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Fazit / Archiv | Beitrag vom 20.05.2020

Kultur und CoronaWas sich aus der Krise lernen lässt

Julius Heinicke im Gespräch mit Sigrid Brinkmann

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Eine Bach-Büste mit einem Mundschutz aus Noten. (picture alliance/Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa)
Bach-Büste mit einem Mundschutz aus Noten: Wie überlebt die Kultur die Krise? (picture alliance/Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa)

Durch die Coronakrise steht die Kultur vor existenziellen Herausforderungen. Darüber hat die Unesco diskutiert. Der Kulturwissenschaftler Julius Heinicke fordert Hilfsfonds - und ein Nachdenken darüber, wie öffentliche Gelder verteilt werden sollen.

Zum Welttag der kulturellen Vielfalt für Dialog und Entwicklung hat die deutsche Unesco-Kommission online über Kultur in Zeiten von Corona diskutiert. Der Kulturwissenschaftler Julius Heinicke von der Universität Hildesheim war dabei. Er sieht die Kultur im Moment in einer existenziellen Krise. In allen Ländern der Welt brächen Kulturschaffenden momentan die Aufträge weg, sagt er. Die freien Künstlerinnen und Künstler hätten kein Geld und deswegen Existenzsorgen.

Kreativ im digitalen Raum

Kunst und Kultur würden allerdings kreativ auf die Krise reagieren, betont Heinicke, und sich den digitalen Raum aneignen. So präsentierten sich Schauspieler in Südafrika nun über Facebook statt live. Anderswo träten Künstler telefonisch mit dem Publikum in Kontakt. "Das sind weltweite Perspektiven, die sehr spannend sind", meint Heinicke, Inhaber des Unesco-Lehrstuhls Kulturpolitik für die Künste in Entwicklungsprozessen am Institut für Kulturpolitik der Universität Hildesheim.

In Deutschland sei die Situation durch öffentliche Förderung noch halbwegs komfortabel, so Heinicke: "In vielen anderen Ländern der Welt gibt es diese Förderung nicht."

Eine Auswahl lässt sich nicht vermeiden

Deutschland, Europa, aber auch private Förderer müssten jetzt Geld in die Hand nehmen, um die Kultur zu retten, sagt der Wissenschaftler: "Es muss Hilfsfonds geben." Dabei lasse sich eine Auswahl nicht vermeiden: Manches werde gefördert werden, anderes nicht.

Wer darüber entscheidet, was gefördert wird - daran könne man allerdings etwas ändern, sagt Heinicke. Hier gebe es Möglichkeiten, aus der Krise zu lernen. Auch in Bezug auf den postkolonialen Dialog: "Dass wir andere Stimmen hören."

(beb)

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