Kritik wegen Äußerungen zu Femiziden - Kabarettist Nuhr weist Vorwürfe zurück

    Dieter Nuhr spricht in ein Mikrofon, live im Kulturgarten mit seinem Programm 'Kein Scherz!' in der Bonner Rheinaue, am 4. August 2020.
    Dieter Nuhr: in der Kritik wegen Äußerungen zu Femiziden in Satire-Sendung. © picture alliance / Geisler-Fotopress / Christoph Hardt
    Der Kabarettist Dieter Nuhr steht wegen Aussagen zu Femiziden in der Kritik. Jetzt hat er Vorwürfe zurückgewiesen, er habe sich in einer Satire-Sendung über Frauenmorde lustig gemacht. "Habe ich nicht", schrieb Nuhr auf Facebook - und: "Kein Witz über Femizide, nirgends." Nuhr hatte in einer ARD-Sendung vom 18. Juni gesagt, "die Wahrscheinlichkeit, bei 300 bis 350 Femiziden pro Jahr auf einen Frauenmörder zu treffen", sei "praktisch null". Er empfahl Frauen: "Zur Sicherheit wäre es nicht schlecht, wenn man den Partner vor dem Geschlechtsverkehr vielleicht einfach erst mal kennenlernt." Nuhrs Äußerungen riefen breite Kritik in Medien und sozialen Netzwerken hervor. So betitelt die Frankfurter Allgemeine Zeitung am Freitag einen Kommentar "Dieter Nuhr ist kein Komiker mehr" und kritisiert eine Relativierung von Femiziden. Der Berliner "Tagesspiegel" schrieb, Nuhr sei "strukturell unlustig" und die taz kritisierte, der Kabarettist füttere ein misogynes Weltbild.