Seit 00:05 Uhr Das Podcastmagazin
Montag, 21.06.2021
 
Seit 00:05 Uhr Das Podcastmagazin

Fazit | Beitrag vom 12.05.2021

Kulturgesetzbuch in NRWDie erste Honoraruntergrenze für Kunst

Isabel Pfeiffer-Poensgen im Gespräch mit Andrea Gerk

Isabel Pfeiffer-Poensgen, parteilos, Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen. Düsseldorf, 2020. (imago / Future Image / C. Hardt)
Kann sich vorstellen, dass andere Bundesländer dem Beispiel Nordrhein-Westfalens folgen: Kulturministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen. (imago / Future Image / C. Hardt)

Nordrhein-Westfalen bündelt alle Regelungen rund um Kunst und Kultur in einem Kulturgesetzbuch. Das soll den Stellenwert von Theater, Musik und Co. verdeutlichen. Aber es hat auch konkrete Auswirkungen, sagt Kulturministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen.

"Kultur ist Ländersache" heißt es zuverlässig, wenn Entscheidungen rund um Theater oder Konzerthäuser getroffen werden müssen. Umso erstaunlicher, dass es bisher in keinem Bundesland einen verbindlichen Katalog mit allen Gesetzen gab.

Nordrhein-Westfalen legt jetzt das erste Kulturgesetzbuch Deutschlands vor. "Das ist eine Pionierarbeit", sagt NRW-Kulturministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen.

Mindestlohn ist Pflicht

In dem Werk werden alle gesetzlichen Regelungen, die die Kultur betreffen, gebündelt. "Wir wollen alles zusammenführen, übersichtlicher gestalten." Aber es gibt auch direkte  Auswirkungen auf Kulturschaffende in Nordrhein-Westfalen. 

Abonnieren Sie unseren Kulturnewsletter Weekender. Die wichtigsten Kulturdebatten und Empfehlungen der Woche. Ab jetzt immer freitags per Mail. (@ Deutschlandradio) 

So muss zukünftig bei vom Land geförderten Projekten die Honoraruntergrenze, die sich am Mindestlohn orientiert, verbindlich eingehalten werden. "Das heißt nicht, dass nicht auch gerne mehr bezahlt werden darf, aber wir wissen, dass in Teilen sehr viel weniger bezahlt wird."

Sowohl die Kommunen als auch das Land müssen fortan bestimmte Standards einhalten, betont die Ministerin: "Da muss eine stärkere Verbindlichkeit her." So solle bei Musikschulen stärker auf Festanstellungen der Lehrenden gesetzt werden.

Vorbild für andere Länder?

Generell soll deutlich gemacht werden, "welche Schlüsselposition die Kultur und die Kulturpolitik im Land hat", so Pfeiffer-Poensgen. Das Kulturgesetzbuch sei ein starkes Signal, dass die Kulturhoheit ernst genommen werde. Und damit vielleicht auch ein Zeichen an andere Bundesländer, ähnliche Gesetze einzubringen.

Immerhin sei Nordrhein-Westfalen das größte Bundesland: "Unter dem Aspekt hoffe ich natürlich auf Nachahmung", sagt Pfeiffer-Poensgen. 

(beb)

Mehr zum Thema

Bundestagsentscheidung - Clubs sind nun Kultur
(Deutschlandfunk Kultur, Kompressor, 10.5.2021)

Kultur und Kirche im Lockdown - Beschleunigte Sinnkrise
(Deutschlandfunk Kultur, Wortwechsel, 7.5.2021)

Machtmissbrauch an Theatern - Asymmetrische Konfliktlinien
(Deutschlandfunk Kultur, Fazit, 6.5.2021)

App: Dlf Audiothek

Die neue Dlf Audiothek App ist ab sofort in den Appstores von Apple und Google zum kostenlosen Download erhältlich (Deutschlandradio)

Entdecken Sie mit der Dlf Audiothek die Vielfalt unserer drei Programme, abonnieren Sie Ihre Lieblingssendungen, wählen Sie aus Themenkanälen und machen daraus Ihr eigenes Radioprogramm.


Jetzt kostenlos herunterladen

Kulturpresseschau

weitere Beiträge

Der Theaterpodcast

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur