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Kompressor | Beitrag vom 28.10.2015

KulturerbeIst die deutsche Friedhofskultur einmalig?

Norbert Fischer im Gespräch mit Timo Grampes

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Der Friedhof der Familie von Treskow auf dem Gelände des Tierparks Friedrichsfelde in Berlin. (picture alliance / dpa / Soeren Stache)
Der Friedhof der Familie von Treskow auf dem Gelände des Tierparks Friedrichsfelde in Berlin. (picture alliance / dpa / Soeren Stache)

Eine Initiative aus mehreren Verbänden strebt die Aufnahme der deutschen Friedhofskultur auf die Liste des Immateriellen Kulturerbes an. Darüber sprechen wir mit Kulturwissenschaftler Norbert Fischer, der diese Initiative unterstützt.

Die deutsche Friedhofskultur soll immaterielles Kulturerbe werden. Heute reichen mehrere Verbände und die Kulturbehörde Hamburgs den Antrag offiziell ein.

Was aber macht die deutsche Friedhofskultur aus? Der Kulturwissenschaftler Norbert Fischer, der eines der Gutachten für den Antrag erstellt hat, sieht das Besondere in der "Naturlandschaft", in die die "Erinnerungskultur" eingebettet werde: Der englische Landschaftsgarten des 18. Jahrhunderts sei einst Leitbild gewesen.

Als Beispiel nennt Fischer den Parkfriedhof Ohlsdorf in Hamburg - der "bis heute weltweit größte und vielleicht auch schönste Parkfriedhof der Welt". Dort verschwinde der Tod hinter einer "landschaftlich großartig gestalteten Kulisse". Friedhöfe in Deutschland seien zugleich sozialer Treffpunkt, manche würden als Parks genutzt oder als Orte kultureller Aufführungen.

Auf die weltweite Unesco-Liste kann es die deutsche Friedhofskultur erst in einem zweiten Schritt schaffen - frühestens Ende 2016. Dann können Vorschläge von der bundesweiten Liste für das internationale Kulturerbe eingereicht werden.

Mehr zum Thema:

Kultur zwischen Grabsteinen - Friedhof als Stätte der Kunst
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(Deutschlandradio Kultur, Kommentar, 16.06.2015)

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