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Freitag, 24.01.2020
 
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Kulturnachrichten

Freitag, 24. Januar 2020

Beuth Hochschule für Technik wird umbenannt

Die Berliner Beuth Hochschule für Technik wird wegen des historisch nachgewiesenen Antisemitismus ihres Namensgebers umbenannt. Nach dem Votum der Akademischen Versammlung soll Päsident Ullmann nun "einen hochschulweiten Prozess zur Namensfindung einleiten". Besonderer Wert werde auf ein transparentes Verfahren gelegt. Der Hochschule zufolge wurde mehr als zwei Jahre über ihren preußischen Namenspatron Christian Peter Beuth diskutiert. Historische Quellen belegten, dass sich dieser antisemitisch geäußert und gewirkt habe. "Als wissenschaftliche Einrichtung steht unsere Hochschule in der Verantwortung, sich Antisemitismus- und Rassismustendenzen klar entgegenzustellen", sagte Präsident Ullmann.

Opernsänger Franz Mazura gestorben

Der Opern- und Konzertsänger Franz Mazura ist ist nach Informationen des Rundfunk Berlin-Brandenburg gestern im Alter von 95 Jahren gestorben. Seit 1963 war der Bassbariton Mitglied der Deutschen Oper in Berlin. Mazura wurde 1924 in Salzburg geboren. Er studierte an der Musikhochschule Detmold und arbeitete gleichzeitig als Schauspieler am Landestheater Detmold. Mazura spielte und sang auf den bedeutendsten Bühnen der Welt, unter anderem auch an der Metropolitan Opera New York. Erfolg hatte er besonders als Wagner-Interpret und wurde zweimal mit dem Grammy ausgezeichnet. Noch 2019 war Mazura in der Berliner Staatsoper als Hans Schwarz in "Die Meistersinger von Nürnberg" zu erleben.

"Sundance Film Festival" hat begonnen

Im US-Wintersportort Park City ist das von Robert Redford gegründete "Sundance Film Festival" eröffnet worden. Es findet bereits zum 36. Mal statt und zeigt ausschließlich unabhängige und jenseits von Hollywood produzierte Filme. Bis zum 2. Februar werden zahlreiche Spielfilme, Dokumentationen und Kurzfilme gezeigt. In den vier Kategorien des Wettbewerbs treten ingesamt 56 Produktionen gegeneinander an. Fast die Hälfte davon sei von Frauen gedreht, hieß es. Eröffnet wurde das Festival mit "Crip Camp". Die Dokumentation über ein Sommer-Camp für behinderte Teenager wurde von Michelle und Barack Obama co-produziert. Ein weiteres Highlight dürfte die Taylor-Swift-Doku "Americana" sein. Die Pop-Sängerin berichtet darin über Krisen, politisches Engagement und ihren kreativen Prozess. "Green Book"-Star Viggo Mortensen stellt sein Regiedebüt "Falling" vor. Das Vater-Sohn-Drama wird in Park City seine Weltpremiere feiern.

Denkmal für den Asterix-Erfinder

Paris hat dem Comic-Autor und Asterix-Schöpfer René Goscinny ein Denkmal gesetzt. Mehr als 42 Jahre nach seinem Tod wurde eine lebensgroße Bronze-Statue von Goscinny enthüllt. Sie steht auf einem Sockel in Form eines Bücherregals, das einige seiner beliebtesten Werke enthält, darunter "Asterix der Gallier" und "Lucky Luke". Es ist das erste Denkmal in Paris, das einem Comic-Autor gewidmet ist. Goscinny war 1977 im Alter von 51 Jahren an einer Gehirnblutung gestorben.

Kommission überprüft Staatliche Ballettschule Berlin

Nach anonymen Vorwürfen gegen die Staatliche Ballettschule Berlin hat der Senat eine Untersuchungs-Kommission eingesetzt. Sie soll feststellen, ob das seelische und körperliche Wohl von Schülerinnen und Schülern unzureichend geschützt wurde, hieß in einer Mitteilung. Der Rundfunk Berlin Brandenburg hatte berichtet, ehemalige Schülerinnen hätten sich über sexualisierte Sprache und so genanntes Bodyshaming beklagt. In Folge des Drucks soll es zu häufigen Essstörungen und Anzeichen extremer Erschöpfung gekommen sein. Von Seiten der Ballettschule gab es keine Stellungnahme.

Regisseur Dresen bekommt Theodor-Heuss-Preis

Der Filmregisseur Andreas Dresen erhält den Theodor Heuss Preis 2020. Dresens künstlerisches Werk sei getragen von Respekt für den anderen und von demokratischen Werten, begründete die Jury in Stuttgart die Entscheidung. Der Filmemacher erzähle auf ehrliche und kraftvolle Weise Geschichten aus Ostdeutschland für ein gesamtdeutsches Publikum. Der Preis ehrt in Erinnerung an den ersten Bundespräsidenten Theodor Heuss Menschen, die sich für die Demokratie engagieren. Zu den Preisträgern der vergangenen Jahre gehören unter anderen die ehemalige Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth, die Kinderhilfsorganisation "terre des hommes" und der Objektkünstler Christo.

Staatsballett kritisiert Intendanten-Rückzug

Das Ensemble des Staatsballetts Berlin hat die Rücktrittsankündigung der Co-Intendanten Johannes Öhman und Sasha Waltz scharf kritisiert. Die Tänzerinnen und Tänzer seien enttäuscht, dass sie die Leidtragenden eines dürftigen Kulturmanagements seien, hieß es in einer Erklärung des Ballett-Vorstands, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Es stelle sich jetzt die Frage, wie das Ensemble mit einer künstlerischen Leitung weiter zusammenarbeiten solle, die ohnehin kurzfristig gehen wolle. Öhman und Waltz hatten gestern nach wenigen Monaten auf dem Posten ihren Rücktritt zum Jahresende erklärt. Ihr Vertrag geht eigentlich bis zur Saison 2024/25.

Lars Eidinger verteidigt sich

Der Schauspieler Lars Eidinger hat sich gegen Kritik an seinem umstrittenen Foto mit einer Luxustasche vor einem Obdachlosenlager verteidigt. Er inszeniere sich nicht als Obdachloser, sagte er der "Süddeutschen Zeitung" sondern trage seine ganz normale Kleidung. Das Foto brachte ihm im Netz heftige Kritik ein. Die Bilderserie sei eine Hommage an den Alltag und keine ästhetische Ausbeutung von Prekariarität, wie geschrieben worden sei. In seiner Kunst gehe es nicht um Moral. Er lebe in dem Widerspruch, dass er privilegiert sei und jeden Tag auf dem Weg durch die Stadt Menschen in Not sehe. Die Leder-Tasche, die Eidinger auf dem Foto trägt, ähnelt einer Aldi-Tüte und kostet 550 Euro.

Datenbank zu Raubkunst online

Das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste ist mit einer großen Provenienzforschungs-Datenbank online gegangen. Sie trägt den Namen "Proveana" und ist nach Angaben des Zentrums die bundesweit umfassendste Datenbank für Raubkunst. Abrufbar sind zunächst die Ergebnisse der bisherigen Forschungsprojekte der Stiftung der vergangenen zwölf Jahre sowie Daten und Berichte zur Recherche im Fall Gurlitt. Kulturstaatsministerin Grütters nannte das Projekt einen "Meilenstein in der Provenienzforschung". Das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste in Magdeburg ist national und international der zentrale Ansprechpartner zu Fragen unrechtmäßiger Entziehungen von Kulturgut, das sich heute in deutschen Sammlungen befindet.

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