Seit 14:05 Uhr Kompressor

Montag, 03.08.2020
 
Seit 14:05 Uhr Kompressor

Kulturnachrichten

Montag, 3. August 2020

"Pan Tau" kehrt ins Fernsehen zurück

Die vielen Menschen aus Kindertagen bekannte Kultfigur "Pan Tau" aus den 1970er Jahre kommt zurück ins Fernsehen. Mit einer Neuverfilmung in 14 Folgen wolle man eine zeitgemäße Adaption bieten, kündigte die ARD an. Ab Herbst wird dann der englische Comedian und Zauberer Matt Edwards in der Hauptrolle zu sehen sein. In Episodenrollen spielen unter anderen Valerie Niehaus, Armin Rohde, Bettina Lamprecht und Tom Gerhardt. Entwickelt worden sei die Neuverfilmung von Walther und Marcus Hamann in Zusammenarbeit mit der Regisseurin Franziska Meyer-Price und einem Autoren-Team, so die ARD Mitteilung. Die Serie basiert auf der von Ota Hofman und Jindrich Polak geschaffenen Originalfigur. Die Geschichten um Pan Tau wurden in den 70er Jahren erstmals in der gleichnamigen Kinderserie als deutsch-tschechoslowakische Koproduktion verfilmt.

Neue Kontaktstelle zu Kolonialismus startet

Die Kontaktstelle für Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten nimmt heute ihre Arbeit auf. Sie soll als erster Anlaufpunkt den Zugang zu Informationen über Sammlungsgut aus der Kolonialzeit ermöglichen. Insbesondere richtet sie sich an Personen und Institutionen aus den Herkunftsgesellschaften, bietet Beratung für Einrichtungen und vernetzt relevante Akteure miteinander. Mit der Kontaktstelle soll die gemeinsame Aufarbeitung der deutschen Kolonialgeschichte als Teil der gesellschaftlichen Erinnerungskultur gefördert werden. 2019 hatten sich Kulturstaatsministerin Grütters, die Kulturminister der Länder und die kommunalen Spitzenverbände auf Eckpunkte zum Umgang mit kolonialem Sammlungsgut verständigt. Die neue Einrichtung ist als dreijähriges Pilotprojekt angelegt und wird vor allem von den Bundesländern und dem Auswärtigen Amt mit insgesamt rund 1,2 Millionen Euro gefördert.

Microsoft will Videoplattform TikTok kaufen

Microsoft strebt eine Übernahme des US-Geschäfts und weiterer Aktivitäten der internationalen Videoplattform TikTok an. Der Softwarekonzern teilte mit, trotz Bedenken von US-Präsident Trump weiter Gespräche mit TikToks chinesischem Eigentümer ByteDance führen zu wollen. ByteDance steht unter Druck, da Trump wegen Sicherheitsbedenken ein Verbot der App in den Vereinigten Staaten angekündigt hat. Nach ersten Gesprächen zwischen Microsoftchef Nadella und Präsident Trump will Microsoft nun mit ByteDance reden. Ziel sei es, bis zum 15. September einen Deal zu vereinbaren. In den USA nutzen rund 100 Millionen Menschen die Videoplattform TikTok.

2019 deutlich weniger BAföG-Empfänger

Die Zahl der BAföG-Empfänger in Deutschland ist im vergangenen Jahr deutlich zurückgegangen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes haben im vergangenen Jahr 680.000 Personen Leistungen nach dem Ausbildungsförderungsgesetz erhalten. Das sind 47.000 oder 6,4 Prozent weniger als 2018. Insgesamt betrugen die Ausgaben für BAföG-Leistungen 2,6 Milliarden Euro. Damit sanken sie im Vergleich zum Vorjahr um rund 84 Millionen Euro. Bundesbildungsministerin Anja Karliczek erklärte, die Statistik spiegele die sehr gute wirtschaftliche Ausgangslage wider, in der sich das Land vor der Pandemie befunden habe. Man müsse sich jedoch darauf einstellen, dass die auf absehbare Zeit angespannte wirtschaftliche Lage aller Voraussicht nach auch zu einer erhöhten Bafög-Nachfrage führen könne. Darauf sei Deutschland aber gut vorbereitet, so Karliczek.

Drastischer Verlust an Museumsbesuchern in Italien

Die Zahl der Besucher in Italiens Museen und Ausgrabungsstätten ist durch die Pandemie um 90 Prozent eingebrochen. Wie die Zeitung "Il Sole 24 ore" berichtet, hat die Besucherzahl im Mai und Juni erst ein Zehntel des Vorjahres erreicht. Seit die Museen ab 18. Mai wieder öffneten, haben demnach bis Ende Juni etwa 455.000 Menschen ein Museum oder eine archäologische Ausgrabungsstätte betreten; 2019 waren es im selben Zeitraum knapp 4,5 Millionen. Fast alle Kulturstätten des Landes mussten um den 10. März herum schließen. Seit Mitte Mai ist Einlass meist nur nach Voranmeldung und mit begrenzten Besucherzahlen möglich.

Orgel von Notre-Dame wird ausgebaut

Die beim letztjährigen Brand in der Pariser Kathedrale Notre-Dame nur wenig betroffene Hauptorgel wird ausgebaut und bis 2024 gründlich gereinigt. Das teilte die zuständige Behörde laut französischen Medienberichten mit. Die von Aristide Cavaillé-Coll erbaute Orgel von Notre-Dame ist seit 1733 in Funktion. Mit mehr als 8.000 Pfeifen und 115 Registern ist sie das größte Instrument Frankreichs. Bei dem Brand war die Orgel nicht von den Flammen erfasst worden und bekam nur wenig Löschwasser ab. Allerdings wurde sie mit Bleistaub der verbrannten Dächer bedeckt. Staatspräsident Emmanuel Macron wünscht sich einen Wiederaufbau von Notre-Dame bis 2024.

Holocaust-Gedenktag für Sinti und Roma

75 Jahre nach der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz haben Vertreter der evangelischen Kirche, von Juden und Sinti und Roma heute erstmals gemeinsam vor Ort der Opfer des Nationalsozialismus gedacht. Es gab Kranzniederlegungen im Stammlager und im Außenlager Auschwitz-Birkenau, in dem Sinti und Roma interniert und ermordet wurden. Am Gedenken haben der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, der Vorsitzende des Zentralrats der Sinti und Roma, Romani Rose, der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, und die Präses der EKD-Synode, Irmgard Schwaetzer teilgenommen.

Kritik am türkischen Alleingang bei Hagia Sophia

Die Umwandlung der Hagia Sophia in Istanbul von einem Museum in eine Moschee hätte aus Sicht des früheren deutschen Botschafters in der Türkei, Martin Erdmann, international abgestimmt werden sollen. Die Entscheidung von Staatspräsident Erdogan und dem Justizsystem mute seltsam an, sagte Erdmann im Interview der Woche des Deutschlandfunks. Da die Hagia Sophia von der internationalen Gemeinschaft als Weltkulturerbe betrachtet werde, seien Alleingänge "nicht zielführend". An den weltweiten Reaktionen könne man erkennen, zu welcher "Verstimmung" das Vorgehen geführt habe. Das erste Freitagsgebet in der Hagia Sophia fand am 24. Juli statt. Am 10. Juli hatte das Oberste Verwaltungsgericht in der Türkei ihren bisherigen Status als Museum aufgehoben. Erdogan unterzeichnete daraufhin ein Dekret zur künftigen Nutzung als Moschee.

Kulturnachrichten hören

Juni 2020
MO DI MI DO FR SA SO
1 2 3 4 5 6 7
8 9 10 11 12 13 14
15 16 17 18 19 20 21
22 23 24 25 26 27 28
29 30 1 2 3 4 5

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur