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Dienstag, 27.10.2020
 
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Kulturnachrichten

Dienstag, 27. Oktober 2020

Filmfestival DOK Leipzig eröffnet

Mit einer Online-Veranstaltung ohne Publikum ist am Montag das 63. Internationale Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm DOK Leipzig eröffnet worden. Wegen der Corona-Pandemie sind die Plätze in den Kinos begrenzt, alle 150 Filme sind zusätzlich online abrufbar. Festivalleiter Christoph Terhechte kündigte an, die Gewinne aus dem Online-Ticketverkauf an die Filmschaffenden weiterzugeben. Ein klassischer Eröffnungsfilm wurde nicht gezeigt, das Programm startet mit Filmen aus dem Internationalen Wettbewerb. Pandemiebedingt wird das diesjährige DOK Leipzig in hybrider Form ausgerichtet. Die Zahl der Filme wurde auf 150 mehr als halbiert, Gäste aus der Branche wurden nicht eingeladen, viele Filmgespräche ins Digitale verlegt. Das Filmfest dauert bis zum 1. November.

Dirigent Muti gegen Schließung von Konzerthallen

Der Dirigent Riccardo Muti hat an die italienische Regierung appelliert, ihre Entscheidung zur Schließung von Theatern, Kinos und Konzerthallen wegen der Corona-Pandemie zu überdenken. In einem am Montag in der Zeitung "Corriere della Sera" veröffentlichten Brief an Regierungschef Conte schrieb der 79-jährige Italiener, die Gesellschaft brauche "geistige Nahrung" von Musik und Theater, sonst werde sie "hässlich". Seit Montag sind solche Veranstaltungsorte geschlossen - die Maßnahme wurde von Conte als Maßnahme zur Eindämmung der Coronavirus-Ausbreitung begründet. Muti betonte, dass Musik- und Theateraufführungen nicht "überflüssig" seien, wie es Regierungsmitglieder gesagt hätten. Eine solche Behauptung bedeute "Ignoranz, Mangel an Kultur und mangelnde Sensibilität". Ein paralleler Online-Aufruf von Theaterschaffenden und Schriftstellern gegen die Schließung von Kinos und Theatern zählte mehr als 79.000 Unterzeichner.

Beuys-Kunstwerk wieder in Oberhausen aufgetaucht

Das verschwundene Beuys-Kunstwerk "Capri-Batterie" ist wieder da. Das Theater Oberhausen und die Polizei bestätigten dem Besitzer, dass das Werk in einem Lagerraum entdeckt worden sei. Zuvor hatte die Künstlergruppe "Frankfurter Hauptschule" per Mail darauf hingewiesen, dass das Werk von Joseph Beuys (1921-1986) nicht, wie in der vergangenen Woche behauptet, nach Afrika gebracht worden sei. Das Werk war als Leihgabe des LWL-Museums für Kunst und Kultur in Münster Teil einer Ausstellung. Es sei legitim, auf Probleme wie Raubkunst im Kolonialismus hinzuweisen, aber diese Art dürfe nicht Schule machen, sagte Museumsleiter Hermann Arnold. Das Vertrauen in das Theater Oberhausen sei nachhaltig gestört. Vergangene Woche hatte sich die Künstlergruppe zu dem Diebstahl bekannt. Das Theater Oberhausen hatte den Verlust zunächst nicht bemerkt, später Anzeige bei der Polizei erstattet und einen inszenierten Diebstahl vermutet.

Geiger David Garrett plant Hallentournee für 2022

Der Violinist David Garrett blickt optimistisch ins Jahr 2022 und plant eine Tournee durch große Hallen und Arenen mit tausenden von Zuschauern. Irgendwann werde der Tag kommen, sich wiederzusehen, sagte der 40-Jährige anlässlich der Bekanntgabe der Tour bei München. Er habe ein Repertoire zusammengestellt, das hoffnungsvoll sei, aber auch den Schmerz der letzten Zeit reflektiere. Nach dem Start im Januar 2022 in Schwerin sind weitere Konzerte mit einer Mischung aus Klassik und Pop geplant - unter anderem in Köln, München und Zürich.

Orchester fordern abgestufte Corona-Regeln

Die nordrhein-westfälischen Orchestermusiker fordern abgestufte Corona-Regeln für die klassische Musik. Bei Oper und Konzert habe sich gezeigt, dass das Ansteckungsrisiko gering sei, erklärte die Orchesterkonferenz NRW am Montag in Bochum. Die neue Corona-Schutzverordnung des Landes erlaube aber einheitlich nur bis zu 250 Besucher bei Veranstaltungen. "Von der Bühne aus sehen wir, wie diszipliniert sich das Publikum verhält, wir sind hier ja nicht auf einer wilden Party!", sagte der Sprecher der Vereinigung, Steffen Schrank. Bisherige Schutzkonzepte hätten funktioniert. Die Orchesterkonferenz vertritt 1700 Musiker und sieht in der neuerlichen Begrenzung des Publikums eine Gefährdung der Theater und Orchester. Land und Kommunen sollten ein Konzept vorlegen, "das eine kluge Balance zwischen ausreichendem Infektionsschutz und einem vernünftigen Spielbetrieb ermöglicht", forderte die Organisation.

Akademie startet Online-Lexikon zur Jugendliteratur

Die Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendliteratur baut ein neues Online-Lexikon für den kinder- und jugendliterarischen Buch- und Medienmarkt auf. Aufgenommen werden sollen zunächst Artikel über Autoren, Illustratoren sowie Personen und Institutionen aus den Bereichen Verlagswesen, Vermittlung und Wissenschaft, wie die Akademie mitteilte. Die ersten Artikel beschäftigten sich mit Menschen, die teilweise sehr eng mit der Einrichtung verbunden seien, wie etwa den Kinderbuchautoren Paul Maar, Kirsten Boie und Mirjam Pressler. Vorgänger des Online-Lexikons ist das "Lose-Blatt-Lexikon Kinder- und Jugendliteratur", das die Akademie von 1995 bis 2017 herausgab. Auf rund 12.000 Seiten waren darin insgesamt rund 650 Artikel erschienen. Die Beiträge des neuen digitalen Nachschlagewerks sollen auf dem neuesten Forschungsstand Informationen über Leben, Werk und Rezeption der Protagonisten liefern.

Bühnenbildner und Grafiker Volker Pfüller gestorben

Der Bühnenbildner und Grafiker Volker Pfüller ist tot. Er starb nach langer Krankheit mit 81 Jahren in Rudolstadt, wie seine Familie und das Theater Rudolstadt mitteilten. Pfüller habe zu den prägendsten deutschen Bühnenbildnern der Gegenwart, sowohl als Praktiker wie auch als Ausbilder gehört, so die Mitteilung. Als Bühnen- und Kostümbildner arbeitete er unter anderem für das Deutsche Theater Berlin, die Volksbühne Berlin, die Münchener Kammerspiele und das Thalia Theater Hamburg. Ab 1990 übernahm Pfüller die Leitung der Abteilung Bühnenbild an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee und wurde dort auch zum Professor ernannt. Ab 1997 bis 2005 war er als Professor für Illustration an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst tätig. Viele von Volker Pfüllers grafischen und bühnenbildnerischen Werken wurden preisgekrönt, darunter die Auszeichnung "100 Beste Plakate des Jahres". Für sein Lebenswerk wurde er 2019 auf der Frankfurter Buchmesse mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis geehrt.

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