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Samstag, 21.09.2019
 
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Kulturnachrichten

Samstag, 21. September 2019

Barbara Kruger erhält den Kaiserring der Stadt Goslar

Die US-Konzeptkünstlerin Barbara Kruger wird heute mit dem Kaiserring der Stadt Goslar ausgezeichnet. Seit mehr als 40 Jahren untersuche Kruger in großformatigen Bildern, Installationen, Videos und Werken im öffentlichen Raum die komplexen Zusammenhänge zwischen Macht und Gesellschaft, heißt es in der Begründung der Jury. Kruger gehöre zur ersten Generation feministischer Künstlerinnen. Der undotierte Kaiserring gilt als eine der international wichtigsten Auszeichnungen für moderne Kunst und wird seit 1975 verliehen.

Berliner Ensemble eröffnet neue Spielstätte

Mit der Uraufführung von "Mütter und Söhne" hat das Berliner Ensemble seine neue, zweite Spielstätte eröffnet. Nach mehr als einem Jahrhundert bekommt das Theater am Schiffbauerdamm damit nun eine dauerhafte Zweitbühne. Regisseurin Karen Breece setzt sich in ihrem neuen Stück mit rechter Radikalisierung auseinander. Die Autorin sprach vorab mit Müttern von Rechtsextremen, mit Aussteigern, Hilfsorganisationen und auch Polizisten. Daraus setzt sie einen zweistündigen Theaterabend zusammen. Sie stellt die Frage, wie man sich verhalten soll, wenn Söhne rechtsextrem werden.

Breitbach-Preis für Schriftsteller Thomas Hettche

Der Schriftsteller Thomas Hettche hat eine der höchstdotierten deutschen Auszeichnungen für Literatur bekommen. Im Theater Koblenz erhielt er am Freitagabend den mit 50 000 Euro verbundenen Joseph-Breitbach-Preis. Hettche, geboren 1964 im mittelhessischen Treis an der Lumda, lebt als freier Schriftsteller in Berlin und in der Schweiz. Die Jury würdigte ihn als einen "eminenten Stilisten", der die gesellschaftlichen Entwicklungen und ästhetischen Debatten der letzten Jahrzehnte in innovativer Form mitgestaltet habe und seit seinem 1989 erschienenen Romandebüt "Ludwig muss sterben" zu den herausragenden Stimmen der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur gehöre. Seit 2018 ist der Autor auch Honorarprofessor am Institut für Philosophie, Literatur-, Wissenschafts- und Technikgeschichte der Technischen Universität Berlin.

Weiter Ärger wegen Ai Weiwei im Haus der Kunst

Im Haus der Kunst in München ist der Ärger zwischen dem kaufmännischen Direktor Bernhard Spies und der Belegschaft weiter eskaliert. Nachdem der chinesische Künstler Ai Weiwei für Aufsichten demonstriert hatte, die von Outsourcing bedroht sind, und Spies ihn des Hauses verwiesen hatte, verschickte dieser nach Informationen der Süddeutschen Zeitung ein hausinternes Rundschreiben. Darin droht er demnach allen, die sich an der Aktion beteiligt haben, mit arbeitsrechtlichen Konsequenzen und macht Mitarbeiter für die Finanzschwierigkeiten des Hauses verantwortlich. Nach Kritik an diesen Vorwürfen ließ Spies dann öffentlich erklären, die Nerven bei allen Beteiligten im Haus der Kunst seien höchst angespannt. Er habe einen externen Mediationsprozess vorgeschlagen.

"Goldene Henne" für Leipziger Montagsdemonstranten

In Leipzig ist zum 25. Mal der Publikumspreis "Goldene Henne" verliehen worden. Der elfjährige Schauspieler Julius Weckauf wurde als "Aufsteiger des Jahres" ausgezeichnet. Er spielt in dem Film "Der Junge muss an die frische Luft" den jungen Hape Kerkeling. Zum 30. Jahrestag der friedlichen Revolution wurden die ersten Leipziger Montagsdemonstranten im Herbst 1989 in der Kategorie Politik ausgezeichnet. Die Laudatio hielt Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer. Der 44-Jährige sagte, auch er sei damals als Jugendlicher bei Montagsdemonstrationen gewesen, die in seiner Heimatstadt Görlitz allerdings immer donnerstags gewesen seien. Die "Goldene Henne" ist der 1991 gestorbenen DDR-Entertainerin Helga "Henne" Hahnemann gewidmet.

Eva Raabe leitet Frankfurter Weltkulturen-Museum

Die Ethnologin Eva Raabe ist neue Leiterin des Frankfurter Weltkulturen-Museums. Der Magistrat habe dem Vorschlag von Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) zugestimmt, teilte die Stadt in Frankfurt am Main mit. Ihre neue Funktion werde Raabe ab dem 1. Oktober wahrnehmen. Sie hatte 1985 als Kustodin ihre Laufbahn am Weltkulturen-Museum begonnen. 2011 wurde sie zur stellvertretenden Direktorin gewählt und vier Jahre später nach dem Ausscheiden von Clémentine Deliss als kommissarische Leitung eingesetzt.

Nach Protesten: Moskauer Schauspieler Ustinow frei

Ein Gericht in Moskau hat den zu dreieinhalb Jahren Straflager verurteilten Schauspieler Pawel Ustinow am Mittag aus der Haft entlassen. Sieben Wochen nach seiner Festnahme kam Ustinow unter Auflagen frei, darf Moskau aber nicht verlassen. In den letzten Tagen hatte es außergewöhnlich umfangreiche Proteste gegen Justizwillkür in Russland gegeben. Selbst kremltreue Kreise und die orthodoxe Kirche hatten gegen die Schärfe des Urteils protestiert. Ustinow soll einem Polizisten bei einer nicht erlaubten oppositonellen Kundgebung die Schulter ausgekugelt haben. Beweise für diese Behauptung gibt es nicht. Ein Urteil über Ustinow will das Gericht nächste Woche verkünden.

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