journalist, Buchautor und Literaturkritiker Hellmuth Karasek. Im Deutschlandradio Kultur nannte er das als Grund, warum er 2006 mit "Süßer Vogel Jugend oder Der Abend wirft längere Schatten" ein pointenreiches Buch über das Alter geschrieben hat. Karasek erklärte weiter, mit den Jahren sei er als Literaturkritiker zunehmend milder geworden - vor allem, nachdem seine eigenen Romane auch nicht zimperlich behandelt worden seien. Heute feiert Karasek seinen 80. Geburtstag.

Ägypten: Grab aus der Ramses-Dynastie gefunden

In Ägypten haben japanische Forschern ein 3.000 Jahre altes Grab entdeckt.

Nach Auskunft des ägyptischen Archäologie-Ministeriums ist die Grabkammer in der Nähe des Ortes Luxor mit farbenprächtigen Wandzeichnungen geschmückt. Diese beschrieben das tägliche Leben zur Zeit der Ramses-Dynastie.

Internationale Wissenschaftler gegen Massenüberwachung

Der Soziologe Ulrich Beck ist dagegen - genau wie die Rechtswissenschaftlerin Marion Albers oder der US-Computersicherheitsexperte Bruce Schneier.

Mehr als 250 Wissenschaftler aus aller Welt haben sich einem Aufruf gegen Massenüberwachung angeschlossen. Initiiert wurde er von Akademikern der Universität Amsterdam. Sie schreiben, die Welt befinde sich in einem "noch nie dagewesenen Zustand von Überwachung"; damit müsse Schluss sein. Das wichtige Ziel Sicherheit stelle niemand in Frage. Aber die durch Edward Snowden bekannt gewordenen Abhör- und Kontroll-Praktiken verletzten Rechte und unterhöhlten die Demokratie. Deshalb fordern die Unterzeichner von den Regierungen, ihre Geheimdienste wirksam zu kontrollieren und Transparenz zu schaffen.

Die Wissenschaftler verlangen außerdem, dass die Grund- und Freiheitsrechte aller Menschen und besonders ihre Privatsphäre geschützt werden müssen. Sonst könne niemand offen seine Meinung sagen oder Informationen suchen oder erhalten. - Hier geht es zum Aufruf der Wissenschaftler.

Ärzte ohne Grenzen in Sorge um fünf Mitarbeiter in Syrien

Die Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen" sorgt sich um fünf ihrer Mitarbeiter in Syrien.

Nach Angaben eines Sprechers wurden sie im Norden des Landes von Unbekannten aus einem Büro der Organisation abgeholt, um befragt zu werden. Seitdem fehle jeder Kontakt zu den Helfern.

"Ärzte ohne Grenzen" betreibt im Kriegsgebiet von Syrien sechs Krankenhäuser sowie vier Gesundheitszentren mit einheimischen und ausländischen Mitarbeitern.

Kroatien sucht Investor für frühere Tito-Insel

Auf dieser Insel empfing Tito einst Hollywoodstars wie Elizabeth Taylor, Richard Burton und Sophia Loren.

Jetzt sucht Kroatien einen Investor für das Urlaubsparadies des früheren jugoslawischen Präsidenten. Das Tourismusministerium teilte mit, es gehe um die überalterte Tourismus-Infrastruktur auf der größten Insel des Brijuni-Archipels in der Adria. Nötig seien Investitionen von bis zu 300 Millionen Dollar. - Neben Schauspielern waren auf den Brijuni-Inseln zur Zeit Titos auch viele ausländische Staats- und Regierungschefs zu Gast. 1983 entstand dort ein Nationalpark.

Phil Everly von den "Everly Brothers" ist tot

Die "Everly Brothers" zählen zu den erfolgreichsten Musikduos der Popgeschichte.

Jetzt ist Phil Everly im Alter von 74 Jahren gestorben. Das berichtet die "Los Angeles Times" unter Berufung auf seine Ehefrau. Phil Everly war gemeinsam mit seinem Bruder Don ab Mitte der 50er Jahre erfolgreich. Die "Everly Brothers" trennten sich 1973, traten aber später wieder gemeinsam auf. Zu ihren bekanntesten Liedern gehören "Bye Bye Love", "Wake Up Little Susie" und "All I Have to Do Is Dream".

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