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Kulturnachrichten

Dienstag, 28. Januar 2014

Chinesischer Bürgerrechtler Xi Zhidong geht in Berufung

Der chinesische Bürgerrechtler und Juradozent Xu Zhiyong will nach seiner Verurteilung zu vier Jahren Haft in Berufung gehen.

Das teilte sein Anwalt in Peking mit. Xu Zhiyong wolle damit verhindern, dass sein Urteil zu einem Präzedenzfall für seine Mitstreiter werde. Die vier Aktivisten gehören zur Gruppe "Neue Bürgerbewegung" und stehen seit gestern ebenfalls vor Gericht. Die Männer hatten sich unter anderem gegen Korruption in der Politik eingesetzt. Ihnen wird vorgeworfen, die öffentliche Ordnung gestört zu haben.

Xu Zhiyong hatte sich speziell dafür eingesetzt, dass Kinder aus ländlichen Gebieten in der Stadt zur Schule gehen können. Außerdem forderte er, dass hohe Beamte und Funktionäre ihre Vermögen aufdecken sollten.

Kogge "Roland von Bremen" gesunken

Das Schiff "Roland von Bremen" gilt als neues, maritimes Wahrzeichen der Hansestadt.

Heute Morgen lag der mittelalterliche Nachbau der Kogge aber nicht mehr am Kai, sondern war in der Nacht gesunken. Nur der Mast und Teile der Aufbauten ragen noch aus der Weser. Ein Sprecher des Bremischen Hafenamtes sagte dem Deutschlandradio, dass erste Sicherungsmaßnahmen getroffen worden seien, um das Schiff daran zu hindern, umzukippen oder ins Fahrwasser zu gelangen. Warum die Kogge untergegangen ist, ist unklar. Die Wasserschutzpolizei geht derzeit von einem technischen Defekt aus. Verletzt wurde niemand.

Die "Roland von Bremen ist 14 Jahre alt und liegt seit der Expo 2000 in Bremen. Das Schiff gehört einer Bremer Reederei. Das Original von 1380 ist im Deutschen Schifffahrtsmuseum in Bremerhaven zu sehen.

Umfrage: Europäische Wissenschaftler haben Zukunftsangst, können aber frei forschen

Junge Wissenschaftler in Europa blicken überwiegend pessimistisch in ihre berufliche Zukunft.

Das ist das Ergebnis einer Umfrage unter mehr als 600 Nachwuchsakademikern, die auf der ganzen Welt befragt wurden. Wie der Berliner "Tagesspiegel" berichtet, werden die Jobchancen in Europa am schlechtesten eingeschätzt. Nicht mal ein Drittel der Befragten geht davon aus, eine Professur zu bekommen. Überall sonst auf der Welt sind junge Wissenschaftler optimistischer. Anders sieht es aus, wenn es um akademische Freiheit geht. Hier liegen die Europäer vorn. Nur acht Prozent sagen, dass sie nicht frei forschen können. In Amerika, Asien und Afrika ist der Druck auf die Forscher hingegen hoch, sich beim Forschungsthema danach zu richten, was die Gesellschaft aktuell als relevant einschätzt.

Das Ergebnis der Umfrage kann hier nachgelesen werden.

Englische Nachsilbe "gate" ist Anglizismus des Jahres 2013

Die englische Nachsilbe "gate" hat sich im vergangenen Jahr noch einmal besonders ausgebreitet.

Mit dieser Begründung wurde sie zum Anglizismus des Jahres 2013 gewählt. Das sagte der Berliner Sprachwissenschaftler Anatol Stefanowitsch nach der heute bekannt gegebenen Entscheidung. Stefanowitsch ist Initiator der Aktion "Anglizismus des Jahres" und Vorsitzender einer vierköpfigen, unabhängigen Jury aus Sprachwissenschaftlern. Die Nachsilbe "-gate" wird demnach seit dem "Watergate-Skandal" in Berichten über Affären genutzt.

Die weiteren Plätze belegten die Vorsilbe "Fake-" für Fälschung und das Wort "Whistleblower", zu Deutsch: Enthüller.

Kritik am Friedenspapier der Evangelischen Kirche Deutschlands

Das Papier ist im Wesentlichen rückwärtsblickend.

Mit diesen Worten hat der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverteidigungsministerium, Markus Grübel, die Stellungnahme der Evangelischen Kirche in Deutschland zum Afghanistan-Einsatz kritisiert. Das zivile Engagement werde darin zu wenig gewürdigt. Als Beispiel nannte Grübel den Schulbesuch vieler Mädchen. Die Evangelische Kirche in Deutschland hatte beanstandet, dass die Bundeswehr zwar die Voraussetzungen für Frieden in Afghanistan verbessert habe. Grundsätzlich müsse der Bundestag aber künftig neben den militärischen Aufgaben auch ein Mandat für den zivilen Aufbau beschließen.

Folk-Sänger Pete Seeger gestorben

Der amerikanische Folk-Sänger Pete Seeger ist tot.

Nach Angaben seiner Familie, starb er im Alter von 94 Jahren. Einer seiner bekanntesten Songs war "Where have all the flowers gone". Neben seinem musikalischen Schaffen engagierte sich Seeger im Umweltschutz und setzte sich für die Gleichberechtigung der Schwarzen ein.

Jazzlegende Herb Alpert stellt Totempfähle in New York aus

Er spielt nicht nur leidenschaftlich Jazz.

Seit mehr als zehn Jahren arbeitet der Musiker Herb Alpert auch als Bildhauer - und versucht sich vorzugsweise an riesigen Totempfählen. Drei Exemplare aus Bronze sind zur Zeit in einem Park in New York ausgestellt. Der 78-jährige Musiker hat sich nach eigenen Angaben von den Totenpfählen aus dem Nordwesten der USA inspirieren lassen. Der Jazzmusiker Alpert verkaufte im Laufe seiner Musikkarriere mehr als 75 Millionen Platten und gewann acht Grammys. An Totempfählen arbeitet er seit dem Jahr 2000.

Kenianischer Schriftsteller outet sich in Kurzgeschichte als Schwuler

Für Bainyavanga Wainaina ist das Leben heute nicht viel gefährlicher als noch vor ein paar Wochen.

Der Kenianer ist einer der bekanntesten Schriftsteller in Afrika und hat sich in einer Kurzgeschichte gerade als schwul geoutet. Wainaina sagte der "Süddeutschen-Zeitung", er wolle damit auf die Anti-Homosexuellen-Gesetze in vielen afrikanischen Ländern hinweisen. Seit seinem öffentlichen Bekenntnis habe er noch keine Drohung erhalten. Wainaina sagte, in Kenia könne Homosexualität mit bis zu zehn Jahren Gefängnis bestraft werden. Die entsprechenden Gesetze würden aber kaum durchgesetzt. Kenia sei ein Touristenland. Für die Regierung wäre es kontraproduktiv, wenn sich herumspräche, dass schwulen Ausländern eine Gefängnisstrafe drohe.

Der Schriftsteller Wainaina ist in Afrika mit seiner Zeitschrift "Kwani" bekannt geworden. 2011 veröffentlichte er einen Erzählband mit Kindheitserinnerungen unter dem Titel "Eines Tages werde ich über diesen Ort schreiben".

"Tweetfonie": Kurt-Weill-Festival will Musiker zu Kurzkompositionen von 140 Zeichen anregen

Wer gern komponiert, kann seine Stücke nicht immer gleich von einem großen Orchester spielen lassen.

Auf dem Kurt-Weill-Fest in Dessau soll das aber anders sein. Ab heute sind Musikbegeisterte aufgerufen, kurze Kompositionen an das Festival zu schicken. Sie sollen maximal 140 Zeichen lang sein - so lang, wie ein Tweet beim Kurznachrichtendienst Twitter. Wie eine Sprecherin des Kurt-Weill-Festivals mitteilte, werden die Kurzkompositionen in den kommenden Tagen von einer Jury geprüft. Am 3. März sollen die besten Ideen dann von der Philharmonie Dessau gespielt werden. Wer an der Aktion teilnehmen möchte, kann seine Komposition auf der Internetseite www.tweetfonie.de hochladen.

Euronews plant Schwesterkanal Africanews

Der paneuropäische Nachrichtenkanal Euronews soll eine Schwester in Afrika haben.

Das teilte Euronews in Lyon mit. In 18 Monaten werde Africanews an den Start gehen - zunächst auf Englisch und Deutsch, später sollen andere Sprachen hinzukommen, die auf dem Kontinent gesprochen werden. Euronews setzt dabei auf eine Kooperation mit dem nationalen Fernsehsender der Republik Kongo. Die Redaktion werde in Brazzaville sitzen, unterstützt von regionalen Büros. Africanews gehöre aber zu Euronews und werde völlig unabhängig arbeiten, so der Nachrichtenkanal. Damit solle Afrika seinen rechtmäßigen Platz in der Nachrichtenwelt erhalten.

Ägyptischer Journalist im Gefängnis im Hungerstreit

Er habe keine Angst, im Kampf um die Freiheit sein Leben zu verlieren.

Mit solch drastischen Worten hat sich der ägyptische Journalist Abdullah Elshamy an die Öffentlichkeit gewandt. Elshamy war im August im Rahmen der blutigen Unruhen in Ägypten festgenommen worden und sitzt seitdem im Gefängnis. Nun ist er in einen Hungerstreik getreten. In einem Brief, den sein Bruder im Internet veröffentlichte, wendet er sich auch an Journalisten, die - so wörtlich - lieber "Fakten fälschen und Verletzungen der Meinungsfreiheit verschleiern". Elshamy arbeitete bis zu seiner Festnahme für Al Dschasira. Vier seiner Kollegen sitzen derzeit ebenfalls im Gefängnis.

"Unsere Mütter, unsere Väter" stößt in USA auf Unverständnis

"Generation War" lautet der Titel des ZDF-Geschichtsdramas "Unsere Mütter, unsere Väter" in den USA.

Der Mehrteiler wird dort seit der vergangenen Woche in den Kinos gezeigt. Was hier in Deutschland mehr als sieben Millionen Menschen vor die Bildschirme zog, stößt in den Vereinigten Staaten aber auf Unverständnis. Die "Neue Zürcher Zeitung" berichtet von vernichtenden Kritiken. "Fünf Stunden Selbstmitleid" sei der Tenor vieler Artikel. Beispielhaft zitiert die NZZ unter anderen die "New York Times", die von einer "Übung in selektiver Erinnerung" schreibt. Nur das "National Public Radio", das in etwa dem deutschen öffentlich-rechtlichen Rundfunk entspricht, äußert Lob für den Film "Unsere Mütter, unsere Väter".

US-Regisseur Tarantino klagt wegen Weiterreichung von Drehbuch

Quentin Tarantino zieht vor Gericht.

Der Oscar-preisgekrönte US-Regisseur geht nach Angaben von Branchenblättern mit einer Millionenklage gegen das Unternehmen "Gawker Media" vor. Es soll auf seiner Internetplattform Nutzern Zugang zum Drehbuch seines geplanten neuen Westerns "The Hateful Eight" verschafft haben. Tarantino klagt demnach unter anderem wegen Verletzung des Urheberrechts. Bereits in der vergangenen Woche hatte Tarantino erklärt, wegen des durchgesickerten Drehbuchs erst einmal ein paar Jahre Abstand von dem Filmprojekt zu nehmen.

Äthiopischer Journalist vom Welt-Zeitungsverband ausgezeichnet

Den Preis wird der äthiopische Verleger und Journalist Eskinder Nega nicht persönlich entgegennehmen können.

Er erhält die "Goldene Feder der Freiheit" des Welt-Zeitungsverbands. Wie der Verband in Paris mitteilte, sitzt Nega derzeit in Äthiopien eine Gefängnisstrafe von 18 Jahren ab. Er sei 2011 verhaftet worden, nachdem er der Regierung in einem Artikel vorgeworfen habe, mit der Anti-Terror-Gesetzgebung Kritiker zum Schweigen zu bringen. Seine Journalisten-Lizenz habe der streitbare Autor bereits 2005 verloren. Auch die von ihm herausgegebenen Zeitungen seien alle verboten worden. Die Auszeichnung wird am 9. Juni beim Weltkongress der Zeitungen in Turin verliehen.

Berlinale-Direktor Kosslick präsentiert heute Festival-Höhepunkte

Dieter Kosslick lüftet heute vormittag den Schleier.

Der Direktor der Internationalen Filmfestspiele in Berlin stellt das Programm der 64. Berlinale vor. Vom 6. bis 16. Februar werden 400 Filme aus aller Welt gezeigt. 20 von ihnen konkurrieren im offiziellen Wettbewerb um den Goldenen und Silberen Bären, darunter auch vier deutsche Produktionen. Über die Gewinner entscheidet eine internationale Jury aus acht Filmschaffenden unter Vorsitz des Hollywood-Produzenten James Schamus.

Regisseurin Franziska Steiof mit 51 Jahren gestorben

Die Regisseurin und Autorin Franziska Steiof ist tot.

Das teilte das Deutsche Schauspielhaus in Hamburg mit, wo eigentlich demnächst ihr neues Stück "Würmer" Premiere feiern sollte. Franziska Steiof sei plötzlich und unerwartet im Alter von 51 Jahren gestorben. Die Schauspieler seien davon so betroffen, dass die Arbeit an dem Stück nicht fortgeführt werden könne. Steiof hatte sich vor allem als Autorin und Regisseurin engagierter Kinder- und Jugendstücke einen Namen gemacht.

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