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Interview / Archiv | Beitrag vom 25.07.2008

Kritische Aktionäre: Daimler potenzieller Übernahmekandidat

KAD-Sprecher Grässlin wirft Konzernleitung Missmanagement vor

Der Firmensitz von DaimlerChrysler in Stuttgart. (AP)
Der Firmensitz von DaimlerChrysler in Stuttgart. (AP)

Nach Ansicht des Sprechers der Kritischen Daimler-Aktionäre, Jürgen Grässlin, droht dem Daimler-Konzern schon seit längerem die Übernahme. Innerhalb nicht einmal eines Jahres habe sich der Wert der Daimler-Aktie nahezu halbiert, sagte Grässlin, nachdem die Aktie infolge einer Gewinnwarnung einen Preissturz von etwa zehn Prozent hinnehmen musste.

Neben diesem Preisverfall mache vor allem der Bargeldbestand bei Daimler in Höhe von zehn Milliarden Euro den Automobil-Konzern zu einem "lukrativen Schnäppchen", so Jürgen Grässlin im Deutschlandradio Kultur. Der Konzernleitung warf er Missmanagement vor, insbesondere kritisierte er Daimlers Engagement in der Rüstungsindustrie und die "fehlende Ökologisierung" der Produktion. Grässlin: "Die Gewinnwarnung ist berechtigt. Sie zeigt, wo Daimler steht."

Als Ausweg aus der Krise empfahl Jürgen Grässlin eine Reihe von Sofortmaßnahmen: die "Konzentration Daimlers auf das Kerngeschäft", den Verkauf der EADS-Anteile und "ganz schnell die Ökologisierung der Fahrzeugflotte".

Auch das Aktienrückkaufprogramm wurde vom Sprecher der Kritischen Aktionäre von Daimler begrüßt: "Im Prinzip ist es der richtige Schritt, weil, wenn ich sage, man hat noch mal zehn Milliarden flüssig, dann könnte man weitere Aktien zurückkaufen und wäre dann etwas gesicherter gegen eine Investorengruppe, die zuschlagen möchte."

Das vollständige Interview mit Jürgen Grässlin können Sie mindestens bis zum 25. Dezember 2008 in unserem Audio-on-demand-Angebot nachhören. (MP3-Audio)

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